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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Erfahrungen mit Diabetes Programmen gesucht
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BeitragVerfasst: 22.12.10, 12:14 
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Hallo zusammen,

ich bin 35 Jahre alt und bei mir wurde leider vor einigen Monaten Typ1 Diabetes festgestellt. Mein Arzt hat mir jetzt geraten, für eine bessere Kontrolle meine Werte irgendwie zu notieren. Er meinte, da gäbe es jede Menge Programme dafür und einige würden auch nichts kosten. Ich habe leider nicht die Mega Ahnung von Computern und brauche da bestimmt ein Programm was ganz einfach zu verstehen oder besser zu bedienen ist. Einige Programme können eventuell auch die Blutzuckerwerte aus meinem Messgerät Freestyle Lite direkt laden, meinte eine Bekannte, dann muss ich die nicht von Hand eingeben, das wäre schon klasse. Vielleicht ist das wichtig, mein Computer hat Windows 7 drauf.

Kann mir jemand aus seiner eigenen Erfahrung heraus etwas empfehlen?

Ich bin für jeden Tipp sehr dankbar :D

Viele Grüße und schöne Weihnachten
Tom


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BeitragVerfasst: 22.12.10, 19:30 
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Moin Tom,

hab kürzlich einen kleinen Werbefilm gesehen. Da setzte sich ein offenbar geschäftiger Außendienstler für eine kurze Pause ins Restaurant, orderte Kaffee & Kuchen, machte mit seinem Smartphone ein Foto von seinem Kuchen, tippte dazu seinen frisch gemessenen BZ und kriegte instantan seinen Spritzvorschlag. Super, oder?

Damit das ordentlich funzt, muss das Programm wissen und persönlich passend berücksichtigen
+ wie hoch und in welcher Zeit zu dieser Tageszeit 1 BE den BZ dieses Mannes antreibt,
+ wie tief und in welcher Zeit zu dieser Tageszeit 1 IE seines Insulins den BZ dieses Mannes absenkt
+ was vom zuletzt gespritzten Bolus wahrscheinlich noch wirksam ist, also für wenigstens die letzten 5 Stunden
--- wann
--- wie viel
--- für was gespritzt und
--- was seitdem gemacht und auch,
+ was er in den nächsten 2 Stunden vor hat, denn 20 Minuten Fußmarsch zum nächsten Kunden können die Wirkung des neuen Bolus um den Faktor 2-4 verstärken, während er eher ganz normal wirkt, wenn der Typ sich die nächste Stunde da im Restaurant oder vor der Tür in seinem Auto mit seinem Computer und seinen Verkaufsunterlagen beschäftigt.

Damit ein Programm zu all diesen personalisierten Voraussetzungen kommt, muss man die als Benutzer zuerst erst einmal in mehrtägigen Messreihen alle selbst zusammen- und dann da eintragen. Also einmal in Halbstunden-Schritten nach dem Spritzen und Essen zusammen tragen, wie gut die BE-Faktoren zu ihren BEs passen, zu welcher Tageszeit vielleicht ein Spritz-Ess-Abstand hilfreich wäre und zu welcher Tageszeit z.B. 20 Minuten normales Gehen den Bolus/das dann aktuell in Umlauf befindliche Insulin um welchen Faktor in seiner Wirkung verstärkt.

In meinen Augen macht es schon Sinn, sich all diese Größen erst einmal selbst zu erarbeiten und, so man das dann noch will, gezielt nach einem Programm zu schauen, das dann für die eigenen Bedürfnisse am besten anzupassen geht. Und das kann dann vielleicht sogar ein bisschen Geld kosten dürfen, wenn es denn als Gegenwert das Leben mit all den geschilderten Faktoren und deren alltäglicher Berücksichtigung entsprechend vereinfacht :-)

Bisdann, Jürgen


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BeitragVerfasst: 23.12.10, 15:12 
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Hallo Jürgen,

vielen Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort.

Mhm klingt doch sehr nach Wissenschaft, in der Klinik haben mich ja schon einige „Profi“ Diabetiker darüber informiert, das man, vorausgesetzt man will das, sich den lieben langen Tag mit seinem Diabetes beschäftigen kann. Um auf Dein Beispiel mit dem „Werbefilm“ zu kommen, also ich bin mir jetzt, auch wenn ich erst wenige Monate Diabetiker bin, nicht sicher, ob ich einfach weil mir ein Programm das halt so sagt ein gewisse Menge Insulin spritze. Du hast ja schön beschrieben, das es so viele Möglichkeiten gibt warum der Körper heute anders funktioniert wie gestern, zu meinem Erstaunen kommen diese Schwankungen häufiger vor als ich selbst angenommen habe, und wie soll das dann das Programm wissen.

Bei mir kommt dazu, ich bin ja erst 35 Jahre, also noch kein "Rentner" der täglich Messstudien in aller Ruhe vornehmen kann :D Ich bin Freiberuflich tätig und häufig unterwegs, sodass nicht jeder Tag dem anderen gleicht. Deshalb suche ich auch ein Programm was möglich meine täglich gemessene Werte direkt aus meinem Messgerät importieren kann und ich dann einmal die Woche mir anschauen kann wie ich so war. Das ist wohl auch in erster Linie das Ansinnen meines Arztes, das er bei meinen Besuchen sehen kann, wie das so alles klappt bei mir.

Da ich wenig Zeit und wohl auch Lust habe alle Programme mal auszuprobieren die es so gibt für Diabetiker, hatte ich mir mit meiner Anfrage erhofft, dass ich direkt Vorschläge bekomme, welche Programm was taugen und von welchen ich besser die Finger lassen soll und das wenn möglich aus eigener Erfahrung, denn Werbebotschaften habe ich schon ein paar gelesen aber Werbung ist ja geduldig. Und natürlich möchte ich vermeiden, unter Umständen einige Euros für ein Programm auszugeben und nachher stellt sich heraus, dass es nicht das richtige für mich ist.

Aber mir sticht gerade was ins Auge, „•Verwenden Sie niemals Produkt- oder Medikamentennamen! Wohl erlaubt sind Inhalts- bzw. Wirkstoffe.“, :oops: ups mit meiner Anfrage rufe ich ja direkt zum Verstoß gegen diese Regel auf. Sorry, das war nicht meine Absicht, aber vielleicht kann mir ja jemand ohne einen Produktnamen zu nennen zumindest Tipps geben, worauf ich bei den Diabetes Programmen achten sollte.

Viele Grüße und schöne Weihnachten
Tom


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BeitragVerfasst: 23.12.10, 16:37 
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Beiträge: 965
Wohnort: Rhld.-Pfalz
Hallo Tom,

richtig. Werbung für ein bestimmtes Programm, um seinen Diabetes mehr oder weniger anspruchsvoll und sinnvoll zu managen, ist hier nicht zulässig.

Ich benutze schon geraume Zeit im Zusammenhang mit meiner Insulinpumpenbehandlung ab und an ein Programm mit Bolusexpert. Ist halt "Geschmacksache". :roll: Aber, dir geht es ja im Moment nicht um ein solches, sondern in erster Linie um die Dokumentation und Auswertung deiner Blutzucker-Testergebnisse. Die Hersteller der Blutzuckertestgeräte und der Sensoren erteilen gerne Auskunft über die Lieferung der entsprechenen PC-Hard- und Software.
Man kann sich auch mit etwas Geschick hierzu ein indivduelles Programm z.B. mit MS Excel "stricken" und - wenn gewollt- dem Arzt die Daten elektronisch übermitteln oder einfach ausdrucken.

Viel Spass!

_________________
Mit freundlichen Grüßen
Hans Reuter


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BeitragVerfasst: 27.12.10, 11:52 
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Beiträge: 603
Moin Tom,

mach dir doch mal den Spaß und schreib mal genau jeden Handgriff und jeden Pedaltritt und jede Überlegung so auf, dass ein Mensch, der noch nie Auto gefahren ist, eine viertel Stunde Deines häufigsten Stadtwegs gefahrlos für sich und andere absolvieren könnte. -
Wetten, dass sich das dann liest, wie Wissenschaft vom Mobilitäts-Profi ;-) Und völlig unpraktikabel und überhaupt nicht danach, dass man das alles mit etwas Übung nahezu vollautomatisch passend macht?

Und wo Du schon dabei bist, soll er doch in Minute 2, 7 und 13 seine Geschwindigkeit dokumentieren, damit Du am Durchschnitt ablesen kannst, ob er mit der passenden Geschwindigkeit unterwegs war. - Wie? Ob die Geschwindigkeit immer angemessen gewesen ist, kann man an so einem Durchschnitt überhaupt nicht ablesen?
Dann soll er wenigstens aufschreiben, wie oft er bremst, damit Du aus der Bremshäufigkeit ablesen kannst, ... - Wie? Daraus kann man nicht ablesen, ob er immer passend gebremst hat?
Aber wenn er aufschreibt, wie oft er wie viel Gas gegeben hat, dann ... - Auch nicht?


Im Autofahr-Bild sagt Dir der HBA1c-Wert, wie viele Kotflügel Du in den vergangenen 3 Monaten eingebüßt hast - mit mehr oder weniger Beulen und eingefahrenen Türen rundum und ...., die der HBA1c-Wert nicht zählt. Ok, weniger HBA1c-Wert sind weniger ramponierte Kotflügel. Aber der Wert wie auch alle übrigen Standard-Werte sind nun mal absolut keine Hilfe, wenn die nächste Fahr-Entscheidung dazu ansteht, was für den nächsten Augenblick ohne Anrappeln getan werden sollte. Dazu hilft überhaupt kein einzelner Wert, wie Du selbst ja schon aus meiner Aufstellung der Bedingungen geschlossen hast, die ein funktionierendes Programm berücksichtigen müsste. Denn es geht ja tatsächlich nie um einzelne Werte, sondern es geht um die Abfolgen von Ereignissen und Werten, um ihre Zusammenhänge, ihre Muster. Und zum Glück nur um Deine. Im Gegensatz zum Autobild musst Du für Deinen Blutzucker nicht wie auf der Straße in jedem Moment auch noch die wahrscheinlichen Muster der Verkehrsteilnehmer (dumme Hunde, blöde Gänse usw.) um Dich rum mit berücksichtigen.

Auf ein gutes 2011, Jürgen


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