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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Glinide
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 Betreff des Beitrags: Glinide
BeitragVerfasst: 02.03.16, 15:43 
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Ich mache BOT
Vor langen Jahren habe ich mit Sulphonylharnstoffen sehr schlechte Erfahrungen gemacht
(Gewichtszunahme, Unterzuckerung)
Daher war ich auf Glinide umgestiegen.
Nun lese ich, dass Glinide nicht mehr übernommen werden sollen.
Was nun ?
http://www.diabetes-ratgeber.net/Medika ... 12431.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 06.03.16, 16:36 
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Hallo creole,

eine schier unendliche Geschichte ist das echt mit "diesen Gliniden".
Sie regen die Bauchspeicheldrüse wie ihre älteren Geschwister, die Sulfonylharnstoffe zu vermehrter Insulinsekretion an. Ihr "zusätzlicher Nutzen" gegenüber anderen Insulinsekretagoga liegt im Wirkprofil.

Glinide haben einen schnelleren Wirkbeginn und eine kürzere Wirkdauer. Somit wird die Gefahr einer Hypo bei moderater Dosierung deutlich gemindert.

Leider wurde immer wieder ein Zusatznutzen gegenüber bereits vorhandenen oralen Antidiabetika in Frage gestellt und die Erstattungsfähigkeit von den GKV nur bedingt anerkannt.

Neuere Medikamente wie die Inkretinverstärker oder die SLLT-2-Hemmer gelten mittlerweile u.U. als Ersatz für die "ungeliebten" Glinide. Vielleicht ist das eine Lösung für dich bei deiner BOT. Was meint der Diabetologe?

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 06.03.16, 16:57 
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Ich nehme an, es handelt sich um SGLT 2.
Ich habe mich so lange nicht mehr um DM gekümmert, dass ich mich erst einlesen muss.
Mit meinem Doc werde ich mich erst übermorgen unterhalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 07.03.16, 19:03 
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Beiträge: 676
Hallo creole,

von SGLT2-Inhibitoren würde ich die Finger lassen, da diese eine Reihe von erheblichen Nebenwirkungen haben.
Eine negative Risiko-Nutzen-Bewertung verhinderten in den USA eine Zulassung.
Harnwegsinfektion, genitale Infektion bei Frauen, da der erhöhte Glukosegehalt im Urin das Wachstum von Mikroorganismen begünstigt.
Blasenkarzinome, Leberfunktionsstörungen, Brustkrebs.
Da ist Insulin das Mittel erster Wahl.

MfG


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 08.03.16, 06:09 
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Beiträge: 125
Wenn man viel unterwegs ist,ist es recht umständlich,
mit dem Spritzwerkzeug zu hantieren.
Eine Tablette zu nehmen, ist deutlich bequemer.
Seit 1999 lese ich immer wieder, Tabletten würden die BSD
ausquetschen und zum vorzeitigen Ermüden führen.
Nach 16 Jahren Erfahrung kann ich sagen, dass das einfach FALSCH ist !

Ich habe eine schwere PNP, die vor 2,5 Jahren als „austherapiert“
klassifiziert wurde. Derart allein gelassen, fordert mich das
„im Kopf“ voll und ganz.
Von Anfang an keine Hypo- und keine Hyperglykämie;
abgesehen von den ersten 6 Monaten der Therapie eine schöne
flache BZ-Kurve und einen vernünftigen HBA1c-Wert.

Mittlerweile habe ich mehrere Telefonate geführt.
Ergebnis-Tenor : „Zahlen Sie es doch selbst, dann können Sie es doch
weiter nehmen“
Warum bin ich Trottel im DMP ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 08.03.16, 10:25 
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Beiträge: 676
Hallo creole,

auch viel unterwegs und nach 15 Jahren Tabletten ist mein Blutzuckerverlauf immer noch im Rahmen.
Beginnend mit Sulfonylharnstoff, dann Glinide und seit Jahren Sitagliptin welches gut vertragen und
auch von meiner Kasse (noch) erstattet wird. Zu DMP wollte mich mein Arzt auch überzeugen, abgelehnt.
Auch schon Versuch mit absetzten der Tabs gemacht. Trotz eiserner Disziplin und Verzicht ist der
HBA1c um 1/2 % gestiegen, also wieder zurück zu Sitagliptin. Insulin wäre lt. Arzt noch nicht notwendig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 08.03.16, 11:31 
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Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
@creole
Danke für den Hinweis(Tippfehler). Natürlich muss es SGLT-2 heißen. Zu DMP mag ich mich nicht äußern. :x

@heidu
In der Tat haben die SGLT-2 Hemmer bei manchen Patienten nicht zu vernachlässigende, schwere Nebenwirkungen. Trotzdem hat die EMA (Europäische Medizin-Agentur) sich für die Zulassung zumindest eines Präparates aus dieser Gruppe entschieden wegen eines positiven Risiko-Nutzen Verhältnisses. Bei der amerikanischen Behörde FDA steht die Zulassung noch aus wegen fehlender empirischer Daten, die m.W. nachgefordert wurden.

Der Goldweg in der Diabetestherapie ist freilich die Insulinbehandlung. Es gibt jedoch wohlfeile individuelle Argumente für die Bevorzugung der Alternativen solange das Behandlungsziel erreicht wird.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 09.03.16, 15:49 
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Beiträge: 2029
creole hat geschrieben:
Warum bin ich Trottel im DMP ?


Guten Tag,

wie, bitte, wäre die Behandlung ohne Einschreibung ins entspr. DMP verlaufen?

Danke schön und freundliche Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 09.03.16, 16:40 
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Beiträge: 125
Darf ich anders rum ? :)
Vor gut 10 Jahren sind wir gelockt worden mit tollen Reklamesprüchen.
(optimierte, personalisierte.... etc... Behandlung)
Die Kasse erhält eine ganze Menge Geld für jedes DMP-Mitglied;
eben damit eine optimale Versorgung finanziert werden kann.
ALLES, wirklich alles, was man heute mit mir treibt, hatten wir auch schon in Zeiten
" vor DMP"


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 29.04.16, 15:04 
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Interessierter

Registriert: 31.01.11, 16:04
Beiträge: 18
Erst heute habe ich erfahren, daß die Glinide zu einem großen Teil nicht mehr verordnung- und erstattungsfähig sein werden.

Mit meinem Hausarzt habe ich noch nicht gesprochen. Seit bei mir DM im Jahr 2005 festgestellt wurde, nehme ich Metformin+Sitagliptin, zuvor Metformin+Pioglitazon und davor Metformin+Rosiglitazon.
Seit vier Jahren nehme ich zusätzlich vor den Mahlzeiten noch jeweils 1x1m Repaglinid, weil der HbA1c-Wert nur mit Metformin+Sitagliptin noch zu hoch war.

Seit ich die drei Wirkstoffe Metformin+Sitagliptin+Repaglinid nehme, hat sich der HbA1c-Wert stabilisert und liegt sogar seit rund 1/2 Jahr bei 6,8.

Meine Frage: Ist es denn überhaupt möglich und sinnvoll, jetzt den Rückschritt zu wagen und auf Glimepirid statt Repaglinid umzusteigen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 01.05.16, 20:42 
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Registriert: 28.01.09, 09:40
Beiträge: 185
Wohnort: Nähe Dresden
Hallo Civilisation,

du nimmst das Repaglinid ja nur ergänzend und in einer minimalen Dosis. Deshalb kannst du wahrscheinlich ohne große Nachteile auf Glimeperid umsteigen.

Der Wirkmechanismus ist nahezu de gleiche, bei Repaglinid treten lediglich weniger Unterzuckerungen auf. Bei deiner geringen Dosis brauchst du auch mit Glimrperid kaum Unterzuckerungen zu befürchten.

Beste Grüße, Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 04.05.16, 11:12 
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Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Civilisation,

ich bin vor ca. 15 Jahren den umgekehrten Weg gegangen. D.h. erst Glimeperid
mit unangenehmen und "aus heiterem Himmel" auftretenden Hypos bis ein Klinik-Diabetologe mich auf Repaglinide aufmerksam machte und sie auch verordnete. Der Hausarzt machte zwar ein ungläubiges Gesicht. Aber Unterzuckerungen waren von gestern und meine Blutzuckerwerte besserten sich insbesondere im postprandialen Verlauf. Leider hielt dies mit dieser eigentlich sehr wohlfeilen Medikation nur zu den Mahlzeiten auch "nur" ein paar Jahre an. Ein neuer Diabetologe empfahl mir Insulin, insbesondere auch wegen meiner Polyneuropathie. Und beim Insulin bin ich heute noch, nun seit über 10 Jahren mit einer komfortablen Insulinpumpenbehandlung.

Aus meiner Sicht kann ich nicht raten zum Wechsel auf Glimeperid. Zumal die Insulinausschüttung bei diesen Antidiabetika unabhängig von den Mahlzeiten und unkontrolliert erfolgt, da die Betazellen über einen relativ langen Zeitraum zur Sekretion stimuliert werden.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 06.05.16, 12:00 
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Interessierter

Registriert: 31.01.11, 16:04
Beiträge: 18
Vielen Dank für die bisherigen Antworten.

Wegen der langanhaltenden Wirkung von Glimepirid möchte ich eigentlich nicht auf dieses Medikament umsteigen.

Ich war zwischenzeitlich bei meinem Hausarzt. Er empfiehlt mir eigentlich den Umstieg auf die SGLT-2-Hemmer. Die Nebenwirkungen, die ggf. durch die erhöhte Ausscheidung von Glucose resultieren, könne man in den Griff kriegen.

Dazu noch eine Frage: Im Internet finden sich sehr viele Aussagen zu den Gliflozinen. Sind diese denn eigentlich auch erstattungsfähig? Ich sehe mich nämlich schon wieder einem Eiertanz mit meiner Beihilfestelle ausgeliefert.

Hat der G-BA schon eine endgültige Stellungnahme oder einen Beschluß dazu gefaßt?

Ich wünsche schon mal ein schönes, sonniges Wochenende.
C.


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 08.05.16, 14:34 
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Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Die Gliflozine oder sogenannte SGLT-2 Inhibitoren(Hemmer) sind
m.W. nur zum Teil bei uns zugelassen. Einige befinden sich wohl auch noch im Zulassungsverfahren.

Die 16 Bundesländer und der Bund haben unterschiedliche Beihilfesatzungen.
Um sicher zu gehen, sollte im Einzelfall die zuständige Beihilfestelle konsultiert werden.
Dabei wünsche ich viel Erfolg.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Glinide
BeitragVerfasst: 06.07.16, 06:08 
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Registriert: 01.10.09, 08:16
Beiträge: 125
Nun nehme ich seit 4 Wochen Sulfonylharnstoffe.
2-mal nachmittags um die 70; ein 3. Mal → autsch
Nun weiß ich, dass mir bei 40 schwarz vor Augen wird
und ich die Hilfe meiner Frau brauche !!

Wenn ich mir vorstelle, ich bin beim Kunden,
esse zum Mittag nur einen Tick weniger als üblich,
trete dann in der Sitzung „gegen“ 5 Mitarbeiter des Kunden an,
wobei ich mit voller Konzentration auf alle Zwischentöne achten muss,
...-> au weia !!!!
Ich bin mal gespannt, wann das IQWIG im Auftrag des GBA nachweist,
dass das Rufen des Krankenwagens keine Vorteile gegenüber dem
Abwarten der natürlichen körpereigenen Gegenreaktion hat


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