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 Betreff des Beitrags: Diabetes?
BeitragVerfasst: 15.10.10, 16:06 
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Gestern habe ich diesen OGT gemacht. 1. und 3. Test war venös und der 2. mit diesem Pieks in den Finger, da waren es nach 1 Std. 245.

Heute rief die Sprechstundenhilfe an und richtete meiner Tochter aus, daß der Test nicht ok war, es aber keine Diabetes sei und ich solle nächste Woche vorbeikommen. Was heisst das jetzt?

Danke und Gruß
Daya


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BeitragVerfasst: 15.10.10, 18:22 
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Hallo Daya,

der 2-Stunden-Wert wird dann vielleicht bei 180...190 liegen. So manch einer wird vielleicht sagen: "Da hast du aber Glück, Diabetes geht erst ab 200 los." Realistisch betrachtet musst du dir aber sagen, dass du das Pech hast, eigentlich schon einen ausgewachsenen Diabetes zu haben, nur dass dein Doc dich noch nicht behandeln muss.

Du kannst aber ab sofort alleine sehr viel dagegen tun. Besorg dir ein Messgerät, vielleicht kannst du deinen Doc auch um ein Rezept für 50 Teststreifen anbetteln und den Rest musst du selber kaufen. Eine gute Anleitung zur Umstellung der Ernährung findest du z.B. hier http://phlaunt.com/diabetes/DeutschMgDlFlyer.pdf . Ein guter Tipp für Diabetiker ist auch die LOGI-Ernährung, dazu gibt es jetzt ein interessantes Buch "Stopp Diabetes". Außerdem ist Bewegung sehr hilfreich - auf jeden Fall musst du was unternehmen.

Viel Erfolg, Rainer


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BeitragVerfasst: 15.10.10, 18:56 
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hallo Rainer,

Danke. Ich möchte mich gerne damit auseinandersetzen. Warum habe ich realistisch gesehen ausgewachsene Diabetes, wenn das erst ab 200 losgeht? Muss ab 200 behandelt werden? Kein Obst mehr zu essen wird mir sehr schwer fallen.

Gruß Daya


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BeitragVerfasst: 16.10.10, 12:14 
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Hallo Daya,

die 200 mg/dl für den 2-Stunden-Wert sind eine relativ willkürlich festgelegte Grenze, die diabetische Störung beginnt sehr viel früher. Da die sich verschärft wenn du nichts dagegen unternimmst, hast du die 200 wahrscheinlich nächstes Jahr schon überschritten. Den BZ-Verlauf bei einem Stoffwechselgesunden kannst du dir hier ansehen. Gesund übersteigt der 1-Stunden-Wert die 140 nicht und der 2-Stunden-Wert geht wieder sauber unter 100 zurück.

Du brauchst das Obst nicht aus deinem Speiseplan zu streichen. Allerdings wirst du dir manche Sorten (z.B. Bananen) nicht mehr leisten können und die Menge einschränken müssen. Wie viel du konkret von welchem Obst essen kannst, musst du mit der BZ-Messung herausfinden. Je eher du etwas unternimmst, desto geringer werden die Einschränkungen sein.

LG Rainer


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BeitragVerfasst: 16.10.10, 12:32 
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Moin Daya,

zuallererst kann der hohe Wert eine Fehlmessung sein, wie wir grad wieder im vorigen Fred am Beispiel von Evil Monkey gelernt haben. Lohnt sich also schon, das Zucker-Spiel zu wiederholen.

Für den Fall, dass das Ergebnis dann ähnlich aussieht, hier ne kurze Erläuterung zu Deiner Frage:
Wirklich gesunde Menschen messen 65-85mg/dl vor, 120-140 etwa 1 Stunde nach dem Zuckerwasser und wieder zurück bei 65-85 2 Stunden danach, hier zum Nachschauen. Jedes Stück Blutzucker-Verlauf darüber hinaus generiert miese Lotto-Punkte, umso mehr, je höher und länger der Ausflug.
Wer sich möglichst viel von seiner Gesundheit erhalten will, sorgt vor allem mit der Auswahl und Portionierung seines Essens dafür, dass der eigene Blutzucker zu jeder Zeit und auch 1 Stunde nach jedem Essen nach Möglichkeit unter 140 bleibt, und zwar am einfachsten schon dann, wenn der erst für kurze Zeiten kleine Ausflüge darüber hinaus machen will.

Fiese Lotto-Punkte übrigens aus wenigstens diesen 3 Gründen:
1.Niemand weiß, in welcher Menge sie welchen Schaden stiften. Manche Leute laufen Jahrzehnte mit viel zu hohem Blutzucker rum und haben nix, während andere schon z.B. kein Gefühl mehr in den Füßen haben, wenn sie gerade diagnosereif werden.
2.Niemand weiß, in welcher Reihenfolge die fiesen Folgen eintreten, also ob zuerst das Gefühl in den Füßen fehlt oder die Netzhaut in den Augen geschädigt wird oder die Nieren schlechter funktionieren.
3.Niemand weiß, für wie viele Schäden gut ist, was wir da so im Laufe unseres Lebens sammeln, und ob nur immer weiter gesammelt wird oder ob nicht vielleicht doch der einer oder andere Punkt ohne zu schaden verfällt, wenn wir unseren Blutzucker wieder über X Nummern Wochen gesund steuern.

Der Diabetes selbst macht sich bei seiner Diagnosereife durch keinerlei auffällige Beschwerden bemerkbar. Denn zur Diagnose muss der Blutzucker nur eine der dafür sehr willkürlich definierten Schwellen überschreiten. Und davon haben wir zur Zeit 3-4,
A. mit mehr als 125mg/dl aufwachen
B. 2 Stunden nach dem Zuckerwasser noch mehr als 200mg/dl messen
(C. wiederholt zu beliebigen Tageszeiten mehr als 200mg/dl messen)
D. Lngzeitwert HBA1c 6,5 und höher

Wie Du siehst, liegen alle Diagnose-Definitionen meilenweit über dem gesunden Verlauf. Das hat vorwiegend historische und behandlungspraktische Gründe, auch wenn seit der ersten Definition Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts schon einiges an Absenkung stattgefunden hat.
Und deswegen haben ja auch schon 10-12 von 100 Betroffenen bei Erreichen ihrer Diagnosereife wenigstens eine dieser fiesen Folgekrankheiten. Und deswegen hat der Rainer Dir geschrieben, dass Du mit Deinem Messwert, so er sich denn beim Nachmessen bestätigt, eigentlich schon einen richtigen Diabetes hast.

Bisdann, Jürgen


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BeitragVerfasst: 16.10.10, 15:38 
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Dann heißt es also "Willkommen im Club". Werde am Montag zu meinem HA gehen und fragen, was die Aussage der Sprechstundenhilfe bedeuten soll. Ich denke schon, daß der Wert gestimmt hatte, den ich hatte schon mal einen hohen H1a?? Wert und auch schon hier gepostet. Hatte das aber leider nicht so ernst genommen wie ich hätte sollen.
Grüßle, Daya


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BeitragVerfasst: 17.10.10, 11:05 
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Jetzt habe ich meine Eßgewohnheiten seit Freitag beobachtet und da ist schon einiges zu tun. Ich esse gerne Reis, Bananen und wenn es mir nicht gutgeht, ernähre ich mich von einer Schüssel Haferflocken (paar Mal am Tag). Auch Weintrauben werden nicht so gut sein, Obst wird ja auch erwähnt in dem Link. So denke ich, daß ich mit "Diät" einiges erreichen kann.
Danke für Eure Erklärungen.
Gruß Daya


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 07:35 
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So jetzt habe ich meine Werte:

118 - 245 - 164

und der HA sagt, das müsse beobachtet werden. Außerdem habe ich Eiweißspuren im Urin und das will er in 3 Monaten noch mal kontrollieren.
Ich werde jetzt auf jeden Fall regelmäßig messen und Diät halten. Habe mir soeben ein Meßgerät aus der Apotheke geholt.

Gruß Daya


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 08:28 
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Moin Daya,

dann liesma hier und empfiehl die Lektüre auch Deinem Dok. Da steht eindeutig, dass Die Insulin produzierenden Beta-Zellen beim Typ2 schon deutlich vor Erreichen des Prädiabetes (so würde man das bei Dir bezeichnen) geschädigt sind. Wer da einfach weiter beobachtet, bis die Diagnose-Definition für Diabetes erreicht wird, sitzt dann mit 50-80% weniger Beta-Zellen da, als bei einem gesunden Menschen gleichen Geschlechts und Alters und BMI beobachtet werden.

In dem weiten Definitions-Niemandsland zwischen gesund ung Diabetes entwickeln schon 10-12 von 100 Betroffenen wenigstens 1 Diabetische Folgekrankheit. Und zu denen, die da besonders häufig genommen werden, gehören Nierenschäden.
Wenn Du weiteren Schaden abgewenden und den wahrscheinlich schon eingetretenen vielleicht noch zurück drehen kannst und willst, richte dich einfach nach diesem weltweit seit Jahren schon vieltausendfach bewährten Rezept :-)

Daumendrück, Jürgen


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 09:17 
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Hallo Daya,

ich finde, dass du einen sehr guten Zeitpunkt zum Anfangen erwischt hast. Deine Werte sind so hoch, dass du die Diabetesentwicklung nicht mehr einfach ignorieren kannst. Sie sind aber andererseits noch so gut, dass du die gesunde BZ-Führung mit wenigen, relativ geringen Einschränkungen hinbekommen kannst. Nutze die Chance und gönne dir ein langes gesundes Leben ohne Diabetes.

Viel Erfolg, Rainer


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 10:19 
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Danke an Euch. Ich werde mir das jetzt in Ruhe durchlesen. Muss ich die Eiweißspuren auch beachten? Soll ich die auch zuhause testen? Werde mich wieder melden, wenn ich alles kapiert habe.
Grüßle Daya


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 10:37 
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hallo daya,

meine werte waren zu anfang auch so um die 250 mg/dl.
der arzt in der klinik meinte auch, nicht schlimm, beobachten.

erst beim hausarzt wurde sofort mit der behandlung begonnen.
ernährungsumstellung, viel bewegung und etwas tabletten.

heute bin ich froh, nicht lange beobachtet zu haben.
nach zehn jahren noch keine folgekrankheiten.

andere, die ich kenne, haben erst nach jahren diabetes ernst genommen.
die beschwerden sind erheblich und nicht rückgängig zu machen.
augen, füsse, nieren.

gruss rudi


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 12:19 
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@Jürgen
da hast Du mir aber 2x denselben Artikel verlinkt.
Ich habe jetzt Spaghetti mit einem Ei drüber gegessen (nicht viel) und habe 1 Std. danach 97. Ich werde jetzt auf jeden Fall meine Ernährung umstellen. Damit müsste dann doch auch Eiweiß im Urin kontrollierbar sein oder ist das non-reversible?

@Heidu
danke auch Dir, daß Du mir das geschrieben hast


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 14:21 
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sorry, dieser hatte es als Gebrauchsanleitung sein sollen http://phlaunt.com/diabetes/DeutschMgDlFlyer.pdf


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BeitragVerfasst: 19.10.10, 15:47 
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Gemäß dieser Gebrauchsanweisung ist ja Ernährung als Diabetiker eine individuelle Sache???
Bitte sag auch noch was zum Eiweiß im Urin.
Grüßle, Daya


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