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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Fragen an Herrn Dr. Fischer - Angst vor erneuter Fehlgeburt
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BeitragVerfasst: 04.10.17, 15:27 
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Guten Tag Herr Dr. Fischer,

ich hatte letztes Jahr im November eine Missed Abortion in der rechnerisch 10. Schwangerschaftswoche. Der Embryo war bereits seit der 8. Woche nicht mehr gewachsen.

Kurze Zeit später wurde bei mir Zöliakie mit ausgeprägter Schädigung des Dünndarms diagnostiziert. Die Erkrankung war nach Einschätzung meines Gastroenterologen vermutlich Ursache für die Fehlgeburt.
Nachdem ich mich nun seit gut neun Monaten strikt glutenfrei ernähre und sich meine Blutwerte (insbesondere Ferritin) sowie mein Allgemeinbefinden deutlich verbessert haben, hat mir mein Gastroenterologe nicht weiter abgeraten, eine Schwangerschaft anzustreben.

Überraschenderweise hat es diesmal tatsächlich direkt im ersten Übungszyklus funktioniert. Ich bin jetzt Anfang der 6. SSW und habe große Sorge, dass wieder etwas schief gehen könnte.

Die Transglutaminase-Antikörper (IgA) sind noch immer leicht erhöht. Wie ich erfahren habe, spielen bei dem erhöhten Fehlgeburtsrisiko, das Frauen mit (aktiver) Zöliakie haben, nicht nur Nährstoffdefizite eine Rolle sondern auch immunologische Gründe. Die Antikörper binden sich an Zellen des Trophoblast und beeinträchtigen dessen Funktion wohl dosis- und zeitabhängig. Auf der mütterlichen Seite der Plazenta führt die Bindung des Antikörpers an Endothelzellen des Endometriums dazu, dass das Sprossen von Blutgefäßen stark eingeschränkt wird.
Ich habe die Hoffnung, dass die gegenüber dem letzten Jahr deutlich verminderte Höhe des Antikörperwertes "nur" einen geringeren Schaden anrichten könnte, mache mir aber dennoch Sorgen.

Ein weiterer Punkt ist, dass bei mir Anfang des Jahres eine 24 Std. Blutdruckmessung durchgeführt und dabei festgestellt wurde, dass mein Blutdruck tagsüber im normalen Bereich liegt (etwa 120/80) und nachts (ungewöhnlich?) stark abfällt (niedrigster Wert 81/55).

Wäre es aus Ihrer Sicht sinnvoll / möglich, bereits vorbeugend die Durchblutung durch Medikamente zu verbessern?
Ist es möglich, dass schon allein ein ausgeprägter Eisenmangel Ursache für eine Fehlgeburt sein kann? Zu Beginn der ersten Schwangerschaft lag mein Ferritinwert bei 6, die Einnahme von Eisenpräparaten hat durch die Darmschädigung zu keiner Verbesserung geführt.

Über eine Rückmeldung würde ich mich sehr freuen :)


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BeitragVerfasst: 05.10.17, 07:49 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
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Guten Morgen,
Eisenmangelanämie ist eigentlich nicht für einen Abort verantwortlich, da durch einen komplizierten Mechanismus der Fet noch ausreichend mit Eisen versorgt wird. Über die Plazenta erfolgt eine besondere Aktivierung der fetalen Transferrinrezeptoren, die der Mutter das benötigte Eisen entziehen.
Eine Durchblutung kann man verbessern, wenn z.B. eine Thrombophilie ( Störung im Blutgerinnungssystem) vorliegt. Dann hilft ASS ( Vermeidung der Thrombenbildung). Eine Verbesserung auf diese Weise nicht bei niedrigem BLutdruck ist nicht möglich.
Das gehäufte Auftreten von Fehlgeburten wird auf einen Mangel an Folsäure zurückgeführt. Ich denke aber, dass Sie diesbezüglich substituiert werden.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 05.10.17, 08:34 
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Registriert: 04.10.17, 15:21
Beiträge: 3
Guten Morgen,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort! Wie schätzen Sie denn das Risiko aufgrund der noch erhöhten Transglutaminaseantikörper ein? Sollte die Funktion der Plazenta in meinem Fall engmaschiger kontrolliert werden?

Viele Grüße,
Sina


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BeitragVerfasst: 05.10.17, 08:55 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10911
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
eine Einschätzung ist mir nicht möglich. Auf jeden Fall ist es kein Fehler, die Plazentafunktion öfters mittels Ultraschall zu kontrollieren. Das geht aber nur, wenn man den im Gerät integrierten Farbdoppler einschaltet, auf diese Weise sieht man die Durchblutung optimal( in Farbe dargestellt) und auch die Strömung bzw. den Widerstand.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 05.10.17, 18:56 
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Registriert: 04.10.17, 15:21
Beiträge: 3
Vielen Dank und einen schönen Abend!


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