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medizin-forum.de • Thema anzeigen - extremer Zuckerkonsum und HBA1C
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 Betreff des Beitrags: extremer Zuckerkonsum und HBA1C
BeitragVerfasst: 29.10.12, 17:27 
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Hallo miteinander,
Ich begleite eine Frau, 46 Jahre alt, die jede Menge persönliche Probleme hat . Da sie so Stress hat, isst sie nur noch Süßigkeiten, sie ernährt sich praktisch von Schokolade. Zum Frühstück Brot plus Schokocreme, ab da stündlich den ganzen Tag Riegel usw. Sie schildert, dass sie ohne diesen Zuckerpegel sonst Kopfweh bekommt.
Nun hat der Hausarzt einen HBA1C von 6, 5 ermittelt bei Übergewicht von 20 kg. Bereits zuvor war der HBA1C mehrfach gemessen worden ,lag lange Zeit konstant bei 6, 3. Nebenbei besteht noch ein Hashimoto, der schwer einstellbar ist.
Hausarzt schlägt nun eine medikamentöse Therapie vor, er ist aber nicht informiert über den extremen Zuckerkonsum. Mir ist nicht klar, ob der hohe HBA1C definitiv den Diabetes diagnostiziert . Könnte es auch sein , dass sie gar keinen Diabetes hat, aber der Wert klettert durch den ständigen Süßigkeitenkonsum ? Und hätte das dann therapeutisch andere Folgen ? Geplant ist Therapie mit Metformin. Hausarzt meint, das wirkt appetithemmend. Ich befürchte aber wiederum bedrohliche psychische Folgen,wenn sie nicht essen kann. Sie sagt klar, dass Essen das einzige ist, was sie das Leben ertragen lässt.

Ich wäre dankbar für eine kurze Einschätzung der Situation. M. E. ist es problematisch, hier vorzugehen wie üblich. Ich bemühe mich, dass sie eine psychotherapeutische Unterstützung erhält. Jedoch lehnen bisher alle Therapeuten den Fall ab . Aber liege ich richtig, dass die Behandlung der Zuckerwerte hier nicht dringend ist, und vorher anderes geklärt werden müsste ?

LG Bille


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 Betreff des Beitrags: Re: extremer Zuckerkonsum und HBA1C
BeitragVerfasst: 29.10.12, 18:02 
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Beiträge: 185
Wohnort: Nähe Dresden
Hallo Bille,

ein HbA1c von 6,5% ist Diabetes. Bei einem Stoffwechselgesunden spielt es keine Rolle, wieviel Zucker bzw. KH er isst, das wird durch die BZ-Automatik immer sauber ausgeglichen. Mit weniger Zuckerkonsum hätte sie zwar vielleicht einen etwas niedrigeren HbA1c gehabt, aber beim Zuckerbelastungstest oGTT wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Diabetes herausgekommen.

Sie braucht keine Angst vor Metformin zu haben, mit der Hemmung des Appetits ist es nicht allzu weit her. Dafür hilft das Metformin in gewissen Grenzen, ihren BZ im Griff zu behalten.

Ich gebe dir recht, dass bei ihr eine psychotherapeutische Behandlung dringend erforderlich ist. Dabei darf aber der Diabetes auf keinen Fall aus den Augen gelassen werden. Er muss genauso dringend überwacht und behandelt werden. Da bei ihr eine Lebensstiländerung auf keinen Fall zu erwarten ist, empfiehlt sich aus meiner Sicht sogar relativ zügig die Hinzunahme eines weiteren Diabetesmedikaments, z.B. eines Gliptins.

Beste Grüße, Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: extremer Zuckerkonsum und HBA1C
BeitragVerfasst: 29.10.12, 19:17 
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Beiträge: 73
Hallo Rainer,
Schon einmal vielen Dank für die gute Antwort ! Die Hoffnung, dass hier doch kein Diabetes vorliegt, besteht danach wohl doch nicht. Das war wichtig , zu wissen. Und wenn Metformin ihr vorerst weiter ermöglicht , Berge von Schokolade reinzustopfen, beruhigt mich das. Obwohl mir natürlich auch klar ist, dass das nicht gut ist. Aber kann man ihr das letzte, was sie hat nach eigener Aussage, einfach wegnehmen ? Ich denke nein.
Längerfristig sehe ich durchaus Chancen, die Situation besser in den Griff zu bekommen. Sie ist intelligent und weiss, worum es geht .Es ist einfach auch eine blöde Geschichte, an der sie nicht richtig schuld ist. Die Schilddrüsenunterfunktion wurde lange Jahre nicht erkannt, sie bekam Depressionen. So wuchs dann das Übergewicht an auf doppelte Weise, durch Unterfunktion und Psychomedis. Und dann kamen die sozialen Folgen. Ich war mit bei ihrem neuen Hausarzt. Er war sehr nett und hat sie ermutigt, nochmal wieder aufzustehen, und weiter zu leben .Da wolllte sie ihm das mit den vielen Süßigkeiten nicht beichten. Aber wenn ich dich richtig verstehe, hat das auch keine so große Bedeutung.

LG Bille


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 Betreff des Beitrags: Re: extremer Zuckerkonsum und HBA1C
BeitragVerfasst: 30.10.12, 16:12 
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Beiträge: 964
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Bille,

vor einer medikamentösen Behandlung des Diabetes mellitus Typ2 oder seiner Vorstufe der Glukoseintoleranz sollte es eigentlich „Klick“ machen im Hirn des Patienten, nämlich ad eins eine ausgewogene Ernährung anzustreben. Dabei sind Süßigkeiten im Übermaß genossen sicher nicht der richtige Weg. Aber, das ist wohl hier ein psychisches Problem, das m.E. behandelt werden sollte.

Wenn die Ernährung nicht optimiert werden kann, läuft die Therapie mit oralen Antidiabetika vielfach ins Leere. Der Wirkstoff Metformin wird wohl kaum ausreichen zu einem guten Blutzuckerverlauf und trägt in der Tat nur marginal zur Appetithemmung bei.

Ob es sich bereits um einen manifesten Diabetes handelt oder ein Prädiabetes vorliegt, ist zur Medikation ziemlich unerheblich. Ein unbehandelter Prädiabetes entwickelt sich in aller Regel zum Diabetes mellitus Typ2, insbesondere, wenn die Ernährung recht kontraproduktiv ist.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: extremer Zuckerkonsum und HBA1C
BeitragVerfasst: 16.12.12, 09:33 
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Beiträge: 32
Das Problem bei extremen Zuckerkonsum ist, dass es evtl. auch schon zu einer richtigen Sucht werden kann. Mein Vater beispielsweise muss wenn er Schokolade isst, Riesenpackungen davon vertilgen und ist danach immer noch nicht zufrieden, so dass die nächste Tafel Schokolade an die Reihe kommt. Je mehr Zucker man zu sich nimmt, desdo mehr Zucker will man weiterhin zu sich nehmen. ^^ Deshalb haben mein Bruder und ich unsere ungesunde Lebensweise umgestellt, weil wir uns auch fast so unbedacht ernährt hatten. Es gab täglich gezuckerte Getränke (bestimmt 2 Liter am Tag). Jetzt trinken wir beide seit 3 Jahren nur noch Wasser, ernähren uns gesund und wenn wir mal ein zuckerhaltiges Getränk trinken, wird uns schlecht davon bzw. es schmeckt uns nicht und es löscht den Durst nicht so wie Wasser. :wink:

Zuckerkonsum muss man sich abgewöhnen. Gesunde Nahrung schmeckt auch sehr gut, nur die Geschmacksrezeptoren müssen sich daran gewöhnen, was u.U. sehr lange dauert. Die Geschmacksknospen dieser Frau wie auch bei meinem Vater kleben regelrecht am Zucker, und das ist definitiv nicht gesund! Das Gehirn gibt ständig Warnsignale (Zuckerkonsum wieder hochfahren) usw. Diese Signale sind aber trügerisch und hängen nur mit der Sucht zusammen und nicht damit, dass der Körper wirklich so viel Zucker, ungesunde Lebensmittel usw. gerade braucht. Der Körper braucht es nämlich nicht bzw. gerade Dickere brauchen es NICHT, und besonders gefährlich ist es, weil Dickere nicht so viel Kalorien verbrennen wie sie zu sich nehmen.

Gesundes Essen ist etwas sehr sehr Gutes. Man muss sich nur dran gewöhnen denn es dauert sehr lange, bis die Geschmacksknospen sich wieder beruhigt haben. Und dann will man es nicht mehr missen, weil es dem Körper sehr gut tut, viel toller schmeckt und man viel lebensfroher und aktiver ist. Man weiß einfach dann "dieser Salat tut mir sehr gut" und "die Bratwurst da ist bäh und tut mir nicht gut". Mein Freund trinkt ständig Cola mit Süßungsmitteln. Wenn mein Bruder und ich dabei gehen, wird uns kotzübel, was wir damals nie gedacht hätten. :weihnachten:

Wenn wir dann doch mal ein Getränk (z.B. Tee) zu uns nehmen, süßen wir es mit ein kleines bisschen Honig. Zucker und Süßstoffe sind ein bisschen ungesünder. Was aber nicht heißt, dass man niemals Schokolade essen sollte. In Maßen (am Wochenende eine Tafel Schokolade z.B.) ist das okay. Leider sind die Supermärkte überfüllt mit ungesunder Nahrung, so dass es sehr vielen Menschen schwer fällt mal darüber nachzudenken, was man z.B. mit Gemüse alles leckeres machen könnte. Man greift lieber zu Fertigprodukten, fetthaltige und kohlenhydrathaltige Nahrung, weil es einfacher ist. Viele Produkte (Tütensuppen oder Soßen) enthalten geschmacksverstärkende Zusatzstoffen + Zucker, so dass der Appetit zusätzlich angeregt wird. Fertigprodukte gehen schnell in die Mikrowelle aber sie sind i.d.R. ungesund, und keine guten Energielieferanten. Die Liste könnte ich jetzt noch weiter fortsetzen aber ich würde der Frau empfehlen mal darüber nachzudenken, was sie ihrem Körper damit antut.

Mein Bruder und ich haben es geschafft, die ungesunde Lebensweise umzustellen. Es gibt fast nur Fisch, Hühnchen, Tofu, Gemüse und Magerjoghurt. Wenig Brot, viel Wasser, und kaum Schokolade. Wenn man es will, kann man es schaffen!

Sie muss unbedingt zuckerentwöhnt werden sonst sieht es irgendwann mal sehr übel aus.
Zitat:
Aber, das ist wohl hier ein psychisches Problem, das m.E. behandelt werden sollte.


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 Betreff des Beitrags: Re: extremer Zuckerkonsum und HBA1C
BeitragVerfasst: 16.12.12, 10:45 
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Beiträge: 676
Das ein erhöhter, fast schon unnormaler Zuckerverbrauch in Verbindung mit Übergewicht
zu Diabetes führen kann ist möglich, muss aber nicht.

Bei einem überhöhte Zuckerverbrauch kann es sich auch um eine schwerwiegende Krankheit handeln.

Z.B. sind Tumore im Körper sehr Glukose abhängig und entwickeln sich u.U. rascher als Diabetes.
Mit gesunder Ernährung ist das Problem dann nicht mehr lösbar.

Also den Arzt unbedingt über solch extremen Süssigkeiten Verbrauch informieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: extremer Zuckerkonsum und HBA1C
BeitragVerfasst: 20.12.12, 16:06 
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Registriert: 20.12.12, 14:59
Beiträge: 3
heidu hat geschrieben:
Das ein erhöhter, fast schon unnormaler Zuckerverbrauch in Verbindung mit Übergewicht
zu Diabetes führen kann ist möglich, muss aber nicht.

Bei einem überhöhte Zuckerverbrauch kann es sich auch um eine schwerwiegende Krankheit handeln.

Z.B. sind Tumore im Körper sehr Glukose abhängig und entwickeln sich u.U. rascher als Diabetes.
Mit gesunder Ernährung ist das Problem dann nicht mehr lösbar.

Also den Arzt unbedingt über solch extremen Süssigkeiten Verbrauch informieren.


Ja stimmt. Aber i.d.R, muss man schon einiges an Zucker konsumieren, um evtl. Diabetes bekommen zu können. Darum gilt, lieber nicht zu viel Zucker benutzen. Ist sowieso besser für die Gesundheit. Und grundsätzlich sollte man sich eigentlich immer grsund ernähren und nicht erst dann, wenn eine Krankheit plötzlich da ist. Häufig ist es dann nämlich zu spät. Vorbeugen ist bekannt.ich auch besser als Nachbeugen. Der Körper muss gepflegt werden, dann würden diese Erkrankungen wahrscheinlich auch weniger häufig auftreten. 8) lg


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