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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Blutdruck und Herz
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 Betreff des Beitrags: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 25.01.11, 11:51 
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Beiträge: 48
Schönen guten Tag alle miteinander...

Also ich hab keinen Plan ob ich hier richtig bin ^^ Ich bin leider kein Mediziner und die Masse an möglichkeiten verwirrt mich etwas :)

Dann mal zu meinen Fragen.
Ich mache zur Zeit einen SAN B Lehrgang. Und der RA der den unterrichtet sagte, sie bräuchten den Blutdruck um Rückschlüsse auf die Funktion des Herzens schließen zu können.
Aber welche Rückschlüsse kann ich denn auf die Herzfunktion schließen? Und was genau sagen mir die Werte über den Kreislauf aus?

Und was kann ich als helfer bei welchen Werten machen?

Danke schon mal für Antworten :)

Deletet


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 27.01.11, 10:22 
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Beiträge: 91
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Hallo ,

über Ihre Frage gibt es ganze Abhandlungen in den Lehrbüchern der Physiologie. Vielleicht folgendes in Kürze:

Genau genommen brauchen Sie für solch eine Aussage den Blutdruckwert und den Puls. Physikalisch gesehen ist der Blutdruck das Produkt aus Herzzeitvolumen multipliziert mit dem peripheren Widerstand (RR = HZV x pW). Das HZV setzt sich aus dem Schlagvolumen mal Herzfrequenz zusammen (HZV = SV x f). Der periphere Widerstand ist ohne technischen Aufwand nicht messbar (nur klinisch abschätzbar; enge/weite Gefäße, kalt/warme Haut).

Der Blutdruck + Puls sagt also aus a) welche Druckverhältnisse bei der Kontaktion des Herzens (systolisch) und der Dilatation (diastolisch) im Gefäßsystem aufgebaut werden (aus beiden Werten resultiert der mittlere arterielle Druck). b) Das Schlagvolumen gibt die Menge an Blut an, die bei einer einzigen Kontraktion vom Herzen mobilisiert wird (x Puls = die Menge, die in einer Minute bewegt wird).

Aus o. g. Formel sehen Sie, in welchem Verhältnis sich diese Relationen ändern, wenn Sie z. B. für f einen Normwert wie 60 eingeben, oder bei einer Bradycardie den Wert von 40.

Ich hoffe, es war halbwegs verständlich... :?:

_________________
Gruß aus NRW

---Marc-EN---


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 27.01.11, 10:36 
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Registriert: 25.01.11, 11:20
Beiträge: 48
Vielen dank schon mal. Tatsächlich war es verständlich ...

Als Sanitäter messe ich ja den Puls und den Blutdruck.
Wenn ich sehr hohe oder niedríege werte habe, oder eine große differenz zwischen systole und diastole, welche aussage kann ich dann über den Kreislauf machen.

Und der Notarzt der bei uns unterrichtet sagt, er könnte daraus abschätzungen über das herz machen. Aber er hat ja auch nur die werte die ich habe.
Also klar kann er vor Ort mehr messen, aber es geht nur um die werte die ich ihm mitteile. Also Puls und RR. Systolischer wert dabei im Regelfall erstmal ausreichend.

Ich weiß nicht ob ich das so richtig verstanden habe, das hat sich alles ein bischen chinesich angehört. Aber ich glaube er kann daran funktionsfähigkeit der Herzkammern und/oder vorhöfe erkennen?



Ach ja, da kommt noch eine Frage auf:
Wir haben gelernt: Wenn RR hoch, puls meist niedriger und wenn puls niedriger RR meist leicht erhöht.
Was uns das sagt haben wir allerdings nicht gelernt ^^
Aber nach der Obigen formel müsste mit geringem puls ja auch der Blutdruck fallen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 27.01.11, 10:54 
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Registriert: 15.11.10, 14:51
Beiträge: 91
Wohnort: NRW
deletet hat geschrieben:
Wenn ich sehr hohe oder niedríege werte habe, oder eine große differenz zwischen systole und diastole, welche aussage kann ich dann über den Kreislauf machen.

Aber nach der Obigen formel müsste mit geringem puls ja auch der Blutdruck fallen?


Hallo,

ad 1. nun geht es in die Pathophysiologie - und führt ein bisschen zu sehr ins Einzelne. Eine große Differenz kann z. B. ein Hinweis auf Aorteninsuffizienz sein.

ad2. Eben nicht! die Formel lautet: RR = HZV (=SV x f) x pW.d. h. bei niedrigem Puls kann kompensatorisch der pW ansteigen und damit der Blutdruck gleich bleiben !!!

_________________
Gruß aus NRW

---Marc-EN---


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 27.01.11, 12:48 
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Registriert: 25.01.11, 11:20
Beiträge: 48
Marc-EN hat geschrieben:
deletet hat geschrieben:
Wenn ich sehr hohe oder niedríege werte habe, oder eine große differenz zwischen systole und diastole, welche aussage kann ich dann über den Kreislauf machen.

Aber nach der Obigen formel müsste mit geringem puls ja auch der Blutdruck fallen?


Hallo,

ad 1. nun geht es in die Pathophysiologie - und führt ein bisschen zu sehr ins Einzelne. Eine große Differenz kann z. B. ein Hinweis auf Aorteninsuffizienz sein.

ad2. Eben nicht! die Formel lautet: RR = HZV (=SV x f) x pW.d. h. bei niedrigem Puls kann kompensatorisch der pW ansteigen und damit der Blutdruck gleich bleiben !!!

Erstmal möchte ich mich schon mal bedanken. Super spannendes Thema. Sehr schade, das ich mit Fachabitur nicht medizin studieren darf :(

zu1: So genau brauch ich das nicht wissen. Da kannn ich als Sanitäter vor Ort eh wenig machen. Wenn ich jetzt einen RR von 70/40 habe, dann bringe ich die person in die Schocklage.
Aber was mache ich, wenn sie einen Blutdruck von 180/140 hat? Oder von 180/60.
Muss ich nicht wissen, aber rein aus neugier: Wie kann es zu solchen werten kommen?

zu 2. Naja, ist denn das bestreben des Körpers den pW konstant zu halten, oder den RR? Denn mit sinkendem puls steigt ja der Blutdruck.
Da fällt mir dann auch auf, das ich häufig einen Puls unter 60 habe. Nicht beunruhigend, da ich viel sport mache (Täglich 1 std laufen). Als ich noch extrem Fahrad gefahen bin, war er teilweise sogar unter 50. Dabei hab ich aber einen ungewöhnlich hohen blutdruck. zwichen 130 und 140 / 80. Arzt sagt, nicht bedenktlich solang Systolisch unter 140.
Jetzt wo ich aber den Sanitäter mache, interessiert mich brenned, wieso dieses Verhältnis nicht bedenklich ist. Warum Puls von 50 unbedanklich ist. Der kommt mir schon sehr niedrig vor. Meite mitmenschen haben meist über 70 häufig an die 80.
Ein sehr spannendes Thema. Und fragen, die durch wikipedia für mich sehr unzureichend beantwortet sind, da entweder wenig drin steht, oder durch fachvokabular sehr unverständlich.

Vllt kann mir ja jemand ein bischen was dazu erklären wenn er mal etwas Zeit zu viel hat. Ist sicher viel und aufwendiges Thema?

Dennoch schon mal vielen dank :)

Deletet


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 27.01.11, 20:54 
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Beiträge: 1114
Da der Kollege hier bereits umfangreich und kompetent antwortet, klinke ich mich hier noch weiter ein, nur ganz kurz:

deletet hat geschrieben:
Sehr schade, das ich mit Fachabitur nicht medizin studieren darf


Doch, das können Sie. Habe ich selbst ebenfalls so gemacht. Das geht allerdings nur als "Quereinsteiger" mit berufspraktischer Vorbildung.
Ich habe nach dem Fachabitur eine Berufsausbildung zum Arzthelfer gemacht, meine obligatorischen 3 Jahre in dem Beruf gearbeitet und mich dann über das Eignungsgespräch für die Zulassung zum Studium qualifiziert. Das hat sogar den Vorteil, dass man während des Studiums auch in seinem Ausbildungsberuf arbeiten (natürlich nur soviel wie zeitlich möglich) und etwas Geld verdienen kann.

Diesbezüglich sollten Sie sich mit dem Hochschulzugangsgesetz Ihres Bundeslandes auseinandersetzen :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 28.01.11, 08:48 
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Beiträge: 516
Man darf natürlich nicht vernachlässigen, dass man das Abitur auch problemlos nachholen kann, was deutlich schneller gehen sollte als über die Berufsausbildung.

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 28.01.11, 11:51 
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Beiträge: 48
Danke für eure Tipps... Ich Bin grade im 4ten Semester eines Informatikstudiums. Danach kann ich das so oder so studieren. Dieses abzubrechen lohnt sich nicht. Dazu bin ich schon zu weit.
Mein interesse an der Medizin hab ich erst gefunden als ich mit Sanitätsdienst angefangen habe und eine Freundin kennen lernte die das schon studiert.
Damals fand ich Bio recht ätzend, und ich dachte Medizin hätte recht viel damit zu tun. Bei dem was ich bisher so sehe, hat medizin nur entfernt damit zu tun.
:D Ich könnte jedenfalls ohne ende in ihren Büchern schmökern :mrgreen:

Alternativ könnte ich mich mal erkundigen was mir für mein volles Abi fehlt. Vllt kann ich das ja an ner VHS mit wenig aufwand neben bei machen.

Besten dank schon mal für eure Bemühungen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 28.01.11, 12:01 
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Beiträge: 1114
deletet hat geschrieben:
Damals fand ich Bio recht ätzend, und ich dachte Medizin hätte recht viel damit zu tun. Bei dem was ich bisher so sehe, hat medizin nur entfernt damit zu tun.


Diese Aussage werden Sie im Biochemie-Kurs schnell bereuen, es sei denn, das liegt Ihnen wirklich sehr :mrgreen:
Biochemie hätte mich fast zum Abbruch meines Studiums getrieben, trotz Bio-Leistungskurs auf dem Gymnasium...
Das Überstehen der Vorklinik endete mit der größten Feier unseres Lebens :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 28.01.11, 12:49 
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Registriert: 25.01.11, 11:20
Beiträge: 48
:) Klappt schon... Mein Bio-Kurs war sehr ätzen. Da gabs nur so fragen wie: Wird die Kuh schwarz oder weiß?
Ich hab Bio nach der 7 aber auch abgewählt. Was ist denn genau Bio-Chemi. Bzw unterscheidet man es von "nur chemi".
Meine Freundin sagt, sie wäre 2 mal durch Chemi gefallen bevor es geklappt hat. Und das was sie in Chemi gemacht hat fand ich sehr spannend.
Allerdings extrem viel lernaufwand glaub ich...
Und, ich glaube das ist in jedem Studium so, das es ein fach gibt, durch das man sich einfach beißen muss, wo man recht wenig spaß dran hat.

^^ Da fällt mir ein: Ist ein Kurs in 6 Jahren Studium nicht "am rande"?

Dank ihnen dennoch :) Ist eine nette Atmosphäre hier :))


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutdruck und Herz
BeitragVerfasst: 29.01.11, 14:26 
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Registriert: 10.03.09, 17:22
Beiträge: 516
Hallo,

ich will nicht der Buhmann sein, aber die einzige Art und Weise, wie man sich die Chance auf einen Studienplatz für Medizin in Deutschland wirklich komplett verbauen kann, ist ein anderes Studium vorher abzuschließen.
Danach ist man Zweitstudienbewerber und kommt in ein anderes Verfahren, wo die Note des ersten Studiums plus weitere Kriterien zählen. Man muss schriftlich darlegen, wieso es für die berufliche Zukunft von Nöten ist, jetzt auch noch Medizin zu studieren. Für die Begründung bekommt man (selten und nur in medizinverwandten Fächern wie Zahmnedizin und Psychologie) Punkte, die zu den Punkten für die Note des Erststudiums gerechnet werden und so wird eine Rangliste erstellt. Bis vor einiger Zeit hatte man mit einer 1 im Erststudium auch ohne gute Begründung einen Platz als Zweitstudienbewerber erhalten, mittlerweile ist es nicht mehr so, weil sich mehr Leute dafür bewerben.
Ansonsten ist für jeden mit Abitur garantiert, dass er einen Studienplatz erhält, im schlimmsten Fall muss man (aktuell, die Zahl steigt fast jedes Jahr) 12 Semester warten.

Am besten liest du dir einfach den Wikipediaartikel zur Biochemie durch. http://de.wikipedia.org/wiki/Biochemie
Biochemie ist neben Anatomie und Physiologie einer der drei "großen Leistungsnachweise", die man in der Vorklinik erbringen muss und macht meiner Schätzung nach ca. 30% des gesamten vorklinischen Stoffes aus, da es eng verknüpft ist zur Biologie, Zellbiologie und allgemeinen Anatomie. Und auch wenn es sich ja nur um "einen Schein" handelt, brauch man ihn, um weiterzustudieren. Als Anmerkung noch: Bio Leistungskurs in der Schule hilft meiner Meinung nach viel für den Biologieschein im Studium(das ist aber eben ein kleineres Fach, quasi die "Grundlage für die Biochemie"), für BioCHEMIE allerdings nicht viel. Da hilft chemisches Verständnis und viiiiieeeeelll Auswendiglernen :-)

Also wenn du dich ernsthaft fürs Medizinstudium interessierst, wäre mein ernstgemeinter Ratschlag: Informier dich über die Zulassungskriterien, lies dich auf www.hochschulstart.de so lange ein, bis du alles kapiert hast. Und überleg dir, ob du Chancen auf einen Platz hast, wenn du Informatik fertig studierst!
Ich würde dir auch raten, über Alternativen nachzudenken! Du machst ja sowieso die Sanitätsausbildung. Wenn dich das alles sehr interessiert, mach doch auf der Schiene weiter, bis zum Rettungssanitäter oder sogar Rettungsassistent. Da lernst du zwar wenig über Biochemie und vielleicht kostet es dich etwas, aber du kannst auch später immer "ehrenamtlich" im Rettungsdienst arbeiten.

Liebe Grüße


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