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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Frage zu Nüchternblutzucker
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 Betreff des Beitrags: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 25.09.13, 15:41 
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Interessierter

Registriert: 16.05.08, 14:39
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Hallo

Vor einigen Wochen hatte ich (männlich, 43, Nichtraucher, übergewichtig) bei einer hausärztlichen Routinekontrolle einen Nüchternblutzuckerwert von 5.77 mmol/l. Der Hausarzt meinte, es sei alles in Ordnung. Mir erschien dieser Wert aber etwas "grenzwertig"... Wie lange ich damals nüchtern war und was ich am Vorabend gegessen hatte, weiss ich nicht mehr.

Heute morgen habe ich nun aus einer gewissen Sorge in einer Apotheke eine Blutzuckerkontrolle machen lassen, Resultat 4.7 mmol/l. Ich war dabei etwa seit 13 Stunden nüchtern, am Vorabend gabs selbstgemachte Rindshackbällchen und eine Tomate.

Meine Fragen:

1. Wie stark beeinflusst das Ernährungsverhalten vom Vorabend den Nüchternblutzucker am folgenden Tag? Kann hier das Bild auch mal "verfälscht" werden?

2. Wenn der heutige Wert nun wieder 4.7 mmol/l lautet, kann ich dann beruhigt sein und davon ausgehen, dass ich keine Prädiabetes/Diabetes habe oder wäre dies trotzdem möglich? Entsprechende Symptome wären mir an sich nicht aufgefallen... Oder andersrum gefragt, wenn man mal Prädiabetes/Diabetes hat, ist dann ein Wert wie die genannten 4.7 überhaupt noch möglich?

3. Wenn man mal Prädiabetes hätte, kann man hier noch etwas retten/rückgängig machen bzw. Diabetes vermeiden? Oder hat man dann "schon verloren"?

Danke fürs Feedback!


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 26.09.13, 10:37 
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Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Mi70,

um die Nüchternblutglukose genau bestimmen zu können, sollte der Patient vor der Blutabnahme beim Arzt rund 8 bis 10 Stunden nüchtern sein, d.h. nichts essen oder trinken (außer Wasser).
Kürzere oder längere Karenzzeiten können das Ergebnis verfälschen.
Kohlenhydrathaltiges erhöht kurzfristig (2-3h nach dem Essen) je nach Glykämischer Last die Werte, Protein- und Fetthaltiges je nach Menge oft bis zu 12h.


5,7 mmol/l ist grenzwertig für eine erhöhte Nüchternblutglukose (Prädiabetes).
Diese latente Vorstufe des Diabetes mellitus ist durchaus umkehrbar mit entsprechender Lebensweise. Die Manifestierung des Diabetes Typ2 kann somit weit hinausgeschoben oder gar verhindert werden.

4,7 mmol/l ist ein absolut gesunder Blutzuckerwert.
Werte unter 5 mg/dl heißt definitiv weder Diabetes noch Prädiabetes.
Definitive Diagnosekriterien sind nur die Blutglukosewerte.
So bedeuten z.B.Übergewicht oder familiäre Häufung des Diabetes lediglich höhere Risiken.

Allzeit "Gute Werte"

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 26.09.13, 11:11 
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Interessierter

Registriert: 16.05.08, 14:39
Beiträge: 10
Wohnort: Schweiz
Hallo und vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Ich kann bei mir also Prädiabetes ausschliessen, da die gestrigen 4.7 mmol/l sonst gar nicht mehr möglich gewesen wären?

Und die frühere, "grenzwertige" Messung ist demzufolge wohl eher ein etwas verfälschtes Bild gewesen?

Jedenfalls arbeite ich derzeit gezielt daran, Übergewicht abzubauen und mich gesund zu ernähren.

Danke nochmals und Gruss
Mi70


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 26.09.13, 11:49 
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Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Mi70 hat geschrieben:
Ich kann bei mir also Prädiabetes ausschliessen, da die gestrigen 4.7 mmol/l sonst gar nicht mehr möglich gewesen wären?


Ja, aber einmal jährlich und bei besonderen Vorkommnissen Blutzucker beim Arzt bestimmen lassen.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 05.10.13, 21:09 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:41
Beiträge: 14354
Wohnort: Raum Düsseldorf
Hallo,

Hans Reuter hat geschrieben:
Werte unter 5 mg/dl heißt definitiv weder Diabetes noch Prädiabetes.
denn Sie wären definitiv tödlich. Vermutlich wurde hier mg/dl mit mmol/l verwechselt.

Hans Reuter hat geschrieben:
Ja, aber ...
Nein, kann man nicht. Auch (Prä-)Diabetiker können mal einen normalen BZ haben.

In der Tat sollten weitere gelegentliche BZ-Kontrollen, eine Bestimmung des HbA1c sowie eine Gewichtsabnahme erfolgen.

_________________
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Facharzt für Allgemeinmedizin
http://www.praxis-tillenburg.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 06.10.13, 16:45 
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Registriert: 11.08.06, 11:16
Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Dr.Tillenburg hat geschrieben:
Vermutlich wurde hier mg/dl mit mmol/l verwechselt.

Danke für Ihren Hinweis. Es handelt sich leider in der Tat um eine Verwechslung der Einheiten mg/dl und mmol/l.
Macht der Gewohnheit. :(

Sorry an Alle.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 06.10.13, 21:33 
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Interessierter

Registriert: 16.05.08, 14:39
Beiträge: 10
Wohnort: Schweiz
Kein Problem, hab ich mir schon gedacht...

...aber: was stimmt jetzt?

Und: lässt sich bei allfälliger Prä- eine def. Diabetes vermeiden oder nicht, mit den entspr. Massnahmen?

Danke und Gruss


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 Betreff des Beitrags: Re: Frage zu Nüchternblutzucker
BeitragVerfasst: 07.10.13, 10:18 
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Registriert: 11.08.06, 11:16
Beiträge: 966
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Natürlich muss es lauten:

"Werte unter 5 mmol/l heißt definitiv weder Diabetes noch Prädiabetes"

Dr.Tillenburg hat jedoch Recht, wenn er schreibt, Prädiabetiker können auch mal einen normalen BZ haben. Um ganz sicher zu sein, müsste die BZ-Bestimmung ggf. mehrmals wiederholt werden.

Zitat:
lässt sich bei allfälliger Prä- eine def. Diabetes vermeiden oder nicht, mit den entspr. Massnahmen?

In sehr vielen Fällen lässt sich bei Prädiabetes die Manifestation eines Typ2-Diabetes mit ausgewogener Ernährung, regelmäßigen körperlichen Aktivitäten und Normalisierung des Körpergewichts lange Zeit hinauszögern oder gar verhindern.
Eine Garantie für alle Prädiabetiker gibt es hierfür sicherlich nicht.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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