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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Vater im künstlichen Koma (Speißeröhrenkrampfadern)
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BeitragVerfasst: 25.07.16, 23:13 
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Registriert: 25.07.16, 22:59
Beiträge: 2
Hallo,
leider gab es ein sehr schlimmes Ereignis...
Mein 44 Jahre alter Vater hatte Speißenröhrenkrampfadern welche aufrissen und sehr schlimm geblutet haben...
Als erstes ein paar Fragen über die Behandlung...
1. Welche Ansätze können die Ärzte benutzen um in zu "heilen" und welche werden sie verwenden?
Sie wollten erst, soweit ich verstanden habe, eine Art Rohr in den Hals legen...
2. Ihm wurde Blut aus der Lunge abgesaugt, und anscheinend auch Galle aus dem Magen... Kann sich Blut in der Lunge häufen, bzw. mehrfach auftreten?
3. Wie stehen so seine Chancen? Ich weiß dass die Ärzte und Krankenhelfer das beste geben... Allerdings habe ich nicht immer die Möglichkeit bei ihm zu sein, was oft zu Verständnisproblemen mit meiner Mutter führt...
z.B. haben sie ihn auf den Bauch gelegt, da er schlecht Luft bekam, ist dies ein gängiges Mittel?
Meine Mutter meinte nur, dass dies die "letzte Chance sei" was mich sehr beunruhigt hat... Dazugesagt ist sie aber auch mit viel Schlafmangel bei ihm, und benutzt jede Minute bis auf ihren Schlaf bei ihm... Hat sie überreagiert, oder passiert soetwas häufiger?
Aussagen wie: "Es sieht nicht gut aus", erhalte ich sehr häufig, was mich langsam daran zweifeln lässt...
Solche "Aktionen" passieren alle 1-2 Tage, also auch hier die Frage ob sowas "normal" ist bei solchen Fällen?
4. Die Ärzte meinten, er solle die Wundheilung aus "eigener Kraft" schaffen, (auch gängige Methode?) jedenfalls laut der Aussage meiner Mutter...


Angemerkt sei, dass er seit Mittwoch den 20.07.2016 auf der Intensiv ist, und hoffentlich können wir unseren Vater bald wiedersehen...

Falls es noch Fragen gibt, fragt gerne nach, ich werde natürlich nach besten Wissens antworten!


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BeitragVerfasst: 26.07.16, 14:16 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

die Behandlung von blutenden Krampfadern in der Speiseröhre ist die eine Sache. Sie wird oft durch Veröden vorgenommen, ggf. wird auch eine Sonde eingelegt, die ordentlich Druck ausübt, um die Blutung zu stoppen. Wie genau bei Ihrem Vater vorgegangen wird, liegt im Ermessen der Ärzte vor Ort. Fragen dazu sind über das Internet nicht zu beantworten.
Die andere Sache ist die Ursache und wie man diese angehen möchte.

Das Blut gelangt durch Aspiration in die Lunge, also durch Einatmen bzw. durch passives Einfließen des Blutes bei sehr starken Blutungen des Verdauungstraktes. Das ist auch eine mögliche Erklärung für die offenbar schwere Einschränkung der Atmung / der Lungenfunkton.
Tritt die Blutung erneut auf, kann auch wieder eine Aspiration stattfinden. Auch Blutungen in den Atemwegen selber sind aus der Ferne nicht auszuschließen, erscheinen aber bei der Vorgeschichte nicht so wahrscheinlich wie eine Aspiration.

Eine Bauchlage beim beatmeten Patienten ist tatsächlich ein Hinweis auf schwere Probleme mit der Lunge. Grund dafür ist möglicherweise eine sog. Aspirationspneumonie, also eine Lungenentzündung aufgrund des Blutes in der Lunge. Durch die Bauchlage werden andere Abschnitte der Lunge besser belüftet und durchblutet, als das in Rückenlage / Seitenlage der Fall ist.

Trotz der eher spärlichen Angaben, die Sie machen können, ist der Zustand Ihres Vaters durchaus als kritisch zu werten. Bezüglich Heilungschancen / Spätfolgen vereinbaren Sie am besten mal einen Gesprächstermin mit dem Oberarzt der Intensivstation. Notieren Sie sich im Vorfeld alle Ihre Fragen, damit Sie sie im Gespräch nicht vergessen.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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BeitragVerfasst: 27.07.16, 00:49 
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Registriert: 25.07.16, 22:59
Beiträge: 2
Danke für die schnelle Antwort...
Momentan liegt er wieder auf den Rücken, Luft ist in Ordnung.
Er bekommt Plasma, seine Werte: Puls ca. 95 Blutdruck ca.120/33/55 (die ärzte meinen dass sie die 50 auf ne 60 bekommen wollen...
Mit Blutgerinnungsmitteln und Kreislaufmitteln konnten sie anscheinend schon runter gehen...

Edit:
Angemerkt sei, dass er nicht reanimiert werden musste.


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