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medizin-forum.de • Thema anzeigen - News:Paradigmenwechsel bei der Behandlung des Typ-2 Diabetes
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BeitragVerfasst: 08.07.12, 10:55 
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Von exakten Algorhythmen zu individualisierter Medizin

Vor kurzem erschien online die neue, gemeinsame Leitlinie der Amerikanischen (ADA) und der Europäischen Diabetesgesellschaft (EASD) zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. „Im Unterschied zur bisherigen Leitlinie der beiden Gesellschaften und auch zu vielen anderen Leitlinien von Fachgesellschaften macht diese deutlich weniger genaue Vorschriften und Empfehlungen zu den Therapiezielen und Medikamenten in Form von Algorhythmen. Vielmehr rückt die neue Leitlinie den individuellen Patienten in den Mittelpunkt“, kommentiert Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz, Bochum, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).


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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 09.07.12, 09:08 
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Beiträge: 179
Hallo,

dann stimmt es wohl, was ich jüngst gelesen habe?

- strenge, an Normen für Gesunde orientierte Einstellung führe teilweise zu gefährlichen Unterzuckerungen, die, wenn sie etwa im Schlaf auftreten, auch schon mal tödlich ausgehen (dann aber z.B. als Herzversagen dokumentiert würden)?
- viel besser ginge es daher Patienten, die "sündigten", entweder mit ihrer Ernährung oder mit ihren Medikamenten?

Das wäre ja der GAU für manche Diabetespraxis und zugleich für Patientenverbünde und deren Empfehlungen.

Ich frage das übrigens ganz ehrlich (und in aller Einfalt) - im Moment haben wir - toi toi toi - zwar keinen Zuckerkranken in der Familie, wohl aber eine familiäre Disposition, wenn man das so nennen darf.

Freundliche Grüße von Alba


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BeitragVerfasst: 09.07.12, 15:03 
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Beiträge: 185
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Hallo Alba,

deine Angst ist unbegründet. Zu Beginn kann ein Typ2-Diabetes in den meisten Fällen mit Ernährungsumstellung (am besten KH-reduziert), Bewegung und der Unterstützung von Medikamenten behandelt werden, die gar keine Unterzuckerung bzw. Hypos hervorrufen können. Wenn man dabei nicht "sündigt" und sich an den BZ-Werten von Gesunden orientiert, dann reicht diese Therapie häufig über sehr viele Jahre aus, so dass man lange auf BZ-senkende Medikamente verzichten kann, die unter Umständen Hypos verursachen. Außerdem hat der medizinische Fortschritt uns mit den DDP4-Hemmern und den GLP1-Analoga neue Medikamente beschert, die sehr wirkungsvoll sind und trotzdem keine Hypos verursachen können.

Du brauchst also keine Angst vor deiner familiären Disposition zu haben. Wenn du die Ernährungsumstellung (am besten KH-reduziert) und die Bewegung jetzt, wo du noch gesund bist, schon in deinen Alltag einbaust, dann bleibst du mit hoher Wahrscheinlichkeit trotz familiärer Disposition sowieso vom Diabetes verschont.

Beste Grüße, Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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BeitragVerfasst: 10.07.12, 06:58 
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Beiträge: 125
Hallo Alba, eigentlich sind das " zwei Paar Schuhe"
Das von H. Reuter angesprochene Thema besagt - platt ausgedrückt - :
Es ist widersinnig, einem 70-Jährigen mit Herz-Kreislauf- oder anderen
Problemen die gleichen Zielwerte aufs Auge zu drücken, wie einem
30-jährigen, der ansonsten gesund ist.

Zu Deinem Aspekt. Es ist unsinnig, jemandem Normen für Gesunde aufzuzwingen,
solange derjenige nicht wirklich gut mit Insulin und Co. umgehen kann.

Mein Doc hatte von vornherein das Ziel, mich langsam an Zielwerte heranzuführen :)
Mit zunehmender Erfahrung übernimmt man dann selbst die Verantwortung;
dann kann man auch Zielwerte zunehmend tiefer ansetzen.

Mein tiefster Wert in 13 Jahren war 67 ( nach heutigem Muster ca 75 )

Du darfst nur eines nicht tun !!!
Du darfst nicht auf Schafelbacken im Internet hören, die Dir erzählen
-> einmal 200 heißt "Fuss ab" :)


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BeitragVerfasst: 10.07.12, 09:30 
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Beiträge: 964
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Ja, @creole hat die Thematik sehr schön und allgemein verständlich dargestellt.
@Rainer kann ich mich auch komplett anschließen, aber die Ratschläge stehen nicht
im Kontext zu @Albas Statement.

Das ist so (verkürzt wiedergegeben):

Vor einiger Zeit gab es eine Studie(ACCORD mit Name), aus der Mediziner und Nichtmediziner
bisweilen einen falschen Schluss zogen, so wie @Alba. In der Tat gab es mehr Todesfälle und Komplikatonen in der Gruppe der sehr rigide eingestellten Typ2-Diabetiker als bei den übrigen Teilnehmern. Die von Komplikationen betroffenen Patienten waren aber allesamt Problempatienten. Sie hatten alle bereits kardiovaskuläre Ereignisse hinter sich, befanden sich in einem leicht älteren Lebensabschnitt und wurden mit mindestens drei Antibiotika (orale und Insulin) radikal von sehr hohen Werten "heruntergeregelt" auf Werte wie Gesunde sie aufweisen. Die Studie lässt aber keinesfalls den Schluss zu, dass grundsätzlich euglykämisch eingestellte Diabetiker eine kürzere Lebensdauer hätten als höher eingestellte Patienten, d.h. solche mit einer diabetischen Stoffwechselführung.

Der von mir angesprochene Paradigmenwechsel hat also mit dem leidigen Thema der unseligen ACCORD Studie im Grunde nix zu tun. Allgemein gilt immer noch, bessere Blutzuckerwerte im Rahmen individuell vertretbarer Zielwerte ohne schwere oder häufige Unterzuckerungen schützen am ehesten vor chronischen diabetischen Komplikationen.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 11.07.12, 07:40 
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Beiträge: 179
Recht vielen Dank allen Antwortern für Auskünfte und Erklärungen.

Freundliche Grüße von Alba


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