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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Puls RAST und ist generell eher schnell unterwegs
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BeitragVerfasst: 12.02.17, 01:33 
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Hallo liebe Gemeinde,

nach einem lange Beschwerdemarathon wende ich mich nun in aller Verzweiflung an euch.

Krankheitsgeschichte

Es fing alles vor ca. einem Jahr an. Ich, bin gerade mal 24, war 4 mal die Woche beim Sport (Fitness - keine Steroide o.ä.) und achtete auf eine gesunde Lebensweise. Doch plötzlich hatte ich immer wieder kehrendes Herzrasen nachts, wovon ich auch wach wurde. Dies machte, dass ich beim Sport mein Herz wahrnam (Herzklopfen) und ich ein wenig das vertrauen in meinen Körper verloren habe, was mich azu veranlasste immer weniger Sport zu Treiben, bis es nach ca. 3 Monaten abrupt ganz eingestellt wurde. Zu dieser Zeit hatte ich auch shcon meinen ersten Anfall tagsüber, bei dem in Ruhe mein Herz wie wild schlug mit 150 SPM und plötzlich auftretenden Extrasystolen die mal krampfend, mal luftabschnürend, mal holpernd wahrgenommen wurden. Diese gingen auch gar nicht mehr weg und begleiten mich nun fortan.
Aufgrund dieser Symptome war ich natürlich auch schon bei 2 Kardiologen, die mir unabhängig durch Langzeit EKG, Herzecho, Belastungs EKG und Ruhe EKG ein gesundes Herz attestierten.

Im Juli dann die Schokdiagnose: Schilddrüsen CA! Im rahmen meiner Herzprobleme wurde also dann auch mal die Schilddrüse gecheckt und es wurde ein pappiläres MikroCA gefunden und im August komplett operiert, sodass ich bis dato Thyroxin mit 150mg substituiere.

Meine Beschwerden wurden aber nicht besser. Bis heute plage ich mich mit Gangunsicherheiten (wackelige Knie, das gefühl auf eine Seite weg zu kippen und im Stehen unsicherheit), einem hohem Puls beim alleinigen Stehen schon (bis 130 SPM!) und oftmals sogar im sitzen einen Puls von 100. Nachts, beim schlafen ist er in Ordnung und beruhigt sich auf zwischen 50-60 (bestätigt mir meine Pulsuhr). Außerdem habe ich seit gut einem halben Jahr helle, schmierige Durchfälle und Magenprobleme (Magengrummeln, leichte schmerzen, direkter Toilettengang nach Mahlzeit), die jedoch per Magen und Darmspiegelung "abgesichert" wurden. Ergebnis: Befundlos.

So nun aber zum eigentlichen Schocker heute wieder mal: Ich habe bereits im Vorfeld gemerkt, wie mir wackelig wurde und etwas sschwindlig und komisch, bin dann aber dennoch raus gegangen, in meinen Wagen gestiegen, und dann merkte ich bereits dass etwas nicht stimme... mein Herz ging wieder wie wild. Bin dennoch die kurze Strecke (5 mins Fahrt) gefahren undauf dem Parkplatz wurde mir dann richtig elend. Mir wurde schwach, hatte extremes Herzklopfen und haabe mit meinem Pulsoxi, der sich immer in meiner Jacke für solche Fälle befindet, einen Puls von 167 festgestellt (ohne vorangehende Panik oder Angstgefühle o.ä.) mit gelegentlichen Extrasystolen und 99%iger Sauerstoffsättigung. Nach weiteren 10 Minuten beruhigte sich alles wieder und außer ein paar Extrasystolen und Herzklopfen, sowie der abartigen Müdigkeit, Schlappheit und Schwächegefühle ging es soweit wieder.
Bin trotzdem in die Notaufnahme für ein EKG gefahren jedoch natürlich ohne Befund, da sich ja alles wieder normalisiert hatte.

Was ich schon alles gegen die Herzprobleme und die Darmprobleme versucht habe


-Magnesiumcitrat und Kalziumpräperate einnehmen (gegen ES und den schnellen Herzschlag in normalen Situationen) : erfolgslos
-Vitamin B komplexe (wegen ggf. linderung von Panikstörungen) : erfolgslos
-Vitamin D (im Blutbild Mangel festgestellt, außerdem gut fürs Gemüt) merke kaum einen Unterschied, Vit. D Werte stimmen aber nun
-Baldrianpräperate zur Beruhigung : erfolgslos
-Sedariston und Lavea gegen Panikstörungen/Beruhigung des Herzens: erfolgslos
-ausreichend trinken: keine Änderung
-Diacard (weißdorn, fürs Herz - zum entlasten und stärken): keine Änderung

Meine Fragen an euch:

1) Gibt es Leidensgenossen, die ähnliches durchgemacht haben und eine Lösung kennen?
2) Bin ich bereits Psychisch krank? Habe eine Herzphobie entwickelt (Pulsoximeter immer dabei, Pulsuhr, Blutdruckmessgeräte...). Außerdem wenn es mir so ähnlich geht, aber nicht richtig schlecht fahre ich vor die Notaufnahme für den Fall, dass was wäre
3) Woher kommen die anderen Beschwerden denn nur...? (Durchfall, Schwindel, Gangunsicherheiten)
4) Ich habe Angst an einem plötzlichen Herztod zu sterben, da diese Symptome auch Vorboten sein können. Liege ich damit richtig? Mein Herz wurde ja als gesund befunden
5) warum rast mein Herz in Alltagssituationen so krass (im Stehen 130 SPM ohne Belastung)
6) Wie werde ich ggf. meine Herzstolperer, die sehr unangenehm sind, los?
7) Komtm eine EPU in Frage? Habe Angst davor, da viele berichten, dass sie nach dem Eingriff stunden-, tage- und teils sogar Wochenlang danach sehr sehr viele Extrasystolen haben...? Ist diese EPU nicht sogar ein wenig experimentiell?
8) Könnte das ganze an der sehr hohen Schilddrüsenmedikation liegen? (TSH, t3, t4 etc. im oberen Normbereich; aufgrund SchilddrüsenCas ist es erwünscht, dass ich etwas mehr Thyrox bekomme) Kann ich das Medikament auf eigene "Gefahr" hin etwas reduzieren um evtl eine leichte Unterfunktion zu provozieren bzw. um zu sehen, ob sich eine Besserung einstellt. Ärzte sind dahingehend sehr starrsinnig und beharren auf die Blutwerte.


DANKE FÜRS DURCHLESEN DIESES ROMANS UND FÜR JEDE HILFE. ICH VERZWEIFLE!!!


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BeitragVerfasst: 13.02.17, 01:10 
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Beiträge: 25
Hi Hamit,

Mir würde als mögliche Ursache deiner Probleme Vorhofflimmern in den Sinn kommen da dies u.a (bei paroxsymales Vorhofflimmern) mit plötzlichen Tachykardien (Herzrasen) und Atemproblemen einher gehen kann.
Zwar bist du mit 24 Jahren eigentlich zu Jung um daran zu leiden, bei mir allerdings wurde es ebenfalls im Alter von 24 Jahren diagnostiziert.

Ansonsten habe ich auch das Problem einen hohen Ruhepuls zu haben (Meist ~120/Min).

Problem ist: Man muss dies via EKG vor die Flinte bekommen, ansonsten läßt sich VHF (falls es das ist) nicht diagnostizieren. Das bedeutet im Klartext: Während einer Untersuchung müsste so ein Anfall auftreten. Tut es dies nicht kann die gesamte kardiologische Untersuchung ohne irgendwelche Befunde enden und das Herz als Gesund attestiert werden.

Aber: Nicht verrückt machen jetzt, das heißt nicht dass du Vorhofflimmern haben musst. Es ist ledeglich eine Idee da sich ein paar deiner Schilderungen mit meinen Erfahrungen überschneiden.

Zu deinen Fragen:

1.) Leidensgenosse ja, eine Lösung kann ich dir aber nicht anbieten. Bei mir ist es nach Jahren noch unklar warum diese Probleme auftreten. Es wird aber Munter Diagnostiziert in der Hoffnung noch das Problem zu lokalisieren. Hab mittlerweile schon über 6-7 Herzkathetereingriffe gehabt.
2.) Möglich, du solltest das selbst herumdoktorn lassen und nicht Ständig den Puls / Blutdruck Messen da dies zu einer Herzneurose führen könnte und dich im Alltag beeinflußt.
4.) Eher Unwahrscheinlich, dein Herz macht einen Gesunden Eindruck was dir vers. Kardiologen bestätigt haben. Die Gefahr an einem plötzlichen Herztod zu sterben sehe ich nicht als gegeben.
5.) Übst du eher sitzende und ruhende Tätigkeiten aus? Falls ja könnte Bewegungsmangel in Betracht kommen. Probier mal 2x pro Tag Spaziergänge zu machen und den Bewegungsapperat zu fördern.
6.) Die Herzstolperer sind wahrscheinlich Extrasystolen, die hat jeder, nicht jeder bemerkt diese. Wenn du sie bemerkst heißt es nicht dass du sie dein Leben lang bemerken wirst. Sie werden auch durch Stress begünstigt oder dadurch dass zu sehr in dein Körper horchst. Von daher: Entspannen!
7.) Zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht da noch genügend nicht-invasive Optionen bestehen. Herzkathetereingriffe (Wozu EPU´s ja zählen) birgen gewisse Risiken und bei jungen Patienten setzt man sie ungern bzw. erst zu einem späteren Verlauf ein. Ich hatte selber schon mehrfach EPU´s, experimentell würd ich diese Eingriffe nicht bezeichnen.
Die ersten 24 - 48 Stunden kann das Herz etwas rumzicken in Sachen Tachykardien, da muss man sich aber in der Regel keine Sorgen machen. Es ist nicht so dass man nach dem Herzkathetereingriff (zumindest nicht bei allen) vor die Tür gesetzt wird. Man bleibt meist (so kenn ich es jedenfalls) mindestens 48 Stunden unter Beobachtung im Anschluss.

Zum Thema nicht-Invasive Optionen:
Deine Probleme kann man mit einem externen Event Recorder gut auffangen wenn es häufig vorkommt. Ein Event Recorder ist ein kleines Gerät (in der größe eines älteren Handys), dieses kann und sollte man überallhin mitnehmen. Wenn man etwas verspürt nimmt man dieses Gerät, betätigt ein Knopf und positioniert es auf Herzhöhe und wartet. Der Event Recorder schreibt dann ein EKG und speichert dieses.
Der Arzt kann darauf dann bei Rückgabe des Gerätes diese gespeicherten EKG´s begutachten und dann sagen womit man es zutun hat.
Der Vorteil gegenüber Langzeit EKGs ist dass man diese Geräte mehrere Wochen oder sogar Monate behalten kann was die Chance massiv erhöht "Anfälle" endlich dokumentiert zu bekommen. Ein weiterer Vorteil ist dass man nicht verkabelt wird und so frei in der Bewegung ist.

Du solltest bei deinem behandelnden Kardiologen oder in einem Krankenhaus mit Kardiologie Abteilung mal Anfragen ob du so ein Gerät bekommen könntest.

Falls dies nicht Möglich ist musst du versuchen wenn so ein Anfall auftritt zügig in eine Arzt Praxis zu gehen und ein EKG schreiben zu lassen.


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BeitragVerfasst: 13.02.17, 02:02 
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Beiträge: 4
Hallo Taigar,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Ist soetwas denn akut Lebensbedrohlich, wenn man so etwas hat (Vorhofflimmern/ paroxsymales VF)? Wie alt bist du denn mitlerweile wenn ich fragen darf? Hoffe du kommst gut damit zurecht?!

Das mit dem Event-Recorder werde ich mir mal vom Kardiologen geben lassen, ist ne super Idee.

zu 5) ja ich bin Student und aufgrund der Probleme habe ich kein Vertrauen mehr zu mir. Ich unterlasse jeden Sport bzw. jede körperiche Anstrengung soweit es nur geht. Hauptsächlich aus Angst.

7) Haben sie bei dir gar nichts bewirkt? Das stelle ich mir sehr schlimm vor, man macht diesen Eingriff und bekommt gesagt, dass man es wiederholen muss, weil nichts gefunden wurde... Ok das ist schonmal gut. Ich male mir ds gleich so aus, dass diese "Elektroschocks" mehr schaden anrichten als helfen wenn ich manche Erfahrungen lese.

Danke nochmals!


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BeitragVerfasst: 13.02.17, 08:15 
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Beiträge: 137
Hallo,

nur ein paar ergänzende Antworten:

Herzrasen kann verschiedene Ursachen haben.

Eine davon ist Vorhofflimmern, jedoch mit 24 Jahren wäre das eher ungewöhnlich. Um es zu diagnostizieren, muss es während einer Untersuchung auch auftreten.
Da das nicht sehr wahrscheinlich ist, wäre ein sogenannter looprecorder eine gute Sache: Man zeichnet das EKG während eines Anfalls auf.
Dann sieht man, ob es tatsächlich Vorhofflimmern oder eine ventrikuläre Tachykardie (zweite Ursache) oder eine Reentrytachykardie (dritte Ursache) ist.
Vierte Ursache: eine genetische Veränderung am Myokard (tritt dann in der Familie auch auf).

Looprecorder gibt es als externe Geräte, die man während eines Anfalls auf die Brust aufsetzen muss, und auch als implantierbare Geräte (so groß wie ein USB stick oder etwas kleiner), die halten bis zu 3 Jahren (werden danach wieder explantiert). Rhythmusstörungen werden automatisch aufgezeichnet.
Allerdings zicken die medizinischen Dienste der Krankenhkassen bei der Bezahlung dieser Geräte herum, so dass die Neigung von Kliniken, diese Teile einzusetzen mitunter nicht sehr ausgeprägt ist.
In der Aufzeichnung ist dann die Art der Rhythmusstörung erkennbar.

Wird kein looprecorder eingesetzt, dann ist das externe Gerät eine Alternative, noch einfacher (aber weniger aussagefähig) ist eine iphone app: "Photo-Afib-detector". Hier werden optisch die Pulskurven gemessen, bei normalem Herzschlag sind die Pulskurven gleichmäßig, bei Vorhofflimmern (Afib- atrial fibrillation) nicht. Auch die Pulsgeschwindigkeit wird gespeichert. Zumindest ein passabler Hinweis, ob das Herzrasen ungleichmäßig (Afib wharscheinlich) oder gleichmäßig ist (Afib unwahrscheinlich).

Spätestens dann kann über eine EPU (elektrophysiologische Untersuchung) nachgedacht werden, bei der versucht wird, die Rhythmusstörung zu provozieren.
Tritt sie dann auf, kann die Ursache (irgendein sogenannter Fokus - eine Region, an denen Extrasystolen auftreten) elektrisch isoliert - verödet werden, und man ist tatsächlich geheilt. Das wäre eine Ablation. Da es unterschiedlich Ablationen an allen möglichen Stellen des Herzens gibt mit unterschiedlichen Indikationen hierfür, würde ich mich von verunsichernden Berichten nicht irritieren lassen. Dazu muss man bedenken, dass sich Menschen mit schlechten Erfahrungen häufiger zu Wort melden, da der Leidensdruck noch anhält. Sind die Probleme aber beseitigt, werden weitaus weniger Erfolgsgeschichten ins Netz gestellt.

Tipp: Wenden Sie sich an einen Kardiologen, falls Sie aber eine Notaufnahme aufsuchen müssen, gehen Sie zu einer Klinik, die eine kardiologische Abteilung hat,
besser noch eine Klinik, deren Kardiologie eine rhythmologiesche Unterabteilung hat (Oft sogar mit eigenem Chefarzt!). Genau da sind die ausgesuchten Spezialisten für Ihr Problem.

Alles Gute wünscht:
Schrittmacher


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BeitragVerfasst: 13.02.17, 13:42 
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Registriert: 24.03.15, 03:48
Beiträge: 25
hamit hat geschrieben:
Ist soetwas denn akut Lebensbedrohlich, wenn man so etwas hat (Vorhofflimmern/ paroxsymales VF)? Wie alt bist du denn mitlerweile wenn ich fragen darf? Hoffe du kommst gut damit zurecht?!

Vorhofflimmern ist in der Regel nicht Lebensbedrohlich. Es sei denn es tritt in Verbindung mit dem WPW Syndrome auf, dann kann dies zu Lebensgefährlichen Situationen führen.
Darüber hinaus erhöht sich durch Vorhofflimmern das Schlaganfallsrisiko erheblich.

Ich bin mittlerweile fast 30. Durch Medikamente kommt man gut Klar, gibt zwar auch bescheidene Tage aber das ist halt so.

Zitat:
Das mit dem Event-Recorder werde ich mir mal vom Kardiologen geben lassen, ist ne super Idee.

Wäre Super falls du dran denkst und die Zeit erübrigen kannst zu berichten ob es geklappt hat und ob was herausgekommen ist dabei.

[/quote]
zu 5) ja ich bin Student und aufgrund der Probleme habe ich kein Vertrauen mehr zu mir. Ich unterlasse jeden Sport bzw. jede körperiche Anstrengung soweit es nur geht. Hauptsächlich aus Angst.
[/qoute]
Das ist nicht gut, das solltest du Ändern und die Angst in den Griff bekommen. Du hast ja auch Belastungs EKG hinter dir, das heißt mit Belastung kommt dein Herz gut klar. Darauf solltest du Vertrauen.

Zitat:
7) Haben sie bei dir gar nichts bewirkt? Das stelle ich mir sehr schlimm vor, man macht diesen Eingriff und bekommt gesagt, dass man es wiederholen muss, weil nichts gefunden wurde... Ok das ist schonmal gut. Ich male mir ds gleich so aus, dass diese "Elektroschocks" mehr schaden anrichten als helfen wenn ich manche Erfahrungen lese.

Danke nochmals!

Doch, es hat eine temporäre Besserung ergeben (Allerdings eher durch eine Pulmonalvenenisolation statt einer EPU) und ich werd Nachts auch nicht mehr so häufig mit Herzrasen wach.
Dennoch sind ein paar Probleme geblieben.

Du solltest dich nicht zu sehr von Berichte beeinflußen lassen, solche Entscheidungen sollte man für sich alleine Treffen und seine Sorgen mit dem Arzt besprechen.
Wie Schrittmacher schon sagte liest man mehr über das negative statt über das positive und das verfälscht dann den Gesamteindruck.

Am Ende ist es egal wieviele Leute schlechte Erfahrungen gesammelt haben wenn DIR dieser Eingriff im endeffekt hilft. Wichtig ist halt nur eine erfahrene Klinik für das ganze auszuwählen.
Aber wie gesagt, bei dem Thema bist du noch lange nicht. Bevor es bei mir zum ersten Herzkatheter kam wurde locker 2 Jahre erstmal versucht dem ganzen anders auf die Schliche zu kommen.

Ich hab einen implantierten Event Recorder in der Brust, bei mir gabs da keine Probleme mit der Krankenkasse bzgl. der Bezahlung. Sind sehr fähige Geräte die meiner Diagnostik auch schon treue und wichtige Dienste geleistet hat. Man sieht wie Schrittmacher schon ansprach die Art der Rhytmusstörung sowie weitere Informationen wie Puls, Länge der Rhytmusstörung, exaktes Datum & Uhrzeit und der Kardiologe kann sich alles genau am PC ansehen und Ausdrucken.
Man muss nur beachten dass man durch ein implantiertes Modell eine Narbe auf der Brust hinnehmen muss und das es optisch dazu kommen kann dass man das Gerät sieht (Ist bei mir der Fall).
Aber ich denk ein externes Gerät reicht in deinem Fall aus, musst nur wenn du eins bekommst gut darauf aufpassen. Die Dinger kosten rund 1.000 Euro und sollten deshalb besser nicht verloren werden.


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BeitragVerfasst: 13.02.17, 14:49 
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@Schrittmacher:

Danke für die ausführliche Beschreibung. Das mit dem Loop Recorder hört sich für mich am optimalsten an, sodass ich keinen invasiven Eingriff "erleiden" muss. Das werde ich gleich mal ansprechen, dass ich evtl. so ein Gerät mitbekomme. Die App ist bereits auf meinem Iphone, damit ich das selber mal in solchen Momente grob anschauen kann. Einmal als der Notarzt kam, meinte dieser nur, dass mein Puls (bereits wieder abgeklungen) bei 130 war und eine Sinustachykardie vorliegt. Wie das zu behandeln ist o.ä. wurde mir allerdings nicht gesagt.

@Taiger

Das beruhigt mich schonmal sehr. Ich habe in solchen Momente immer wahnsinnige Angst, dass mein Herz aufhört zu schlagen, oder eben nicht mehr genug Blut durch meinen Körper pumpt. Sind die Tachykardie Formen, die du noch nanntest, denn gefährlich bzw. lebensbedrohlich, oder kann man damit auch alt werden? Ich freue mich zu hören, dass du halbwegs damit klar kommst und, dass man damit sehr wohl normal leben kann.

Ich werde euch auf alle Fälle auf dem laufenden halten und immer wieder mal meine Erfahrungen posten. Mein nächster Termin ist vermutlich erst Ende März, wenn ich aber schon vorher den Recorder bekomme, werde ich mich schonmal melden.


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BeitragVerfasst: 15.02.17, 20:34 
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Beiträge: 25
Hi hamit,

Kann mir Vorstellen dass es beängstigend für dich in den Situationen ist. Du solltest aber auf dein Herz vertrauen, und den Ärzten die dir ein gesundes Herz attestiert haben.

Man kann auch mit den verschiedensten Tachykardien alt werden, gerade weil die Medizin schon weit entwickelt ist. Sinustachykardien, Supraventrikuläre Tachykardien, Schmalkomplextachykardien etc. sind primär nicht Tödlich und lassen sich durch Medikamente gut kontrollieren. Passieren kann immer was, auch dadurch dass sich das Herz im Alter verändern kann.
Aber du kannst auch nächste Woche auf die Straße gehen und von nem Bus überfahren werden ..

Zitat:
dass mein Puls (bereits wieder abgeklungen) bei 130 war und eine Sinustachykardie vorliegt. Wie das zu behandeln ist o.ä. wurde mir allerdings nicht gesagt.

Eine Sinustachykardie ist ein beschleunigter Herzschlag im "Normal Rhytmus". Einfach erklärt: Der Sinusrhytmus ist der, bei dem dein Herz in dem Rhytmus schlägt wie es Normal und vorgesehen ist.
Wenn du beispielsweise einen normalen rhytmischen Herzschlag mit einer Frequenz von 65 hast, dann handelt es sich dabei um eine Herzfrequenz im Sinusrhytmus.
Wenn dein Herz mit einer Frequenz über 100 schlägt, aber im normalen Rhytmus, spricht man von einer Sinustachykardie.

Wenn du eine Sinustachykardie mit einer 130er Frequenz hast kann man entweder abwarten und beobachten ob die Tachykardie sich mit der Zeit verringert und zu einer Normalen Frequenz übergeht (Normal ist 60-80) oder ob es eine langanhaltende Tachykardie ist.
Bei Bedarf kann man die Frequenz durch eine Medikamentöse Intervention herunterbringen, z.b durch die Gabe von Betablocker. Dann dauert es ne gewisse Zeit und die Frequenz beginnt sich zu Normalisieren.


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BeitragVerfasst: 17.02.17, 00:53 
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Hi Taiger,

wie immer erstmal besten Dank für deine Antwort.

Bisher hat sich folgendes getan: ich habe nun einen Termin für Anfang April bekommen, um den Looprecorder abzuholen und eine kleine Einweisung zu bekommen. Die App, die mir Schrittmacher empfohlen hat nutze ich nun in symptomatischen Situationen. Zwei mal aus 10 Messungen hat mir die App eine Unauffälligkeit angezeigt. Überhaupt ist einer der errechneten Werte immer erhöht. Jedoch war meine Frequenz nie über 110.

Was mir in den letzten Tagen vermehrt auffällt
ist zum einen der Rückgang der Extrasystolen (über 2-3 tage bisher nur eine) aber das ist eh immer Phasenweise, wie ich bisher die Erfahrung gemacht habe. Außerdem fällt mir der starke Anstieg des Pulses wieder auf: beim Stehen eben alleine erreiche ich regelmäßig 130 und der Puls pendelt sich mit leichtem Umhergehen in der Wohnung auch 120-130 ein. Sobald ich mich setze gehts sehr oft runter auf zwischen 80-90, manchmal jedoch braucht er noch ne Zeit und er bleibt bei um die 100 Schlägen. Im Schlaf oder vor dem Schlafengehen jedoch scheint mein Herz immer sehr ruhig zu sein zwischen 50-65 Schlägen.
Ich dokumentiere das alles jetzt so aufwendig, damit ich ggf. eine Besserung irgendwann schwarz auf weiß verzeichnen kann, und Mitleser das auch mitverfolgen können.



Bzgl. der Sinustachykardie heißt es blöd gesagt in der Tat einfach nur, dass das Herz schnell schlägt, was wohl die unproblematischste Tachykardie ist?

Was mich noch interessiert: warum möchte man jungen Menschen keine Betablocker zb. verschreiben? Sind die so nebenwirkungslastig? Oder welche Gründe hat das? Wäre es sinnvoll diese vorübergehend einzunehmen, sodass sich mein gesamtes System mal etwas erholen kann?


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BeitragVerfasst: 18.02.17, 10:55 
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Registriert: 08.12.16, 16:01
Beiträge: 1
Hey,
Kenn mich da wenig aus, aber bei schnellen Herzschlag, wackeligen Beinen und Schwindelgefühl war bei mir immer der Blutdruck im Keller. Erst mit Zunahme der Bewegung (z.B. Kniebeugen, oder schnelles gehen) würde es schnell wieder besser.

Du nimmst Schilddrüsenmedikamente? Lass mal deine Werte checken ob du gut eingestellt bist. Meine Frau hat immer Herzrasen und Extrasystolen wenn die Schilddrüse nicht passt. Am besten ist es bei ihr wenn ihr TSH bei 1 liegt...

VG


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