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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Insulinresistenz oder doch schon Diabetes?
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BeitragVerfasst: 08.06.16, 20:21 
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Moin Moin,

vor 2 Wochen war ich beim Hausarzt, nachdem die Blutwerte da waren, um mit ihm die Ergebnisse zu besprechen.

Raus kam, dass der Nüchtern-Glucosewert erhöht war, Cholesterin, Fettwerte ebenso, C-Peptid auch. Da sprach der Doc von einer Insulinresistenz.
Mein Blutdruck geht zur Zeit trotz des Betablockers auch nicht runter. Und mit meinem Gewicht war er auch nicht einverstanden(84 kg bei 1,64).

Im Internet hab ich dann nach "Insulinresistenz" gegoogelt. Das sein eine Vorstufe zum Diabetes und kann noch abgewendet werden.

Jetzt war ich gestern wieder beim Hausarzt wegen dem regelmäßigen DMP-Besuch (Asthma) und fragte ihn nochmal zur Insulinresistenz, weil ich in der digitalen Krankenakte (Bildschirm) schon die eingetragene Diagnose "Diabetes" bei mir las.

Häh....was denn nun....noch Insulinresistenz oder doch schon gesicherte Diagnose Diabetes?

Außerdem meinte der HA, dass ich das metabolische Syndrom habe.

Naja, nun soll in 2 Wochen nochmal eine Blutentnahme laufen. Die Dosis beim Betablocker wurde erhöht.

Ernährungstechnisch muss ich sagen, dass ich erst seit den Schwangerschaften auf mein Gewicht achten muss. Hab zig Diäten hinter mir, weiß, dass ich abnehmen kann. Aber im Moment habe ich aufgrund massiver Probleme mit meiner Tochter (Pubertät, Drogen, Therapie, Polizei), dass meine Psyche arg angegriffen ist, ich unter Dauerstress dadurch stehe und im Moment grad nicht die Kraft habe, nun wieder ein "Abnehmprogramm" zu starten. Das wäre mir im Moment eine Baustelle zuviel....

Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen und bedanke mich schon mal.

LG tweety007


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BeitragVerfasst: 08.06.16, 23:40 
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Wenn Sie pathologisch erhöhte Insulinresistenz haben, müssen Sie nicht abnehmen, sondern den Körper sensibler für Insulin machen. Aufgrund von Feedback-Mechanismen bedeutet das, daß Sie ihren Insulinspiegel im Blut senken müssen. Insulinresistenz kommt von chronisch erhöhten Insulinspiegeln; erhöhte Insulinspiegel werden von der Ernährung verursacht, vor allem durch Zucker und Stärke, insbesondere wenn die Lebensmittel stark industriell verarbeitet und arm an Ballaststoffen sind. Ständiges Essen ohne Pause bewirkt ebenfalls, daß ständig Insulin im Blut ist und der Körper resistent wird.

Die Lösung ist also:
1) weniger Kohlehydrate oder auf modern "low carb", dabei muß man die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung allerdings ignorieren (http://www1.wdr.de/verbraucher/ernaehru ... t-100.html)
2) bewußte Esspausen wie bei den verschiedenen Formen des Intervallfastens (http://www1.wdr.de/fernsehen/quarks/fas ... t-100.html)

Ach ja:
3) Streß reduzieren, da Streßhormone ebenfalls zu einer Erhöhung der Insulinresistenz führen.

Übrigens, ob Sie "noch" Prädiabetes oder "schon" Diabetes haben, kann man ohne die Blutwerte nicht sagen. Es ist aber auch müßig. Diabetes wird über den Blutzuckerspiegel definiert, das stammt noch aus Zeiten, als man Insulinspiegel im Blut nicht messen konnte. Der Stoffwechsel ist aber schon Jahre (Jahrzehnte?) vorher aus dem Ruder gelaufen. Aber so, wie ein Auto lange Zeit Motoröl verlieren kann, ohne daß die Warnlampe angeht, kann man lange Zeit einen gestörten Kohlehydratstoffwechsel mit erhöhten Insulinspiegeln und Insulinresistenz haben, ohne die Definition von Diabetes zu erfüllen.
Vielleicht muß die Definition einmal auf einen neueren Stand gebracht werden, und statt Blutzuckerspiegel der Blutinsulinspiegel bestimmt werden, damit man frühzeitig gegensteuern kann.

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BeitragVerfasst: 09.06.16, 09:12 
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Danke für Ihre Rückmeldung.....

Bei den Blutwerten war der Nüchtern-BZ bei 127, das C-Peptid erhöht (den Wert habe ich nicht), das Cholesterin und die Fettwerte erhöht.

Ernährung: Ich gehöre noch zu den Leuten, die wenig industriell verarbeitete Lebensmittel verwenden. Auf Deutsch, wir kochen frisch....
Ich hatte schon viele Diäten hinter mir, WW, Trennkost, auch Low Carb.....womit ich immer sehr gut abgenommen hatte.

Stress: In den letzten 2 Jahren bin ich erheblichem psychischen Stress ausgesetzt wegen arger Probleme mit unserer 14 jährigen Tochter (ihr Drogenkonsum, Polizei deswegen, ihre stationären Therapien deswegen, ihr Suizidversuch, ihre Schulverweigerung...usw). Ich denke, dass da das größte Problem liegt, denn mein Körper macht während dieser Zeit Schritt für Schritt schlapp. Bin auch deswegen schon über 1 Jahr krank geschrieben (Depression).

Deswegen ist es für mich im Moment nicht möglich, gerade jetzt auch noch auf die Ernährung zu achten. Entweder esse ich den ganzen Tag fast nix oderr sehr viel....Bin aber in therapeutischer Behandlung (Psychotherapie).

Das mit den Esspausen hatte ich auch mal probiert, aber da rutsche ich schnell in die Unterzuckerung.
Wegen genau denen bin ich zum Hausarzt gegangen.....naja, und raus kam das obige....

Theoretisch ist mir klar, was ich bewusst tun kann, um den Diabetes zu "umgehen". Aber praktisch fehlt mir die Energie dafür, weil die für unsere Tochter verpulvert wird.

Schwierig das Ganze.....

LG tweety007


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BeitragVerfasst: 15.06.16, 10:22 
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@tweety007

Die diagnostizierte Insulinresistenz ist das typische Merkmal des Typ 2 Diabetes bzw. seines Vorboten(Prädiabetes) : Das Metabolische Syndrom oder etwas theatralischer:
Das tödliche Quartett. Gemeint sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfett- und Blutglukosewerte sowie abdominales Übergewicht. Was man dagegen tun bzw. wie man die chronischen Komplikationen weitestgehend verhindern kann, wurde zum Teil bereits dargelegt.

Misslich ist deine Situation jedoch, da andere Krankheiten wie Depressionen und familiäre Belastungen der Therapie im Wege stehen können. Stresshormone sind Antagonisten des Hormons Insulin. Es steht aber nun mal fest, dass beim Metabolischen Syndrom der Patient selbst am meisten gegen die Folgen tun kann mit seiner Lebensweise, in der Hauptsache mit vermehrten körperlichen Aktivitäten und eine ausgewogene Ernährung:

- Nicht zu viel
- nicht zu fett
- nicht zu süß .

@Brigitte Goretzky

Die Insulinempfindlichkeit wird beim Metabolischen Syndrom auch gesteigert durch Gewichtsreduktion. Der Insulinbedarf nimmt mit dem Übergewicht leider zu. Ein hoher Insulinspiegel hemmt den Fettabbau und fördert die Insulinresistenz.

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 15.06.16, 12:20 
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Hans Reuter hat geschrieben:
- nicht zu fett

Neuere Forschung sagt da etwas anderes. Die Ergebnisse einer low carb high fat-Ernährung sowhol in Bezug auf Körpergewicht als auch auf Blutdruck und Blutfette sind eher positiv.

Zitat:
Die Insulinempfindlichkeit wird beim Metabolischen Syndrom auch gesteigert durch Gewichtsreduktion. Der Insulinbedarf nimmt mit dem Übergewicht leider zu. Ein hoher Insulinspiegel hemmt den Fettabbau und fördert die Insulinresistenz.

Hier stellt sich die Frage, was zuerst kommt: die Insulinresistenz oder das Übergewicht.

Ich bin mittlerweile der Ansicht, daß Übergewicht in vielen Fällen - und ganz besonders bei T2 Diabetikern - Symptom der Insulinresistenz, und nicht dessen Ursache ist. Sie schreiben selber, ein hoher Insulinspiegel hemmt den Fettabbau. Er macht nicht nur das, sondern er fördert den Fettaufbau! Insulin ist in dieser Hinsicht ein anaboles Hormon.
Der Insulinspiegel steigt nicht mit zunehmenden Übergewicht, sondern das Übergewicht nimmt zu mit steigendem Insulinspiegel. Daher bin ich der Ansicht, daß die Normalisierung des Insulinspiegels der erste Schritt sein muß, das Gewicht scheint sich danach "von alleine" in die richtige Richtung zu entwickeln.

Wer nachlesen möchte, kann viele Details inklusiver Links zu Studien auf http://www.intensivedietarymanagement.com oder http://www.dietdoctor.com und vielen anderen Webseiten nachlesen.

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BeitragVerfasst: 16.06.16, 10:38 
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Brigitte Goretzky hat geschrieben:
Hier stellt sich die Frage, was zuerst kommt: die Insulinresistenz oder das Übergewicht.


Ja, ja, mal wieder die Gretchenfrage:
Wer war zuerst da? Die Henne oder das Ei?

Die Antwort ist wohl immer noch ein deutliches JEIN ! :(

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 16.06.16, 12:22 
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Ich muss dazu sagen, dass mein Gewicht seit letztem Sommer kontinuierlich nach oben ging. Zum selben Zeitpunkt entgleiste meine Schilddrüse und ich war massiv in der Unterfunktion.

Mit Veränderung der Medikation ist die Schilddrüse jetzt eingestellt. Das Gewicht aber bleibt.

Das mit der Insulinresistenz "ergab" sich neulich durch die Blutwerte....Zufall....

LG tweety007


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