Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Diabetes durch Cortisoneinnahme ?
Aktuelle Zeit: 23.10.17, 00:20

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Diabetes durch Cortisoneinnahme ?
BeitragVerfasst: 03.08.14, 18:49 
Offline
noch neu hier

Registriert: 03.08.14, 18:08
Beiträge: 3
Hallo,
seit einiger Zeit beschäftigt mich ein Frage, die ich allerdings nicht richtig gelöst bekomme...
Seit ca. einem guten Jahr stelle ich bei mir immer wieder auffällige Zuckerwerte im Grenzbereich fest. Ich messe hierbei mit einem Handmessgerät. Morgens habe ich häufig Nüchternwerte an der 100-er Grenze (95, 99, auch mal 102). Nach dem Essen, ca. 30 Min bis 1 Std. sind auch schon mal Werte bis 180 dabei. Nach 2 Stunden meist wieder im 90er - 100er Bereich. Die letzten Laborberichte von Blutuntersuchungen beim Arzt innerhalb dieser 12 Monate ergaben Nüchternwerte von 93, 103 und 97 (hatte sie rausgekramt). Ich hatte Anfang 2013 eine Cortisontherapie über einige Monate absolviert mit Prednisolon, bei der ich mit 75 mg startete und gerade die ersten Wochen diese ziemlich hohen Dosen von 75 mg, 50 mg, usw. einnahm. Diese wurde dann immer weiter reduziert bis die Therapie beendet war. Gesamtdauer der Cortisontherapie ca. 5 Monate würd ich schätzen. Ich fand einen Laborbefund eines Gastroenterologen, ebenfalls von Anfang 2013, d.h. vor der Cortisontherapie, bzw. ziemlich am Anfang dieser. Hier war der Nüchternblutzucker bei 82 und der Langzeitzuckerwert bei 5,1, also alles Top Gesund. Da ich jedoch nun diese grenzwertigen Zuckerwerte habe, frage ich mich, ob ein beginnender Diabetes, quasi so eine Vorstufe durch die Prednisolontherpie ausgelöst wurde ?
Da ich erst Mitte 30 bin, nicht übergewichtig und mich relativ gesund ernähre, d.h. wenig Süsskram, Kohlehydrate in Maßen, etc.pp., fällt mir kein andere Grund ein. Meine Ärztin sagt, dass sei nicht möglich. Sie veranlasste auch ein OGTT.
Hier waren die Werte Nüchtern 107, 1 Std. 134, 2 Std. 104.
Wenn man googelt liest man immer vom Cortisoninduzierten Diabetes, d.h. während der Cortisontherapie erhöhte Zuckerwerte, die sich allerdings wieder im Anschluss an die Therapie zurückbilden. Kann es sein, dass die Cortisontherapie quasi so eine Art Startschuss für einen beginnenden Diabetes bei mir ausgelöst haben ? Oder ist das Unsinn ?

Also nochmal zu meiner Grundtheorie: Die mehrmonatige höherdosierte Cortisontherapie Anfang 2013 hat meine Bauschspeicheldrüse, die vorher Top in Ordnung war, in diesen Monaten in der Form überlastet, dass sie angeschlagen wurde und nun mehr und mehr schlapp macht. Und sie es auch nach der Corti Therapie nur noch gerade so schafft meine Werte in eben diesen o.a. Grenzbereichen zu halten. Irgendwann demnächst wird sich daraus wohl ein manifester Diabetes entwickeln.
Sie wurde quasi durch die Cortisoneinnahme, ähnlich wie bei Übergewichtigen, oder jahrelanger falscher Ernährung, in gewisser Weise überlastet und hat nun einen defekt in der Blutzuckerautomatik entwickelt ? Oder ist das nach den paar Monaten Cortsison nicht möglich und eher unwahrscheinlich ?
Danke für Eure Antworten.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 04.08.14, 10:22 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 11.08.06, 11:16
Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo franky,

es kann sich um einen spezifischen Diabetes-Typ (auch Typ 3, mit vielen Untergruppen, genannt) gehandelt haben. In diesem Falle um eine medikamentös-chemisch induzierte Form durch die Behandlung mit Glukokortikoiden. Dieser Diabetestyp kann auftreten bei länger andauernden Cortisongaben, insbesondere bei hoher Dosierung. Nach Beendigung der Cortisontherapie normalisieren sich die Blutglukosewerte in aller Regel.

Solange nicht auf die Cortisonbehandlung verzichtet werden kann, ist eine engmaschige Bluzuckerkontrolle empfehlenswert. Manifestiert sich der Diabetes, ist eine probate Therapie (z.B. Insulin) nötig.

Aufgrund o.a. Blutglukosewerte ist Diabetes mellitus sehr unwahrscheinlich.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.08.14, 09:46 
Offline
noch neu hier

Registriert: 03.08.14, 18:08
Beiträge: 3
Hallo Hr. Hans Reuter,
dass sich während der Cortisontherapie ein Diabetes einstellen kann hab ich schon häufig gelesen.
Mir geht es jedoch in erster Linie um folgende Frage:
Das Cortison nehme ich schon seit über einem Jahr nicht mehr, wie gesagt Behandlungsdauer war ungefähr von Januar '13 - Juni '13.
Die o.a. manchmal grenzwertigen Nüchternwerte sind mir durch persönliche Messungen, als auch durch Laborbefunde der letzten Monate aufgefallen. Da ich wie gesagt mich ziemlich gesund ohne viel Süsskram ernähre, hab ich mich gefragt, wieso die Werte so sind wie sie sind, bzw. in Richtung Prädiabetes deuten.
Hier fiel mir dann die vergangene Cortisontherapie ein, die das ausgelöst haben könnte, zumal ich ein Laborbefund von Anfang 2013 rausgekramt habe (d.h. ziemlich zu Beginn, bzw. vor der Cortisontherapie) bei dem der Nüchternwert bei 82 war.
Kann die Bauchspeicheldrüse während der Cortisontherapie derart in Mitleidenschaft gezogen worden sein, da sie ständig gegen die höheren Blutzuckerwerte durch das Cortison ankämpfen musste, sodass sie nun mehr und mehr "schlapp" macht und es nach der Cortisontherpie nur noch schwer schafft die Grenzwerte einzuhalten ? Hat sie quasi einen "Schlag" abbekommen, da das zuviel für sie war ? Oder ist das nicht möglich ? Wie gesagt, ich rede hier nicht von einem manifestem DM, sondern eher von einer Vorstufe, ausgelöst von der Cortitherapie...oder alles Unsinn ? Komisch nur, das der eine Nüchternwert vor der Therapie bei 82 war (andere Vergleichswerte hab ich leider nicht mehr) und die der letzten Monate alle um den 100-er Wert...
Danke nochmals für Ihre Einschätzung.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 05.08.14, 10:43 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 11.08.06, 11:16
Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo,

solange die Ursachen für die Entstehung des Diabetes insgesamt noch nicht vollkommen geklärt sind, lassen sich Deine Fragen auch nicht ganz schlüssig beantworten. Man muss sich also mehr oder weniger in jedem Einzelfall mit relativen Einschätzungen zufrieden geben. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die seinerzeitige Cortisonbehandlung der Auslöser für die heutigen Grenzüberschreitungen des Blutzuckerverlaufs ist.

Fest steht, dass der Diabetes multifaktorielle Ursachen hat. Genetische Aspekte sind bei der Beurteilung ebenso wenig zu vernachlässigen wie Umweltfaktoren oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Beim Typ2-Diabetes ist es mittlerweile belegt, dass mehrere Störungen für die Entstehung verantwortlich sind. Von Insulinresistenz der Leber- und Muskelzellen bis zu Sekretionsstörungen infolge des Mangels bestimmter Darmhormone.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 25.08.14, 00:49 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 11.07.10, 09:35
Beiträge: 45
moin :)

das gute vorab...die werte sind alle ok, franky ;)

nun zur theorie:

>Also nochmal zu meiner Grundtheorie: Die mehrmonatige höherdosierte Cortisontherapie Anfang 2013 hat meine Bauschspeicheldrüse, die vorher Top in Ordnung war, in diesen Monaten in der Form überlastet, dass sie angeschlagen wurde und nun mehr und mehr schlapp macht. Und sie es auch nach der Corti Therapie nur noch gerade so schafft meine Werte in eben diesen o.a. Grenzbereichen zu halten.

also das da (isoliert) reicht selten.

um das zu ueberpruefen, kann man den sog. c-peptid messen.
das ist ein spaltprodukt, welches bei der koerpereigenen insulinherstellung entsteht.

um hier einer vorstufe einer diagnosefaehigen krankheit zu haben, sollte dieser wert entweder drastisch niedrig oder massiv erhoeht sein.

die tolle zahl gibt an, wieviel insulin noch da ist bzw. produziert wird (c-peptid kann man wegen halbwertzeiten besser bestimmen als insulin direkt)

wenn das budget der behandelnden mediziner ausreicht, kann man auch andere dinge messen...faellt aber eher unter wunschdenken als medizin (oder man hat ein labor an der hand).

ich wuensche jedenfalls viel erfolg....und weiterhin gute gesundheit....vom krank-sein bist du bisher weit entfernt :)
mfG
dingo1


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 27.08.14, 10:26 
Offline
noch neu hier

Registriert: 03.08.14, 18:08
Beiträge: 3
Hallo Dingo & Hans Reuter,
Danke für die Reaktionen, also ich möchte keinen Stress verbreiten, bin jedoch beunruhigt, dass quasi etwas Unumkehrbares in Gang gesetzt worden ist. Nach dem OGTT mit dem Nüchternwert von 107 hat meine Ärztin noch den Langzeitzucker genommen. Der war bei 5,3 laut ihrer Aussage in Ordnung, keine weiteren Untersuchungen notwendig. Dass ich die letzten Monate aufgrund der Angst einen Diabetes zu entwickeln sehr, sehr moderat gegessen habe und auch versucht habe Kohlehydrate und Zuckergetränke wie Cola fast gänzlich zu vermeiden war scheinbar für sie nicht relevant. Bei "normaler" Ernährung wäre der Langzeitwert dann auch wahrscheinlich um einiges höher als 5,3 ausgefallen, meiner Meinung nach.
Wie gesagt, aus ihrer Sicht mit diesem Wert kein weiterer Handlungsbedarf, mein eigentliches Anliegen wurde mir allerdings von ihr nicht beantwortet, bzw. ist sie nicht richtig drauf eingegangen und mein Hinweis, das der Langzeitwert vor der Cortitherapie bei 5,1 war und der Nüchternzucker bei 82 nahm sie so nicht wahr.
Ich möchte eben wissen warum der sich in der relativ kurzen Zeit von 5,1 auf 5,3 "verschlechtert" hat (trotz KH moderater Ernährung) und warum der Nüchternwert, statt bei 82, sich inzwischen bei Ende 90er Werten eingependelt hat ? Mit dem 5,3er Wert werde ich sie wohl kaum dazu bekommen mir das C-Peptid messen zu lassen, bzw. weitere Untersuchungen anzuschliessen. Für mein Gefühl und mein schlechtes Gewissen wegen der Corti Einnahme hätte ich halt gerne diese "Cortison Theorie" ein für allemal aus dem Kopf. Ich mache mir da halt Vorwürfe und dies ist leider der einzige Grund der mir für die Verschlechterung einfällt, bzw. aufgefallen ist.
Wenn ich mir die Werteentwicklung im Gesamten anschaue (und nicht nur einen Wert alleine, wie z.B. die letzten 5,3) habe ich eben die Befürchtung, dass sich die Werte nach und nach immer weiter verschlechtern werden (was sie ja auch schon getan haben) und ich demnächst irgendwann die Grenzwerte zur festen Diagnose erreichen werde...dies sehe ich leider im Moment alleine so, da meine Ärztin, wie ich finde, nicht die Gesamtentwicklung betrachtet, sondern nur den einen Wert, der derzeit noch i.O. ist, sieht, und die damalige Cortisongabe von vorneherein als Auslöser ausschließt, ohne sich im Detail meine Bedenken diesbezüglich angehört zu haben. Sie antwortet nur lapidar: "sowas muss die Bauchspeicheldrüse schon aushalten"...na und wenn eben nicht ?
Nochmal sorry, ich möchte hier keinen Stress verbreiten und alle verrückt machen, ich habe jedoch Angst und es beschäftigt mich halt so sehr...


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 28.08.14, 11:32 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 28.01.09, 09:40
Beiträge: 185
Wohnort: Nähe Dresden
Hallo Franky,

gegen die Cortisongabe kannst du im Nachhinein nichts mehr tun, du kannst auch keinen dafür haftbar machen. Deshalb würde es dich kein Stück weiter bringen, wenn dir jemand die Frage eindeutig beantworten könnte. Die anderen haben dir ja bereits geschrieben, dass das bei dem heutigen Erkenntnisstand sowieso niemand kann.

Du selbst bist in erster Linie für deine Gesundheit verantwortlich und Angst hilft dir nicht viel weiter. Wie du einer Diasbtesentwicklung mit Ernährung und Bewegung entgegen steuern kann, das weißt du ja und hast es schon getan. Mache es weiter so und lass die Werte weiter regelmäßig überprüfen. Deine Ärztin kann dir jetzt auch nichts anderes empfehlen. Wenn du noch viele Jahre oder vielleicht nie eine Diabetesdiagnose bekommst, dann solltest du dich über diesen Erfolg freuen. Zur Zeit sieht es eher danach aus, als würdest du dich über die guten BZ-Werte, für die du erfreulicherweise selbst mit gesorgt hast, ärgern.

Beste Grüße, Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!