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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Herzrythmusstörung und Xylometazolinhydrochorid
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BeitragVerfasst: 27.12.16, 14:28 
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Hallo allerseits,
da ich kein Thread zu diesem Thema gefunden habe wollte ich mal so nachfragen.

Mein Dad nimmt seit ca. 30 Jahren Nasenspray mit dem Wirktoff Xylometazolinhydrochorid. Nun hat er seit mehr als 10 Jahren auch Herzrythmusstörungen. In den Nebenwirkungen des genannten Wirkstoffes stehen dieses auch mit drin. Leider geht mein Dad auch nicht zu einem Spezialisten sondern nur zu einem Allgemeinmediziner und verheimlicht auch die Einnahme von dermaßen viel Nasenspray gegenüber dem Doktor und uns.

Da ich von meiner Mutter drauf aufmerksam gemacht wurde das ich mich mal erkundinge sollte habe ich das nun auch in Angriff genommen.

Kann es möglich sein, dass das Nasenspray für die Herzrhytmusstörungen verantwortlich ist? Sollte ich schauen das der Arzt davon erfährt? Ich bin mir nicht sicher was ich machen soll. Dieses Thema direkt anzusprechen wäre Krieg im Haushalt.

Danke im Voraus,
Jonny


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BeitragVerfasst: 27.12.16, 15:17 
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Xylometazolinhydrochorid macht abhängig, und der Vater ist nach so langem Gebrauch bestimmt abhängig. Auswirkungen auf das Herz kann das auch haben.


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BeitragVerfasst: 05.01.17, 13:56 
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Beiträge: 293
Hallo,

dass die lokale Anwendung von Xylometazolin Herzrhythmusstörungen verursacht, kommt eher selten vor, ist allerdings auch nicht auszuschließen. Blutdruck- und Herzfrequenzanstiege schon etwas häufiger (0,1 - 1 %).

Einerseits müsste man die Herzrhythmusstörungen untersuchen (es gibt da eine breite Spanne von völlig harmlos bis lebensgefährlich).

Andererseits wäre die spannende Frage, warum Ihr Vater das Nasenspray dauerhaft anwendet. Sehr oft beginnt das Problem damit, dass chronischer oder allergischer Schnupfen länger als etwa 1 Woche mit Xylometazolin (oder einem anderen Sympathomimetikum) behandelt wird. Was wiederum zu einer reaktiven Anschwellung der Nasenschleimhaut, immer häufigerem Nachdosieren und in der Folge zum handfesten Arzneimittelschnupfen führt. Unabhängig vom Herzproblem ist das auf keinen Fall gesund, denn auf lange Sicht werden die Nasenschleimhaut und die Riechzellen, u.U. sogar unumkehrbar, geschädigt.

Dieser Teufelskreis (eine Art von Stoffabhängigkeit) kann nur dadurch unterbrochen werden, indem man (idealerweise beim HNO-Arzt) von den Nasentropfen entwöhnt wird. Das geht, im Vergleich zu anderen Abhängigkeiten, relativ leicht und mit guten Erfolgsaussichten.

Die Therapie besteht im sofortigen Weglassen des abschwellenden Nasensprays und Umstellung auf ein entzündungshemmendes Nasenspray (i.d.R. cortisonhaltig). Da Letzteres nicht sofort wirkt, folgen ein paar unangenehme Tage mit verstopfter Nase. Der HNO-Arzt kann hier ggf. ein wenig Linderung verschaffen, oft helfen auch Rotlichtbestrahlung oder Dampfbäder. Wenn die Wirkung des Mittels einsetzt, ist der Spuk innerhalb einiger Tage vorbei und Ihr Vater kann wieder durchatmen - auch ohne Dauereinsatz von Nasenspray. Ursächlich müsste dann noch geschaut werden, wie man einem neuen Schnupfen vorbeugt (Allergiemittel, Zustand Nasenscheidewand/Nasenhöhlen/Nebenhöhlen usw.).

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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