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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Diabetes Typ 2?
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 Betreff des Beitrags: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 21.02.12, 22:00 
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Hallo, als "Neudiabetiker" bewegen mich zahlreiche Fragen zu Diabetes, einige konnte ich mir im Forum bereits erlesen, einige leider nicht.
Vor ca. sechs Wochen bin ich wegen einer hartnäckigen Harnwegsinfektion zum Arzt, dabei wurde Zucker im Urin festgestellt (seither nie wieder, wird jeden Morgen von mir getestet). Der danach ermittelte Langzeitzuckerwert betrug 6,4 und ich wurde als "Typ 2" diagnostiziert. Der Gluckosetoleranztest wurde daraufhin nicht mehr durchgeführt. Ab sofort kontrollierte ich meine Werte mehrfach täglich. Morgens (nüchtern) komme ich (zum Glück) nicht mehr über 5,6, meistens bin ich sogar unter 5,3. Zwei Stunden nach den Mahlzeiten habe ich meinen Ausgangswert meistens wieder erreicht, einen Wert über 6 hatte ich seither insgesamt nur dreimal zu verzeichnen, mehrfach bin ich aber sogar knapp unter 5 geblieben. Zwei Stunden nach meinem letzten Sonntagsfrühstück mit Weißbrot, Brötchen, Marmelade und Honig betrug mein Wert 5,4. Medikamente nehme ich nicht ein. Anzumerken ist noch, dass ich durch weniger Essen, gesündere Ernährung und Sport inzwischen fast 8 kg abgenommen habe, trotzdem fehlen mir noch weitere 10 kg... :oops:! Inzwischen wurde noch festgestellt, dass ich Probleme mit der Schilddrüse (Knoten) habe, die meinen gesamten Hormonhaushalt nachhaltig durcheinanderwürfeln. Die Harnwegsgeschichte ist leider noch immer nicht ausgestanden.
Ist ein Diabetes Typ 2 durch die o.g. Werte und Symptome tatsächlich bestätigt? Ich habe leise Zweifel, weiß mir nun keinen anderen Rat mehr, als hier selbst Betroffene zu befragen.
Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 22.02.12, 12:15 
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Hallo Ailton,

ich kann aufgrund o.a. Blutglukosewerte keinen manifesten Diabetes per definitionem erkennen.
Allenfalls Prädiabetes. Bei grenzwertigen Einzelergebnissen ist der oGTT zur differenzierten Abklärung jedoch immer sinnvoll.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 23.02.12, 22:13 
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Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich denke, dass ich beim nächsten Arztbesuch um eine nachträgliche Durchführung eines oGTT bitten werde. Bis dahin werde ich erstmal schön weiter meine Werte abnehmen und hoffen, dass man mir anschließend kein "angepasstes" Ergebnis des oGTT präsentieren wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 25.02.12, 20:21 
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Ich möchte ganz kurz mal folgende Info loswerden: Heute Morgen habe ich wie immer meinen Nüchtern-Blutzucker gemessen. Das Ergebnis war 5,5. Dann habe ich heute Nachmittag erstmals seit meiner "Diagnose" gesündigt und anlässlich des Geburtstages eines guten Freundes einen ziemlich großen Eisbecher verdrückt und mich anschließend ganz schön über mich selbst geärgert. :oops: Knapp zwei Stunden später wollte ich wissen, was mein Körper davon hält. Also habe ich meinen Blutzucker erneut gemessen und insgeheim mit dem Schlimmsten gerechnet. Dann das sehr erfreuliche Ergebnis: 5,3!!! :D Diabetes 2 und dann dieser Wert? Das kann ich mir nun fast nicht mehr vorstellen!

Ansonsten habe ich heute zufällig in (m)einer regionalen Tageszeitung einen sehr interessanten Bericht über Diabetes gefunden. Dabei wurde u.a. hierüber geschrieben: http://www.lauber-methode.de/
Vielleicht möchte sich ja jemand darüber informieren?!


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 28.02.12, 10:12 
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Der postprandiale Verlauf des Blutglukoseanstiegs ist u.a. abhängig von der Glykämischen Last der
Nahrung. Gerade beim Speiseeis ist diese je nach Bestandteilen sehr unterschiedlich.

Beim Prädiabetiker ist es auch nicht ungewöhnlich, dass 2 Stunden nach dem ersten Bissen
bestimmter Nahrungsmittel und -mengen der Blutglukosewert wieder zur Ausgangslage zurückgekehrt ist. Sei es z.B. durch die noch in Teilen gut funktionierende Insulinsekretion oder infolge körperlicher Aktivitäten.

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 08.03.12, 21:15 
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So, ich war nun inzwischen bei einem Diabetologen, der sich intensiv mit mir und meinen Problemchen beschäftigt hat. Interessanterweise ist dieser nun der Meinung, dass bei mir kein Diabetes vorliegt. Ich war aufgrund der ersten Diagnose des Hausarztes etwas irritiert. Er erklärte mir, dass:
1. der HbA1c inzwischen bei 5,7 liegt
2. der Blutzuckerwert (3 h nach dem Frühstück) im Labor mit 4,8 in einem idealen Bereich lag.
Um sämtliche Restzweifel auszuschließen, werde ich nächsten Monat (erstmalig) einen oGTT machen, danach weiß ich dann sicher mehr.
Gibt es Erfahrungen oder Kenntnisse, ob es tatsächlich schon fehlerhafte Diagnosen bei DM Typ 2 gegeben hat?


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 15.03.12, 09:31 
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Ailton hat geschrieben:
Gibt es Erfahrungen oder Kenntnisse, ob es tatsächlich schon fehlerhafte Diagnosen bei DM Typ 2 gegeben hat?


Mir bekannt sind lediglich Fehldiagnosen hinsichtlich der Typbestimmung und der daraus folgenden
suboptimalen Behandlung. So werden gelegentlich erwachsene, ältere
Diabetiker als "Altersdiabetiker" - Typ2 - diagnostiziert, die jedoch in Wirklichkeit
unter einem LADA oder MODY einzuordnen sind.

Kritik ist bei manchen Diagnosen zu üben, die leicht erhöhte Nüchtern- und/oder postprandiale
Werte als gesund ansehen, obwohl das Risiko einer Manifestation von Diabetes mellitus Typ2 gegenüber Menschen mit Normwerten deutlich höher ist. Prophylaxe hinsichtlich ausgewogener Ernährung und ausreichender Bewegung ist in diesem oft latenten Stadium sicherlich von großem Nutzen.

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 18.05.12, 10:32 
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Hallo, ich mal wieder.
Ich habe nun endlich die Werte meines oGTT erhalten und wollte diese gern einmal hier posten. Gleichzeitig würde ich die Fachleute um eine kurze Bewertung bitten, das offizielle Auswertungsgespräch findet erst nächste Woche statt (durchführende Ärztin ist leider selbst längerfristig erkrankt):

Einnahme (nüchtern) von 75 g Glukose.
Messwerte:
0 min: 4,29 mmol/l
60 min: 9,59 mmol/l
120 min: 7,09 mmol/l

Vielen Dank im Voraus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 18.05.12, 10:44 
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Hallo Ailton,

das ist eindeutig kein Diabetes. Die Werte passen auch nicht zu dem HbA1c von 6,4%.

Es gibt bestimmte Krankheiten, bei denen der HbA1c falsch erhöht gemessen wird, z.B. bei einer Eisenmangelanämie. Suche mal im Netz noch ein bisschen weiter und lass dich auf solche Krankheiten bzw. Mangelzustände untersuchen.

LG Rainer

_________________
Typ2-Diabetiker, Diagnose 2002
HbA1c~6,0 mit LCHF-Ernährung


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 18.05.12, 12:30 
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Hallo Ailton,

diese Momentanwerte im oGTT lassen weder auf Diabetes noch
auf Prädiabetes schließen. Die Grenzwerte werden unterschritten.

Das HbA1c muss nicht mit dem Ergebnis des oGTT korrelieren. Es bildet
einen Durchschnittswert der Blutglukoseführung über 3 Monate ab.
Werte unter 6,5% sprechen jedoch für o.a. Diagnose.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 18.05.12, 14:26 
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Beiträge: 17
Vorab erst einmal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Rainer. hat geschrieben:
Hallo Ailton,

das ist eindeutig kein Diabetes. Die Werte passen auch nicht zu dem HbA1c von 6,4%.

Es gibt bestimmte Krankheiten, bei denen der HbA1c falsch erhöht gemessen wird, z.B. bei einer Eisenmangelanämie. Suche mal im Netz noch ein bisschen weiter und lass dich auf solche Krankheiten bzw. Mangelzustände untersuchen.

LG Rainer

Ihre Info zum Thema "Eisenmangel" lässt mich aufhorchen. Auf dem Laborbericht bei der ersten Blutentnahme (ca. knapp zwei Wochen vor dem oGTT) steht u.a. etwas von einem erhöhtem "Ferritin" (Eisengehalt - Leber?). Bei der Erstmessung betrug dieser 850 ng/ml, der Normbereich ist mit 30 bis 400 ng/ml angegeben. 16 Tage später war er jedoch deutlich gesunken, den genauen Wert kenne ich aber leider nicht.
Bekannt ist, dass ich - erblich bedingt - bereits seit frühester Jugend eine eingeschränkte Leberfunktion habe, Alkohol konsumiere ich aber auch heute nur äußerst selten (vielleicht 2 - 3 mal im Monat) und nur in geringem Maße (max. 1 Liter Bier oder zwei Gläser Wein). Dennoch ist der Gamma-GT-Wert immer etwas erhöht, zuletzt 1,08 (max. sollte dieser 1,0 sein). Auch Kreatinin ist mit max. 1 angegeben, gemessen wurde bei mir aber 1,06.
Jedenfalls hoffe ich nun, dass ich nächste Woche eine detaillierte Auswertung erhalte und weitere Schritte nicht notwendig sind.
Wenn dann noch meine nervige und widerstandsfähige Prostatitis verschwinden würde, wäre ich fast wunschlos glücklich. :D
Vielen Dank nochmal für Euer Feedback!


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 18.05.12, 15:44 
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Ailton hat geschrieben:
Auf dem Laborbericht bei der ersten Blutentnahme (ca. knapp zwei Wochen vor dem oGTT) steht u.a. etwas von einem erhöhtem "Ferritin" (Eisengehalt - Leber?).

Erhöhtes Ferritin im Serum könnte ein Anzeichen für die Eisenspeicherkrankheit(Hämochromatose)
sein. Ich rate, die Werte einmal im Forum für Innere Medizin zu posten:

viewforum.php?f=30

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 19.05.12, 06:43 
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Registriert: 11.07.10, 09:35
Beiträge: 45
moin :)

Zitat:
Einnahme (nüchtern) von 75 g Glukose.
Messwerte:
0 min: 4,29 mmol/l
60 min: 9,59 mmol/l
120 min: 7,09 mmol/l


das ist so kein diabetes...nichtmal fruehstadium (nach den vorhandenen werten).
hilfreich waere aber auch der rest der laborwerte!

da oben wurde zucker gemessen. der zuckerwert passt.
ob der dazugehoerige gegenspieler (insulin) auch passt, kann man nicht sagen!

mit dem bisher im thread geschriebenen gibt es imho keinen anhaltspunkt fuer diabetes.

eine betstimmung des insulinspiegels sollte die diabetesdiagnose endgueltig weiter nach hinten auf der zeitachse schieben koennen.

ich rate, wie hans reuter, zu einem internisten (dem man aber dann alle beschwerden und blutwerte nennen sollte).

mfG
dingo1


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 19.05.12, 10:33 
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Registriert: 11.08.06, 11:16
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Wohnort: Rhld.-Pfalz
Sehr richtig,
lieber dingo1 :)

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Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Diabetes Typ 2?
BeitragVerfasst: 19.05.12, 22:48 
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Registriert: 21.02.12, 21:21
Beiträge: 17
Vielen Dank, ich werde diese Aufgabe zeitnah mal angehen und einen Internisten aufsuchen. Danach werde ich Euch hier mal berichten, was dort herausgekommen ist.


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