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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Höllische Fussschmerzen
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 Betreff des Beitrags: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 20.09.13, 10:34 
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Beiträge: 2
Hallo erstmal,
ich hoffe ich bin im richtigen Forum gelandet, ansonsten bitte ich um Entschuldigung wenn es hier falsch ist.

Ich habe extrem starke Schmerzen in den Füssen, kann nachts kaum schlafen und würde mir am liebsten die Füsse abhacken damit das aufhört.

Welche Schmerzen ich habe?
- praktisch dauerhaft einen pochenden Schmerz in den Zehen und drumherum
- dazu kommt oft das die Füsse von innen sehr kalt werden, obwohl sie von aussen sich warm anfühlen, schwer zu beschreiben, ist aber sehr unangenehm und schmerzhaft
- dann kommen solche blitzartigen Schmerzen, sprich da kommt ein stechender Schmerz und hält auch einige Sekunden an, an beiden Füssen
- meine Füsse sind von aussen tadellos, sprich keine Flecken nichts. Aber oft fühlt es sich so an, als wenn ich mir die Haut aufgeschürft hätte, grade oben auf dem Fuss bei den Zehenansätzen, als wenn das offene Stellen wären. Dazu fühlen sich die Füsse an als wenn die Haut total gespannt wäre.
- aktuell habe ich ausserdem im linken Fuss am kleinen linken Zeh irre Zusatzschmerzen, als wenn der Zeh 3x gebrochen wäre. Bin mit zum Chirugen, der hat geröntgt und kein Bruch zu sehen. Aber da, wo das "L" (wohl für links) auf dem Röntgenbild stand, meinte er das könnte eine Verkalkung sein. Er hat mich 2 Wochen krank geschrieben und "Fussprellung" diagnostiziert. => Die Schmerzen sind jetzt nach 2 1/2 Wochen immer noch da, wie ich finde eher sogar noch schlimmer wie vorher.
- Ich kann kaum laufen mit den Füssen, da sehr schmerzhaft, allerdings wenn ich ein paar Schritte gemacht habe, sind die Schmerzen anschließend für ein paar Minuten nicht mehr ganz so schlimm. Muss aber trotzdem das Fahrrad nehmen, um mit meinem Hund mehrfach spazieren zu gehen.

Was mache ich gegen die Schmerzen?
- Ich habe mir so ein Fusssprudelbad geholt, das hilft aber nicht wirklich
- diverse Schaumsprays für Diabetiker, diverse Bodylotions, Babylotions, Fusscremes, auch Heil- und Wundsalben, schmiere mir da verschiedenes dann im Bett auf die Füsse, das hilft etwas gegen den Spannungsschmerz und diesen Schmerz als wenn ich Schürfwunden hätte, aber die ganzen anderen Schmerzen bleiben.
- wenn es gar nicht mehr auszughalten ist, schlage ich mit den Füssen gegen die Wand, da der "Schmerz durch das gegen die Wand hauen" ein angenehmerer ist wie die sonstigen Dauerschmerzen. Naja, und nach ein paar Stunden schlafe ich dann auch irgendwann mal ein.

Was sagt mein Arzt?
- der meinte das wären die Nerven wegen meinem Diabetes und da könne man nicht viel machen. Mein Hausarzt hat nicht wirklich Zeit, da die Praxis hier auf dem Lande immer proppe voll ist, da ist man 5 Minuten max. bei ihm drinne.
- hab bei einem Diabetologen angerufen und dort einen Termin am 06.11. bekommen, früher haben die keinen Termin frei. Hoffe die können mir helfen und etwas gegen die Schmerzen unternehmen, sind aber ja leider noch über 7 Wochen bis dahin. :cry:

Welche Medikamente?
- nehm 2x am Tag Metformin 850 gr., manchmal aber auch 3 oder 4 Tabletten wenn die Schmerzen besonders groß sind
- dazu 1x Allupiranol, ist glaub ich gegen Gicht
- 1x Glimeprid 2mg, weiss nicht so genau für was das ist
- 1x Simva 40 mg, da weiss ich auch nicht genau für was das ist

Zu meiner Person
- ich bin männlich, 43 Jahre alt (Ende des Jahres werde ich 44 Jahre), berufstätig, 192cm groß, 160 kg
- Es ist extrem schwer zu beschreiben warum ich wie in meinem Leben verhalte, ich versuche es zu erklären:
Eigentlich habe ich mich selber aufgegeben, sprich ich habe keine Lust mehr zu leben. Sprich, ich bin deprressiv veranlagt, das liegt an einigen Schicksalschlägen in meiner Vergangenheit, und ich verspüre einfach keine große Lust mehr darauf noch lange das ganze mitzumachen. Mein einziger "Anker" der mich hier noch hält ist meine Hündin, sie ist 6 Jahre alt, habe sie als Welpe bekommen. Ich habe für sie die Verantwortung übernommen, und deshalb will und werde ich auch noch solange durchhalten wie sie da ist, das bin ich ihr schuldig.
Obwohl ich weiss das ich Diabetes habe, habe ich noch nie gemessen wie mein Blutzucker ist, nehme meine Tabletten, ich rauche auch noch, trinke zwar null Alkohol, aber lebe ansonsten mit meinem Übergewicht garantiert nicht gesund. War mir alles egal, da ich eh nur noch 10 Jahre durchhalten will.

Aber so funktioniert das nicht, so schaffe ich die 10 Jahre nicht mehr, hab eingesehen das ich bis dahin noch etwas ändern muss. Deshalb auch mein Termin beim Diabetologen, das hätte ich besser schon vor 4 Jahren machen sollen. Ich muss einiges im Leben umstellen, denn so geht es nicht weiter.

Warum schreibe ich hier im Forum?
- Ich muss noch 7 Wochen warten bis zu meinem ersten Termin beim Diabetologen, hoffe die können mir bei meinen Füssen helfen
- Ich hoffe das man mir hier Tipps geben kann wie man die Schmerzen bis dahin "reduzieren" kann, damit man evtl. mal wieder ein paar Stunden schlafen kann.

Liebe Grüße
Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 20.09.13, 12:14 
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Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Andreas,

ich kann Schmerzen und Empfindungsstörungen wie von dir sehr präzise beschrieben, gut nachempfinden, da ich ähnliche Symptome vor über einem Jahrzehnt ebenso wahrgenommen habe, nachdem just ein Diabetes festgestellt worden war. Nach einem größeren "Ärztehopping" verdichtete sich dann auch bei mir eine häufige Diagnose bei Diabetikern: Periphäre diabetische Polyneuropathie (PNP).

Um es vorweg zu nehmen:
Es ist mir gelungen alle diese Schmerzen und Empfindungsstörungen nach ein paar Jahren mit einem guten Diabetesmanagement und wenig Medikamenten bis auf ein Minimum an gesundheitlichen Beeinträchtigungen einzuschränken.

Alle o.a. Schmerzen und Empfindungsstörungen deuten auf PNP hin.
Vor die Behandlung haben die Götter jedoch die Diagnose gesetzt. Ein guter Neurologe in Zusammenarbeit mit dem Diabetologen müsste die Diagnose stellen können.

Eine erfolgreiche Behandlung der diabetischen PNP erfordert als Erstes eine gute Blutzuckerführung. Die Zielwerte sollten regelhaft (auch nach den Mahlzeiten) unter 150 mg/dl sein. Wenn dies diätetisch und mit verschiedenen oralen Antidiabetika nicht erreichbar, so ist unbedingt eine Insulintherapie anzustreben.

Parallel zum Diabetesmanagement kann versucht werden mittels einer ganzen Palette von Medikamenten( z.B.Antidepressiva, Antiepileptika, Analgetika), die individuell richtige Kombination zu finden, Schmerzen und Empfindungsstörungen besonders in den Extremitäten zu beeinflussen oder zu lindern. Heilbar ist PNP leider noch nicht.

Körperliche Aktivitäten erweisen sich bei der Behandlung des Diabetes und auch bei den beschriebenen Nervenstörungen infolge erhöhter Blutzuckerwerte als äußerst vorteilhaft.

Nikotin und Alkohol sollte gemieden werden. Beide Nervengifte wirken sich negativ auf die PNP aus.

Ich wünsche gute Besserung.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 20.09.13, 13:01 
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Beiträge: 2
Hallo Hans,
danke für die schnelle und sehr hilfreiche Antwort! :D

Bin ja selber schuld, dachte das es mit den Tabletten nehmen reicht um die nächsten Jahre zu überstehen.

:oops: Hab gedacht warum auf rauchen, Cola, leckeres Essen verzichten und sich "quälen" mit gesund leben, sprich kein rauchen mehr, alles Süße einstellen, mit Salat anfangen usw., lieber die Jahre noch genießen als sich umzustellen. :oops:

Bei mir sind es die permanten Fussschmerzen die mich "aufwachen" lassen, was für ein Vollidiot ich doch grade bin.

Wenn ich das richtig verstehe sollte ich bis zum Termin im November am besten das rauchen einstellen, die 2-3 Liter Cola pro Tag weglassen, und bei der Ernährung nicht mehr soviel Fleisch und stattdessen auch mal Salat und Gemüse essen. Wenn ich das umsetzen kann, sollten die Fussschmerzen nachlassen, und beim Diabetologen dann alles weitere klären lassen.

Liebe Grüße
Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 20.09.13, 18:42 
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Registriert: 04.11.06, 11:35
Beiträge: 676
Hallo Andreas,

bei 2-3 Liter Cola am Tag, da wundert mich nichts mehr…
Zu erst das Saftzeugs durch Wasser ersetzen, Fleisch macht wenig Blutzucker.
Ein gut eingestellter Diabetiker muß auf nichts verzichten, ausser auf Cola.
In der Apotheke mal eine Stunde nach dem Essen Blutzucker messen.
Wenn sehr hoch, würde ich bis November nicht warten. Die Augen sind auch gefährdet.
Ab ins nächste Krankenhaus und die Symptome schildern. Da kann geholfen werden.
Mit dem Rauchen aufhören, fördert nur Heisshunger, lieber reduzieren.
Gewicht muss runter, was unternehmen bevor noch mehr kommt.

Gute Besserung
Rudi


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 21.09.13, 10:09 
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Beiträge: 964
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Andreas hat geschrieben:
Wenn ich das richtig verstehe sollte ich bis zum Termin im November am besten das rauchen einstellen, die 2-3 Liter Cola pro Tag weglassen, und bei der Ernährung nicht mehr soviel Fleisch und stattdessen auch mal Salat und Gemüse essen. Wenn ich das umsetzen kann, sollten die Fussschmerzen nachlassen, und beim Diabetologen dann alles weitere klären lassen.

Sehr richtig! Die PNP kann gestoppt sowie Schmerzen und Empfindungsstörungen gelindert werden, wenn auch mitunter eine geraume Zeit vergeht, bis sich ein Erfolg einstellt.

Rudi hat geschrieben:
Mit dem Rauchen aufhören, fördert nur Heisshunger, lieber reduzieren.

Bei bestehender PNP schädigen auch kleinste Mengen Alkohol und Nikotin die Nervenfasern, vergleichbar mit Hyperglykämie. Deshalb raten die Fachleute bei PNP zur strikten Abstinenz.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich mich der Forderung der Ärzte voll und ganz anschließen.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 23.09.13, 09:34 
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Beiträge: 125
Hallo Gizmo,
es hört sich tatsächlich so an, als hättest Du Dir eine PNP eingehandelt.

Das ist das heimtückische am Diabetes: -> es tut nichts weh, dies kann
durchaus dazu verleiten, den DM auf die leichte Schulter zu nehmen.
Dann kommen u.U. die Folgekrankheiten.

Der Diabetologe wird Dich wahrscheinlich zum Neurologen weiterleiten,
der dann die Nervenleitgeschwindigkeit misst.
Wenn Du Pech hast ( so wie ich und viele andere), beginnt dann die Zeit
von "Versuch und Irrtum", denn keines der sehr vielen Medikamenten-Spielchen
hilft jedem,immer,überall :)
Ansonsten: H. Reuter hat es ( wie bei Ihm üblich ) völlig korrekt geschildert :)
Übrigens, ich gehöre zu der kleineren Gruppe: ich habe tagsüber Probleme beim
Gehen und Stehen. Sobald ich mich ins Bett lege, habe ich Ruhe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 25.09.13, 07:43 
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Wohnort: Rhld.-Pfalz
@creole

:) :) :) Dankeschön!

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 24.07.14, 12:08 
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Registriert: 14.06.12, 10:48
Beiträge: 17
Meine Oma litt auch an Diabetes und das schon seit ihrer Jugend. Tagsüber konnte sie alles bewältigen und machen. Abends gingen dann die Schmerzen los. Ihr Gesicht und ihre Füße waren total angeschwollen und sie konnte nachts auch nicht richtig schlafen. Interventionelle Verfahren mussten eingeleitet werden. http://www.nervenschmerz-ratgeber.de/be ... verfahren/ Es ging ihr zwar die nächsten Jahre gut, aber durch einen Schlaganfall musste sie dann leider von uns gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Höllische Fussschmerzen
BeitragVerfasst: 25.07.14, 08:49 
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Registriert: 11.08.06, 11:16
Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Naucks,

ja, auch der Schlaganfall beruht häufig auf Gefäßschädigungen infolge chronischer diabetischer Komplikationen.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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