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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Seronegatives Hashimoto - wirklich? keine Behandlung
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BeitragVerfasst: 29.01.18, 09:02 
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Sehr geehrter Experte,

ich war beim Endokrinologen und habe folgenden Befund erhalten:

Diagnose: Ausschluss Schilddrüsenfunktionsstörung

Laborwerte:
TRAK <0,90 IU/L (<1,75 )
TPO- AK 10,4 IU/ml (0-35 )
TG- Ak 10 U/ml (< 33)

TSH 2,38 ulU/ml (0,4-4,0)
ft3 6,59 pmol/l (2,8-7,3)
ft4 11,1 pmol/l (9,1-22,4)

Eisen 11,8 umol/L (4,1-24,0)
Ferritin 26,2 ug/L (15-150)
Transferrin 2,68 g/L (2,00-3,60)
Transferrinsättigung 17,5 % (16-45,0)

25-OH- Vitamin D i.S. 16,7 ng/mL (10-30 ng/mL unzureichende Versorgung, Mangel 10 ng/mL) Vitamin B12 359 pg/mL (187-883)
Holotranscobalamin 126 + pmol/L (40-119)
Folsäure 4,6 ng/mL (3,1-20,5)
Magnesium 0,76 mmol/L (0,66-1,07)

Schilddrüsensonografie:
Die Schilddrüse weist mit einem Volumen von rechts 5,5 cm3 und links 3,0 cm3 eine normale Größe auf. Das Echomuster ist inhomogen als möglicher Ausdruck einer seronegativen Autoimmunthyreoiditis. Rechts kleines echoreiches Areal von 3 x 2x 4 mm.

Zusammenfassung:

Die Patientin stellte sich unter dem V.a. eine SD-Funktionsstörung erstmals zur Diagnostik vor. Erwähnenswert sind Autoimmunthyreoitiden vom Typ Hashimoto in der Familie der Patientin. Im Vorfeld war bei der Patientin ein erhöhter Tsh-Wert von 6,1 IU/ml auffällig gewesen. Aktuell besteht ohne spezifische SD-Medikation eine euthyreote Stoffwechsellage ohne Nachweis von SD-Antikörpern. Sonografisch besteht bei etwas inhomogener Parenchymtextur der V.a. eine seronegative Autoimmunthyreoiditis. Eine Substitutionbehandlung ist aktuell nicht erforderlich. Wir empfehlen eine nochmalige Kontrolle der SD-Funktion einschließlich Bestimmung der Antikörper in 3 Monaten. Eine sonografische Verlaufskontrolle sollte in 1 Jahr stattfinden.


Symptome habe ich Folgende: Leistungseinbrauch, vermindertet Belastbarkeit, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, zeitweise aufgedunsenes Gesicht, Schwindel, Verspannungen der Nackenmuskulatur, Lichtempfindlichkeit Augen, Gewichtsschwankungen, erhöhte diastolische Blutdruckwerte. Vorallem stetige Gewichtszunahme. Manchmal habe ich dann aber auch Phasen von Herzrasen, Unruhe, Zittern.

Vitamin D und B12 nehme ich schon ein.

Kann das jetzt wirklich Hashimoto sein? Das mit den fehlenden Antikörpern ist doch selten oder? Wenn es Hashimoto ist, müssen dann die Tsh- Werte nicht bei 1,0 liegen? Kann es sein, dass ich deshalb diese Symptome verspüre, weil der Tsh eben dann nicht bei 1,0 ist? Kann die SD aus anderen Gründen inhomogen sein und was bedeutet das echoreiche Areal im rechten SD- Lappen?


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BeitragVerfasst: 29.01.18, 10:02 
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DMF-Moderator

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Guten Tag,
"Kann das jetzt wirklich Hashimoto sein? Das mit den fehlenden Antikörpern ist doch selten oder?
In gut 10 % der Autoimmunthyreoiditis Typ Hashimoto fehlen die bekannten Antikörper!
Wenn es Hashimoto ist, müssen dann die Tsh- Werte nicht bei 1,0 liegen?
Kann es sein, dass ich deshalb diese Symptome verspüre, weil der Tsh eben dann nicht bei 1,0 ist"
Hashimoto ist ja entweder euthyreot ( normale SD-Werte wie bei Ihnen) oder hypothyreot, dann aber wäre TSH eben nicht bei z.B. 1 U/ ml, sondern deutlich erhöht. Bei erhöhtem TSH ( Hypothyreose) hat man die typischen klinischen Beschwerden. Erstaunlich ist es schon, dass derartige Schwankungen bei Ihnen bestehen-TSH seinerzeit über 6 U/ ml und jetzt Thyroxinmedikation im Referenzbereich.

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 29.01.18, 10:27 
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Sehr geehrter Dr. Fischer,

ich habe bisher noch keine Medikamente bekommen. Trotz des jetzt wieder euthyreoten Werts geht es mir schlecht.

Was bedeutet das echoreiche Areal? Muss es bei Hashimoto nicht echoarm sein?


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BeitragVerfasst: 29.01.18, 11:42 
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Guten Tag,
ja, Hashimoto zeigt sich im US als echoarme Zone. Echoreiche Herde sind umgebaute SD-Follikel, man sieht sie sehr oft bei Patienten, die in einem Jodmangelgebiet leben.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 29.01.18, 11:48 
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Sehr geehrter Dr. Fischer,

also ist das echoreiche Areal durch Jodmangel entstanden. Aber hier in Deutschland gibt es doch nirgends mehr Jodmangel oder? In fast jedem Produkt ist doch jod drin?

Also scheint der Arzt die seronegative Hashimoto-Thyreoiditis nur an dem inhomogenen Muster im Ultraschall festgemacht zu haben?
Ist das denn so richtig?

Und beißt sich das nicht: Jodmangel, also dann jod essen und Hashimoto?


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BeitragVerfasst: 29.01.18, 12:50 
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Hallo,
"
Und beißt sich das nicht: Jodmangel, also dann jod essen und Hashimoto?"- nein.
Selbst wenn Sie Hashimoto haben, was sehr oft bei Hypohyreose vorkommt, hat das keine weitere Konsequenz. Bei erhöhtem TSH würde man eben L-Thyroxin geben und zusätzlich- wenn man will und es kennt- 200 Mikrogramm Selen.
Beweisen kann man es -bei negativem AK-Nachweis- durch eine Feinnadelbiopsie.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 06.02.18, 19:46 
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Sehr geehrter Dr. Fischer,

meine neuen Werte sind wie folgt:

TSH 3,70 (0,30-3,94)

ft3 4,94 (3,71-6,70)

Ft4 13,2 (12,3-20,2).

Was sagen sie dazu ?


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BeitragVerfasst: 07.02.18, 08:10 
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Guten Tag,
die Werte sind soweit okay, da es Ihnen ja aber nicht so gut geht, könnte man mit 25 Mikrogramm Thyroxin beginnen, schaden kann es absolut nicht.
Nebenbei: endlich ein Labor, das jetzt die neuen Höchstwerte für TSH berücksichtigt.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 07.02.18, 08:46 
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Sehr geehrter Dr. Fischer,

also liegen die neuen Obergrenzen wieder bei 4,0? Ich hatte ja verschiedene Meinungen gehört: von 2,5 / 4,0 oder sogar tsh 10,0.

Ich hatte Mal was davon gehört,dass wenn man Hashimoto-Thyreoiditis und solche Werte hat schon mit lt beginnen sollte,da bei Hashimoto empfohlen wird ein tsh von 1,0 zu haben. Stimmt das, vielleicht fühle ich mich deswegen schlecht,weil der tsh schon fast 4 bei mir ist? Wenn wir jetzt wirklich davon ausgehen daß es eine seronegative Form ist.

Bei meiner Schwester mit Hashimoto mit tpo ak ist es so.sie dosiert sich so zwischen 0,7 und 1,0 und nur damit fühlt sie sich gut.


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BeitragVerfasst: 07.02.18, 09:15 
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Guten Tag,
eine Obergrenze von 10 U /l gilt als veraltet. Es schadet nicht, Ihr TSH etwas zu supprimieren.
Werte von unter 2,5 gelten besonders für Frauen mit Kinderwunsch.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 08.02.18, 00:47 
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Beiträge: 37
Hallo Schildi888,

Schildi888 hat geschrieben:
Ich hatte Mal was davon gehört,dass wenn man Hashimoto-Thyreoiditis und solche Werte hat schon mit lt beginnen sollte,da bei Hashimoto empfohlen wird ein tsh von 1,0 zu haben. Stimmt das, vielleicht fühle ich mich deswegen schlecht,weil der tsh schon fast 4 bei mir ist? Wenn wir jetzt wirklich davon ausgehen daß es eine seronegative Form ist.

Dass der TSH-Wert bei Hashimoto möglichst kleiner oder gleich 1,0 sein sollte, habe ich auch gehört. Zumindest, wenn weiterhin Beschwerden bestehen. Wie wissenschaftlich verizifiert diese Aussage ist, weiß ich nicht. Aber wenn es dir mit so einer Einstellung besser geht als mit einem höheren TSH, brauchst du diese wissenschaftliche Absolution strenggenommen nicht. Mir geht es da z. B. sehr ähnlich, wie deiner Schwester.

Aber ich kenne das auch, dass aus Ärztesicht ein TSH von 4 oder 3 etc. als guter Wert gilt, obwohl sich der Patient nicht so fühlt. Verstehen kann ich ein bisschen beide Seiten, auch wenn mich das selbst stört mit diesem "Feilschen" um die Dosierung und die Einstellung(sbewertung).

Du kannst das ja deinem Arzt vorschlagen, es mit 25 Mikrogramm L-Thyroxin zu versuchen und nach 6 - 8 Wochen eine erneute Kontrolle der Werte zu machen. Wenn es dir damit nicht besser gehen sollte, vergibst du dir an sich nichts und andersherum sparst du dir Zeit.

Ob man Jod in Lebensmitteln bei Hashimoto meiden sollte, weiß ich nicht. Ich kenne die Ansicht, dass man das tun sollte, aber persönlich achte ich da nicht drauf und habe keine Probleme dadurch. Aber da ist evtl. jeder verschieden empfindlich und ich kenne deine Ernährung nicht. (Die meisten Sachen, die sehr viel Jodsalz enthalten, esse ich aus anderen Gründen z. B. nicht oder kaum). Da hilft wohl nur Versuch und Irrtum?

Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben:
Nebenbei: endlich ein Labor, das jetzt die neuen Höchstwerte für TSH berücksichtigt.

Oh, wo liegen die denn?

Laut dem Labor, das mein Arzt benutzt, liegt der (neue) Höchstwert z. B. bei 5,000 mlU/l. Vorher hatten die etwas mit 4,xx mU/l.


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BeitragVerfasst: 13.02.18, 12:14 
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Beiträge: 182
Sehr geehrter dr. Fischer,

heute war ich beim Allergologen. Dieser meinte, dass die Schwellungen um die Augenlider bzw. das aufgedunsene Gesicht nicht allergisch sein können, da sowas nicht täglich kommen kann,ausserdem hilft das Antihistaminikum auch nicht.

Soll zum Hausarzt meinen Stoffwechsel überprüfen lassen. Was meint er damit?

Wenn es um die SD geht, ist ja alles überprüft.

Neuesten Werte von vor einer Woche:

TSH 3,70 (3,94)

Ft3 4,94 (3,71-6,70)

Ft4 13,20 (12,3-20,2).

Gibt es noch was anderes um derartige Schwellungen zu überprüfen?!? Andere Stoffwechselwerte? Oder könnte es trotzdem mit der SD zu tun haben?


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BeitragVerfasst: 13.02.18, 14:33 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11352
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
"Gibt es noch was anderes um derartige Schwellungen zu überprüfen?!? Andere Stoffwechselwerte? Oder könnte es trotzdem mit der SD zu tun haben?"- welche Werte er mit " Stoffwechsel" meint, weiß ich nicht. Ich glaube auch, dass bei diesen guten SD-Werten die Ursache woanders gesucht werden muß.

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