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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Mein Vater...... wir brauchen Hilfe.
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 Betreff des Beitrags: Mein Vater...... wir brauchen Hilfe.
BeitragVerfasst: 26.09.10, 09:53 
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Registriert: 05.04.05, 13:44
Beiträge: 127
Hallo,
ich muss etwas weiter ausholen.
Mein Vater (65) wurde vor gut 12 Jahren Opfer eines bewaffneten Raubüberfalls im eigenem Laden. Er wurde nach dem Raub unter vorgehaltener Waffe ins Bad gesperrt und mit dem Tode bedroht wenn er die Polizei ruft.
Er konnte sich befreien und rief natürlich trotzdem die Polizei.

Das ganze hat ihn stark geschädigt. Er hat Angst vor Menschenansammlungen, ist Depressiv und würde am liebsten eine Mauer ums Haus bauen.

Er ist nach wie vor über die BG in Behandlung und bekommt Schlafmittel und Anti epressiva, letzte nimmt er gar nicht und hortet die Schachteln, hält den Arzt für nen Idioten und ordet immer fleißig, damit der Arzt nicht drüber fällt.

Meine Mutter hat darauf hingewiesen, aber das juckt den Arzt gar nicht, hat zudem meinen Vater seit Jahren nicht mehr gesehen./läuft alles telefonisch)

Inzwi. ist mein Vater Alkoholiker und wir als Familie sind uns ziemlich sicher das er dement ist.

Er vergisst sehr viel, neulich wollte er mich anrufen, griff zum telefon und hatte völlig vergessen das ich seit mind. 6 stunden bereits anwesend war und bis 2 min vorher neben ihm gesessen habe.

Er ist auch sehr ungerecht und aggresiv allen gegenüber.
Ich habe aber deutlich das gefühl das er den Inhalt dessen, was er von sich gibt nicht mehr begreift.
Im einem Moment beleidigt er mich bis aufs Blut ( er geht neuerdings sehr stark unter die Gürtellinie) und im nächsten Moment dreht er sich um lächelt mich an und sagt , "Mensch, warum kommst du nicht mehr so oft her, ich finde das schade)
Meine Mutter beleidgt er tgl mehrfach und das sehr unter der Gürtellinie, gleichzeitig behauptet er er hätte sie noch nie beleidigt und das würde er auch nie tun.
Er betreibt keine Körperpflege mehr, er stinkt und wenn meine Mutter seinen stinkenden Bademantel (den er ständig trägt) waschen möchte zeigt er ihr nen Vogel. Er hätte den gerade gewaschen.

Er kann kaum noch sehen, hat grauen Star. es schränkt ihn sehr ein, ermöglicht ihm kein Hobby und er will auch keines.

Er war ein immer arbeitender Mann, handwerklich geschickt und hatte alles im griff. heute bekommt er nicht mal mehr den Geschirrspüler ausgeräumt, hält meiner Mutter vor das sie arbeitet und ihn allein lässt.
Er kann auch kaum noch laufen ohne aus der Puste zu kommen.

Er ist auch nur noch ein Schatten seiner selbst, isst wenig, trinkt viel Alkohol und übergibt sich bei der kleinsten nervlichen Belastung im Akkord.

tja... nun sagt der normale Mensch natürlich..ab zum Arzt.

Aber er verweigert es. Er geht nicht zum Arzt, er will nicht mal das Haus verlassen ( evtl geht er einmal im Monat mit einkaufen ( in Hausschuhen)
Die Ärzte haben eh keine Ahnung. Da er hochgradig Krebsgefährdet ist ( Mutter und Vater sind dran verstorben, Tochter aus erster Ehe hatte früh Brustkrebs) gehen wir auch davon aus der er Krebs hat.

Vor einiger Zeit hat er sich über vier tage heftig übergeben. Meine Mutter hat am ende gegen seinen Willen einen RTW gerufen und hoffte inständig das die ihn mitnehmen, damit er mal richig untersucht wird.

Pustekuchen. Mein Vater hat sich hingesetzt, erklärt es geht ihm doch gut, alles völlig übertrieben und hat seine Mitnahme verweigert.

In solchen Momenten ist er völlig klar.


Meine Mutter steht kurz vor dem Zusammenbruch, trinkt inzw. auch Alkohol.

Dazwischen steht noch mein 16 jähriger Bruder, der nur noch flüchtet und kaum zu hause ist.

Da ist kein zustand mehr.
Jeden Tag meckert er und haut verbal um sich, vergisst viel, hat scheinbar kein zeitgefühl mehr und beleidigt alles und jeden.
Neulich hat er meinen 11 jährigen Sohn rausgeworfen, weil er mit ihm nichts anfangen könnte.

Meine Mutter gibt ihn morgens 100 euro, damit er wieder Geld in der Tasche hat ( z.b für den Apotheken Lieferanten) und mittags jammert er, das er keinen cent hat und sie auf dem Geld sitzt.
Meine Mutter öffnet dann sein Geldbeutel und findet weitaus mehr als die 100 euro.
Er gibt mir 20 euro und ist sich 100% sicher, das es nur 5 euro waren.
Ich könnte das unendlich weiter führen.

Fakt ist, wir brauchen Hilkfe aber ich weiss nicht wie und wo, wenn er alles verweigert.

hilfe.....




:cry: :?:


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BeitragVerfasst: 26.09.10, 13:20 
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DMF-Moderator

Registriert: 29.09.04, 14:41
Beiträge: 1079
Wohnort: Hannover
Hallo Yvonne1901,

so wie es scheint hat ihr Vaterl diesen Raubüberfall wohl nie richtig verarbeitet. Meist resultiert aus solchen Gewalterfahrungen auch die Flucht in den Alkohol . Ihr Vater ist ja, wie sie schreiben schon durch die BG in Behandlung, lehnt aber jegliche weitere Therapie ab. Die ganze Familie leidet durch die Situation. Außenstehende brauchen dringend Hilfe um mit der ganzen Situation zurecht zu kommen. Sie wissen oft auch nicht wie sie mit den Erkrankten umzugehen haben und begeben sich damit in eine gewisse Abhängigkeit. Es gibt überall sozialpsychiatrische Dienste die ihre Hilfe anbieten. Auch der Hausarzt kann vielleicht noch Hilfestellung für die Suche geben. Für den Rest der Familie ist es sehr wichtig sich erstmal freizuschwimmen und für sich zu lernen, wie man mit der Situation umgeht, um sich nicht ganz selbst zu verlieren. Ich lege ihnen wärmstens ans Herz schnell etwas zu unternehmen. Sprechen sie mit ihrer Mutter und holen sie sich einen Termin bei einer entsprechenden Beratungsstelle. Ich wünsche ihnen alles Gute und eine große Portion Geduld, denn auch Beratungen ändern die Situation nicht von heute auf morgen :wink:Gerne können sie weiter hier berichten....

_________________
Liebe Grüße

Annette Koch
---------------------
DMF-Moderatorin
Geriatrie/Gerontologie
Pflege


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BeitragVerfasst: 26.09.10, 15:12 
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Registriert: 28.04.08, 13:13
Beiträge: 1472
Was Frau Koch hier andeutet, kann ich auch nur bestätigen: Deinem Vater ist nur zu helfen, wenn er einsieht, dass er Hilfe braucht und die Hilfe auch wünscht. Deiner Schilderung nach ist er (noch) nicht so weit. Deshalb könnt Ihr leider für ihn nicht viel tun.

Was Ihr aber tun müsst, ist, auf Euch selbst aufzupassen, Euch selbst zu schützen. Das geht nur, wenn Ihr (Deine Mutter, Du, Deine Geschwister) Hilfe in Anspruch nehmt. Und auch, wenn das von Euch einen gewissen (scheinbaren) Egoismus erfordert - Ihr könnt Deinem Vater nur dann helfen, wenn ich auch die Kraft dazu habt. Wenn Ihr zulasst, dass er Euch "runterzieht", dann brecht Ihr irgendwann zusammen ohne ihm geholfen zu haben und ohne ihm helfen zu können.


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BeitragVerfasst: 10.10.10, 20:35 
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Registriert: 24.02.05, 18:31
Beiträge: 291
Die Diagnose einer Demenz ist schwer zu stellen, auch wenn es manchmal relativ offensichtlich aussieht. Auch andere psychische Störungen können ähnliche Symptome bewirken. Mir scheint aber eher, dass sich mehrere solche bei Ihrem Vater überlagern und nicht so ohne weiteres voneinander trennbar sind.

Dass mit ihrem Vater etwas nicht stimmt, ist das eine. Was aber genau dahinter liegt, kann und darf ich aus der Ferne nicht diagnostizieren. Ich schätze, dass Ihnen die Antwort schon klar ist, Sie es nur noch einmal von jemand anders hören wollten:

Aufgrund der zugespitzten Lage mit eindeutiger Schädigung anderer Personen, sprich Ihrer Mutter, Ihnen und der restlichen Familie, wäre es ratsam, zumindest für eine eingehende Diagnostik wenigstens einen stationären Aufenthalt in einer geeigneten Einrichtung einzuleiten. Aggression, wenn auch auf rein verbaler Ebene, ist ja durchaus gegeben, ebenso wie potentiell selbstschädigendes Verhalten(Stichwort Krebsrisiko), das derjenige vermutlich nicht mehr überblicken kann. Die Lage scheint eskaliert zu sein und die Familie mit der Lage überfordert. Bevor Ihre Mutter in eine manifeste Alkoholerkrankung rutscht, sollte sie dringend Hilfe suchen.

Ihr Vater hatte doch bestimmt einmal einen Hausarzt, oder? Zumindest aber irgendwer anders aus der Familie sollte einen haben. Viele machen Hausbesuche; rufen Sie einfach mal dort an, erklären die Lage und fragen, ob dieser vorbeischauen kann. Es sollte sich wohlgemerkt um einen Arzt Ihres Vertrauens handeln. Eventuell kann dieser eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik veranlassen, wenigstens kurzfristig, um überhaupt einmal eine eingehende Diagnostik einzuleiten. Falls Ihr Vater an einer posttraumatischen Belastungsstörung oder im Alter häufigen Depression leidet, könnte ihm dort auch geholfen werden. Es gäbe ebenfalls einen Sozialdienst, der bei der Entscheidung, wie es weitergehen soll, zusätzlich helfen könnte.

Bei Demenzkranken sind Aggressionen häufig. Vielleicht hilft es Ihnen, sich mit anderen Angehörigen, die dasselbe Problem haben, auszutauschen. Es gibt dafür sogar eine Organisation, das "grüne Kreuz".

Hier sind ein paar Links, die Ihnen ein wenig Unterstützung bieten können:

http://dgk.de/aiw/altern-in-wuerde/adre ... links.html

Ich wünsche Ihnen alles Gute!


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BeitragVerfasst: 31.10.10, 22:30 
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DMF-Mitglied

Registriert: 05.04.10, 20:00
Beiträge: 29
Oh je, das klingt ja wirklich alles sehr schwierig. Das Hauptproblem ist wohl, dass er seine Medikamente nicht richtig nimmt und ohne die notwendige Therapietreue können die psychischen Probleme deines Vaters auch nicht ausreichend behandelt werden. Da er das aber selbst noch nicht einsieht, muss wohl im Moment in erster Linie deine Familie, speziell deine Mutter unterstüzt werden. Ich denke sie sollte sich Hilfe suchen, aber nicht bei dem Arzt, bei dem dein Vater in Behandlung ist. Der scheint ja nicht all zu viel zu taugen, wenn er seit Jahren immer dieselben Medikamente nach telefonischer Absprache verschreibt. Stimme absolut Renate zu. Ihr müsst jetzt an euch denken und schauen wie er die Situation bestmöglich handhaben könnt. Ich wünsche euch ganz viel Kraft!


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