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 Betreff des Beitrags: Procam Studie
BeitragVerfasst: 20.01.17, 07:47 
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Registriert: 23.03.15, 10:32
Beiträge: 6
Leider leide ich wohl an einer Herzinfarkphobie, Kardiologisch wurde ich 2015 und vor 3 Wochen durchgescheckt alles ohne Befund, außer das ich Wasser am Herzmuskel habe( der kardiloge sagte gar nichts dazu, nur der Untersuchende meinte, wäre wohl angeboren - im Internet steht was von Herzmuskelentzündung). Jetzt habe ich im Internet mit meinen Werten die Procamstudie angewendet. Bei meinem Alter von 36 Jahren kam eine Wahrscheinlichkeit von 0,25 in den nächsten 10 jahren raus (was ja wohl sehr gering ist) Wei0 jemand wie genau solch Studie ist, da Ärzte diese ja auch anwenden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Procam Studie
BeitragVerfasst: 26.01.17, 11:30 
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Registriert: 07.09.14, 21:15
Beiträge: 267
Hallo,

solche Scores können eine sehr grobe Einschätzung liefern, wie hoch das statistische Risiko für bestimmte Erkrankungen ist.

Allzu ernst kann man allerdings solche Rechenmodelle, die nur ein paar wenige Parameter berücksichtigen, nicht nehmen. So müsste man beispielsweise zur Einschätzung des Herzinfarktrisikos auch den individuellen Zustand der Gefäße und mögliche Begleiterkrankungen mit berücksichtigen. Zumal zur Gewichtung der einzelnen Risikofaktoren nicht immer wissenschaftlicher Konsens herrscht.

Das Problem ist, dass wir Menschen immer nach einem Gefühl der Kontrolle und Sicherheit streben. Solche Scores können (Schein-)Sicherheit bieten, und das beruhigt uns. Meistens kommt es, um es mal so allgemein zu sagen, aber alles ganz anders. Das System Mensch ist einerseits genial, weil es doch ziemlich perfekt funktioniert. Andererseits ist es so hochkomplex, dass sich mögliche Störungen kaum zuverlässig vorhersagen lassen.

Ein weiteres großes Problem, was allerdings eher philosophischer Natur ist, ist die Fragen, ob wir immer alles wissen wollen. Mit immer ausgefeilteren Analysen lassen sich beispielsweise fakultativ lebensverkürzende Risiken im Genotyp ausmachen. Sofern diese Risiken therapiert werden können, ist das vorteilhaft. Aber meistens sind die diagnostischen den therapeutischen Möglichkeiten weit überlegen. Die damit verbundene Frage ist dann, ob uns solche Prognosen nicht eher schaden, weil wir pausenlos mit dem Schlimmsten rechnen, es aber dann doch oft besser als erwartet, oder einfach nur anders, läuft.

Um aber noch mal auf die Frage zurückzukommen. Ja, die Ärzte nutzen zur Risiko- und Therapieabschätzung auch Scores. Weniger, weil sie "genau" oder "ungenau" sind, sondern weil sie oft der einzige Weg sind, Therapieentscheidungen irgendwie zu quantifizieren und zu begründen.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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