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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Flüssigkeitsmangel, Folgen von OPs oder doch Eisenmangel
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BeitragVerfasst: 17.09.17, 16:35 
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Beiträge: 235
Hallo zusammen!

Ich bin zur Zeit etwas verwirrt, was meinen gesundheitlichen Zustand angeht (und entschuldige mich jetzt schon, dass es etwas länger wird).

Kurze Erklärung zu Vorerkrankungen:
Seit 2011 Magenentleerungsstörung mit deutlich verzögerter Entleerung und nur Entleerung des Magens von 65%, dadurch häufig Reflux, Sodbrennen, Völlegefühl, Übelkeit und hin und wieder Erbrechen. Da meine Nahrungsaufnahme nur sehr begrenzt möglich ist, werde ich ergänzend über einen Port parenteral ernährt (Smofkabiven + Vitamine + Spurenelemente). Außerdem Behandlung durch Botoxinjektionen in den Pylorus ca. alle 3 Monate, zuletzt Ende 6/2017 (immer in Vollnarkose)
4/2014: Entfernung der linken Schilddrüse wegen kalter Knoten
Ende 6/2017: Bauchspeicheldrüsenentzündung
Anfang 7/2017: Entfernung der Galle minimalinvasiv
Mitte 7/2017: Portinfektion mit Entfernung des Port
Anfang 8/2017: Neu-Implantaion eines Ports

In den letzten Wochen war ich jetzt immer ziemlich müde und abgeschlagen, schon leichte Belastungen haben mich sehr angestrengt. Trotzdem konnte ich nachts aber immer nur sehr schlecht schlafen. Hin und wieder habe ich gefroren, war dann aber gleichzeitig nass geschwitzt.

Ich habe das eigentlich immer auf die Nachwirkungen der OPs geschoben, denn 4 Vollnarkosen in 5 Wochen muss der Körper ja auch erstmal verarbeiten. Außerdem waren meine Blutwerte laut der Ärzte (habe leider keine Werte) bei der letzten OP alle in Ordnung.

Jetzt kam in den letzten Tagen zu den bisherigen Symptomen noch Herzrasen dazu. Teilweise lag der Puls bei über 100.
Mein Hausarzt hat dann ein Blutbild gemacht, um Eisenmangel oder Probleme mit der Schilddrüse auszuschließen.
Da waren auch alle Werte im Normbereich bis auf Hb (10,4 / 11,6-15,1), Hämatokrit (0,32 / 0,34-0,44), MCV (78 / 81-99) und MCH (25 / 27-34). Der Eisenwert lag bei 43 (33-193 µg/dl), TSH bei 0,99 (0,3-4,2 µU/ml), FT4 bei 1,52 (0,9-107 ng/dl). Mein Hausarzt schloss damit einen Eisenmangel zunächst aus.

Nachdem ich dann zweimal kollabiert bin, wurde ich ins Krankenhaus eingewiesen. Im Krankenhaus wurde dann ein Schellong-Test gemacht, LZ-EKG und LZ-Blutdruckmessung sowie eine Echokardiographie.
Am Herzen konnte zum Glück nichts Krankhaftes festgestellt werden. Das Langzeit-EKG ergab lediglich eine durchschnittliche Herzfrequenz von 93 bpm.
Der Kardiologe im Krankenhaus meinte, die einzige Ursache, die festgestellt werden könne, wäre ein massiver, chronischer Flüssigkeitsmangel. Das hätte man auch in der Echo gesehen. Als Beurteilung steht im Brief: "VCI bei Inspiration kollaptisch mit einem maximalen Durchmesser von 0,87 cm." (Ende April hieß es mal nach einer normalen Sono, die VCI wäre erweitert...). Daraufhin wurde ich dann wieder entlassen, mit der Empfehlung mehr zu trinken.

Ich weiß aber nicht so recht, ob das als einzige Erklärung reicht. Ich bekomme schon alleine durch die ganzen Infusionen relativ viel Flüssigkeit (1,5 l durch die parenterale Ernährung, 200-400 ml durch weitere Medikamente). Außerdem trinke ich noch ca. 500 - 700 ml am Tag und nehme ja auch noch was durchs Essen auf. Jetzt bekomme ich zusätzlich als Ergänzung noch 500 ml Jonosteril-Infusionen dazu. Das sind ja mindestens 2,5 - 3 Liter. Mein Urin ist auch inzwischen fast farblos. Und trotz der zusätzlichen Jono-Infusionen merke ich keine Verbesserung.

Jetzt habe ich mit dem Entlassungsbericht auch eine Übersicht meiner aktuellen Blutwerte bekommen, und gesehen, dass die gar nicht so o.k. sind. Folgende Werte wurden u.a. bestimmt (Referenzwerte in Klammern):
Hb: 110 (115-160 g/l) -
Hämatokrit: 0,34 (0,36-0,46 l/l) -
Erythrozyten: 4,4 (4,1-5,4 1o12/7)
MCV: 78 (80-96 fl) -
MCH: 25 (28-33 pg) -
Leukos: 7,2 (4,0-10,0 1o9/l)
Thrombozyten: 274 (150-400 1o9/l)
RDW-CV: 15 (11-16 %)
Ferritin: 11 (15-150 ng/ml) -

Das würde nach meinen Recherchen dann ja doch für einen Eisenmangel sprechen. Und die Symptome würden ja auch passen.

Ich weiß nicht, wie ich das Ganze jetzt einschätzen soll. Hausarzt und Krankenhausarzt sagen kein Eisenmangel aber von den OPs und Narkosen dürfte das auch nicht mehr kommen. Und der Krankenhausarzt ist ja der Meinung es sei ein reiner Flüssigkeitsmangel, sonst wäre alles o.k. Aber mehr Flüssigkeit führt nicht zu einer Verringerung der Beschwerden.

Was sollte ich denn jetzt am besten tun? Eisen als Tabletten vertrage ich leider nicht (habe ich vor vielen Jahren mal ausprobiert, die habe ich vom Magen her nicht vertragen und da war der Magen eigentlich noch o.k), also kann ich auch nicht auf eigene Faust einfach mal ein Eisenpräparat einnehmen.
Ich bin gerade ziemlich ratlos...

Vielen Dank fürs Lesen bis hierher und schon im Voraus Danke für hilfreiche Antworten!

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BeitragVerfasst: 18.09.17, 08:40 
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Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
Ihre Werte sprechen für einen Eisenmangel, auch wenn die Gesamtzahl der Erythrozyten im Normbereich liegt. Bei Flüssigkeitsmangel wäre auch das Natrium erhöht- wird aber nicht von Ihnen erwähnt. Ferner wäre der Hämatokrit erhöht, ist ja bei Ihnen eher etwas erniedrigt.
Eisen wird nicht immer gut vertragen ( Übelkeit, Erbrechen, Durchfall).
Sie können Eisensaft ( mit zweiwertigem Eisen) versuchen, nur in Notfällen wird Eisen parenteral gespritzt ( Gefäßwandschädigung, Gefahr der Überdosierung). Kaufen Sie keine " Hausmittelchen".

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 18.09.17, 10:20 
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Registriert: 14.03.09, 17:09
Beiträge: 235
Hallo Herr Dr. Fischer,

danke für Ihre schnelle Antwort.

Das Natrium und auch alle anderen Elektrolyte waren komplett in den Normbereichen. Natrium lag bei 141 (136-145 mmol/l), Kalium bei 4,2 (3,6-5,5 mmol/l).

Ich habe die Thematik auch gerade nochmal mit meinem Hausarzt besprochen, er meinte, dass er das mit dem Flüssigkeitsmangel auch nicht wirklich nachvollziehen könnte, denn dann wären die Elektrolytwerte auch verschoben gewesen. Und Flüssigkeit würde ich auf jeden Fall genug bekommen. 2 - 2,5 Liter/Tag wären auf jeden Fall ausreichend.

Er ist jetzt der Meinung, dass das wohl einfach ein mangelnder Trainingszustand wäre und ich in der Richtung was tun sollte. Klar, in den letzten Wochen konnte ich aufgrund meiner OPs nicht viel machen und musste auch meine regelmäßigen Termine in der Muckibude erstmal aussetzen. Aber wenn ich jetzt z.B. auf den Crosstrainer steige, dann rast innerhalb kürzester Zeit mein Herz noch mehr und nach 1-2 Minuten muss ich aufhören, weil ich fix und fertig bin und das Gefühl habe, ohnmächtig zu werden. Das ist doch nicht normal.

Auf die Eisenwerte angesprochen meinte er, ja die wären niedrig, aber noch nicht behandlungsbedürftig.

Leider vertrage ich keins der gängigen oral einzunehmenden Eisenpräparate, wir haben damals, als ich mal einen Eisenmangel hatte (vor über 7 Jahren), viel verschiedenes ausprobiert. Tabletten, Tropfen und Saft. Leider konnte ich das alles nicht gut vertragen. Ich habe dann Eisen als Spritzen bekommen, die habe ich zum Glück sehr gut vertragen. Und jetzt mit dem Port müsste das ja eigentlich auch einfacher sein, oder? Wobei sich diese Frage ja im Moment doch eher erübrigt, da mein Hausarzt ja keinen Behandlungsbedarf sieht...

Ich habe Ende der Woche einen Termin bei meinem Gastroenterologen, der mich wegen der Magenentleerungsstörung behandelt. Sollte ich diesen auch mal auf die Thematik ansprechen?

Nochmal Danke! Und viele Grüße

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BeitragVerfasst: 18.09.17, 11:12 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
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Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
" Sollte ich diesen auch mal auf die Thematik ansprechen?"- das würde ich durchaus empfehlen.

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Grüße Dr. Fischer
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