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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Kann man mir wirklich gratulieren?
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 Betreff des Beitrags: Kann man mir wirklich gratulieren?
BeitragVerfasst: 18.06.13, 10:32 
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Hallo,

ich bin 51 Jahre alt an Hashimoto Thyrioditis - einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse - erkrankt und habe besonders unter dem starken Übergewicht (90kg bei 1,66m) zu kämpfen. Bis vor 18 Monaten habe ich noch 25 kg weniger gewogen. die Gewichtszunahme wurde erst in den letzten 1,5 Monaten gestoppt, seitdem nehme ich L-Thyroxin ein

Nun hat mich mein Internistisch arbeitender HA beglückwünscht, daß ich ganz knapp an Typ II Diabetis vorbei geschrammt sei und jetzt dringend abnehmen müßte. Natürlich würde ich nichts lieber als, das. Doch die letzten 5kg sind unter KH-reduzierter Kost in 3 Monaten entstanden

Hier die Werte:

Blutzucker nüchtern: 5,8 (+) mmol/l ( 3,5 - 5,6)
Blutzucker pp 1h: 10,9 (+)mmol/l
Blutzucker pp 2h: 10,4 (+) mmol/l (< 7,0)

Würdet Ihr mich auch beglückwünschen? Ich überlege, was ich jetzt machen soll, im Zweifel nochmal die Werte an meinen Endo mailen, der mich wegen der Schilddrüse behandelt?


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BeitragVerfasst: 18.06.13, 11:02 
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Hallo Angie,

die Werte sind deutlich zu hoch. Du müsstest jetzt genauer untersuchen lassen, ob du Prädibetes hast oder schon Diabetes. Wahrscheinlich ist es noch Prädiabetes, aber lasse das besser mit einem Zuckerbelastungstest oGTT prüfen. Dabei werden mit einer definierten Belastung (75g Glukose) die Werte nach 1 und 2 Stunden gemessen und nachgesehen, ob der 2-Stundenwert über 11,1 (Diabetes) oder zwischen 7,8 und 11,1 mmol/l (Prädiabetes) liegt. Der oGTT zeigt dir am sichersten an, wo du mit deinem Prä- oder Diabetes genau stehst. Damit der Test keine falsche Werte bringt, musst du dich die 3 Tage davor mit mindestens 150g KH pro Tag ernähren. Du kannst bei beiden Ärzten versuchen, ob sie sich die Werte genauer ansehen und den oGTT bei dir machen.

Mit der KH-reduzierten Ernährung bist du ja schon auf dem richtigen Weg, wie du auch mit deinem Prä- oder Diabetes gut umgehen kannst. Iss nur so viel KH, dass dein BZ meistens unter 7,8 bzw 6,7 mmol/l in 1 bzw 2 Stunden nach der Mahlzeit bleibt. Sattessen kannst du dich mit mehr Eiweiß und Fett. Gute Anleitung dafür findest du z.B. in dem Buch "Stopp Diabetes". Wahrscheinlich schaffst du die Werte noch ganz ohne Medikamente. Wenn es sein muss, dann kommt als erstes Metformin dazu und dann je nach Bedarf weitere Medikamente. Ganz wichtig ist auch, dass du dich möglichst viel bewegst und natürlich auch, dass deine Schilddrüse immer gut eingestellt ist.

Wenn du die oGTT-Werte hast, dann melde sich am besten noch einmal. Ich wünsche dir Erfolg bei deinen Ärzte und hoffe, dass sie dich mit deinen BZ-Werten ernst nehmen.

LG Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
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Zuletzt geändert von Rainer. am 18.06.13, 11:14, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 18.06.13, 11:04 
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Das sind doch die Werte von einem oGTT


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BeitragVerfasst: 18.06.13, 11:12 
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Dann ist es Prädiabetes, außer wenn du die 3 Tage davor nicht mindestens 150g KH gegessen hast. Dann sind die Werte eventuell falsch hoch ausgefallen. Dein Arzt wird jetzt wahrscheinlich nichts mehr machen. Du solltest aber Ernährung und Bewegung wie oben beschrieben beachten und dich mindestens einmal pro Jahr auf Diabetes testen lassen.

LG Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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BeitragVerfasst: 18.06.13, 11:15 
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also doch ein Grund zum Gratulieren. Danke


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BeitragVerfasst: 18.06.13, 15:04 
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Hallo An-gie,

tja, mit der Gratulation ist das so eine Sache. Der Prädiabetes ist, wie der Name es sagt,
eine Vorstufe des Diabetes oder auch die latente Phase der Stoffwechselkrankheit.
Der Nüchternblutglukosewert und die pp-Werte sind grenzwertig.
Unbehandelt entwickelt sich in der Regel so ein manifester Diabetes.

Mit ausgewogener Ernährung und ausreichend körperlichen Aktivitäten lässt sich die Manifestation jedoch meistens noch weit hinausschieben oder gar verhindern. Auf medikamentöse Behandlung kann sicherlich zunächst noch verzichtet werden. Aber, das sollten die behandelnden Ärzte entscheiden.

Allzeit gute Werte!

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 18.06.13, 15:17 
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Zitat:
Mit ausgewogener Ernährung und ausreichend körperlichen Aktivitäten lässt sich die Manifestation jedoch meistens noch weit hinausschieben oder gar verhindern.


Genau da liegt ja mein Problem und darum bin ich ja zum Arzt, um da Hilfe zu bekommen. Ich nehme seit knapp 2 Jahren unaufhaltsam zu. Ich habe meine Ernährung bereits auf kalorienreduziert und weitestgehend KH-arm umgestellt. Und ich nehme trotz Einstellung der Schilddrüse weiterhin nicht ab. Ich bin zu 80ß%schwerbeschädigt, da ist es man schwierig mit Ausdauersport jeglicher Art :(

Troztdem vielen Dank


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BeitragVerfasst: 19.06.13, 09:59 
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An-gie hat geschrieben:
da ist es man schwierig mit Ausdauersport jeglicher Art


Es muss kein "Ausdauersport" sein. Mit regelmäßigen täglichen Bewegungen wie beispielsweise Treppen steigen, zügig gehen oder vielleicht ein bisschen Nordic Walking (30 Minuten), erfüllt man schon recht fix das persönliche Soll. Die Regelmäßigkeit der Aktivitäten ist das A und das O.

Eine Teilnehmerin in meiner Selbsthilfegruppe klagte einerseits, dass ihr Blutzuckerwert beim Fenster putzen regelmäßig "in den Keller" geht, andererseits ihre Werte durchweg und insbesondere nach den Mahlzeiten sehr hoch seien. Ein Beleg, wie körperliche Anstrengungen sich eigentlich positiv auf die Blutzuckerführung auswirken können. Des Problems Lösung ist die individuelle Abstimmung der Nahrungszufuhr mit dem Zeitpunkt und der Dosierung der körperlichen Aktivität. So lässt sich Bewegung leicht nutzen, die Blutzuckerführung zu optimieren.

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 19.06.13, 10:34 
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Ich wohne 4 Treppen ohn eFahrstuhl und habe eine bepflanzte 70qm gorße Terrasse. außerdem habe ich immer mal wieder einen Husky in Pflege, der 3x am Tag Auslauf braucht. Ich finde es einfach frech, was manche Ärzte sich so erlauben. Er hat ja nicht mal gefragt, ob ich mich bewege....


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BeitragVerfasst: 19.06.13, 15:16 
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Kann mir denn jemand sagen, ab welchen Werten eine medikamentöse Behandlung angesagt ist? Mein Problem ist, daß bei mri nichts hilft. Ich bin seit 6 Monaten in einer Ernährungsberatung und esse nach Protokoll, mit abwiegen der Lebensmittel und Auswertung. Eigentlich müßte ich abnemen.

Der Arzt, der den oGTT gemacht hat, meint, ich brauche nichts, muß nur weniger essen und Sport machen und mein Endokrinologe weigert sich BEfunde zu bewerten, an denen andere verdient haben...


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BeitragVerfasst: 19.06.13, 15:51 
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Hallo Angie,

medikamentöse Behandlung wird frühestens mit der Diagnose Diabetes, also einem oGTT-2-Stundenwert über 11,1 mmol/l oder mit der Überschreitung eines der anderen Diagnosekriterien fällig. Als Eingangsmedikament wird Metformin gegeben.

Metformin hilft in einigen Fällen auch beim Abnehemen, wenn alle anderen Bemühungen nicht weiterhelfen. Einen Versuch könnstest du wagen, vielleicht hilft es auch bei dir. Du kannst deinem Arzt ruhig anbieten, das Metformin selber zu bezahlen, weil es nicht viel teurer als die Zuzahlung zum Rezept ist. Vielleicht lässt er sich dann erweichen.

LG Rainer

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BeitragVerfasst: 19.06.13, 16:08 
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guter Tip, mit dem selber bezahlen, Danke


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