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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Eierstockzyste - Op notwendig, Sport erlaubt?
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BeitragVerfasst: 14.06.16, 21:59 
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Hallo Herr Dr. Fischer,

in den letzten acht Monaten wurde ich (43 Jahre) vier Mal von plötzlich eintretenden starken Bauchkrämpfen im rechten Unterbauch mit Übelkeit, im Januar und Ende Mai zusätzlich mit Erbrechen und Kreislaufbeschwerden (starkes Schwitzen) und nachfolgender Druckempfindlichkeit heimgesucht. Aktuell spüre ich ab und an einen leichten stechenden Schmerz.

Nun hat meine Hausärztin heute eine 5,9 x 5,7 cm große Zyste am rechten Eierstock festgestellt und diese als Grund für die vorausgegangen Beschwerden identifiziert. Die Blutwerte sind unauffällig. Lt. Ihrer Aussage wäre eine Bauchspiegelung höchstwahrscheinlich unumgänglich. Ist das korrekt oder wäre bei dieser Zystengröße auch eine medikamentöse Behandlung (evtl. Pille?) möglich? Was gibt es für Optionen? Eine Op würde ich liebend gerne vermeiden. :?

Darf bis zum Termin beim Gynäkologen Sport (Tennis) gemacht werden?

Vielen Dank für Ihre Mühe. :D

Liebe Grüße

Bianca32 alias Nadine


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BeitragVerfasst: 15.06.16, 06:51 
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DMF-Moderator

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Guten Morgen,
um nähere Angaben machen zu können, muß man den Vaginalultraschall abwarten. Das weitere Vorgehen hängt von der Art der Zyste ab. Die gefürchteten Stieldrehungen einer Zyste sind zwar relativ selten und bei dieser Größe eher unwahrscheinlich, auf Tennis würde ich aber doch momentan eher verzichten. Ich sehe nicht unbedingt einen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Zyste.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 15.06.16, 17:00 
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DMF-Mitglied

Registriert: 20.06.05, 21:39
Beiträge: 37
Guten Tag Hr. Doktor Fischer,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Daumen hoch dafür. :D

Ich habe leider noch eine kleine Frage: Ich habe heute nach Schilderung meiner Beschwerden einen Termin Anfang August bekommen. Sollte ich mich um einen früheren Termin bemühen oder ist die Wartezeit im gesundheitlichen Sinne akzeptabel?

Vielen Dank und liebe Grüße

Bianca32 alias Nadine


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BeitragVerfasst: 16.06.16, 08:09 
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DMF-Moderator

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Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Morgen,
jeder Arzt sollte " Puffer" in seinem Kalender für solche Fälle haben. Ein Termin erst in zwei Wochen bei einer Zyste halte ich doch für etwas spät.

_________________
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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BeitragVerfasst: 16.06.16, 16:50 
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Beiträge: 37
Schönen guten Tag Hr. Dr. Fischer,

vielen Dank für Ihre Antwort. :D

Ein früherer Termin ist lt. Sprechstundenhilfe bei einer Zyste nicht notwendig, da nichts Besorgniserregendes. Was soll man da machen...

Ich werde mich in den nächsten sieben Wochen Ihrem Rat folgend sportmäßg etwas zurückhalten (mache in zwei Wochen eine Aktivwoche) und bei Beschwerden auf einen früheren Termin drängen.

Ich bedanke mich nochmals vielmals für Ihr ehrenamtliches Engagement und verbleibe mit lieben Grüßen

Bianca32 alias Nadine


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BeitragVerfasst: 17.06.16, 07:33 
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DMF-Moderator

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Guten Tag,
"Ein früherer Termin ist lt. Sprechstundenhilfe bei einer Zyste nicht notwendig, da nichts Besorgniserregendes"- wie kann das eine Helferin beurteilen? Ich sehe aus der Ferne zwar auch keinen dringenden Handlungsbedarf, aber so sollte eine Terminvergabe nicht ablaufen.

_________________
Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 08.11.16, 23:49 
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Beiträge: 37
Schönen guten Tag Hr. Dr. Fischer, :D

vor drei Monaten hatte ich den Termin bei meiner Gynäkologin. Die Zyste wies zu diesem Zeitpunkt eine Größe von 7,1 cm auf. Gestern wurde nochmals kontrolliert. Die Zyste ist nun 7,5 x 6,7 cm groß . Für mich überraschend wurde die Zyste erstmalig als Endometriosezyste identifiziert. Man konnte auf dem US-Bild innerhalb des Gebildes ein gleichförmiges flächiges Echomuster erkennen, soweit ich das als Laie beurteilen kann. Auf dem Ultraschall war am unteren Rand der Zyste auch eine zweite halbmondförmige Kammer zu erkennen. Auf meine Nachfrage hin meinte die Ärztin, das wäre eine zweite Zyste, die sich hinter der ersten befindet.

Kann es zwei Endozysten an einem Eierstock geben?

Ich habe jetzt eine Überweisung (Verdacht auf eine Endozyste) zur Laparoskopie bekommen. Eine OP will ich, wenn möglich vermeiden, da ich ziemliche Angst besonders vor der Narkose (=Kontrollverlust) habe. Die Beschwerden sind zur Zeit gering, d.h. gut erträglich.

Nun zu meinen eigentlichen Fragen:

Müssen Endometriosezysten dieser Größe immer zwingend operiert werden?
Welche Risiken hätte es, wenn ich den Eingriff nicht machen lassen würde?
Ist Sport mit der Zyste weiterhin möglich?
Wenn ich die OP doch durchführen lassen würde, ist es sinnvoll ein zertifiziertes Endometriosezentrum dafür auszuwählen?

Entschuldigen Sie, dass ich Sie mit all diesen Fragen bombardiere. :oops:

Ich bedanke mich nochmals für Ihren tollen Einsatz in diesem Forum. *Daumenhoch*

Liebe Grüße

Bianca32 alias Nadine


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BeitragVerfasst: 09.11.16, 09:12 
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DMF-Moderator

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Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
es wundert mich, dass man diese Zyster nicht schon früher als Endometriosezyste ( Schokoladenzyste) erkannt hat, da sie im US fast immer als solche auf Grund ihrer Binnenstrukturen erkannt werden kann. Eine medikamentöse Therapie ist nur bei kleinen Endometrioseherden, die sich ja überall befinden können, sinnvoll und zum Teil erfolgreich. Das gilz nicht für Ovarialzysten ( Endometriom). Eigentlich sollte man bei dieser Größe operieren-laparoskopisch. Damit Ihr Kontrollverlust erhalten bleibt, kann man die OP in PDA oder Spinalanaesthesie durchführen. Risiken:
evtl. das seltene Stieldrehen oder eine Ruptur, somit entleert sich das alte Blut in den Bauchraum.
Sport könnte ein Problem werden-je nach Sportart. Ich würde tatsächlich die OP bei einem diesbezüglich erfahrenen Operateur durchführen lassen, wenn Sie in Hände eines " forschen" Operateurs kämen, könnte es sein, dass plötzlich das ganze Ovar entfernt wurde, was man bei schonendem Vorgehen sehr oft erhalten kann.

_________________
Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 21.08.17, 21:46 
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DMF-Mitglied

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Beiträge: 37
Sehr geehrter Herr Dr. Fischer,

ich bräuchte bitte noch einmal Ihre Hilfe.

Seit meinem letzten Post sind neun Monate vergangen und es ist viel passiert.

Im Februar 2017 wurden bei mir zwei große Endometriosezysten (10 cm) entfernt. Daraufhin erfolgte eine Therapie mit GnRh-Analoga und im Juli erneut eine Laparoskopie zur Sanierung der Endometriose und Entfernung von massiven Verwachsungen und Blinddarm. Diagnose: EEC Grad 4, rRASM 4 (02/17) 3 (07/17), ENZIAN 2 B FI FA, ein Myom ist nach wie vor vorhanden.

Nun bin ich ohne konkrete Therapieempfehlung aus dem Krankenhaus und der Anschlussheilbehandlung entlassen worden und bin unschlüssig wie ich weiter verfahren soll.
Vom Operateur wurde mir geraten keine Hormone zu nehmen und zu warten bis wieder Schmerzen auftreten. Bei der Abschlussuntersuchung im KH wurde von einem anderen Arzt zu Hormonen geraten.

Was würden Sie mir raten?

Nun habe ich mir heute nach langem Überlegen eine Pille mit dem Wirkstoffen Ethinylestradiol 0,03 mg und Dienogest 2 mg verschreiben lassen. Eine Aufklärung bzgl. der Risiken hat leider nicht stattgefunden. Der Beipackzettel hat mich aber jetzt ziemlich zum Grübeln gebracht. Ich bin ja bereits fast 45 Jahre alt und habe noch nie ein Hormon genommen.

Ist es in diesem Alter bzgl des Thromboserisikos sinnvoll noch mit der Pille anzufangen?

Gibt es Behandlungsalternativen bei Endometriose?

Es wäre toll, wenn Sie mir antworten könnten. :-)

Vielen Dank und liebe Grüße

Bianca32 alias Nadine


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BeitragVerfasst: 22.08.17, 07:40 
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DMF-Moderator

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Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Tag,
man kann Hormone-meist die Antibabypille- nehmen, es gibt ferner eine Reihe von anderen Hormonen. Der Einsatz aller dieser Hormone erfolgt zur Linderung der Periodenschmerzen und zum Unterdrücken der Endometrioseherde. Dauerhafte Erfolge sind je nach Hormon oft relativ unzufriedenstellend. In Ihrem Alter verbietet sich zumindest die von Ihnen genannte Pille, das Thromboserisiko ist doch recht hoch. Ich würde mich der Empfehlung anschließen, zunächst einmal abzuwarten, ob wieder Beschwerden auftreten.

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Grüße Dr. Fischer
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BeitragVerfasst: 22.08.17, 19:54 
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DMF-Mitglied

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Beiträge: 37
Schönen guten Abend Herr Dr. Fischer,

vielen Dank für Ihre Empfehlung :)

Ich habe die Pille bisher nicht genommen.

Nun habe ich allerdings ein Problem bzw. eine dumme Frage :oops: : Die letzte OP ist nun morgen sieben Wochen her und ich habe am Sonntag das zweiten Mal meine Periode bekommen. Seit diesem Tag habe ich stechende Schmerzen auf der linken Seite in Ruhe (Intensität abnehmend) und mehr dumpfe Schmerzen bei Bewegung (gleichbleibend). Diese Schmerzen zu diesem Zeitpunkt sind mir bisher unbekannt, vielleicht ähnlich zu den bisherigen stärkeren beim Eisprung. Auf dieser Seite wurden starke Verwachsungen (frozen pelvis) und eine Zyste entfernt. Lt Physio in der Reha waren die Beckennerven gereizt. Eine Woche vor der Mens hatte ich aber keine Probleme mehr.

Wie kann ich nun unterscheiden, ob die Schmerzen noch von der OP kommen oder die Endometriose bereits wieder wächst und ich vielleicht doch die Pille nehmen sollte? Ist das überhaupt möglich? Ich weiß Sie können keine Ferndiagnosen erstellen, aber gibt es vielleicht Erfahrungswerte Ihrerseits?

Meine Gynäkologin ist gestern leider nicht auf meine Schmerzen eingegangen. Ich hatte Sie um die Pille gebeten, deshalb den Termin vereinbart. Jetzt im Nachhinein sind aber bei mir Zweifel wegen des Thromboserisikos aufgekommen. Eine Aufklärung bzw. Risikobewertung hat nicht stattgefunden. Am 08.11.17 habe ich einen Termin zur Beratung in einem Endometriosezentrum, da ich mich bisher nicht gut betreut fühle. Es geht also nur um den Zeitraum bis dahin.

Es tut mir leid, dass der Text so lang geworden ist. Ich hoffe Sie können mir einen Tipp geben wie ich weiter verfahren soll...

Vielen Dank für Ihr ehrenamtliches Engagement und liebe Grüße aus Norddeutschland :D

Bianca32 alias Nadine


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BeitragVerfasst: 23.08.17, 05:07 
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DMF-Moderator

Registriert: 31.01.07, 15:01
Beiträge: 10898
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)
Guten Morgen
"Es tut mir leid, dass der Text so lang geworden ist. Ich hoffe Sie können mir einen Tipp geben wie ich weiter verfahren soll... "- je länger der Text, desto besser kann man sich oftmals ein Bild machen. Aber in Ihrem Fall kann ich keinen Tipp geben, eine Unterscheidung ist aktuell nicht möglich.

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Grüße Dr. Fischer
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