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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Alterszucker
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 Betreff des Beitrags: Alterszucker
BeitragVerfasst: 29.06.16, 22:25 
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Hallo,

meine Mutter bekam vom Hausarzt ihre Diabetesmedikamente reduziert. Bisher war der Zucker beim morgendlichen Messen immer unter 100.

Nach dem Reduzierung der Medikamente ist der Wert nun über 200. Der Hausarzt meint bei über
80 Jahren wäre das ein normaler Wert.

Sollte der Blutzuckerwert nicht möglichst gut eingestellt werden, auch bei einem Menschen über 80?

Sollte nicht auch in diesem Fall ein guter Wert unter 100 liegen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 02.07.16, 15:33 
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Hallo Sabine,

die Bezeichnung "Alterszucker" für Diabetes Typ2 ist mittlerweile obsolet und kann sehr irreführend sein. Die Manifestation des Diabetes sowie akute und chronische Komplikationen können in jedem Alter auftreten.

Weshalb der Arzt die Antidiabetika abgesetzt hat, kann ich nicht nachvollziehen. Morgendliche Blutglukosewerte über 200 mg/dl sind nämlich auch für Senioren suboptimal.
Es ist allerdings so, dass im Senium und bei potenziellen Begleiterkrankungen ein stabiler Blutglukoseverlauf ohne Komplikationen wie Unter/Überzuckerung wichtiger sein kann als eine rigide Einstellung von 100 mg/dl.
Die Einstellung liegt im Ermessen des Arztes unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Patienten.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 03.07.16, 20:52 
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Hans Reuter hat geschrieben:
Die Einstellung liegt im Ermessen des Arztes unter Berücksichtigung der Gesamtsituation des Patienten.
Hallo Sabine,

Hans Reuter vergisst bei seine Antworten manchmal die Patienten. Selbstverständlich sollte über eine Therapie und über die Diabeteseinstellung im Einverständnis zwischen Arzt und Patienten entschieden werden. Inwieweit deine Mutter bei solchen Entscheidungen noch mitreden will, gegebenenfalls mit deiner Unterstützung, wirst du selbst am besten beurteilen können. Es ist schon denkbar, dass es sachliche Gründe für die Reduzierung gibt, aber die sollte der Arzt auch erklären. Ein häufiger Grund zur Reduzierung von Diabetestabletten ist z,B, Nierenschwäche.

Ich bin voll deiner Meinung, dass auch für ältere Menschen eine gute BZ-Einstellung sinnvoll ist. Lediglich die Abwegung von Aufwand, Nebenwirkungen und Nutzen kann bei ihnen anders ausfallen. Lasst euch auf jeden Fall vom Arzt die Gründe für seine Entscheidung erklären. Das müssen schon sehr gute Gründe sein, die so eine enorme Verschlechterung der BZ-Werte rechtfertigen können.

Beste Grüße, Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 05.07.16, 13:05 
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Hallo,

nachdem der Nüchternzucker über 230 war soll sie nun eine von den abgesetzten Tabletten wieder nehmen.

Nachdem sie eine von den abgesetzten Tabletten wieder nimmt, ist jetzt ist der Nüchternzucker bei 140. Der Doktor meint, da sei für einen Diabetiker ein guter Wert. Beim Gesunden sollte der Nüchternzucker unter 100 sein, beim Diabetiker zwischen 140 und 200, damit er nicht unterzuckert ist.

Höre soetwas zum ersten Mal und war etwas erstaunt. Ich dachte immer was für Gesunde gilt, gilt erst recht für Diabetiker oder?

Niereninsuffizienz Stufe 3 hat sich auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 05.07.16, 17:35 
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Hallo Sabine,

das halte auch ich für angemessen. Es ist immer eine Abwägung zwischen Aufwand, Nebenwirkungen, Risiko und Nutzen. Mit so einer BZ-Einstellung leben viele Diabetiker über mehrere Jahrzehnte gut. Ich wünsche euch, dass das deiner Mutter auch gelingt.

Beste Grüße, Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 08.07.16, 10:41 
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Beiträge: 964
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Hallo Sabine,

es scheint, der Arzt hat einen guten Kompromiss für die Medikation gefunden.
Ich empfehle eine engmaschige Kontrolle des Blutzuckers.

Die DDG - Deutsche Diabetes- Gesellschaft- hat in ihren Leitlinien Zielvereinbarungen für Diabetiker bzgl. der Blutglukosewerte festgelegt. Für Gesunde bzw. zur Diagnose des Diabetes mellitus gelten andere Werte.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 03.02.17, 10:35 
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Interessierter

Registriert: 03.02.17, 09:57
Beiträge: 9
Ich nutze mal für meine Anfrage dieses Thema, da es sich auf ein ähnliches Problem bezieht.

Mein Opa (84) hat ebenso Diabetes und mir ist die Insulinverabreichung, die der Hausarzt festgelegt hat, etwas rätselhaft. Mein Opa bekommt jeweils einmal am Tag und zwar abends zwischen 18 - 19 Uhr ein langwirkendes Insulin verabreicht und das in einer Dosis von 60 Einheiten.

Für mich würde eine Verteilung des Insulins zumindest auf zwei Spritzen (eine morgens, eine abends) mehr Sinn machen. Oder was meint ihr?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 05.02.17, 10:19 
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Beiträge: 185
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Hallo Mike,

wenn du deinem Opa helfen willst, dann unterstütze ihn dabei, dass er die von seinem Arzt verordnete Therapie einhält.

Willst du tatsächlich ohne jegliches Wissen die Therapie seines Arztes in Frage stellen? Dass dir das nötige Wissen fehlt, zeigt sich allein schon daran, dass du nicht einmal dazu schreibst, welches Basalinsulin dein Opa spritzt. Wäre es ein 12 Stunden wirkendes Insulin, dann wäre eine entsprechende Frage berechtigt. Die könntest du aber nur seinem Arzt stellen, weil auch dafür in bestimmten Fällen einmaliges Spritzen angebracht sein kann. Sehr wahrscheinlich spritzt dein Opa aber ein 24 Stunden wirkendes Basalinsulin, das einmal tägliches zu einem festen Spritzzeitpunkt gespritzt werden muss. Solche Informationen kannst du übrigens auch dem Beipackzettel entnehmen.

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Alterszucker
BeitragVerfasst: 08.02.17, 16:02 
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Beiträge: 964
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Zitat:
Für mich würde eine Verteilung des Insulins zumindest auf zwei Spritzen (eine morgens, eine abends) mehr Sinn machen. Oder was meint ihr?


Hallo Mike,

grundsätzlich sollte das vom Arzt verordnete Insulinregime nicht ohne dessen Einverständnis geändert werden. Ob o.a. Änderung überhaupt sinnvoll und für den Patienten von Nutzen ist,kann nur der behandelnde Arzt entscheiden. Zudem weisen die verschiedenen Insulinsorten individuell Unterschiede in Wirkbeginn, Wirkmaximum und Wirkdauer auf.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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