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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Herzstolpern und große Angst vor plötzlichem Herztot
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BeitragVerfasst: 01.08.15, 17:31 
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Beiträge: 3
bin neu hier...
hab seit 2008 immer wieder vereinzelte ES, hatte deshlab (und wegen Herzrasen) schon schlilmme Panikattaken, die ich aber in akuter Form ganz gut im Griff habe..
war auch schon 2005,2008 und letztes Jahr beim Kardiologen.
2005 wurden EKG,LZ-ELG, und Ultraschall gemacht, 2008 EKG, BelastungsEKG und Ultraschall und zu guter letzte 2014 EKG und Ultraschall
Seit ca einem Jahr werden die ES mehr, öfter, öfter hintereinander und lösen in mir große Panik aus.
Leider ist noch NIE eine aufgezeichnet worden, da sie sehr sporadisch auftreten, mal einige Tage hintereinander, mal ein paar mal am Tag und dann wieder 1-2 Wochen gar nicht.
Strukturell scheint alles in Ordnung bei mir und dennoch habe ich Angst, dass zb. ein unerkanntes Problem besteht, zb dieses R auf T Phänomen, oder WPW. Sieht man solche Dinge auf dem normalen EKG auch wenn keine ES zu sehen sind? kann man darunter leiden und potentiell tödlich verlaufende ES haben?
Außerdem habe ich nun auf mehreren Seiten (darunter auch Leseproben von Amazon, also keine Laienaussagen) dass jede ES potenziell in Kammerflimmern übergehen kann?!
Gestern wieder hat es 3 Mal schrecklich intensiv gerumpelt, dass ich fast ins Krankenhaus gehen wollte...
ich hoffe sehr, jemand kann mir eine (ärtzlich fundierte) Auskunft geben, hab wirklich Angst.. vielen dank im vorraus,
eure miriam


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BeitragVerfasst: 01.08.15, 21:14 
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Beiträge: 302
ehengelchen hat geschrieben:
... Strukturell scheint alles in Ordnung bei mir und dennoch habe ich Angst, dass zb. ein unerkanntes Problem besteht, zb dieses R auf T Phänomen, oder WPW. Sieht man solche Dinge auf dem normalen EKG auch wenn keine ES zu sehen sind?
Ein R auf T-Ereignis, also wenn eine ventrikuläre Extrasystole in die Repolarisationsphase des vorangegangenen Kammerkomplexes einfällt, sieht man ansonsten nicht im EKG. Allerdings fallen die weitaus häufigeren Formen von Extrasystolen üblicherweise in die unvulnerable Phase.
Für WPW gibt es manchmal, aber nicht immer, typische EKG-Veränderungen im Ruhe- bzw. Langzeit-EKG.

Zitat:
kann man darunter leiden und potentiell tödlich verlaufende ES haben?
Ausschließen kann man in der Medizin nichts mit vollständiger Sicherheit, aber bei Ihnen scheint in Anbetracht der bislang erbrachten Befunde kein erhöhtes Risiko dafür zu bestehen.

Zitat:
Außerdem habe ich nun auf mehreren Seiten (darunter auch Leseproben von Amazon, also keine Laienaussagen) dass jede ES potenziell in Kammerflimmern übergehen kann?!
Auch hier kann man nur wieder mit Wahrscheinlichkeiten argumentieren. Unser Erregungsleitungssystem ist so aufgebaut, dass theoretisch jeden von uns jederzeit ein elektrischer "Kurzschluss" am Herzen ereilen könnte. Aber beim organisch Herzgesunden passiert es statistisch dennoch nur äußerst selten, d.h. der frühzeitige Tod durch eine Erregungsleitungsstörung ist ein sehr unwahrscheinliches Ereignis.

Dazu kommt, wie oben geschrieben, dass Extraschläge nur dann in Kammerflimmern übergehen können, wenn sie auf die vulnerable Phase (relative Refraktärphase) der Erregung treffen. Das ist bei den Monoformen der V(ES) nicht der Fall, da eine kompensatorische Pause folgt: Genau das, was Sie als Stolpern und "Rumpeln" spüren, da sich die Herzkammern in der Pause mit deutlich mehr Blut füllen und dadurch der verzögerte Schlag besonders intensiv empfunden wird.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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BeitragVerfasst: 02.08.15, 09:34 
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hallo,
zunächst erstmal vielen dank für die beantwortung meiner frage(n)
ist die konsequenz nicht, dass ich bei jedem rumpler immer die möglichkeit habe zu sterben?
wenn ja, wieso werden dann ES immer als harmlos bei gesunden herzen beschrieben. mein kardio sagte sogar, zwar etwas nebenbei und salopp, ES gehen nicht in kammerflimmern über....
wie viele menschen haben denn ES? ist das ein ganz normales phänomen, so wie ab und zu kopfweh oder ab und zu durchfall?
ich habe bemerkt dass mich dieses permanente warten auf einen erneuten rumpler dermßen krank macht... meine gedanken sind immer, zumindest teilweise, bei er möglichkeit, es könnte jede sekunde eine ES kommen...
kann das überhaupt gefährlich sein, wenn es auch mal 2 wochen gar nicht vorkommt?
oh man, ist das ein kreuz... :?


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BeitragVerfasst: 02.08.15, 09:44 
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Beiträge: 3
ach so... noch ne frage... was ist mit monoformen gemeint? spürt man ob es sich um monoformen handelt?


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BeitragVerfasst: 03.08.15, 13:16 
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Beiträge: 302
Hallo,

Zitat:
ist die konsequenz nicht, dass ich bei jedem rumpler immer die möglichkeit habe zu sterben?
Salopp gesagt ist es eher so, dass, solange sie die Rumpler spüren, eine kompensatorische Pause vorausgegangen ist und somit die dafür vorgesehenen Schutzmechanismen angesprungen sind - also gerade kein Problem besteht.

Zitat:
mein kardio sagte sogar, zwar etwas nebenbei und salopp, ES gehen nicht in kammerflimmern über....
Das können Sie ihm so glauben. Die Erfahrung an Millionen von Menschen hat gezeigt, dass Extrasystolen beim ansonsten gesunden Herz-Kreislauf-System, und solange es sich nicht auf die sog. Hämodynamik auswirkt, normalerweise keine Probleme bereiten. Der Zusatz "normalerweise" ist nicht etwa als Relativierung zu verstehen, sondern ist ein in medizinischen Beschreibungen üblicher Zusatz, da es in seltenen Fällen immer unvorhersehbare Ausnahmen geben kann.

Zitat:
wie viele menschen haben denn ES? ist das ein ganz normales phänomen, so wie ab und zu kopfweh oder ab und zu durchfall?
Normal ist es nicht, es zählt genau genommen zum Formenkreis der Herzrhythmusstörungen. Ob es zur Häufigkeit empirische Erhebungen gibt, ist mir nicht bekannt. Aber ich schätze einmal, dass wohl mindestens die Hälfte der Menschheit im Leben wenigstens zeitweise schon mal Extrasystolen hatten. Interessanterweise findet man bei manchen Menschen massenhafte Stolperer, ohne dass sie etwas bemerken. Aber auch der umgekehrte Fall ist bekannt, nämlich dass Stolperer wahrgenommen werden, ohne dass diese in diesem Moment im EKG qualifizierbar sind.

Zitat:
was ist mit monoformen gemeint? spürt man ob es sich um monoformen handelt?
Einerseits betrifft das den Ursprung der Extrasystolen (ob sie aus einem oder mehreren Herzarealen kommen) und andererseits die Kurvenform (ob sie einzeln oder mehrfach in Folge auftreten). Die "übliche" und häufigste Form ist die einfache Variante. Form und Ursprung spürt man selber nicht, das kann nur das EKG. Höchstens, wenn die Stolperer so dicht aufeinander folgen (Salven), dass die Durchblutung unzureichend wird. Dann würde man kurzzeitig ohnmächtig werden. Das hätte dann allerdings Krankheitswert.

Zitat:
ich habe bemerkt dass mich dieses permanente warten auf einen erneuten rumpler dermßen krank macht... meine gedanken sind immer, zumindest teilweise, bei er möglichkeit, es könnte jede sekunde eine ES kommen...
Das ist dann auch schon das Hauptproblem. Wenn Sie auf Extraschläge warten, werden diese früher oder später auch kommen. Angst und Anspannung treiben das vegetative Nervensystem an, und in der Folge steigt die Wahrscheinlichkeit für Herzrhythmusstörungen, die wiederum Angst verursachen. Es ist zwar sicherlich einfacher gesagt als getan, aber aus dieser Daueranspannung müssen Sie raus.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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BeitragVerfasst: 21.08.15, 19:26 
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Registriert: 08.08.15, 08:47
Beiträge: 2
Hi,

mir ging es exakt wie Dir. Bei mir ging es auch von einem auf den anderen Moment los. Ich recherchierte, las jedes Suchergebnis bei Google mit dem Kontext Extrasystolen (ging von R-auf-T-Phänomen, über Long-QT-Syndrom über...usw.), verfing mich immer mehr in einem Strudel von Angst, Arztbesuchen, bei welchen die ES natürlich nicht auftraten...befand mich jeden Moment in Erwartungshaltung, dass eine ES kommt und mein Leben vorbei ist, einer meiner Bekannten meinte, man würde noch 10 Sekunden haben, wenn das Herz "stehen" bleibt, also tastete ich meinen Puls nach jeder ES, zählte bis 10 usw...verfing mich nur noch in einem Netz aus Angst und Panik, versuckte mich krankhaft abzulenken, doch die ES wurden immer mehr und mehr...Quintessenz: Es entwickelte sich eine kardiophobische Störung mit Panikattacken, die Angst vor der Angst entstand, gefangen im Kreislauf...ununterbrochene Todesangst, Schonverhalten, jede kleine körperliche Aktivität löste Herzrasen aus, ich trank keinen Kaffee / Tee / Alkohol mehr, hörte auf mit Rauchen, nahm 30kg ab, achtete nur noch auf meine Herz, die Ernährung (viel Magnesium / Kalium usw.)...Internist, Kradiologe, Immunologe, Pneumologe usw. fanden nichts, irgendwann begab ich mich in eine stationäre Therapie (2x3 Monate) in eine Klinik, welche sich mit Angst- und Verhaltensstörungen beschäftigt und langsam konnte ich meine Gedanken immer mehr von meinem körper Inneren nach außen lenken, sprich ich habe immer weniger in mich hineingehorcht, habe akzeptiert, dass ich "gesund" bin und dass das Leben ein tödliches Spiel ist (verzeih mir den Scherz) und je weniger sich die Gedanken um mein Herz drehten, desto weniger nahm ich wahr, desto schwächer wurde das Gefühl (als ob sich ein Ballon in der Brust aufbläht und dann hart weiterschlägt), die ES veschwanden nicht gänzlich, jedoch nahm ich sie irgendwann nicht mehr wahr...begann meine früheren sportlichen Aktivitäten wieder, machte mir weniger Stress, änderte mein berufliches Umfeld, zog um, autogenes Training, progressive Muskelentspannung, alle 2-3 Tage Yoga usw. mittlerweile stolpert es bewusst nur noch alle paar Monate, im Langzeit-EKG sind zwar noch 5-70 pro Auswertung vorhanden das entsprich höchstens 0,07% der Herzschläge...Vlt hilft Dir eine Verhaltenstherapie mit Entspannungstechnicken weiter, alles was dem Stressabbau dienlich ist sollte mitgenommen werden. Ich wünsche Dir alles Gute


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