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 Betreff des Beitrags: Herzinfarkt
BeitragVerfasst: 27.03.16, 22:11 
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Interessierter

Registriert: 27.06.13, 18:43
Beiträge: 12
Hallo ich weiß nicht ob ich hier richtig bin oder in der rubrik kardiologie. Aber Interdisziplinäre intensivmedizin hat mich angesprochen weil das die station ist, auf der meine Mutter lag. Nun zu meinem anliegen:

Am 30.12.2015 brach meine Mutter mit Schmerzen zusammen. Der Notarzt brachte sie ins Krankenhaus. Kaum da angekommen bekam sie einen Hinterwandinfarkt. Ihr wurden 2 Stands gesetzt. Sie wurde 10 Minuten reanimiert mit Kammerflimmern. 3 mal "elektrogeschockt".
Dann lag sie 4 Tage auf der Interdiszuplinären Intensiv und 3 weitere auf normaler Station. Dann kam sie nach hause. Sie bekommt verschiedene Medikamente. Ramipril, ASS noch eins damit die stands offen bleiben und Beta-Blocker.
Schon auf der Intensiv, direkt am nächsten Tag, fing meine Mutter an zu lachen. Sie lacht immer. Egal ob man einen Witz erzählt, sie ne Kuh auf der Wiese sieht oder auch einen Horrorfilm im TV guckt. Sie lacht laut los, bekommt sich nicht mehr ein bs sie kaum luft bekommt. Es ist ihr total peinlich, will nirgendwo mehr hingehen weil sie denkt die anderen halten sie für betrunken oder so.
Kennt das jemand von euch? Sie meint sie kann gar nichts daagegen tun. Man kann keine 3 Sätze mit ihr sprechen ohne das sie 5 Miten lachkicks bekommt. Sie meint ob das vielleicht von den beta-blockern kommen kann. weil die ja das Adrinalin unterdrücken und so. Ich bin der meinung das sie vielleicht unterbewusst immer noch auf den Infarkt reagiert. Weil jeder arzt ihr immer sagt was sie für ein Glück gehabt hat. Weil wär es zuhause passiert wäre es anders ausgegangen und das es so knapp war usw. Wäre super wenn jemand eine Theorie oder sogar Antwort hat.
Mittwoch muss sie nochmal zur Radiologie (keine ahnung wie das heißt irgendwas mit my..) sie muss in die röhre mit radioaktiv gespritzter flüssigkeit weil eine vene auch sehr zu aussah und die gucken wollen ob noch ein stand gesetzt werden muss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Herzinfarkt
BeitragVerfasst: 28.03.16, 09:02 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

dass Patienten nach einer Intensivtherapie ein verändertes Verhalten sowie emotionale Probleme zeigen können, ist bekannt. Hauptsächlich bezieht sich die Literatur dabei auf Ängste, posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen und Defizite bei Aufmerksamkeit und Problemlösefähigkeit (vgl. u.a. Nydahl, Samuelson (2010)).
Lachen in unangemessenen Situationen ist mir als Folge allerdings nicht bekannt. Auch nicht von anderen Patienten, die die selben Medikamente(ngruppen) einnehmen wie Ihre Mutter.
Ich gehe davon aus, dass keine Hirnschäden entstanden sind, weil sich die Notwendigkeit zur Reanimation ja in Anwesenheit von Fachpersonal ergeben hat. Trotzdem wäre ggf. eine neurologische, vielleicht auch psychologische Untersuchung in Erwägung zu ziehen, wenn das Lachen unkontrollierbar und in unpassenden Situationen auftritt.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Herzinfarkt
BeitragVerfasst: 28.03.16, 09:42 
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DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
würde ein EEG gemacht? Es gibt sogenannte gelastische Anfälle. Sollte ausgeschlossen werden. Auch wäre ein MRT sinnvoll. Habe diese Symptom eigentlich fast nur in eine neurologische Kontext gesehen. Da war ein kleine Stelle im Gehirn beschädigt. In dem Fall ist eine medikamentöse Behandlung oft möglich. Manchmal können auch solche Situationen eine latente Epilepsie triggern.

Psychologisch nur bei Autisten oder sehr selten bei Psychosen, was hier vermutlich ausgeschlossen ist. Psychotische Menschen fallen ja auch in viele andere Hinsichten auf (wahnhafte Gedanken). Meine Herzinfarkt Patienten sind alle eher ängstlich oder depressiv.

An die Medikamenten kann es nicht liegen (Depression aber schon).
Gruß
Muppet


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