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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Gewichtszunahme durch Metformin?
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 Betreff des Beitrags: Gewichtszunahme durch Metformin?
BeitragVerfasst: 14.03.14, 22:09 
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Registriert: 28.05.07, 14:05
Beiträge: 149
Hallo zusammen,

Folgendes: von 2008-2009 nahm ich insgesamt 48 ab, mein damaliges Gewicht hielt ich ca 1,5 Jahre mit Schwankungen von maximal 2-3 kg ohne Probleme.

Mein Hba1c liegt bereits seit 10 Jahren bei 6,2-6,9, keine Symptome für Diabetes, Glukosetoleranztests waren immer völlig normal.

Mitte 2010 nahm ich dann für 2 Monate Metformin (zwecks Kinderwunschbehandlung) und nahm in diesem Zeitraum 24Kg zu.

Ich nahm damals gleichzeitig auch sehr niedrig dosiert Cortison ein und dachte dass es daran liegt.

Die 24kg verlor ich dann mit viel Mühe bis Anfang 2013 und hielt mein Gewicht seit dem wieder problemlos.

Da mein Hba1c bei der letzten Blutabnahme bei 8,2 lag, (Glukosetoleranztest war wiederum normal) sollte ich wieder Metformin einnehmen und trat dies die letzten 2 Wochen wieder und nachdem ich mich heute wog, durfte ich feststellen, dass ich wieder 6Kg zugenommen habe!

Ich ging daraufhin sofort zu meiner Hausärztin und sie sagte mir, dass eine Gewichtszunahme unter Metformin nicht möglich sei und ich wohl zu viel "genascht" hätte...


Mein Essverhalten hat sich definitiv nicht verändert - es kann nur am Metformin liegen.

Gibt es hier Erfahrungsberichte dazu?

Kann mir vielleicht jemand erklären warum man unter Metformin zunimmt?

Ich würde mich sehr über Antworten freuen

Liebe grüße
Anika


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 Betreff des Beitrags: Re: Gewichtszunahme durch Metformin?
BeitragVerfasst: 15.03.14, 11:12 
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Beiträge: 966
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Hallo Anika,

der HbA1c ist zwar leicht grenzwertig, bedeutet jedoch bei Werten über 6,5 % ein Diagnosekriterium
für Diabetes mellitus.

Der Wirkstoff Metformin steht in der Tat nicht im Verdacht die Zunahme an Körpergewicht zu verursachen. Im Gegenteil, die Einnahme ist zumindest gewichtsneutral. Vielen Patienten hilft Metformin bei der Abnahme.

Die Gewichtszunahme kann ernährungsbedingt sein, z.B. Input größer als Output im Zusammenhang mit Bewegungsmangel. Vielleicht sind auch die Hormone im Ungleichgewicht.
Der zeitliche Zusammemhang mit der Gabe von Metformin ist nach m.M. eher ein Zufall.
Es gilt also weiter nachzuforschen. :(

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Gewichtszunahme durch Metformin?
BeitragVerfasst: 15.03.14, 13:12 
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Hallo Anika,

ein HbA1c von 8,2% ist eigentlich nicht mehr grenzwertig, sondern besorgniserregend. Wie sehen denn die Werte von deinem oGTT kokret aus?

Sind bei dir die möglichen Ursachen untersucht wurden, die zu einem falsch hohen HbA1c führen können? Als häufigste Ursache kommt dafür wohl eine Eisenmangelanämie in Frage, weil die den Abbau der roten Blutkörperchen verlangsamt.

Die gewichtssteigernde Wirkung wäre für Metformin nicht normal. Aber wenn du das bei dir beobachtet hast, dann brauchst du Metformin ja nicht zu nehmen. Metformin ist zwar sehr hilfreich und ein sicheres Medikament bei Diabetes, aber es ist nicht das einzige. Und wenn es nach deinem HbA1c geht, dann reicht Metformin alleine auch nicht mehr aus.

LG Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Gewichtszunahme durch Metformin?
BeitragVerfasst: 15.03.14, 17:16 
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Beiträge: 149
Rainer. hat geschrieben:
Hallo Anika,

ein HbA1c von 8,2% ist eigentlich nicht mehr grenzwertig, sondern besorgniserregend. Wie sehen denn die Werte von deinem oGTT kokret aus?

Sind bei dir die möglichen Ursachen untersucht wurden, die zu einem falsch hohen HbA1c führen können? Als häufigste Ursache kommt dafür wohl eine Eisenmangelanämie in Frage, weil die den Abbau der roten Blutkörperchen verlangsamt.

Die gewichtssteigernde Wirkung wäre für Metformin nicht normal. Aber wenn du das bei dir beobachtet hast, dann brauchst du Metformin ja nicht zu nehmen. Metformin ist zwar sehr hilfreich und ein sicheres Medikament bei Diabetes, aber es ist nicht das einzige. Und wenn es nach deinem HbA1c geht, dann reicht Metformin alleine auch nicht mehr aus.

LG Rainer


Hallo,

danke für die Antworten.

Beim letzten oGTT waren die Werte laut Befund vom Arzt:
Nüchternwert bei 96ml/dl
2 Std. nach dem Trinken der Glukose-Lösung: 122mm/dl

Das war vor der Messung des Hba1c, meine Hausärztin sagte nach diesen Werten, dass alles Okay sei - 2 Tage später bekam ich dann einen Anruf von meiner Hausärztin, mit der Mitteilung, dass der Hba1c bei 8,2 läge und ich somit Typ 2 Diabetes hätte und Metformin einnehmen solle...

Die Frage warum nur der Langzeitwert hoch sei und die anderen Werte nicht, tat sie mit einem "Das kann vorkommen" ab...

Fakt ist aber eben, dass in den letzten 5 Jahren insgesamt 7 mal sowohl ein oGTT gemacht wurden, als auch der Hba1c überprüft wurden und die Ergebnisse des oGTT waren immer absolut im Normbereich und der Hba1c immer leicht erhöht - bislang war der Langzeitwert ja nie höher als 6,9...

Bezüglich Eisenmangelanämie habe ich gerade ein wenig nachgelesen, denke aber nicht unbedingt, dass das bei mir zutreffen könnte...

Ich habe zwar schon seit ich denken kann immer Eisenmangel, aber das wurde nie direkt weiter verfolgt - meine allgemeinen Blutwerte waren bislang auch immer alle gut - die einzigen Werte die seit Jahren nicht der Norm entsprechen sind:

Eisen - zu niedrig,
Blutsenkung (leider keine Ahnung was das ist...)
zu viele weiße Blutkörperchen (aber wohl nicht sooo weit entfernt von der Norm)
und die Entzündungswerte sind immer zu hoch.

Aber all das soll laut meiner Hausärztin (sie ist auch Diabetologin) vom Übergewicht kommen und da diese Werte seit vielen Jahren außerhalb der "Norm" sind, gehe ich davon aus, dass das dann auch so mit dem Gewicht zusammen hängt und "Okay" ist.

Bezüglich der Symptome die ich zu Eisenmangelanämie gefunden habe, passt zwar einiges - also, blasse Haut, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Schwindel, Ohrensausen usw.... aber das sind auch alles Symptome die zu unendlich vielen anderen Sachen passen...

Fakt ist halt einfach, dass ich sofort bei Einnahme von Metformin an Gewicht zunehme - mein Eßverhalten und auch mein Bewegungsverhalten ändert sich aber nicht - durch die hohe Gewichtsabnahme werde ich in Zukunft meine überschüssige Haut entfernen lassen müssen und um eine Kostenübernahme von der Krankenkasse zu bekommen, führe ich seit 2 Jahren ein Ernährungs- und Bewegungstagebuch - darin kann ich sehen, dass sich während der Einnahme von Metformin rein gar nichts geändert hat...

Es ist ja im Grunde auch kein Drama, die aktuell 6 Kg bekomme ich auch wieder weg - aber ich möchte ja auch meinen Hba1c senken... und ein anderes Medikament was ich vor Metformin bekam, habe ich nicht vertragen... zum anderen soll Metformin eben auch bei der Kinderwunschbehandlung helfen, was ein Vorteil wäre... nur eben die Zunahme kann ich nicht akzeptieren...


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 Betreff des Beitrags: Re: Gewichtszunahme durch Metformin?
BeitragVerfasst: 15.03.14, 17:24 
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Beiträge: 149
Da fällt mir gerade noch ein...

Bei der letzten Blutabnahme für den Hba1c Wert war ich nicht nüchtern - kann der Wert dadurch auch verfälscht sein?


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 Betreff des Beitrags: Re: Gewichtszunahme durch Metformin?
BeitragVerfasst: 15.03.14, 18:45 
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Hallo Anika,

für den HbA1c braucht man nicht nüchtern zu sein, das spielt keine Rolle.

Fakt ist, dass deine BZ-Werte vom oGTT und vom HbA1c nicht zusammen passen. Nach den oGTT-Werten hast du allenfalls eine ganz leichte Erhöhung gegenüber den Normalwerten und liegst noch unterhalb von Prädiabetes. Nach dem HbA1c hättest du einen kräftigen Diabetes.

Die gute Nachricht ist, dass die oGTT-Werte aussagekräftiger sind. Die schlechte Nachricht ist, das trotzdem irgend etwas nicht stimmt. Da solltest du dranbleiben, bis die Ursache gefunden wurde. Wenn es kein Eisenmangel ist, dann ist es irgend etwas anderes.

Bei diesen oGTT-Werten brauchst du auch kein Metformin. Rede mit deiner Ärztin, dass du es weglassen kannst.

LG Rainer

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HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Gewichtszunahme durch Metformin?
BeitragVerfasst: 18.03.14, 10:00 
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Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Anika,

ich halte den HbA1c-Wert von 8,2 % für einen "Ausrutscher", wenn die angesprochenen Ursachen ausgeschlossen werden können und neue Messungen im gewohnten Bereich sind. In meiner langen Diabeteskarriere mit quartalsmäßiger Bestimmung des Langzeitwertes kamen solche falschen Ergebnisse mitunter schon vor. Besorgniserregend wäre das Ergebnis eh nicht, halt behandlungsbedürftig.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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