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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Refraktur nach Materialentfernung Schlüsselbein Klavikula
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BeitragVerfasst: 03.07.13, 00:03 
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Registriert: 02.07.13, 21:01
Beiträge: 4
Pech?
Zusammentreffen mehrerer ungünstiger Faktoren?

Fahrradunfall Juni 2012:
Schlüsselbein Mehrfragmentfraktur, mediales Drittel
Rucksackverband
Plattenosteosynthese 1 Woche später
Anhaltende unangenehme Parästhesien handtellergroß unterhalb der Narbe, Kleidung (+Schmuck) ist an der Stelle kaum zu ertragen.
Unschöne Narbenbildung (Keloid), von mir zunächst als "schlecht zusammengenäht" gedeutet.
Physio- und physikalische Therapie, später 6 Wochen ambulante Reha.
Materialentfernung nach knapp 9 Monaten, sicherheitshalber wird vorher ein CT gemacht.
Refraktur ohne jeden Anlass 5 Wochen später, zunächst ist das Schlüsselbein nur leicht geknickt.
Erneut Rucksackverband.
Anhaltende Schmerzen, ich soll trotzdem mit dem Muskelaufbautraining beginnen, was ich nach 3 Terminen wegen der starken Schmerzen abbreche.
Erneute Röntgenaufnahme 7 Wochen nach Refraktur, inzwischen hat sich die Fraktur erneut verschoben, um mehr als 1 cm.
Die Parästhesien, die vor der Materialentfernung deutlich zurückgegangen waren, sind seit der Refraktur wieder da.
Narbenkeloid wie nach der 1. OP, obwohl beim 2. Mal wirklich sehr sorgfältig genäht worden war.

Ich war von vornherein hochmotiviert, schnell wieder fit und arbeitsfähig zu werden, auch wollte ich nicht zu lange auf meine sportlichen Aktivitäten verzichten (Rad fahren, Wandern, Fitness), Vorgaben von Ärzten und Therapeuten habe deshalb uneingeschränkt befolgt.
Hätte ich mit der Materialentfernung doch länger warten sollen?
Habe ich danach zu früh (nach 2 Wochen) mit der Arbeit begonnen?
Hätte ich deutlicher nachfragen müssen, ob Alter und Geschlecht bei der Knochenheilung eine Rolle spielen? (55 J., weibl.)

Ich fühle mich inzwischen sehr verunsichert bezüglich der Aktivitäten, die ich tun kann/sollte und das Vertrauen bezüglich ärztlicher Ratschläge/Empfehlungen/Vorgehensweise hat nach der Refraktur einen spürbaren Dämpfer bekommen :cry:

Wenn ich doch wenigstens wieder Rad fahren könnte.....hat jemand Erfahrungen/Hinweise/Tipps dazu?


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BeitragVerfasst: 13.10.13, 07:13 
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Registriert: 23.04.09, 05:52
Beiträge: 57
Hallo, Maraja,

du hast dich so nett in meinem Thread beteiligt, deshalb wollte ich hier auch einmal vorbeischauen.
Ich versteh auch nicht, warum einige Beiträge hier im Forum keine Antworten bekommen.

Es tut mir leid, dass du so lange Zeit nach deinem Unfall immer noch so viel Probleme hast. Leider kann ich dir keinen konkreten Rat geben, aber ich kann verstehen, dass du kein Vertrauen mehr in die Ärzte hast.
Bei wie vielen Ärzten warst du? Hast du dich mal in einem anderen Krankenhaus beraten lassen? Ein Schlüsselbeinbruch heilt doch normalerweise problemlos aus, wie kann das denn nochmal brechen? Gibt es bei euch in der Nähe eine Universitätsklinik? Dort findet man ja noch am ehesten Spezialisten.

Ich wünsche dir, dass dir ganz schnell geholfen werden kann.
Ich werde übrigens meine OP morgen absagen.

Viele Grüße, Erin


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BeitragVerfasst: 27.06.17, 22:35 
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Registriert: 07.09.14, 21:15
Beiträge: 304
Hallo,

auch wenn der Thread schon hornalt ist und der Anfrager (hoffentlich) die Beschwerden überwunden hat, fiel mir dieses Statement ins Auge:
Zitat:
Ein Schlüsselbeinbruch heilt doch normalerweise problemlos aus, wie kann das denn nochmal brechen?

Das ist leider eine häufige Meinung, sogar vielfach auf geprüften Medizinseiten geäußert. So heißt es etwas bei einem bekannten Internetdoktor:
Zitat:
Trotz aller Häufigkeit ist der Schlüsselbeinbruch einer der harmlosesten Knochenbrüche ...
Und im Volksmund (samt so manchem Allgemeinmediziner) spukt meist der Spruch:
Zitat:
Ein Schlüsselbeinbruch heilt mit, ohne und trotz Arzt.

Das kann man so pauschal einfach nicht stehen lassen. Warum sich überhaupt so eine Verharmlosung dieses Krankheitsbilds verbreitet hat, weiß man nicht. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass Mediziner sich schon in sehr frühen Zeiten des Schlüsselbeinbruchs annahmen und mit der konservativen Therapie einigermaßen erfolgreich waren. Oder vielmehr erfolgreich sein mussten, denn man kannte weder chirurgische Methoden noch konnte man sich das Ergebnis im Röntgenbild anschauen. Auch die im Laufe der Zeit erfundenen Lagerungs- und Ruhigstellungsmethoden dienten eher der Beruhigung des Arztes statt des Patienten, was uneingeschränkt auch heute noch für den Rucksackverband und den Gilchristverband gilt.

Was zutrifft ist, dass man die Heilung der "idealen" Klavikulafraktur (ein gerader, gelenkfern sitzender, wenig verschobener Bruch ohne Zwischenfragmente und ohne Begleitverletzungen an Gefäßen, Nerven und Weichteilen des Schultergürtels sowie ohne individuelle Wundheilungsstörungen) ruhigen Gewissens der Natur und der Zeit überlassen kann. Solche einfachen Brüche hat man oft, aber eben nicht ausschließlich. Und selbst hier werden die Bewegungseinschränkungen und die zu investierende Ruhezeit anfänglich unterbewertet, und es können im Verlauf und nach der Knochenheilung immer noch gravierende Funktionsstörungen auftreten. Was auch nicht verwundert, denn am Schlüsselbein setzen wichtige Funktionseinheiten für die Beweglichkeit des Arms, der Schulter und des Kopfes an.

Auf den Unfallstationen landen aber zunehmend Fälle, deren Bruchenden weit disloziert sind und/oder zusätzliche Querfragmente oder Trümmer beinhalten. Darüber hinaus sind beim genauen Hinsehen oft Weichteilverletzungen und Verletzungen weiterer Schulteranteile zu beobachten, so z.B. die Beschädigung des AC-Gelenks, Brüche von im Schultergürtel liegenden Rippen oder das Floating shoulder-Syndrom. Diese Betroffenen haben oft eine jahrelange Odyssee mit Beschwerden, Rückfällen und anhaltenden Bewegungseinschränkungen hinter sich. Es gibt also schon mal nicht DIE Klavikulafraktur, sondern sehr unterschiedliche Verläufe.

Wenn ich den Volksmund damit widerlegen möchte, heißt das allerdings noch lange nicht, dass eine operative Intervention immer deutlich bessere und schnellere Ergebnisse bringt. Implantate können abreißen, sich verbiegen, verrutschen oder die empfindliche dünne Haut darüber reizen. Die Schrauben können in die Plexus des Arms ragen, so dass Blutungen oder Lähmungen auftreten. Nach der Entfernung des Implantats kann die Klavikula an jedem einzelnen Schraubenloch refrakturieren. Genau wie bei der konservativen Therapie können Pseudarthrosen oder auf Nerven drückende Calli (hat nicht mit dem ehemaligen Fußballfunktionär zu tun :) ) entstehen. Alles in allen Probleme und Komplikationen, von denen Betroffene oft ein Lied singen können. Was ich darüber hinaus aus schmerzlicher Eigenerfahrung bestätigen kann. Man kann die Brüche einzelner Knochen nicht gegeneinander aufwiegen, aber ich halte es aus o.g. Grunde für Quatsch, die Klavikulafraktur zu verniedlichen.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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