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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Neugeborenen Gelbsucht
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 Betreff des Beitrags: Neugeborenen Gelbsucht
BeitragVerfasst: 01.10.17, 14:57 
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Registriert: 01.10.17, 14:16
Beiträge: 5
Ich (Mutter, 0-) und der Vater der Kinder (A+) haben vier Kinder:

1.Schwangerschaft (Abort <12SSW), meines Erachtens erhielt ich damals eine Anti D Spritze
2.Schwangerschaft, keine ANTI-D Prophylaxe in Schwangerschaft, aber Anti-D Spritze nach der Geburt erhalten, beide ANTI-D Suchtests während der Schwangerschaft negativ, Kind (A+) hatte Neugeborenengelbsucht
3.Schwangerschaft, (Abruptio, da kein Herzschlag), weiß nicht mehr, ob ich eine Anti D Spritze erhielt
4.Schwangerschaft, ANTI-D Prophylaxe während Schwangerschaft und nach der Geburt erhalten, erster ANTI-D Suchtest während der Schwangerschaft negativ, zweiter ANTI-D Suchtest positiv! Kann das mit der Anti-D Spritze zusammen hängen? Kind (Blutgruppe unbekannt) hatte KEINE Neugeborenengelbsucht
5.Schwangerschaft, ANTI-D Prophylaxe während Schwangerschaft und nach der Geburt erhalten, beide ANTI-D Suchtests während der Schwangerschaft negativ, Kind (Blutgruppe unbekannt) hatte KEINE Neugeborenengelbsucht
6.Schwangerschaft, ANTI-D Prophylaxe während Schwangerschaft und nach der Geburt erhalten, beide ANTI-D Suchtests während der Schwangerschaft negativ, Kind (A+) hatte Neugeborenengelbsucht

Frage: Warum hatten zwei Kinder die Neugeborenengelbsucht und zwei Kinder nicht? Warum haben die Kinder Neugeborenengelbsucht, wenn doch eine ANTI-D Spritze während und nach der Schwangerschaft gegeben wurde und zudem die Antikörper Suchtests negativ waren? Hat die Gelbsucht überhaupt etwas mit dem Rhesusfaktor zu tun oder ist das eigentlich Problem die Blutgruppe A bei den Kindern und die Blutgruppe 0 bei mir?

Zudem ist mir die Wirkungsweise absolut unklar. Ich bilde mit rhesus negativ Antikörper gegen positiv, die das Kind zwar nicht schaden, aber nach der Geburt plötzlich zu Neugeborenengelbsucht führen? Oder die andere Variante: Ich bilde mit meiner Blutgruppe 0 Antikörper gegen A, die das Kind ansich nicht schaden, aber nach der Geburt zur Gelbsucht führen?

Ich würde das gerne verstehen. Der Arzt in der Klinik meinte immer nur, Blutgruppeninkompatibiltät und das die anderen Kinder theoretisch auch A+ haben könnten, es nur nicht zu einer Übertragung gekommen wäre. ??? Dann ist es also zufällig, ob mein Körper beim Baby das A oder den positiven Rhesusfaktor erkennt und bekämpft? Oder es hängt vielleicht vom Zeitpunkt des Gebens der Anti-D Spritze ab, was aber wieder nicht zu den negativen Anti-D Suchtests passt?!

Über eine Erklärung hierzu würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank für eure Bemühungen im Voraus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Neugeborenen Gelbsucht
BeitragVerfasst: 01.10.17, 16:57 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10898
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
"Hat die Gelbsucht überhaupt etwas mit dem Rhesusfaktor zu tun "- eben nicht, Sie machen es sich viel zu kompliziert. Dieser Ikterus betrifft fast die Hälfte der Neugeborenen ( wenn man das Bilirubin bestimmen würd) und ist nicht behandlungsbedürftig. Er beruht auf einem Anstieg des indirekten Bilirubins infolge niedriger neonataler Glucuronyltransferasespiegel, ferner auf Grund verkürzter Überlebensdauer der HbF-haltigen Erythrozyten. Das Ganza hat also mit der Blutgruppe oder dem Rh-Faktor absolut nichts zu tun. Behandlet wird nur bei klinischer Auffälligkeit ( Ikterus) in Abhängigkeit vom Bilirubin. Allerdings besteht ein erhöhtes Risiko für eine Hyperbilirubinämie bei Neugeborenen mit ABO-Konstellation-das ist aber reiner Zufall.
Ob also Anti-D-Spritze oder nicht- es besteht hier absolut kein Zusammenhang. Dieser Ikterus hat mit dem Morbus haemolyt. nichts zu tun.

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Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Neugeborenen Gelbsucht
BeitragVerfasst: 01.10.17, 17:35 
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Interessierter

Registriert: 01.10.17, 14:16
Beiträge: 5
Vielen Dank für Ihre Antwort! Die NeugeborenenGelbsucht hat also ggf. gar nichts mit dem Rhesusfaktor oder einer Blutgruppenunverträglichkeit zu tun? Diese Antwort hatte ich jetzt ehrlicherweise überhaupt nicht erwartet. Ich konnte bis dato nur wiedergeben, was man mir in beiden Kliniken bei der 1. und 4. Geburt (es waren zwei unterschiedliche Kliniken) erzählt hat. Man hat die Blutgruppe der Kinder ermittelt (bei den anderen Kindern weiß ich die Blutgruppe gar nicht, weil sie keine Gelbsucht hatten) und gesagt -> aha, Blutgruppeninkompatibilität!

Ich habe mir gerade den Bericht meines letzten Kindes geholt.
Diagnose Klinikum: Hyperbilirubinämie bei Rhesus- und AB0-Inkompatibilität
Befund: Bilirubin max. 365 µmol/l am 2.Lebenstag. Direktes Bilirubin nicht pathologisch erhöht.

Das heißt, man hätte die Blutgruppe des Kindes eigentlich gar nicht ermitteln brauchen, weil sie eigentlich irrelevant ist. Auch wenn diese beiden Kinder die Blutgruppe 0- gehabt hätten, hätten sie demnach mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Neugeborenengelbsucht bekommen, weil sie vielleicht besonders viele rote (fetale) Blutkörperchen hatten, die besonders schnell nach der Geburt "zerfallen/abgestorben" sind und die Leber noch nicht so gut funktioniert hat bzw. (laut wiki) eine Rückvergiftung über den Darm stattgefunden hat?

Wie Sie sagen, führt Wikipedia unter vielen Ursachen, die Blutgruppenunverträglichkeit nur als einen Faktor unter vielen an, die verstärkend wirken können, aber warum verstärkt eine Blutgruppeninkompatibilität die Neugeborenengelbsucht eigentlich. Das habe ich bisher auch noch nicht verstanden?:
"Zum anderen kann ein verstärkter Zerfall von Erythrozyten (Hämolyse) bei Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind zum vermehrten Anfall von Bilirubin führen. Die klassische Rhesus-Inkompatibilität (Mutter rh-negativ, Kind Rh-positiv) ist dabei aufgrund verbesserter Vorsorgemaßnahmen selten geworden. Aber eine Unverträglichkeit im Bereich der Blutgruppenmerkmale AB0 (Mutter Blutgruppe 0, Kind Blutgruppe A oder B) kann ebenfalls einen verstärkten Zerfall von roten Blutkörperchen zur Folge haben."

(Ich bin fest entschlossen, die Blutgruppe meiner anderen Kinder auch testen zu lassen. Wenn sie auch A+ haben, dann liegt es definitiv nicht an der Blutgruppe, wenn die Kinder aber 0- haben, dann ist es entweder Zufall oder da ist doch irgendetwas dran an dieser Blutgruppenunverträglichkeit.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Neugeborenen Gelbsucht
BeitragVerfasst: 02.10.17, 07:13 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
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Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Morgen,
"Vielen Dank für Ihre Antwort! Die NeugeborenenGelbsucht hat also ggf. gar nichts mit dem Rhesusfaktor oder einer Blutgruppenunverträglichkeit zu tun?"- mit dem Rh-Faktort hat es nichts zu tun, aber in vielen Fällen ( es gibt ja diverse Ursachen) mit dem ABO-System. Ich erkläre Ihnen den sehr schwer zu verstehenden Mechanismus in Kürze, obwohl eigentlich alles nicht relevant ist.
Es ist durchaus eine Erythroblastose, aber eben nicht die sehr gefährliche Rh-Erythroblastose ( mit totaler Hämolyse der Erythrozyten). Die ABO- Erythroblastose tritt meist auf, wenn die Mutter Blutgruppe 0 und das Kind Blutgruppe A oder B hat. Typisch ist der Icterus praecox, also das Auftreten der Gelbsucht schon in den ersten 36 Stunden. Nachweis von IgG-Anti A bzw. IgG-Anti B- Antikörper. Also: die Mutter bildet diese IgG vermittelten Antikörper, diese gehen via Plazenta in den fetalen Kreislauf und verursachen eine partielle Hämolyse. Diese mütterlichen Antikörper kann man im Blut der Mutter bestimmen. Im Gegensatz zur RH-Erythroblastose kann bei der ABO-Erythroblastose eine teilweise Antikörperneutralisation beim Kind erfolgen. Es würde zu weit führen, es genauer zu erklären, da dann über Rezeptoren auf fetalen Erythrozyten gesprochen werden muß. Bei Wiki- habe nicht nachgelesen- werden Sie so etwas vermutlich nicht finden, denke aber, dass Sie jetzt viel klarer sehen werden.

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Grüße Dr. Fischer
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 Betreff des Beitrags: Re: Neugeborenen Gelbsucht
BeitragVerfasst: 02.10.17, 11:14 
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Interessierter

Registriert: 01.10.17, 14:16
Beiträge: 5
Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben:
Es ist durchaus eine Erythroblastose, aber eben nicht die sehr gefährliche Rh-Erythroblastose ( mit totaler Hämolyse der Erythrozyten). Die ABO- Erythroblastose tritt meist auf, wenn die Mutter Blutgruppe 0 und das Kind Blutgruppe A oder B hat. Typisch ist der Icterus praecox, also das Auftreten der Gelbsucht schon in den ersten 36 Stunden. Nachweis von IgG-Anti A bzw. IgG-Anti B- Antikörper. Also: die Mutter bildet diese IgG vermittelten Antikörper, diese gehen via Plazenta in den fetalen Kreislauf und verursachen eine partielle Hämolyse. Diese mütterlichen Antikörper kann man im Blut der Mutter bestimmen. Im Gegensatz zur RH-Erythroblastose kann bei der ABO-Erythroblastose eine teilweise Antikörperneutralisation beim Kind erfolgen.

Vielen Dank! Das leuchtet mir soweit ein. Und es gibt keine Anti-A Spritze wie beim Rhesusfaktor mit der Anti-D Spritze, die das verhindern könnte?


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 Betreff des Beitrags: Re: Neugeborenen Gelbsucht
BeitragVerfasst: 02.10.17, 14:05 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 10898
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Hallo,
nein, so etwas gibt es nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Neugeborenen Gelbsucht
BeitragVerfasst: 02.10.17, 18:09 
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Interessierter

Registriert: 01.10.17, 14:16
Beiträge: 5
Schade,das müsste mal jemand erfinden. :D

Vielen lieben Dank für Ihre Mühe.

Sunshine


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