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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Schaganfall in künstlichem koma und Hirntot
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BeitragVerfasst: 26.06.16, 22:34 
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Registriert: 26.06.16, 22:13
Beiträge: 2
Hallo, ich bin neu hier.
Meinem Vater wurden vor ca.3 Jahren, 2 Zehen amputiert wegen einer Durchblutungsstörung.
Vor einem Jahr bekam er dann im selben bein wieder einen Bypass, da wieder eine Vene zu war.
Jetzt letzten Sonntag klagte er über Schmerzen im Fuß und dieser war auch sehr rot.
Also fuhr ich Ihn dann am Montag ins Krankenhaus. Dort sagte man Ihm, man wolle versuchen
die Vene mit Spritzen frei zu bekommenm, da diese wieder zu sei. Am nächsten Tag rief er uns noch an und sagte, "das die Operation gut verlaufen wäre und er müße 24 Std. in der Intensiv bleiben. Dann wolle man noch was anderes machen."

Sie wollten ihn doch nur mit Spritzen behandeln!!!

Mittags klingelte dann das Telefon und das Krankenhaus teilte uns mit, das man ihn ein anderes KH gebracht hätte, da bei Ihm im Kopf eine Ader geplatzt wäre und man würde Ihn dort am Kopf Not- operieren! Wir fuhren direkt zu diesem KH.
Da lag er in künstlichem Koma und man sagte uns, sie hätten ihn am Kopf operiert die Blutung der Ader gestoppt und das Blutgerinsel entfernt. Und sie würden am nächsten Tag noch eine MRT machen um zu sehen ob es noch nachblutet . Zudem hätte er auch noch einen Schlaganfall erlitten. Es sähe nicht gut für Ihn aus.
Gestern fragte ich dann einen anderen Arzt, was das vorige Krankenhaus meinem Vater gespritzt hatte und ich bekam zur Antwort, das wüßte er nicht und mein Vater hätte schon mehrere Schlaganfälle gehabt. Deshalb gäbe es so gut wie keine Chance mehr für Ihn. Sein Haupthirn wäre schon fast tot. Es wäre zwar noch etwas Lebenszeichen da, aber wir sollten nicht zu viel hoffen. Jetzt will man morgen nochmals versuchen die Beatmungsmaschine abzustellen. Nach 2 Stunden dann nochmals. Und wenn er dann nicht von selbst atmet, würde man ganz abstellen. Er wäre so gut wie Hirntot!
Er hatte die ganze Zeit im Koma einen Blutdruck von 189-200/ 78-89.
Auch auf meine Frage hin, ob man wirklich nichts tun kann um Ihn zu retten, bekam ich nur ein nein zu hören.
Sein Hausarzt hatte ihm auch die ganzen letzten jahre nicht einmal den Blutdruck gemessen, wie wir jetzt erfahren haben. Es könnte ja auch sein, das er einen zu hohen Blutdruck hatte für die OP (Bypass am Bein)
Er ging noch selbst vom Parkplatz ins Krankenhaus und sagte nach der Untersuchung noch, das sie es nur mit Spritzen in den Griff bekommen wollen!
Ich bin total verzweifelt, das jemand nur wegen einer geplatzten Ader im Hirn sterben muß! Sie sollten nur die vene im Bein behandeln!


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BeitragVerfasst: 27.06.16, 21:58 
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noch neu hier

Registriert: 26.06.16, 22:13
Beiträge: 2
Wie waren heute in dem KH, wo diese Venenspülung durchgeführt wurde um uns erklären zu lassen ,was da genau passiert war.
Man erklärte uns, das es bei einer Venenspülung immer zu Blutungen kommen kann.Und bei meinem Vater wäre es halt die Ader im Gehirn gewesen. Und da er schon 77 Jahre ist und die Adern ja genau so alt sind wie er.
Die Ärztin sagte uns, das mein Vater nach der Venenspülung bewusstlos geworden,und die Ader im Kopf geplatzt sei.
Aber mein Vater rief uns doch danach noch an und sagte es sei alles gut verlaufen und man wolle ( am gleichen tag) noch was anderes probieren. Ich denke mal, das dieses dann dazu führte, das er jetzt Hirntot ist!
Verstehe nicht ganz, weshalb uns die Ärztin nichts von dem 2ten Versuch erwähnte!!
Als wir danach in dem anderen KH bei meinem Vater auf der Intensivstation waren, erklärte uns die Schwester, daß man heute eine Untersuchung vornahm um den Hirntot zu bestätigen. Beim Abschalten der Beatmungamaschine, hätte es ein leises( Hicks) gegeben, was aber auch von der Beatmungsmasch. gewesen sein könnte. Man wolle es heute nochmals versuchen. Wenn das " Hicks" dann wieder da ist würde man die Maschine weiterlaufen lassen. Ansonsten würde man sie langsam runterfahren bis mein Vater sanft einschläft( Hirntot)
Entschuldigt bitte die Fehler im Text, aber ich bin mit den Nerven total am Ende. Weil ich mir nicht erklären kann wie so etwas passieren konnte. Denn man hatte diese venenspülung letztes jahr schon mal bei ihm gemacht,ohne Komplikationen!


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BeitragVerfasst: 28.06.16, 10:00 
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Registriert: 27.01.07, 13:57
Beiträge: 364
Wohnort: Schwarzwald
Bei venösen Blutungen dauert es um einiges länger bis diese für den Betroffenen und somit für das medizinische Personal erkennbar sind, da diese Blutungen sehr langsam sind. Einige Stunden vom Riss des Blutgefässes bis zum bemerken sind da völlig normal.


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BeitragVerfasst: 10.07.16, 11:58 
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DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4399
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag,

mit einer "venösen Blutung" hat das hier nichts zu tun.

Offenbar hat man wegen einer arteriellen Verschlußkrankheit (AVK) einen venösen Gefäßbypass gelegt.

Dieser Bypass war nun verschlossen, aber damit war die arterielle Strombahn verschlossen.

Diese kann man versuchen über eine sogenannte "Lyse" mit Medikamenten wieder frei zu bekommen (das war wohl mit der "Spritze" gemeint. Eine typische und leider nicht seltene Komplikation dieser Lyse sind Blutungen, weil die Medikamente der Lyse sehr stark blutverdünnend sind.
Das hier erwähnte "zweite Verfahren" könnte ein sog. Ballonkatheter gewesen sein. Auch er wird über die arterielle Strombahn eingeführt.

Blutungen im Gehirn sind meist ebenfalls Folge von Verletzungen der arteriellen Strombahn. Hoher Blutdruck und vorgeschädigte Gefäße (AVK ist nicht nur im Bein, sondern meist in allen Gefäßen des Körpers!) können eine Ursache sein. Möglicherweise war der hohe Blutdruck aber auch schon Folge der stattgefundenen Hirnblutung: Der Körper versucht die Durchblutung des Gehirn mit hohem Druck aufrecht zu erhalten. Das wird sich jetzt nicht mehr klären lassen.

Leider ist es in der Medizin manchmal so, das sich aus vermeintlich "banalen" Eingriffen durch Komplikationen ganz verheerende Folgen ergeben. Aber hohes Alter und AVK sind Risikofaktoren, die man nicht unterschätzen darf. Offenbar hat man in der Klinik aber sofort reagiert - leider kann man bei großen Blutungen oft nicht mehr viel tun.

Dr. A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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