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 Betreff des Beitrags: P-Glycoprotein
BeitragVerfasst: 21.02.12, 11:29 
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Interessierter

Registriert: 24.02.09, 11:07
Beiträge: 11
Hallo,
..."reduzierte Affinität für das Genprodukt des MDR1-Gens, das P-Glycoprotein."...
Kann mir jemand sagen was das auf "Deutsch" heißt.

Mit freundlichen Grüssen


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 Betreff des Beitrags: Re: P-Glycoprotein
BeitragVerfasst: 21.02.12, 13:29 
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Registriert: 13.01.11, 20:29
Beiträge: 148
Wohnort: Hamburg
Hi mahack,

einführend (ich weiß ja Deinen Wissensstand nicht) solltest Du wissen, das die Gene unserer DNA in Proteine "übersetzt" werden. So auch in diesem Fall: aus dem MDR1-Gen wird das P-Glykoprotein synthetisiert. Dieses Protein kann auch analog zum Gen Multidrug-Resistance-Protein 1 genannt werden. In der Funktion dient es dem Abbau bzw. Abtransport giftiger Substanzen. Je nach Zelle kann das unterschiedlich aussehen. Die Bakterienzelle z.B. schläust damit das Antibiotikum raus, die Tumorzelle das Chemotherapeutikum und die gesunde Körperzelle eine potenziell schädliche Substanz (Gift, Medikament etc.).

Da Dein Satz etwas aus dem Kontext gegriffen ist, kann ich Dir nicht genau sagen, was mit der Affinität gemeint ist, aber ich kann es gerne nochmal erläutern, wenn Du den ganzen Satz schreibst. So wie ich das bis jetzt verstehe, ist damit eine Substanz X gemeint, die eine geringere Affinität (als Substanz Y o.Ä.) für das Protein hat und dementsprechend die Entgiftung der Zelle von der Substanz X schlechter ist.
Wie gesagt, solltest Du den Satz noch etwas konkretisieren, damit ich mir sicher bin, dass ich den Kontext nicht doch falsch verstanden habe.

Viele Grüße

Abs.


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 Betreff des Beitrags: Re: P-Glycoprotein
BeitragVerfasst: 22.02.12, 12:41 
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Interessierter

Registriert: 24.02.09, 11:07
Beiträge: 11
Hallo,
erstmal danke für die schnelle Antwort.
Bei mir wurde eine Analyse des genetische Profils durchgeführt.
Hier ein Auszug aus dem Brief vom Labor:

"Ihre Patientin hat einen beschleunigten Abbau über das Cytochrom P450 2D6-System und einen
verlangsamten Abbau über das 2C9-System.
Außerdem zeigt Ihre Patientin eine reduzierte Affinität für das Genprodukt des MDR-1 Gens,
das P-Glykoprotein.
Bitte beachten Sie den genetischen Status Ihrer Patientin im Rahmen zukünftiger Therapien.
Bitte beobachten Sie Ihre Patientin genau im Falle einer Therapie mit Medikamenten, welche
die Blut-Hirn-Schranke passieren müssen, wie z.B. Psychopharmaka, da ein erhöhtes Risiko
für Nebenwirkungen besteht. ...."

Das mit dem CYP-System betrifft bestimmte Medikamente die über das jeweilige Enzym
verstoffwechselt werden. Ich denke, das habe ich schon kapiert.
Aber das mit der reduzierten Affinität für das Genprodukt des MDR-1 Gens verstehe ich nicht.

Viele Grüßen


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 Betreff des Beitrags: Re: P-Glycoprotein
BeitragVerfasst: 26.02.12, 12:43 
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Registriert: 13.01.11, 20:29
Beiträge: 148
Wohnort: Hamburg
Moin mahack,

mahack hat geschrieben:
Das mit dem CYP-System betrifft bestimmte Medikamente die über das jeweilige Enzym
verstoffwechselt werden. Ich denke, das habe ich schon kapiert.

das stimmt genau. Ich habe auch noch folgende Links für Dich, auf denen Du ein Auszug sehen kannst über häufig verschriebene Medikamente, die über diese Systeme metabolisiert werden. Ich denke wichtig ist, dass Du bei jedem Medikament, dass Du einnimmst die Tatsache Deiner genetischen Disposition berücksichtigst. Denn neben Psychopharmaka, werden auch andere Medikamente über diese Systeme metabolisiert, wie z.B. viele Herzmedikamente (Betablocker, Sartane, Antiarrhythmika), Schmerzmittel (Ibuprofen!), Cholesterinsenker, Diabetesmedikamente, Blutverdünner etc. Daher solltest Du immer genaue Rücksprache mit Deinem Arzt halten und Dich immer vergewissern, dass der Arzt dies berücksichtigt.

CYP-2D6
CYP-2C9

mahack hat geschrieben:
Aber das mit der reduzierten Affinität für das Genprodukt des MDR-1 Gens verstehe ich nicht.

hier ist die klinische Relevanz, wie dem Text entnehmbar, nicht genau klar. Fakt ist, dass dieses Protein wichtig ist für die Aufnahme von Medikamenten im Darm und im Gehirn. Ein konkretes Beispiel, das mir spontan einfällt ist das Loperamid (Handelsnamen kannst Du googeln). Dabei handelt es sich um ein mittel gegen Durchfall, welches aber eigentlich zur Gruppe der Opioide gehört (wie z.B. auch Morphium, Fentanyl, Heroin). Der Grund, warum das Loperamid nicht im Gehirn wirkt, sondern nur am Darm liegt darin, dass das P-Glykoprotein es daran hindert die Blut-Hirn-Schranke zu übertreten. Bei einer Unterfunktion des Proteins kann es dann (so zumindest die Theorie) zu zentralen Nebenwirkungen kommen, die typisch für Opioide sind, wie z.B. eine Atemdepression. Klinisch scheint es aber aus irgendeinem Grund keine allzu große Rolle zu spielen.

P-Glykoprotein

Viele Grüße

Abs.


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 Betreff des Beitrags: Re: P-Glycoprotein
BeitragVerfasst: 27.02.12, 14:31 
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Interessierter

Registriert: 24.02.09, 11:07
Beiträge: 11
Hallo,
vielen Dank.
Ich glaub, ich hab´s so einigermaßen kapiert.....
....Ansonsten meld ich mich einfach nochmal. :lol:

Liebe Grüsse
mahack


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