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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Diabetes Behandlung
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 Betreff des Beitrags: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 13.08.14, 12:31 
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Interessierter

Registriert: 13.08.14, 12:20
Beiträge: 7
Hallo!

Ich habe vorhin erfahren, dass ich Diabetes habe!
Mein Nüchternblutzucker lag bei 155 und der Langzeitwert bei 9,3!

Habe nun gerade einen Termin beim Diabetologen vereinbart um über die Behandlung zu sprechen.
Mein Hausarzt hat mir erst einmal Metformin verschrieben.

Mein Arzt ist auch der Meinung, dass Metformin reicht, aber mein Mann und ich haben einen Kinderwunsch und wollen im Oktober mit einer künstlichen Befruchtung starten und man soll doch in der Schwangerschaft kein Metformin einnehmen...

Habe grade auch mit der Kinderwunschärztin telefoniert, die sagte mir, dass ich mit Insulin behandeln soll und dass wir erst anfangen können, wenn der Blutzucker gut eingestellt ist, aber sie konnte mir nicht sagen wie lange das dauert!

Der Termin beim Diabetologen ist erst im September, könnt ihr mir Tipps geben wie lange es etwa dauern wird, bis der Wert stabil eingestellt ist und wir mit der künstlichen Befruchtung starten können???

Freue mich über Antworten!!

Lieber Gruß
Becky


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 13.08.14, 12:58 
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DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 20:00
Beiträge: 3228
Wohnort: Friesland
Ich glaube nicht, dass man einen bestimmten Zeitraum angeben kann, denn die Einstellung des Blutzuckers haengt sehr von den persoenlichen Umstaenden und Verhaltensweisen ab. Manche Menschen kriegen ihren Diabetes nie in den Griff.

In GB aendert sich langsam die Denkweise und damit die Behandlung des Diabetes Typ II. Eine Studie der Universitaet Newcastle zeigte sehr gute Ergebnisse mit einer kurzfristigen very low calorie diet - 800 kcal pro Tag - , aber Langzeiterfahrungen gibt es noch nicht.
Ausserdem wird immer mehr mit intermittierendem Fasten gearbeitet, das ebenso gute Ergebnisse bei der Kontrolle des Blutzuckers zeigt. Eine ganze Reihe Diabetiker haben das Fasten auf eigene Faust begonnen (ich auch :oops: ) und machen derzeit den groessten Langzeitversuch der Welt, aber es laufen Studien zum Thema in USA und GB, ob auch in Deutschland entzieht sich leider meiner Kenntniss.

Wichtig fuer Sie ist: lernen Sie. Je besser Sie Diabetes verstehen, desto besser koennen Sie ihn kontrollieren. Falls Sie Englisch koennen, kann ich ihnen einige Links und Informationen anbieten ueber Diabetes und Fasten, ansonsten haben unsere "Urgesteine" im Forum wie hjt und Hans Reuter sicherlich Links zu deutschsprachigen Informationsquellen.

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Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 13.08.14, 14:49 
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Interessierter

Registriert: 13.08.14, 12:20
Beiträge: 7
Danke für deine Antwort!!!

Das mit dem Fasten bzw. 800 Kalorien/Tag klingt schon sehr gut und das werde ich wohl mal ausprobieren, aber kann man während so etwas denn Insulin nutzen?

Denn unserer erste Priorität ist ja die künstliche Befruchtung und in der Schwangerschaft werde ich sicherlich Insulin benötigen...

Ich habe gerade noch gelesen, dass man stationär im Krankenhaus eingestellt wird?! Stimmt das?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 13.08.14, 17:45 
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Registriert: 28.01.09, 09:40
Beiträge: 185
Wohnort: Nähe Dresden
Hallo Becky,

meine Empfehlung ist, dass du das Metformin bis zum Termin beim Diabetologen nehmen solltest und dann mit ihm besprichst, wie es weiter geht. Warum willst du die Zeit bis dahin ohne Medikamente verstreichen lassen. Deine Hausarzt hat dich hoffentlich darauf hingewiesen, dass bei Metformin das langsame Einschleichen für die Verträglichkeit sehr wichtig ist.

Ansonsten empfehle ich dir, besonders auf die Menge und Qualität der Kohlenhydrate zu achten und dein Sport-bzw. Bewegungspensum zu erhöhen. Für das von Brigitte empfohlene, in vielen Fällen bei Neudiabetikern äußerst wirksame Leberfasten, kann ich dir hier einen ausführlichen Bericht von Jürgen anbieten. Vielleicht liest du dir das mal durch. Es ist durchaus denkbar, dass du danach deinen Diabetes auch ohne Insulin im Griff behalten kannst.

LG Rainer

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Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 15.08.14, 09:57 
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Registriert: 11.08.06, 11:16
Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Becky hat geschrieben:
Mein Arzt ist auch der Meinung, dass Metformin reicht, aber mein Mann und ich haben einen Kinderwunsch und wollen im Oktober mit einer künstlichen Befruchtung starten und man soll doch in der Schwangerschaft kein Metformin einnehmen...


Vollkommen richtig, wenn Ernährung und Lebensweise mithilft. Ein bestimmter Zeitraum bis zur Normalisierung der Blutzuckerführung kann nicht vorhergesagt und ebenso wenig eine Erfolgsgarantie abgegeben werden.
Bleibt der Erfolg aus, ist sicherlich Insulin angezeigt. Die Insulintherapie hat den Vorteil, dass sie, wenn nötig, auch in der Schwangerschaft fortgesetzt werden kann. Metformin müsste abgesetzt werden.

Wichtig ist beim Fasten für Diabetiker, dass es unter ärztlicher Anleitung durchgeführt wird und Unterzuckerungen vermieden werden. Engmaschige Blutzuckerselbstkontrolle ist empfehlenswert.

Ich wünsche ein gutes Gelingen des Vorhabens. :)

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 15.08.14, 10:33 
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Registriert: 01.03.07, 18:35
Beiträge: 603
Moinmoin,

ohne Blutzucker senkende Medikamente braucht beim Fasten/sehr-wenig-Essen (VLCD) niemand Angst vor Unterzucker zu haben :)

Und mit Fasten/sehr-wenig-Essen lässt sich zu Anfang des Diabetes Typ2 in wenigen Wochen erstaunlich viel an Blutzucker- und Insulin-Normalisierung erreichen und für Monate bis Jahre stabilisieren. Stabilisieren vor allem dann, wenn man anschließend an die Radikalkur mit Low Carb bis LCHF ohne neuerliche Gewichtszunahme weiter lebt.

Damit könnten Befruchtungs-Phase und Schwangerschaft mit gesundem Blutzucker völlig ohne Medis möglich werden.

Daumendrück, Jürgen

@Brigitte
danke für den IDM-Link :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 15.08.14, 11:06 
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Interessierter

Registriert: 13.08.14, 12:20
Beiträge: 7
Hallo!

Danke für die vielen Antworten!!

Wegen der Gefahr einer Unterzuckerung.... ist es aber nicht so, wenn ich mich für Metformin entscheide und dieses Fasten durchziehe, dass dabei keine Gefahr für Unterzuckerung besteht? Irgendwo hatte ich mal gelesen, dass man mit Metformin nicht Unterzuckern kann...

Liebe Grüße
Rebecca


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 15.08.14, 13:46 
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Beiträge: 603
Mit etwas Glück brauchst Du nach ein paar Tagen nicht einmal mehr Metformin :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 15.08.14, 16:51 
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DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 20:00
Beiträge: 3228
Wohnort: Friesland
Mit Metformin alleine kann man in der Tat nicht unterzuckern, wohl aber mit Metformin in Kombination mit anderen Medikamentes sowie Alkohol vorkommen.

Ich erzaehle mal was aus meinem Nahekaestchen: Typ II Diabetes habe ich seit ein paar Jahren, bis Anfang diesen Jahres mit der ueblichen, auf Vollkorn und Staerke basierenden Diaet kontrolliert. Aufgrund verschiedener widriger Umstaende lief dann Anfang diesen Jahres alles aus dem Ruder und weil ich mit dem Fasten anfangen wollte, bin ich zum Hausarzt und habe mal meinen HbA1c kontrollieren lassen. Schliesslich will der Arzt in mir wissen, was so passiert; meine Theorie war (ich hatte IDM zu dem Zeitpunkt noch nicht gefunden), dass Intervallfasten die Insulinresistenz pozitiv beeinflussen koennte.
HbA1c im Januar war 63 mmol/mol - nicht gut, ueberhaupt nicht gut. Die freundliche Diabetesschwester gab mir ein Rezept fuer Metformin, zwei Wochen lang eine am Tag, dann eine Tablette zweimal taeglich.
Gefastet habe ich auch, das war ja mein Grund fuer die Kontrolle. Aufgrund meiner eigenen Theorie habe ich von Anfang an 24 Stunden nichts gegessen, dann eine kleine Mahlzeit von ca. 250 kcal. Allerdings habe ich tagsueber Kaffee mit Milch getrunken, zwei bis drei Tassen. Zwei Fastentage pro Woche, nach einem hier in GB populaeren Protokol. In der Zeit habe ich auch IDM entdeckt und mit Dr Fung einige Emails ausgetauscht; seine Ansicht ueber den Einfluss von Fasten auf Insulinresistenz deckt sich mit meiner Theorie und er behandelt so seine Patienten. 8)

Metformin habe ich in den ersten vier oder fuenf Wochen an den Tagen genommen, an denen ich nicht gefastet habe, allerdings konnte ich es nie auf zweimal taeglich steigern. Nach vier oder fuenf Wochen habe ich es wieder abgesetzt weil ich jedesmal ca. 1 Stunde nach dem Essen ein zweites Fruehstueck brauchte, meist in Form von Kohlehydraten, sonst habe ich alles angenagt, das nicht voellig ungeniessbar schien. Aufgrund der Richtlinien hier in GB habe ich leider kein Blutzuckermessgeraet, daher weiss ich nicht, wie der Zucker in der Zeit war.

Ende April gab es eine Kontrolle des HbA1c - 48 mmol/mol. Ich war jetzt im Bereich der guten BZ-Kontrolle. Die Schwester war nicht ganz gluecklich ueber mein Absetzen von Metformin aber meinte, ich sollte mal weitermachen, wir wuerden dann ja sehen, ob es auch ohne geht.

Nach weiteren drei Monaten Intervallfasten gab es vor ein paar Wochen die naechste Kontrolle. Diesmal hatte die Schwester ein fettes Grinsen im Gesicht, das noch weiter wurde, als ich ihr erzaehlte, dass ich halt weiterhin zwei Fastentage die Woche mache und an fuenf Tagen ganz normal esse - ganz normal, inklusive gelegentlichem Speiseeis oder einer vollfetten Cola. Ich esse auch keine fettarmen Sachen, sondern benutze Vollmilch, esse Naturjoghurt mit 10 % Fett und solche Dinge. Allerdings esse ich insgesamt weniger Kohlehydrate, weniger Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis als frueher; ich mag es einfach nicht mehr so sehr.
HbA1c im Juli war 44 mmol/mol, Gesamtcholesterin auf 5-und-ein-bischen, Verhaeltnis von HDL zu LDL perfekt' Triglyzeride im Normalbereich (genaue Werte weiss ich gerade nicht). Alles ohne Metformin.

Mittlerweile bin ich davon ueberzeugt, dass man Typ II Diabetes erfolgreich kurieren kann. Die Insulinresistenz kann m.E. verringert werden und wohl auch bis zu einem "gesunden" Level. Klar, die genetische Veranlagung zu Insulinresistenz kann man nicht entfernen, aber das waere in meinen Augen zuviel verlangt fuer den Stempel "gesund". Man diagnostiziert ja auch keine ankylosierende Spondylitis bei jemandem, der voellig beschwerdefrei ist, nur weil er zufaellig HLA B27-positiv ist.

Ich werde weiter fasten, denn einfacher kann man seinen Diabetes nicht kontrollieren. Dass ich zwei Kleidergroessen abgenommen habe ist eine Nebenwirkung, ueber die ich mich nicht beschwere, ebenso wenig wie ueber den Blutdruck, der von grenzwertig auf voellig normal gesunken ist.

Ach ja, die Ernaehrungberater in der Gegend haben mittlerweile auch angefangen, Intervallfasten und das Newcastle-Protokoll zur Behandlung frisch diagnostizierter Diabetiker Typ II zu benutzen. Diesmal war ich schneller als die Profis. :lachen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Behandlung
BeitragVerfasst: 15.08.14, 18:39 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 01.03.07, 18:35
Beiträge: 603
Danke für den Blick ins Nähkästchen und den Hinweis auf das Newcastle-Protokoll :)

Und es passt: Schließlich kam die einfach ergebnisorientierte praktische Umgehung des giganitschen bariatrischen OP-Aufwands mit VLCD vor nun bald 10 Jahren doch auch von der Insel, oder?

Nachtrag:
Hätte mir ja auch sofort aufgehen können, oder? Professor Roy Taylor

Korrektur:
die erste praktische Umgehung fand nicht schon vor 10 Jahren, sondern erst in 2011 statt.


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