Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Beatmung auf der Intensivstation
Aktuelle Zeit: 24.10.17, 10:26

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 26.12.15, 00:05 
Offline
noch neu hier

Registriert: 25.12.15, 23:39
Beiträge: 4
Hallo,

zu Weihnachten muss ich mich mit einer sehr traurigen Sache quälen, meine Frau ist letzen Donnerstag ins Krankenhaus gekommen, mit Atemnot.
Bis zum darauf folgenden Montag ging es ihr relativ gut ,leichte Atemnot die mit Sauerstoffgabe ein wenig gelindert wurde.
Habe Sie am Montag besucht , ging ihr wirklich schlecht, sie wurde auf die ITS verlegt wo Sie bis heute liegt.
Sie ist intubiert , beatmet und "schlafen gelegt" worden.
Grunderkrankung ist eine Sarkoidose ( Lunge, Skelett) ,ein Asthma Bronchial.
Zur Behandlung der sehr starken Gelenkschmerzen wird MST 200 in einer Gesamtdosis von 600 mg tägl. eingesetzt.
Die Vitalwerte sind recht stabil, Nieren arbeiten auch .
Die Ärzte sagen mir nun das das Grundproblem eine Pneumonie ist welche mit Antibiose behandelt wird und auch erste Erfolge erzielt, Fieber sinkt langsam, Entzündungsparameter werden auch besser.
Was nun beunruhigt ist bedingt durch die Gabe von MST in der oben genannten Höhe, das das Aufwecken nicht so einfach ist , sediert wird sie jetzt mit 20 mg Dormicum und Su-Fentanaol , ich denke auch als MST Ersatz.
Ich habe jetzt sehr große Angst, bin auch schon völlig verzweifelt.

Gruß Peter


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 28.12.15, 15:41 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag,

um die Sedierung würde ich mir keine Sorgen machen.
Wenn mit der Entwöhnung (Weaning) begonnen werden soll, passt man die Dosis der Medikamente entsprechend an.

Im Vordergrund steht jetzt die Behandlung der Infektion - bei einer Sarkoidose, noch dazu mit einer COPD als Begleiterkrankung, kann das allerdings einige Zeit dauern.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 31.12.15, 01:23 
Offline
noch neu hier

Registriert: 25.12.15, 23:39
Beiträge: 4
Hallo,

erstmal vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Leider reißen die Probleme aber nicht ab. Seit ihrer Krankenhauseinweisung hat meine Frau sehr hohes Fieber, und trotz Antibiotika Therapie , mittlerweile ist seit gestern das zweite Präparat im Einsatz das Fieber nicht gesunken.
Zudem gab es am Dienstag ein weiteres Problem, Leukos und Thrombozyten fielen dramatisch ab Leukos auf 1000 und Thrombose auf 3000.
Mittlerweile ist dieser Zustand durch die Gabe von Plasma und entsprechenden Präparaten einigermaßen stabil.
Was kann das sein ? , ich habe solche verfluchte Angst .


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 31.12.15, 12:03 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag,

ohne speziellere Informationen zu weiteren Laborwerten (CRP, PCT, Leber- und Nierenwerte etc., Lactat) sowie aktuellen Parametern der Beatmung (Sauerstoffbedarf, Blutgasanalyse), und der kreislaufstabilisierenden Mittel (Noradrenalin?) kann man nur wenig dazu sagen.

Ich mag ungern spekulieren. Was sagen denn die behandelnden Ärzte vor Ort?

A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 09.01.16, 00:34 
Offline
noch neu hier

Registriert: 25.12.15, 23:39
Beiträge: 4
Hallo,

zuerst nochmals Danke für Ihre schnelle Antwort.
Meiner Frau geht es nun schon viel besser , die Antibiotika Therapie bei Pneumonie zeigt Wirkung, Sie wurde nun Tracheotomiert, ist wach reagiert auch und hat heute zum ersten mal komplett ohne Evita 4 durch die kehlkopföffnung geatmet.
Nun zu meiner Frage, am heutigen Nachmittag hat man Sie dann wieder mit Evita verbunden auf Beatmungsprogramm CPAP, der Pfleger sagte mir weil Sie noch bei der Atmung schwächest hat man Sie damit unterstützt.
Ist dem wirklich so ? , die Beatmungszeit betrug insgesamt 21 Tage.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Huber


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 09.01.16, 09:08 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

für die Atmung setzen wir bestimmte Muskeln ein. Nach langer Beatmungsdauer, wie im Fall Ihrer Frau, wird die Muskulatur sehr schwach und die eigenständige Atmung (ohne Geräteunterstützung) ist sehr anstrengend und kostet viel Kraft, die der Körper noch nicht hat. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass man zeitweise wieder auf Hilfe durch das Beatmungsgerät angewiesen ist. Diese Phasen sollten allerdings im Verlauf kürzer und seltener werden.

Gruß
Die Anästhesieschwester


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 14.01.16, 23:11 
Offline
noch neu hier

Registriert: 25.12.15, 23:39
Beiträge: 4
Hallo,

Danke für die nette Antwort "Anästhesieschwester". Bisher läuft es wie folgt meine Frau ist wie gesagt am Donnerstag aufgewacht was sehr schön ist, das Fieber ist auch runter und die Antibiose scheint auch zu wirken.
Bereits vor dem Aufschlagen der Augen sagte man mir das ihre Atemarbeit gut ist und man mit der Entwöhnung beginnen wolle.
Wenn ich nun richtig verstehe wird Evita 4 manchmal mehrere Stunden komplett abgeschaltet, manchmal aber auch nur die Unterstützung kräftig gesenkt. Auch hier sagt man mir das Sie sehr gut mitarbeitet.
Nun zum Problem eines Laien, erstens habe ich überhaupt keine Ahnung wie lange so ein Entwöhnungsverfahren dauert, zweitens wenn ich Sie besuche ist sie manchmal dermaßen verschwitzt und schläft bei der Unterhaltung man kann sagen vor Erschöpfung nach solchen Abschaltaktionen ein.
Bitte nicht lachen, ich habe wirklich keine Ahnung und als letztes meine Angst , obwohl mir keiner etwas anderes gesagt hat bin ich furchtbar ängstlich , das Sie nie mehr von der Maschine wegkommt. ( Heimbeatmung , oder Pflegeheim)
Die Beatmungszeit betrug 15 Tage ,Grund war eine Lungenentzündung.

Gruß Peter Huber


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Beatmung auf der Intensivstation
BeitragVerfasst: 21.01.16, 14:14 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

bitte entschuldigen Sie die späte Antwort.
Erst mal freut es mich, dass Ihre Frau so gute Fortschritte macht. Was die Erschöpfung nach Spontanatmungsphasen betrifft, sollte man vielleicht ein bisschen langsamer machen. Das ist aber aus der Entfernung sehr schwer abzuschätzen, weil man nicht mitbekommt, wie es ihr währenddessen geht. Da verweise ich Sie mal auf die Kräfte vor Ort.
Einige Wochen "Weaning" ist nach längerer Beatmungsdauer schon zu sehen. Ggf. ist über eine Verlegung in eine Klinik mit spezieller Weaningstation nachzudenken, falls man die Entwöhnung vor Ort als prolongiert betrachtet.

Gruß
Die Anästhesieschwester


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!