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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Verständnisfrage - Weshalb Diagnose Hyperurikämie?
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BeitragVerfasst: 12.09.17, 09:59 
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DMF-Mitglied

Registriert: 17.06.16, 22:48
Beiträge: 36
Geschätzte Forenmitglieder,

mir (50, w, NR, chronische Niereninsuffizienz Grad 3a, nehme noch keinerlei Medikamente) stellt sich da mal eine Verständnisfrage.
Mein Nephrologe listet als weitere Diagnose u. a. immer Hyperurikämie auf. Mein Harnsäurewert lag in den letzten Jahren bei 6,5, 5,6 und jetzt aktuell bei 5,5 mg/dl (Referenzwert jeweils <5,7 mg/dl). Doch weshalb wird das bereits als Diagnose benannt, wenn's doch "nur" am oberen Rand des Referenzbereichs liegt? Gichtsymptome hab ich jedenfalls noch nie gehabt.

Und ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, weshalb ich überhaupt einen erhöhten Harnsäurewert habe? Ich esse nicht viel Fleisch, Wurst esse ich überhaupt gar keine, trinke so gut wie niemals Alkohol. Natürlich esse ich ab und an Hülsenfrüchte und in den Herbst- und Wintermonaten auch mal den stark purinhaltigen Hering. Aber es ist mir ein Rätsel, weshalb ich dadurch konstant hohe Harnsäurewerte habe?
Zwar habe ich mal gelesen, dass Nierenschwäche mit einer verminderten Ausscheidung von Harnsäure verbunden ist, aber kann das denn bereits bei einer glomerulären Filtrationsrate von immerhin noch 56 der Fall sein?
Meine Mutter hatte zwar auch erhöhte Harnsäure- und Cholesterinwerte. Bei ihr war das mit dem Harnsäurewert - so weit ich mich erinnere - allerdings schon im Stadium der terminalen Niereninsuffizienz oder zumindest erst kurz davor.

Über mögliche Erklärungen freute ich mich sehr, denn ich möchte die aufgeführte Diagnose gerne nachvollziehen können.

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"Wer sich nur tragen lässt, lernt weder laufen noch tragen." (Kyrilla Spiecker)


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BeitragVerfasst: 12.09.17, 12:11 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 11023
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
echte Symptome wie z.B. Gichtarthritis oder Gichtnephropathie hat man erst ab Werten von über 8 mg/dl.
Eine chronische Niereninsuffizienz kann durchaus zu erhöhten Harnsäurewerten führen, da bei Stadium 3 der Anfall der harnpflichtigen Substanzen die Ausscheidungsfähigkeit der Nieren übersteigt.
In der Klinik erfolgt die Abrechnung in der Weise, dass man gehalten ist, möglichst alle und viele Erkrankungen bei einem Patienten zu erfassen und aufzulisten- bedeutet für das Krankenhaus eine andere Vergütung. Auch im niedergelassenen Bereich -auch wenn das bei der Vergütung nichts ändert- soll man alle Begleiterkrankungen erfassen, das scheint eben der Urologe sehr genau zu nehmen. Andererseits ist das aber für Sie bei dieser minimalen Erhöhung aus klinischer Sicht irrelevant. " konstant hohe Harnsäurewerte habe? "- das ist nicht der Fall, vor allem nicht " hoch".

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 12.09.17, 22:34 
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DMF-Mitglied

Registriert: 17.06.16, 22:48
Beiträge: 36
Guten Abend, Herr Dr. Fischer,

ganz herzlichen Dank für Ihre Erläuterungen! Nun verstehe ich einerseits aus welchen Beweggründen mein Nephrologe die Hyperurikämie bereits als Diagnose auflistet und andererseits bin ich beruhigt, dass meine Werte nicht als zu hoch gelten.
Bis heute dachte ich nämlich tatsächlich, wenn ein Internist das bereits als Diagnose aufführt, dann wären meine Werte auch (permanent) zu hoch, auch wenn sie noch „nur“ am oberen Rand des Referenzbereichs liegen. Jetzt kann ich diese Diagnose besser einschätzen und bin beruhigt.


ABC123xyz schrieb in einem anderen Beitrag:
ABC123xyz hat geschrieben:
... lese ich Ihre Beiträge sehr gerne und bin froh, dass Sie das DMF in so vielen Unterforen mit Ihrem großen Einsatz am Leben halten!
Genau dasselbe habe auch ich schon oft gedacht. Dafür auch von mir: vielen lieben Dank!

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