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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Probleme nach Herzschrittmacher
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 Betreff des Beitrags: Probleme nach Herzschrittmacher
BeitragVerfasst: 05.04.16, 21:19 
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Registriert: 05.04.16, 20:07
Beiträge: 2
Ich entschuldige mich vorab schon mal für den sicherlich langen Text.

Am 18.08 letzten Jahres hatte ich einen Hinterwandinfarkt.
Nach Implantation eines Stents, ging es mir gut. Nach 2 Tagen konnte ich die Intensivstation verlassen und nach weiteren 4 Tagen durfte ich nach Hause.
Wenige Tage später begann ich mit einer stationären Reha.
Bis dahin ging es mir gut, ich hatte keinerlei Beschwerden. Schon in der ersten Nacht änderte sich das. Mir war komisch, ich hatte das Gefühl, mir schlägt das Herz bis zum Hals. Ich sprach mit der für mich zuständigen Stationsärztin.
Ich sollte mich ruhig verhalten und mich nicht körperlich belasten.
Die nächsten Tage ging es mir mal mehr mal weniger gut, jedoch hatte ich immer wieder Momente, wo ich das Gefühl hatte, mir kommt das Herz zum Hals raus.
An 4ten Rehatag änderte sich das Gefühl. Mir wurde schwindelig und im nächsten Moment schlug das Herz bis zum Hals. Ich hatte große Mühe, auf meinen Beinen zu bleiben.
Ich bat um ein EKG, was auch geschrieben wurde. Alles gut! Ich bat darum, das EKG länger zu schreiben.
Plötzlich wurde es hektisch. Ich hatte einen Puls von 20 und kurze Zeit später von 160 Schlägen.
Man brachte mich sofort ins Krankenhaus, dort bekam ich am nächsten Tag einen Herzschrittmacher implantiert.
Körperlich und seelisch, das schlimmste, was man mir antun konnte.
Bis zu dem Herzschrittmacher konnte ich mich bewegen, war belastbar, bin in der Reha 2 km gelaufen, habe mich Zuhause um meine Pferde und Hunde, um meinen Haushalt kümmern können.

Zwei Tage vor Ende der Reha (knapp 5 Wochen nach dem Infarkt und 2 Wochen nach implantieren des Herzschrittmachers) hatte ich ein "komisches Gefühl" in der Bauchgegend. Beschreiben kann ich das nur mit einem inneren Schluckauf.
Ich informierte 2 Ärzte darüber. Beide interessierten sich wenig und gaben mir das Gefühl, mich nicht ernst zu nehmen.
Da man als Laie den Ärzten vertraut, machte ich mir keine weiteren Gedanken.
Freitags wurde ich entlassen, Sonntags war der "innere Schluckauf" so schlimm, das ich währenddessen kaum noch sprechen konnte.
Mein Mann rief im Krankenhaus an, dort sagte man uns, wir sollen uns keine Gedanken machen, das könne nicht am Schrittmacher liegen und ich solle am nächsten Tag zum Arzt gehen.
Das tat ich. Auch mein Hausarzt hatte keine Erklärung für den "Schluckauf" überwies mich aber sofort an das implantierende KH.
Dort bekam ich dann für Freitags einen Termin.
Leider nahm man mich auch dort nicht ernst. OTon, was fahren sie für ein Auto, vielleicht liegt es daran...
Man las den Schrittmacher aus und wurde schnell. Ultraschall, Röntgen... Intensivstation.
Man hatte festgestellt, das beide Sonden nicht mehr an ihren Platz waren und befürchtete, eine Sonde hat mein Herz durchschlagen.
Dem war, wie man am nächsten Tag (CT) feststellte nicht so.
Montags wurde in einer gut 5 Stunden langen OP die Sonden erneuert.

Danach war nichts mehr wie zuvor. Konnte ich vorher zumindest ab und zu mit den Hunden ein paar Meter gehen, komme ich jetzt teilweise nicht mehr vom Bad ins Wohnzimmer.
Mehr als maximal 20 Meter kann ich nicht gehen.
An Weihnachten schwoll plötzlich mein rechter Arm an, man stellte fest, das sich eine Thrombose in der Vene, in der die Sonde liegt, gebildet hat. Seit dem nehme ich statt Xarelto, ASS 100 und Marcumar.
Seit Dezember habe ich auch immer wiederkehrende Angina Pectoris Anfälle. Mal mehrere täglich, mal 1 Woche keinen.

Laut verschiedenen Ärzten sieht mein Herz ausgesprochen gut aus.
Eine Belastungsuntersuchung des Herzens mittel Adenosin / Regadenoson - Stress Spect war unauffällig.
Allerdings war da mein Puls auch nicht Höher als 60.

Zur Zeit nehme ich:
Morgens:
ASS 100
Clopidogrel 75 mg
Tonotec 10mg/5mg
Bisoprolol 5 mg
HCT 12,5 mg
ISDN 80 mg
Amiodaron 200 mg

Mittags:
Molsidomin 8mg

Abends:
Marcumar
Bisoprolol 5 mg
Ramipril 5 mg
Molsidomin 8 mg
Simvastin 40 mg

Nitrolingual Spray bei Bedarf

Mein Blutdruck liegt bei ca 100 / 85 und mein Puls bei ca 55 Schläge.
Ich bin in keinster Weise belastbar, mehr als 20 Meter gehen oder 5 Minuten stehen ist nicht möglich.
Ich bin 46 Jahre alt, bin täglich geritten, spazieren gegangen, einkaufen...etc...
Das alles ist nicht mehr möglich.
Ich weiß nicht mehr weiter, weiß nicht, was ich machen soll.


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 Betreff des Beitrags: Re: Probleme nach Herzschrittmacher
BeitragVerfasst: 05.04.16, 22:08 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

wieviel der Arbeit übernimmt denn der Schrittmacher? eine Frequenz von ca. 55 Schlägen pro Minute klingt fast danach, dass das die eingestellte Grundfrequenz ist und nur noch der Schrittmacher tätig ist.
Vielleicht muss diese Frequenz höher eingestellt werden, dass Sie sozusagen eine höhere "Herzfrequenz" und damit einen höheren Blutdruck erzielen. Vielleicht ginge es Ihnen damit besser.
Sie sollten sich diesbezüglich an Ihren Kardiologen wenden, damit ggf. eine Umprogrammierung stattfinden kann.
Außerdem wären aktuelle Blutwerte interessant: kleines Blutbild, Ferritin. Mängel können ebenfalls eine verminderte Belastungsfähigkeit hervorrufen.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Probleme nach Herzschrittmacher
BeitragVerfasst: 05.04.16, 22:20 
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Registriert: 05.04.16, 20:07
Beiträge: 2
DANKE für ihre Antwort.
Ein Blutbild wurde letzte Woche von meinem Hausarzt gemacht.
Die Werte habe ich nicht im Kopf, aber laut Hausarzt habe ich "nur" zu wenig Blut. Deshalb muss ich jetzt ein Medikament (Eisen(II)-glycin-Sulfat-Komplex) nehmen.

Zitat:eine Frequenz von ca. 55 Schlägen pro Minute klingt fast danach, dass das die eingestellte Grundfrequenz ist und nur noch der Schrittmacher tätig ist.

Das liest sich nicht gut! :shock:
Gruß Kigali


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 Betreff des Beitrags: Re: Probleme nach Herzschrittmacher
BeitragVerfasst: 06.04.16, 07:33 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

ja, Sie haben offenbar tatsächlich eine Anämie (Blutarmut, erkennbar an erniedrigtem Hämoglobin und Ferritin / Eisen). Dann sollte jetzt als nächsten Schritt mal geschaut werden, ob / wo Sie Blut verlieren. Vermehrte Monatsblutung? Sichtbares Blut im Stuhl oder Urin? Test auf okkultes Blut im Stuhl, Urinuntersuchung. Magen-/ Darmspiegelung. Außerdem Kontrolle der Blutwerte (die wären interessant zu wissen, können Sie die in Erfahrung bringen?) nach einer gewissen Zeit.

Gruß
Die Anästhesieschwester


Edit: In Ihrem Schrittmacherpass ist irgendwo die eingestellte Grundfrequenz eingetragen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Probleme nach Herzschrittmacher
BeitragVerfasst: 15.05.16, 23:23 
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Registriert: 15.05.16, 22:00
Beiträge: 5
Seit wielange nimmst du denn schon Bisoprolol und ASS und warum? Vlt sollte man nicht zu sehr das Herz belasten, sondern ruhen lassen, wenig am Schrittmacher experimentieren sondern mal erstmal gucken ob die leistungsschwäche nicht wegen der Medikamentation liegt? Ich würde erstmal an deiner stelle mir nicht soviel sorgen machen. denke immer daran, dass es menschen gibt mit kompletten Herzinfarkt und heute Leben als wäre nie etwas passiert. Die Aufgabe ist jetzt deinen Herzen beizubringen mit der neuen Situation klar zu kommen. Die Leistung wird sicher wieder kommen. Ich hatte gottseidank noch nie einen Herzinfarkt, aber hätte ich es, würde ich mich zu REHA schicken lassen und an einer Kur/Selbsthilfegruppe anmelden. Oft tauscht man hilfreiche Erfahrungen aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Probleme nach Herzschrittmacher
BeitragVerfasst: 16.05.16, 08:07 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

die TE schreibt doch, dass sie in der Reha war...


Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Probleme nach Herzschrittmacher
BeitragVerfasst: 18.05.16, 16:52 
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Registriert: 18.05.16, 16:32
Beiträge: 1
Re: Probleme nach Herzschrittmacher
05.04.2016

Hallo,

nach dreimaliger Lektüre Ihrer ins Netz gestellten Erfahrungen mit Ihrem Herzschrittmacher ist mir auf einmal ganz flau in der Magengegend. Gerade muss ich mich entscheiden, ob die Ärzte mir ebenfalls ein solches Gerät einpflanzen sollen oder nicht und das kam so:
1995 bekam ich zwei Baipässe. Der eine bestand aus einem kleinen Stück meiner rechten Beinvene, der zweite aus einem Stück einer Brustarterie. Kurz vor Weihnachten 2010 wurde die Baipassvene instabil und verursachte einen Herzinfarkt. Danach erging es mir wie Ihnen. Mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, Stentimplantation. Nach ein par Tagen auf Station ging es mir so gut, dass ich nicht in die Rehaklinik wollte.
Erst als die Ärzte mir unmissverständlich klar machten, dass sie dann keinerlei Verantwortung übernehmen würden, ließ ich mich hinbringen.
Mein Zimmer lag im zweiten Stock und ich fühlte mich so stark, dass ich den Fahrstuhl verschmähte. Im Gegenteil, ich freute mich, dass das Treppensteigen wie früher funktionierte. Am ersten Morgen in der neuen Umgebung hieß es „Medikamente abholen“. Also stellte ich mich in die lange Schlange und wartete bis ich an der Reihe war. Dann überreichte mir eine Schwester eine große Einkaufstasche aus Plastik die bis zum Rand mit Medikamentenschachteln gefüllt war. Auf meine erstaunte Frage ob das alles für mich sei antwortete sie: „Selbstverständlich, diese Medikamente müssen sie alle nach dem Plan einnehmen, der sich in der Tasche befindet!“ Nun, schließlich will man ja die Rehaklinik gesund verlassen und daher schluckte ich tapfer alles nach Vorschrift. Unerwarteter Weise ging es mir von da an immer schlechter. Mir war elend und übel. Meine Kräfte schwanden dahin wie der Schnee an der Frühlingssonne und Treppensteigen, oder Sport und Wanderungen waren nicht mehr möglich.
Auch zu Hause änderte sich an diesem Zustand nichts. Kurz vor Neujahr war es dann so schlimm, dass ich glaubte ein neuer Harzinfarkt stehe kurz bevor. Darum brachte mich meine Frau noch um 22:30 Uhr ins Krankenhaus. In der Notaufnahme gab man sich alle erdenklich Mühe um die Ursache für meinen Zustand herauszufinden. EKG, Belastungs-EKG, Blutuntersuchung, das ganze Programm. Alles negativ. Schließlich ließ sich die Diensthabende Ärztin die Medikamente vorlegen, die ich vorsorglich mitgebracht hatte. So, sagte sie: diese lassen wir weg, die lassen wir weg, die sind auch nicht unbedingt nötig, bis nur noch drei Schachteln übrig blieben. Darunter auch Amiodaron.
Ab dieser Nacht ging es mir von Tag zu Tag besser. Meine Kräfte kehrten nach und nach zurück und damit auch meine Lebensfreude. Nur das Amiodaron machte mir noch zu schaffen. Diese Pillen haben schlimme Nebenwirkungen. Albträume, Geschmacksstörungen, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Schwindel, Trübung der Augen bis hin zur Erblindung und was für mich das schlimmste war, sie sorgten für eine Unterfunktion der Schilddrüse. Das wiederum verursacht nicht nur eine Gewichtszunahme, sondern durch die Einnahme von entsprechenden Hormonen auch böse Herzrhythmusstörungen, die man nun mit einem Herzschrittmacher bekämpfen will. Im Nachhinein weiß ich. Das wäre mir vermutlich erspart geblieben, wenn die Ärztin das Amiodaron seinerzeit ebenfalls abgesetzt hätte. Das hat erst mein Kardiologe viel zu spät getan, nachdem ich ihm sagte, dass der Augenarzt mir geraten hat, dieses Medikament so schnell wie möglich durch ein anderes zu ersetzen. Dazu kam es aber nicht, weil es offenbar keines gibt.
Freilich kann ich nicht beurteilen, welche Ursachen für Ihre Beschwerden verantwortlich sind. Das können nur Sie mit Unterstützung entsprechender Fachärzte herausfinden. Aber eines weiß ich heute. Es gibt gute Gründe dafür, dass die Hersteller der Medikamente die Nebenwirkungen im Beipackzettel angegeben müssen.

Otto Jung
www.ottojung1.de


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