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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Zuckerschock
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 Betreff des Beitrags: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 12.01.11, 18:05 
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hallo liebes forum,

hab da mal eine frage zum zuckerschock. leider musste ich den bei meinem vater schon miterleben. war schon krass, die ganze sache, mit krampfanfall und so.
er war dann am nächsten tag bei seinem hausarzt aber der wollte ihm kein notfallmedi verschreiben, was ja glucagon wäre, was man ja ins unterhautfettgewebe spritzt. mach mir halt echt sorgen, dass das ganze nochmal passiert, weil sein blutzucker immer wieder so absinkt. mittlerweile spritzt er schon weniger einheiten, als die leute in der arztpraxis das gesagt haben, aber trotzdem sackt der zucker immer wieder so ab. was gibts denn noch für eine möglichkeit, wenn er wieder im schock ist? arzt holen ist ja klar. warum wird das gegenmittel nicht einfach verschrieben?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 13.01.11, 22:43 
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Kann mir vorstellen, dass Dich die Situation beunruhigt. Aber Glucagon funktioniert viel mieser als Lösung, als allgemein angenommen. Denn auch viel Glucagon kann zuviel gespritztes Insulin nur so schwer überlagern, dass die Rettungsdienste intravenös Glukose spritzen.

Dabei kann Dein Vater recht einfach vermeiden, sich eine schwere Hypoglykämie - Zuckerschock - zu spritzen. Denn so eine Hypo ist IMMER das Ergebnis von zu viel Insulin: Er braucht also nur weniger Insulin zu spritzen. Allerdings muss er schon selbst ein bisschen dafür tun und systematisch austesten, wann am Tag er wieviel von welchem Insulin braucht. Denn das ist bei allen Menschen verschieden. Vielleicht kannst Du ihm ja dabei helfen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 13.01.11, 23:15 
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danke erstmal für deine antwort.
wir sagen ihm ja auch immer wieder, dass er weniger spritzen soll, als das die leute in der arztpraxis gesagt haben. statt 10 einheiten halt nur 6 und trotzdem ist er danach immer wieder mal bei einem BZ von 60. versteh das einfach nicht, dass man schon wesentlich weniger spritzt als gesagt wurde und der BZ trotzdem so runtergeht. will gar nicht wissen was passiert, wenn er mal wieder die einheiten spritzt, die er laut diabetologen spritzen soll.
klar ersetzt das glucagon keine glucose, die iv verabreicht wird, aber das ist ja nunmal neben dem notarzt verständigen das einzige, was man so schon machen kann, bis der doc dann da ist oder gibts da noch eine möglichkeit? mach mir halt echt gedanken, vor allem weil mein vater danach alles so runterspielt und auch noch späße macht, wenn er schon im unterzucker ist und dann nicht gleich eine banane isst oder limo trinkt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 14.01.11, 00:06 
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was ist schlimm an 60? Schauma http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 14.01.11, 10:32 
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Wohnort: Hannover
Maus90 hat geschrieben:
mach mir halt echt gedanken, vor allem weil mein vater danach alles so runterspielt und auch noch späße macht, wenn er schon im unterzucker ist und dann nicht gleich eine banane isst oder limo trinkt.


Dann wird das Glucagon auch keine wirkliche Lösung sein, wenn ihr Vater schon keine richtige Krankheitseinsicht zeigt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 18.01.11, 15:27 
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Hallo,

es kann nicht verkehrt sein, Diabetikern, die zu schweren Unterzuckerungen neigen,
das Glucagon Notfallset HypoKit zu verordnen und es im Bedarfsfall von Angehörigen anwenden zu lassen. Der Notarzt sollte selbstverständlich gleichzeitig gerufen werden, damit weitere wirksamere Maßnahmen eingeleitet werden können.

Warum manche Ärzte betroffenen Patienten das Set nicht regelmäßig verordnen wollen, hat
vielleicht auch folgende Gründe:
Eventuell anwesende Personen sind nicht ausreichend für die Applikation unterwiesen oder
es besteht die Gefahr, dass die Wirksamkeit des Medikaments häufig nicht mehr gegeben
ist, weil die relativ kurze Haltbarkeitsdauer bei Unterbrechung der Kühlkette überschritten wurde.

Tipps zur Verhinderung schwerer Hypos ( Blutglukose < 50 mg/dl und Beanspruchung fremder Hilfe) kann man ohne zusätzliche Kenntnisse über das Insulinregime des Patienten kaum geben, es sei denn das immerwährende Anhalten zu mehr Einsicht, regelmäßigem ausgewogenem Essen und optimalem Insulinisieren.

Wie wäre es denn mit einer Insulinpumpenbehandlung?
Viele Insulinpumpenträger können die Anzahl und Schwere ihrer Hypos deutlich senken
gegenüber konventioneller Therapie.

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 18.01.11, 15:36 
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Beiträge: 603
seit wann muss Glucagon im Set gekühlt werden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 18.01.11, 16:16 
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Beiträge: 125
seit wann, weiß ich nicht :)

Aber +2 bis +8 Grad empfohlene Temperatur
sollte man schon einhalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 18.01.11, 17:44 
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Zitat:
Nehmen Sie das Set z. B. mit auf Reisen oder zum Sport, sollten Sie beachten, dass Sie damit die Kühlkette unterbrechen - die Haltbarkeit des Glukagon-Notfall-Sets verkürzt sich damit auf 18 Monate.

http://www.diabetes-world.net/Portal-fu ... tm?ID=2894

Also 18 Monate ohne Kühlung ist ja schon ein bisschen länger, als bei Insulin, oder? Und wenn das Zeug 18 Monate nicht gebraucht wird, ist in der Umgebung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch niemand in der Lage, im Notfall sachgerecht mit so ner Notfallspritze umzugehen.

Viel wichtiger als ne Notfallspritze wäre aus meiner Sicht in dem Fall ne ordentliche Schulung, die da entweder nicht geleistet wird oder die der Vater sich nicht leisten lassen will.

In beiden Fällen kann die Pumpe vielleicht helfen, denn damit gibt es immer ne sehr viel bessere Schulung, als mit einfachen Pens. Und dann befassen sich technisch interessierte Menschen damit auch sehr viel intensiver und lernen auf diese Weise völlig freiwillig sehr viel besser, ihren BZ freier von Spitzen nach oben (Hyper) und nach unten (Hypo) zu steuern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 19.01.11, 14:11 
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Beiträge: 22
danke nochmals für eure antworten.
mein vater spritzt sich das kurzzeitinsulin apidra und langzeit levemir.
mit dem hypokit ist halt immer so eine sache, und scheint auch hier zu diskussionen zu führen.
glaub aber auch, dass es im ernstfall, zumindest um die zeit bis der notarzt da ist, zum überbrücken nicht schlecht ist.
kurz zu der einsicht von meinem vater. wenn es im unterzucker ist bekommt er von dem ganzen gar nichts mit. deshalb wahrscheinlich auch das komische, ignorierende verhalten. im anschluss kann ich mir gut vorstellen, dass er das macht, damit wir uns keine sorgen machen.
eine diabetes- schulung wird auch von der arztpraxis durchgeführt. dort geht mein vater auch regelmäßig hin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zuckerschock
BeitragVerfasst: 19.01.11, 15:16 
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Moin Maus,

das abwehrende Verhalten Deines Vaters in der Unterzuckerung ist völlig normal. Nicht normal ist allerdings eine Unterzuckerung, die so tief reicht, dass der Betroffene sich nicht mehr in der Kontrolle hat oder gar bewußtlos wird. Das sollte eigentlich überhaupt nicht vorkommen. Das gibt es auch nicht mit etwas, sondern nur mit viel zu viel Insulin im Verhältnis zum Essen.

Und bei diesem Zuviel kann Dein Vater sogar richtig gespritzt haben. Aber wenn er etwa dann direkt nach dem Essen körperlich etwas tut wie spazieren oder einkaufen gehen, dann kann das gespritzte Insulin für die doppelte Menge Essen reichen. Dann hätte er vorher weniger spritzen oder vor oder bei der Tätigkeit mehr essen müssen. Das sollte eigentlich in einer guten Schulung vermittelt werden.

Gespritztes Glucagon beginnt frühestens 15-20 Minuten nach dem Spritzen zu wirken. Denn es muss ja erst einmal zur Leber und die zur Zuckerausgabe anregen. Weil da aber schon zu viel Insulin ist, muss da erstmal ne Menge Glucagon ankommen, bis die Leber endlich gegen die Insulinwirkung nennenswert mehr Glukose ausgibt.
Wenn der Notarzt die selbe Zeit braucht, gehen die Augen mit seiner Glukose-Infusion dann meistens doch noch schneller auf - wenn er den Zugang dann überhaupt noch legt und nicht erst die Glucagonwirkung abwartet. Denn die schießt den Blutzucker dann nach 30-40 Minuten schon deutlich höher als gesund, und der würde mit ner zusätzlichen Infusion ja dann noch höher steigen.

Auf einen guten Rest von 2011, Jürgen


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