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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ist der Zeitpunkt der Einnahme von Metformin egal?
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BeitragVerfasst: 24.07.15, 14:19 
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Hallo,

ich (w 27) habe Schilddrüsenunterfunktion, PCO und nehme einmal 100 mg L-Thyroxin und (Eigentlich) zweimal 500 mg Metformin.

Durch meine Arbeit und unregelmäßiger Essensaufnahme nehme ich beide Metformin-Tabletten gleichzeitig abends vor dem Schlafen. Ich würde gern frühs und abends eine nehmen, aber durch die L-Thyroxin-Einnahme verträgt sich das nich, habe ich gehört.

Nun die Frage, ob diese Einnahme trotzdem ihre Wirkung bringt oder ob ich damit etwas "kaputt" mache.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

LG


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BeitragVerfasst: 25.07.15, 10:18 
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Hallo Dicki...,

wenn doc die Metformingabe auf 2 x täglich sowie morgens und abends festgelegt hat, sollte Patient sich auch daran halten. Die Einnahme ist generell zu oder nach den Mahlzeiten vorzunehmen.

Eine Kollision mit dem Schilddrüsenwirkstoff L- Tyroxin dürfte es eigentlich kaum geben, da dieses Medikament unbedingt und mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück genommen werden soll.

Im Zweifel beim behandelnden Arzt nachfragen.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 25.07.15, 10:49 
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Hallo,

Danke für die Antwort, die aber leider meine Frage nicht beantwortet. Zu den Mahlzeiten soll man Metformin nur wegen der besseren Verträglichkeit nehmen. Da ich aber keine Nebenwirkungen habe, ist es egal. Meine Ärztin hat lediglich 2x täglich eine verordnet, aber da hab ich die einfach zu oft vergessen und gar nich zu mir genommen.

Mich interessiert ob Metformin eine Langzeitwirkung aufbaut, wobei die Einnahme von 2x500 mg egal wäre oder ob Metformin eine Kurzzeitwirkung aufbaut und eben immer nur ein paar Stunden anhält.

LG


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BeitragVerfasst: 26.07.15, 09:45 
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Die Anfangsdosis von 500mg hat eher keine Chance, einen durchgängigen Wirkspiegel für 24 Stunden aufzubauen. Wird halt zum Eingewöhnen genommen, meistens abends für einen niedrigeren morgentlichen Nüchternwert und ist häufig auch da wirkmäßig nicht messbar.
1000mg am Abend sind dagegen meistens schon am nächsten Morgen messbar. Ob in der gleichen Weise wie 500 morgens und 500 abends und wie sich die gleichmäßigere Verteilung bei 2 Gaben statt einmal 1000mg über 24 Stunden auswirkt, kann man eigentlich nur persönlich austesten.
Bei der normal verschriebenen Maximaldosis von 2000mg wird von einem Wirkspiegel ausgegangen, der z.B. vor Operationen von der letzten Einnahme 3 Tage bis zu seinem gänzlichen Auslaufen braucht.

Übrigens, wenn Metformin die zu große Glukose-Ausgabe aus der Leber messbar bremst (HAuptwirkung), ist die normale Leberfunktion meistens durch dort eingelagertes Fett behindert. Statt die Fehlfunktion medikamentös zu unterdrücken, kann man das Organ und seinen wichtigsten Mitspieler, die Bauchspeicheldrüse, auch mit z.B. 8 Wochen VLCD (Very Low Caloric Diet = 600-800kcal/Tag) entfetten (Google-Stichwort Leberfasten) und die normale Glukose-Ausgabe wiederherstellen.


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BeitragVerfasst: 27.07.15, 16:41 
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Die 500 mg - Tablette mit dem Wirkstoff Metformin dient meistens einem sanften Einschleichmodus. Steigerungen bis 2000 mg täglich in einer oder zwei Gaben im Abstand von 12 Stunden sind Standardbehandlung und werden vom behandelnden Arzt in der Regel festgelegt bzw. angepasst.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 10.10.15, 21:28 
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Beiträge: 132
Auch wenn die eigentliche Fragestellung bereits ~ 10 Wochen alt ist, aber Metformin hat eine Halbwertszeit von 3 Stunden.

Nimmt man morgens 1000mg ein, was nach 12 Stunden noch 62,5mg bzw. bei 2000mg 125mg entspricht - Die Dosis also auf einmal einzunehmen macht keinen Sinn!


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BeitragVerfasst: 23.10.15, 19:51 
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Beiträge: 185
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Hallo Poth,

die geringe Halbwertszeit von Metformin sagt lediglich aus, dass das Medikament nicht sehr lange im Blut vorhanden ist. Bei etlichen Medikamenten egibt sich daraus tatsächlich auch die Wirkzeit, weil sie nur solange wirken, wie sie durch das Blut im Körper verteilt werden. Das ist bei Metformin nicht so.

Es ist bekannt, dass Metformin nach dem Absetzen bis zu 3 Tagen auf hohem Niveau nachwirkt. Die Wirkung kann also gar nicht mit dem Verschwinden des Medikaments aus dem Blut zu Ende sein. Der genaue Wirkmechanismus von Metformin ist übrigens noch weitgehend unbekannt.

Bei den meisten, die das durch Messen des BZ nachprüfen, spielt der Einnahmezeitpunkt tatsächlich keine große Rolle. Deshalb kann man es so einnehmen, wie es am wenigsten von den Magen-, Darmproblemen verursacht, Bei vielen ist der günstigste Einnahmezeitpunkt zusammen mit Essen und die Aufteilung auf zwei Einnahmen am Tag.

Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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BeitragVerfasst: 25.10.15, 11:39 
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Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
@Rainer

Sehr richtig!

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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