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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Crosslinking - keine Kassenleistung?
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 Betreff des Beitrags: Crosslinking - keine Kassenleistung?
BeitragVerfasst: 17.08.17, 10:57 
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Ab welchem Stadium eines Keratokonus' würde ein Arzt eine Crosslinking-Therapie verschreiben? Wäre es dann in jedem Fall eine Kassenleistung oder kann sich die Kasse der Leistungspflicht trotzdem entziehen?
Wenn der Arzt Crosslinking nicht indiziert sieht, es aber doch zu HH-Schäden kommt, wer trägt dann die Beweislast? Und welche Therapie schlägt er stattdessen als WANZ-Leistung vor?


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BeitragVerfasst: 17.08.17, 13:57 
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Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Ab welchem Stadium eines Keratokonus' würde ein Arzt eine Crosslinking-Therapie verschreiben?
Dafür gibt es keine verbindlichen Parameter. Wichtig ist, dass der Keratokonus (KK) eindeutig fortschreitet und die Hornhaut nicht zu dünn ist (dann ist es zu spät).

Zitat:
Wäre es dann in jedem Fall eine Kassenleistung oder kann sich die Kasse der Leistungspflicht trotzdem entziehen?
Das Crosslinking ist kein Inhalt des EBM, folglich ist es grundsätzlich keine Kassenleistung. Im Rahmen von Einzelentscheidungen oder Sondervereinbarungen von Krankenkassen mit Augenärzten wird es aber erstattet.

Zitat:
Wenn der Arzt Crosslinking nicht indiziert sieht, es aber doch zu HH-Schäden kommt, wer trägt dann die Beweislast?
Immer der muss einen Fehler glaubhaft machen, der ihn behauptet. Das Problem beim KK ist, dass er in vielen Fällen urplötzlich "stehenbleibt". Zusätzlich sind bisher keine Probleme nach CXL bekannt, das heißt aber nicht, dass dies nicht in 20 Jahren auftreten kann (denn CXL-Patienten leben nachher noch lange). Die Entscheidung zu einem CXL sollte also immer gut überdacht sein.

Zitat:
Und welche Therapie schlägt er stattdessen als WANZ-Leistung vor?
Nix tun und perforierende Keratoplastik, wenns dekompensiert. Optische Rehabilitation, soweit möglich, durch Kontaktlinsen.

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BeitragVerfasst: 17.08.17, 16:42 
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Beiträge: 757
Humungus hat geschrieben:
Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Ab welchem Stadium eines Keratokonus' würde ein Arzt eine Crosslinking-Therapie verschreiben?
Dafür gibt es keine verbindlichen Parameter. Wichtig ist, dass der Keratokonus (KK) eindeutig fortschreitet und die Hornhaut nicht zu dünn ist (dann ist es zu spät).


Ein den Rechtschreibfehlern nach junger Mann scheint davon betroffen zu sein und er schreibt, dass sich das Sehvermögen "von Monat zu Monat" verschlechtere. Seine Kasse hat schon signalisiert, dass sie zahlen würde, wenn es der Arzt für indiziert hielte. Doch der weigert sich.

Das ist für mich umso unverständlicher als ich recherchieren konnte, dass der g-BA bereits Ende 2016 zu einem Ergebnis kommen wollte, ob man das Crosslinking nun als Kassenleistung anbieten kann oder nicht. Bisher gibt es keine Entscheidung.

Bringt es Ihrer Ansicht nach etwas, wenn der vermeintlich junge Mann zu einem anderen Augenarzt geht?

Humungus hat geschrieben:
Zusätzlich sind bisher keine Probleme nach CXL bekannt, das heißt aber nicht, dass dies nicht in 20 Jahren auftreten kann (denn CXL-Patienten leben nachher noch lange). Die Entscheidung zu einem CXL sollte also immer gut überdacht sein.


Klar, das ist wahrscheinlich bei jeder OP so.
Humungus hat geschrieben:
Zitat:
Und welche Therapie schlägt er stattdessen als WANZ-Leistung vor?
Nix tun und perforierende Keratoplastik, wenns dekompensiert. Optische Rehabilitation, soweit möglich, durch Kontaktlinsen.


Sauber! :shock:
Hat sich dann die Kasse was gespart?


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BeitragVerfasst: 17.08.17, 18:20 
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Beiträge: 4696
Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Bringt es Ihrer Ansicht nach etwas, wenn der vermeintlich junge Mann zu einem anderen Augenarzt geht?
Das wäre mein erster Rat. Eventuell Augenklinik.

Zitat:
Sauber! :shock:
Hat sich dann die Kasse was gespart?
Ich weiß nicht, was die Kasse für KK-Linsen dazugibt. Eine pKPL ist eine teure Sache, teurer als das CXL. Nur ist die KK da eben in der Zwickmühle, weil das CXL noch nicht im EBM-Katalog ist. Die Geldfrage ist hier auch nicht zu beantworten, denn: was ist, wenn die Hornhäute aller CXL-Behandelten irgendwann einmal eintrüben?

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BeitragVerfasst: 17.08.17, 18:50 
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Beiträge: 757
Vielen Dank.

Über die Gitterstruktur der Fibrillen und deren Funktion als Beugungsgitter haben wir uns ja schon mal im Zusammenhang mit LASIK unterhalten. Wird das Gitter beschädigt, büßt das Auge an Bildqualität ein.

Dass bei Beschädigung der Fibrillen eine Eintrübung riskiert wird, ist mir aber neu.
...wieder ein Grund mehr, die Hornhaut nicht zu lasern.


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BeitragVerfasst: 17.08.17, 19:08 
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Beiträge: 2221
Was die G-BA-Entscheidung angeht: Erst muss das IQWIG seinen Senf dazugeben, dann dürfen die Fachleute nochmal widersprechen und dann gibt es einen Abschlussbericht, anhand dessen der G-BA seine Entscheidung trifft. Der erste IQWIG-Bericht war in Ermangelung gescheiter Studien (und aufgrund ... sagen wir... ungünstiger Parameter, die das IQWIG zur Analyse gewählt hat) nicht gerade positiv. Es bleibt spannend. Und es wird sich noch hinziehen.

CXL führt man normalerweise bei einem progredienten KK im Stadium I und II durch. Die Sache mit der Hornhautdicke ist allerdings relativ, weil es da auch Möglichkeiten gibt, bei einer zu dünnen Hornhaut zu crosslinken. Und das mit der Progression sehen die meisten Kliniken irgendwie auch nicht mehr so eng. Leider gibt es keine verbindliche Indikationsliste. Jeder kocht da ein wenig sein eigenes Süppchen.
Die Indikation für ein CXL stellt auf jeden Fall nicht irgendein Augenarzt sondern in der Regel derjenige, der es auch durchführt. Das sind meist Augenkliniken... Ohne Indikationsstellung wird die Kasse natürlich ablehnen. Denn wie könnten sie eine OP bezahlen, von der sie nicht mal wissen, ob sie notwendig und sinnvoll ist? Daher: Wer auch immer es ist, soll sich an einer Klinik vorstellen, die auch CXL macht.

Was die Sache mit der Kassenleistung angeht: Grundsätzlich ist das CXL keine Kassenleistung. Es gibt aber Bundesländer und dort individuelle Verträge mit Kassen, die den Eingriff dann zahlen. Für alle anderen ist es eine Einzelfallentscheidung und hängt auch ein bisschen mit der Kassenpolitik zusammen, ob es gezahlt wird oder nicht.


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