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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Hirnschaden oder hoffnung auf Heilung?
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BeitragVerfasst: 20.07.15, 20:55 
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Registriert: 20.07.15, 20:24
Beiträge: 1
Guten Abend,

ich hoffe, dass ich hier richtig bin. Sollte dies nicht der Fall sein, tut es mir leid.
Es geht um einen Verwandten, welcher einen Tumor hatte. Dieser wurde im März diesen Jahres vollständig entfernt, war jedoch sehr verwachsen. Deshalb wurden bei der OP Nerven des Zwerchfells verletzt. Bei der Exturbation direkt nach der OP stellte man dann fest, dass das mit dem atmen nicht klappt, im liegen konnte der Patient nicht atmen, verfiel in Panik und schaffte es nicht. Auf der Intensivstation wurde versucht den Patienten von der Beatmung zu lösen. Das klappte nicht, jedoch dachte man der Patient hätte ein psychologisches Problem, das stellte sich erst später als falsch heraus.
Mittlerweile befindet sich der Patient in einer dafür spezialisierten Reha Einrichtung, auch hier noch auf der Intensivstation. Das lösen von der Beatmung ist mittlerweile zum kleineren Problem geworden, da die Hoffnung besteht, dass dies wieder vollständig alleine klappt.

Nun ist es allerdings so, dass der Patient sehr verwirrt ist. Die Diagnose Hypoxischer Hirnschaden wurde noch nicht definitiv getroffen. Allerdings glauben die behandelten Ärzte, dass der Patient immer mal zu wenig Sauerstoff bekommen hat, als das Atmen im liegen probiert wurde bzw. bei der Exturbation.
Die Verwirrtheit ist relativ schwer zu beschreiben. Der Patient erkennt alle Personen, kann sich teilweise noch an Dinge kurz vor der OP erinnern, die eher unwichtig sind. Jedoch kann er sich nicht von allein an seine letzten drei Wohnorte erinnern, weiß meist nicht warum er im Krankenhaus war. Er merkt sich keine Wege in der Einrichtung, auch nicht sein Zimmer oder die Station.
Zwischendurch gibt es sehr klare Momente, an denen er klar realisiert in welcher Situation er sich befindet und welche Auswirkungen diese auf seine Mitmenschen und engsten Verwandten hat.
Der behandelten Arzt ist mittlerweile der Meinung, dass man diese Verwirrtheit nicht mehr komplett auf seine Medikamente schieben kann. Einen Hirnschaden konnte man bei Untersuchungen auch nicht erkennen.

Nun wäre meine Frage, ob es doch noch eine Chance gibt, dass sich Verwirrtheit doch irgendwann wieder gibt oder ob es doch wahrscheinlicher ist, dass dieser Zustand für immer bleibt. Ich will natürlich keine Ferndiagnose, nur habe ich im Internet wenig Informationen zu solchen "leichten" Hirnschäden gefunden.
Der Patient ist für ein Pflegeheim eigentlich noch zu jung, würde dieses auch ganz aktiv mitbekommen und sich selbst dann aufgeben (was er teilweise jetzt schon tut), jedoch benötigt er in diesem Zustand eine 24h Pflege.

Freundliche Grüße,

das Teratom


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BeitragVerfasst: 22.07.15, 18:12 
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DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4399
Wohnort: Hildesheim
Guten Abend,

wie lange solche Verwirrtheitszustände anhalten, kann man nicht voraussagen. So etwas kann, Tage, Wochen, Mopnate oder gar Jahre dauern - oder eben im schlimmsten Fall lebenslang bestehen bleiben.

Positiv zu werten sind das geringe Alter und die Tatsache, das der Zustand sich ja tendenziell gebessert hat. Nun muß man sehr viel Geduld haben, um weitere Fortschritte festzustellen.

Es müssen übrigens nicht zwingend Hirnschäden (z.B. durch Sauerstoffmangel) vorliegen. Manchmal sind es schlicht nur der lange Intensivaufenthalt, die künstliche Koma, die vielen Medikamente und der oft wochen- bis monatelang gestörte Tag-/Nachtrhytmus die als Ursache für Verwirrheit in Frage kommen. Hier ist die Prognose eher gut.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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