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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Fragen bzgl. virale Konjunktivitis epidemica
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BeitragVerfasst: 28.04.17, 21:31 
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Hallo zusammen ,

seit einer Woche leide ich an einer diagnostizierten viral bedingten Konjunktivitis epidemica.
Alles fing mit einem rot unterlaufenen rechten Auge an. Es stellt sich rasch die typischen Symptome ein wie Jucken, Brennen , morgenliches Verkleben der Augenlieder , ständiger Sekretfluss etc.
Am zweiten Tag ging es auch auf das andere linke Auge über. Daraufhin war ich in der nächsten Notfall Augenambulanz wo der diensthabende Augenarzt nach Blick durch die Spaltlampe die Diagnose virale Bindehautentzündung (B.30.0,H.19.2) stellte.
Mir wurde trotz viraler Ursache Ofloxamed (4 mal/Tag, Antibiotika) und Hylo Comod ( mehrmals/Tag) als Tränenersatzflüssigkeit verschrieben, beides nehme ich bis heute ein, obwohl ich keinerlei Wirkung verspüre. Auch wurde mir ein Vortag gehalten über einzuhaltende Hygienemaßnahmen und dass ich mich in 5-6 Tagen einem lokalen Augenarzt vorstellen sollte.
Am 3-4 Tag folgte dann ein grippaler Infekt mit Kopfschmerzen , Gliederschmerzen , Abgeschlagenheit etc. , der dann aber wieder nach einer Nacht mit Schwitzen und etwas Fieber verschwand.
Ab dem 4-5.Tag verschwand dann auch das morgenliche Verkleben der Augen und wurde immer weniger. Jetzt habe ich dafür eine Lichtempfindlichtkeit bekommen gegen zu starkes UV- Licht .
Am 6.Tag war ich dann bei einer lokalen Augenärztin ( meine Augenarzt hat z.Zt. seine Praxis geschlossen). Der Besuch war nicht schön. Am Anfang wurde mir gleich mitgeteilt, dass ich durch meine Krankheit eine Gefahr für ihre Praxis darstelle und ihre frisch operierten Patienten , die sie betreut und mich der Augenarzt der Notfallambulanz nicht zu einem niedergelassenen Augenarzt hätte verweisen dürfen !?
Konnte ihren Standpunkt zwar verstehen, wollte mich hier aber nicht auf eine Grundsatzdiskussion einlassen über § 95 Abs.3 SGB V ( Versorgungspflicht für Vertragsärzte mit Kassenzulassung...), da ich die Kontrolle wollte und ein Akutfall bin. Normalerweise wäre ich hier nach einer Diskussion gegangen. Es wurde wieder kurz mit der Spaltlampe in die Augen geschaut, es kam der kurze Kommentar "Epidemica" und dass ich meine Medikamente weiter nehmen sollte und nicht wieder erscheinen soll, danach wurde ich quasi vor die Türe gesetzt. Hier wurde man als Patient im Regen stehen gelassen, aber das ist ein anderes Thema....

Nun meine Fragen und hoffe auf die ein oder andere Hilfreiche Antwort:
1 ) Wie kann ein Augenarzt nur anhand einer Spaltlampe eine bakterielle Bindehautentzündung von einer viralen unterscheiden ?
2 ) Ist es möglich mit der Spaltlampe eine virale KCE mit Adenoviren von einer durch Herpesviren ( Gefahr der Blindheit ..) zu unterscheiden oder geht das nur durch ein Laborabstrich und warum wird das nicht standartgemäß gemacht ?
3 ) Warum gibt man Antibiotika bei viralen Verursachern , nur um eine Superinfektion zu unterbinden ?
4 ) Muss ich die Antibiotika über die gesamte Akutphase nehmen ( 2-3 Wochen..) ?
5 ) Ab wann sollte ich mich bei fehlenden Fortschritt einem anderen Augenarzt vorstellen , wenn es nicht besser wird ?
6 ) Gib es unterstützende Salben , die hier beim Heilungsprozess helfen könnten ?


Vielen Dank im voraus
Stefan


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BeitragVerfasst: 29.04.17, 10:34 
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Registriert: 04.02.05, 00:03
Beiträge: 2221
Dass man sie hinauskomplimentiert hat, war jetzt nicht unbedingt feine englische Art, aber man muss ja nicht zwingend den Augenarzt beibehalten... Mit etwas Vorsichtsmaßnahmen und entsprechenden Hygienemaßnahmen ist Hysterie in der Praxis eigentlich unnötig.
Zu ihren Fragen:
1. Virale und bakterielle Bindehautentzündung können sich ähneln, aber eine Epidemica zeigt ganz häufig eindeutige Symptome, so dass man sich spätestens nach dem Blick durch die Spaltlampe sicher ist.
2. Ja, man kann in aller Regel anhand des Aussehens der Hornhaut die klassische Herpeskeratitis von einer Epidemica unterscheiden. Abstrich und PCR sind normalerweise nicht nötig und würden nur unnötig kosten.
3. Zum Vermeiden einer Superinfektion kann man antibiotische Tropfen geben.
4. Wenn ich Antibiotika eingesetzt habe, dann maximal für 10 Tage. Tränenersatz (Tropfen und Gel) sind wichtiger.
5. In der Regel heilt die Entzündung selbst nach 2-3 Wochen ab. Danach können Hornhauttrübungen (Nummuli) das Sehen über Monate beeinträchtigen und lichtempfindlich machen. Viel tun kann man leider nicht. Dennoch: Sollte es also in der genannten Zeit nicht besser oder gar schlechter werden, sollte man nochmal draufschauen. Warnen Sie die Praxis aber besser vor, dann kann man ihnen einen Termin am Ende der Sprechstunde geben.
6. Leider gibt es nichts, was wirklich überzeugend hilft. Man kann nur die Symptome lindern. Daher viel Tränenersatz tropfen (wenn möglich, dann als Einmal-Ophthiolen).

Und immer auf die Hygiene achten. Diese Erkrankung ist wirklich sehr ansteckend!

Gute Besserung! Eine Epidemica ist wirklich fies!


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BeitragVerfasst: 05.05.17, 08:55 
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Registriert: 16.01.16, 23:11
Beiträge: 4
Vielen Dank für die Antwort.
Die Bindehautentzündung ist wieder auf dem Rückzug, zum Glück.
Eine wirkliche Fiese Erkrankung , stimmt.
Viele Grüße aus dem Taunus


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