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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ärztliche Untersuchung (Gericht/ Führerschein)
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BeitragVerfasst: 17.01.15, 15:46 
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Beiträge: 2
Hallo ihr Lieben,

es geht um meinen Verlobten.
Er hatte vor fast einem Jahr eine Unterzuckerung am Steuer. Dabei ist zum Glück nicht viel passiert. Er ist in Schlangenlinien gefahren und wurde dann von der Polizei und einem übereifrigen Arzt angehalten. Sein Wert lag bei 29. gemerkt hat er den Unterzucker und ist daraufhin von der Autobahn abgefahren. Leider sank der Spiegel so schnell das er nicht angehalten ist wie geplant....
Dazu vielleicht noch ein paar Infos, er ist einen Monat vorher berufsbedingt von einer Pumpe auf spritzen umgestiegen. Damals war er nicht gut eingestellt, so das häufiger Unterzuckerung auftraten. Das hat sich mittlerweile natürlich geändert. Momentan hat er eher Probleme mit zu hohen Werten.

Natürlich kam erst die Führerscheinstelle und forderte Gutachten, die hat er auch und es gab grünes Licht, dann das Gericht. Die Klage wurde zu seinen Gunsten abgewiesen, das gefiel dem Staatsanwalt nicht und er legte Einspruch ein. Nun müssen wir zu einem vom Gericht bestellten Arzt für ein weiteres Gutachten, ob seine fahrtauglichkeit gegeben ist.
Nun zu meiner Frage: Hat jemand Erfahrungen mit sowas? Was können wir tun damit er nicht schlecht da steht?!
Unsere Anwältin sagt sie kann ihm nicht viel helfen, der Fall ist schwerer gelagert als bei einem alkoholisierten Fahrer.

Sein HB1C lag bei der letzten Ubtersuchung im Bereich zwischen 8-9

Vielleicht kann ja hier jemand etwas dazu sagen.
Vielen Dank schon mal fürs lesen


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BeitragVerfasst: 17.01.15, 18:04 
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Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
der Arzt war nicht übereifrig. Deiner Verlobter hat sich und andere im Gefahr gebracht.

Er hat wissend ein Straftat begangen. Das 1. Gericht hat ungewöhnlich gehandelt. Normalerweise wird ein MPÜ angeordnet, der Führerschein entzogen usw.

Tatsache: Verlobter hat wissend sich und andere im Gefahr gebracht. Diese "ich kann es kontrollieren, ich kann anhalten" Ausrede kenne ich von schlecht eingestellte Epilepsiepatienten. Eines Tages aber geht es zu schnell. Bleibt nicht nur bei einem Aura. Boom. Sei froh, dass er angehalten wurde. Hätte viel schlimmer ausgehen können.

Er war übrigens in den obigen Fall auch nicht versichert.

Es ist wirklich kein Kavaliersdelikt.

Was man tun kann: regelmäßig Zucker vom Arzt überprüfen und dokumentieren lassen. Ggf. an eine Schulung für Diabetiker teilnehmen und allgemein Einsicht zeigen.

Wenn gegen ihm entschieden wird, kommt er so vielleicht um ein MPU drumherum.

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 17.01.15, 18:56 
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Registriert: 13.01.15, 22:44
Beiträge: 47
Zitat:
Sei froh, dass er angehalten wurde. Hätte viel schlimmer ausgehen können.


Ja, finde ich auch.

_________________
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BeitragVerfasst: 17.01.15, 19:29 
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Registriert: 17.01.15, 15:27
Beiträge: 2
Nicht falsch verstehen, ich bin natürlich froh das er angehalten wurde und nicht mehr passiert ist.
Übereifrig war der Arzt weil er gesagt hat Diabetiker sollten generell kein Auto fahren und er hat ihm im Beisein der Polizei die Schlüssel weg genommen, selbst die Polizisten und der Anwalt sagen das der Arzt mal die Kirche hätte im Dorf lassen sollen.

Er hat es ja gemerkt, leider zu spät auf Grund der schlechten Einstellung damals. Das zehrt jetzt seit einem Jahr an unseren nerven und ja ich weiß es hätte wesentlich mehr passieren können.

Für mich ist jetzt nur die Frage, was kommt bei der Untersuchung auf ihn zu?!

Seid mir nicht böse und ich meine es auch echt nicht sowie es vielleicht rüber kommt, aber Moralapost kann ich gerade nicht gebrauchen :(


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BeitragVerfasst: 19.01.15, 17:31 
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Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Nicole,

die Forderung, dass Diabetiker generell kein Auto führen dürften, ist maßlos überzogen.
Würde der Gesetzgeber dieser Forderung nachkommen, wäre das ein Präzedenzfall, vielen weiteren Fahrzeugführern mit anderen, ähnlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen grundsätzlich die Fahrerlaubnis zu verweigern.

Diabetiker haben jedoch sicher zu stellen, dass sich die Stoffwechsellage vor Antritt der Fahrt im Normalbereich befindet und eine Unterzuckerung im Laufe der Fahrt nach menschlichem Ermessen nicht eintreten kann. Deshalb ist der Blutzuckertest vor dem Fahrtantritt unerlässlich. Zudem sind notwendige Pausen für die Erholung sowie das Messen und Essen einzuhalten.

Im Rechtsstreit für das Erteilen oder für den Entzug der Fahrerlaubnis ist für den Diabetiker das Gutachten des behandelnden Diabetologen wichtig. Er muss dem Diabetiker gutachterlich bescheinigen, dass er besonders geschult ist und in der Regel eine normoglykämische Blutzuckerführung hat und stets in der Lage ist, sich anbahnende Unterzuckerungen während der Fahrt rechtzeitig wahrzunehmen, um diese erfolgreich abzuwenden bzw. seine Fahrt sofort zu unterbrechen.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 23.01.15, 13:22 
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Registriert: 01.03.07, 18:35
Beiträge: 603
leichter zu lesen
http://www.diabetes-ratgeber.net/fuehrerschein

fachlich umfassender
http://www.diabetes-und-recht.de/fuehrerschein/

generell:
Pech kann man immer mal haben. Aber wer sich normal keine Unterzuckerungen leistet, hat weniger Chancen auf son Pech, als jemand, bei dem ne Unterzuckerung 1mal die Woche normal halt vorkommt.


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