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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Brauche mal einen Rat zu Diabetes 3e
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 Betreff des Beitrags: Brauche mal einen Rat zu Diabetes 3e
BeitragVerfasst: 25.04.14, 10:35 
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Registriert: 25.04.14, 10:23
Beiträge: 1
Hallo zusammen,

aktuell nehme ich seit 7 Wochen Cortison auf Grund einer rheumatischen Erkrankung ein. Begonnen habe ich mit 100mg am Tag und bin nun bei 20mg angelangt (reduziere also 10mg je Woche).

Leider hat sich mein Blutzucker unter dieser Cortison Therapie schlecht entwickelt. Mein HbA1c ist von 5,7 auf 6,6 gestiegen. Mein Nüchtern-Blutzucker liegt zwischen 80 und 125, schwankt also. Mein BZ-Wert 90 Minuten nach dem Essen liegt zwischen 105 und 250, schwankt also noch mehr.

Nun war ich deswegen beim Diabetologen und habe die Empfehlung bekommen während der Cortisontherapie Insulin zu spritzen.Mal abgesehen davon, dass ich davon wirklich NULL Ahnung habe und auch einen gewissen Respekt, verstehe ich nicht, warum ich das Insulin vor dem Essen spritzen soll, wenn ich diese heftigen Schwankungen habe. Meine Frage, ob ich das Insulin nicht nach dem Essen spritzen könne, wenn der BZ Wert entgleist wurde verneint mit dem Argument, dass es dann zu spät sei. Meine Frage, was passieren würde, wenn ich vor dem Essen Insulin spritzen würde in der Annahme, dass der BZ steigen würde, er es dann aber nicht tut, wurde beantwortet mit der Aussage, dass ich einen dann entstehenden Unterzucker bemerken würde und mit Traubenzucker ausgleichen könne.

Mir ist sehr unwohl bei der Vorstellung vor dem Essen Insulin zu spritzen in Erwartung eines hohen BZ-Wertes, der sich dann aber u.U. gar nicht einstellt.

Macht man das denn wirklich so? Immer vor dem Essen spritzen? Macht nach dem Essen spritzen, wenn die BZ-Werte wirklich schlecht denn gar keinen Sinn? Ich bin sehr verunsichert, da ich wie gesagt bisher mit diesem Thema gar nichts zu tun hatte. Meine Rheumatologen möchten diesen Thema nicht mit mir behandeln, weil sie dem Diabetologen nicht reinreden wollen.

Sollte ich u.U. noch mal einen zweiten Diabetologen aufsuchen?

Beste Grüße und einen sonnigen Tag


Lars


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BeitragVerfasst: 25.04.14, 10:51 
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Registriert: 28.01.09, 09:40
Beiträge: 185
Wohnort: Nähe Dresden
Hallo Lars,

entweder du setzt dich ganz schnell intensiv mit der Insulintherapie auseinander oder du wartest in Ruhe das Ende der Cortisontherapie ab. Da du schon beim Ausschleichen des Cortisons bist, würde ich an deiner Stelle wahrscheinlich letzteres wählen. Wenn du kein Cotison mehr nimmst, dann wird dein BZ voraussichtlich wieder genauso wie vorher verlaufen.

Falls du für später weitere Cortisonbehandlungen erwartest, dann nutze die Zeit und nimm vorausschauend an einer ICT-Schulung teil. Dann kannst du beim nächsten mal entsprechend gegensteuern und auch mit Cortison für einen guten BZ-Verlauf sorgen.

Beste Grüße, Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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BeitragVerfasst: 26.04.14, 13:14 
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Registriert: 11.08.06, 11:16
Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Lars,

es handelt sich offenbar um einen Sekundärdiabetes, der infolge der Behandlung mit dem Insulinantagonisten Cortison entstanden ist. Man kann davon ausgehen, dass nach Beendigung der Cortisongaben, die Blutglukosewerte sich wieder normalisieren. Ist dies nicht der Fall oder eine eine neue Cortisonbehandlung erforderlich, ist eine Insulintherapie mit entsprechender Schulung das Mittel der Wahl, die Hyperglykämie zu kompensieren.

Es ist eine wohlfeile Empfehlung, Insulin vor den Mahlzeiten entprechend der Glykämischen Last der
Nahrung zu spritzen statt erhöhten postprandialen Blutzuckerwerten "hinterherzujagen" mit Insulingaben nach der Mahlzeit. Näheres zu diesem Thema sollte Inhalt einer guten Schulung sein.
Das postprandiale Spritzen kann nur die Ausnahme sein.

Mahlzeiten, die Kohlenhydrate enthalten, erhöhen grundsätzlich den Blutzucker.
Angst vor Unterzuckerung bei Insulingaben vor den Mahlzeiten ist deshalb unbegründet, vorausgesetzt, es hat eine entsprechende Schulung gegeben

Ich wünsche
ALLZEIT GUTE WERTE

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 23.05.14, 22:03 
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Registriert: 11.07.10, 09:35
Beiträge: 45
moin/nabend,

um einen punkt glasklar hervorzuheben:

ja, im allgemeinen ist es richtig, insulin vor der mahlzeit zu geben.
die mahlzeit liefert (typ-unabhaengig) den koerpereigenen insulinsekretionsreiz (ob ausreichend oder nicht mehr vorhanden ist erstmal egal).

wenn also noch insulin vom koerper da ist (also nicht typ-1 nach sehr schneller zeit), ueberlagert man in gewissem sinne die koerperfunktionen.
hier ist die fehlertolleranz (bei nicht typ-1) sehr hoch, da der koerper viel wegpuffert. es muss aber genau aus diesem grund VOR der mahlzeit sein, da ansonsten der koerper hochfaehrt und du mit dem NACHSPRITZEN die koerpereigenen puffermoeglichkeiten vermutlich ueberlastest.

die folge waere unterzuckerung wegen bloedheit/unwissenheit.

im klartext:

5 einheiten insulin vor der mahlzeit sind was anderes als 5 einheiten insulin nach der mahlzeit bei einem nicht- oder typ 2 diabetiker.
bei einem typ-1 gibt es nur ne haessliche spitze im blutzucker (wenn die dosis 5 einheiten optimal gewaehlt war).
mfG
dingo1
ps: ich hoffe, mit absetzen von cortison hat sich das inzwischen eruebrigt :)


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