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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 06.07.15, 10:24 
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Und diese Kapselfibrose ist durch die OP, also beim Einsetzen der Trifokallinsen entstanden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 19.07.15, 22:32 
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Guten Tag,

Eine Kapselfibrose entsteht nicht wegen der Kataraktoperation. Eine Fibrose kann bereits während der Operation bestehen (Verwachsungen an der hinteren Linsenhaut), aber auch nach der Operation (Wochen bis Jahre) kann sich relativ häufig ein Nachstar/Fibrose entwickeln. Dieser lässt sich fast immer mit einem speziellen Laserverfahren behandeln. Dabei wird die hintere Linsenhaut mit dem Laser geöffnet. Der Schrumpfungsprozess der Linsenkapsel ("kapselsack") sollte abgeschlossen sein (1-2 Monate nach der Kataraktoperation).

Multifokallinsen (Trifokallinsen sind Multifokallinsen mit drei "Schwerpunktbrechungsebenen") unterliegen mindestens den gleichen (oder sogar stärkeren) Schwankungen der Berechnungsgenauigkeit wie herkömmliche Linsen. Bedeutet: ob man für die _beste Sicht_ noch eine Korrektion (kann Nähe, "intermediär" und auch Ferne betreffen) braucht, hängt nicht in erster Linie von der Linsenart ab. - Und im Übrigen bei einem einigermaßen erfahrenen Chirurgen seltener von ihm selber ab. Die Berechnung der "richtigen" IOL beruht wesentlich auf statistischen Methoden. Das Risiko für Messfehler/Linsenfehler u.ä. ist für alle Linsenarten ungefähr gleich und nicht vom Operateur abhängig: +/- 0,75dpt Abweichung von der geplanten Brillenstärke ("0") bedeutet nicht, dass etwas "versaut" wurde.

Es ist falsch, dass man mit einer Multifokallinse keine Brille mehr braucht. Im besten Fall ist die Abhängigkeit von einer Brille geringer.

Multifokallinsen beruhen nicht auf dem Prinzip eines Gleitsichtglases. Multifokallinsen bilden das, was man gerade anschaut auf der Netzhaut ab: einmal scharf (abgesehen von nicht erwünschten Restsehfehlern (siehe oben)) und dann noch einmal unscharf. An dergleichen Stelle der Netzhaut. Das Gehirn muss und kann nicht lernen, welches Bild das richtige ist. Es wird sich mehr oder weniger gut daran gewöhnen, dass das scharfe Bild immer auch von einem sehr unscharfen gleichen Bild überlagert wird. Gottseidank ist unsere Netzhaut und unser Gehirn darauf spezialisiert, Kontraste zu verstärken.

Allerdings wird damit auch ein fundamentaler Nachteil der Multifokallinsen deutlich: Es wird immer "Kontrastmenge" vergeudet durch den Linsenanteil, der im Moment nicht gebraucht wird. Das heißt man sieht mit der multifokalen Linse immer etwas schlechter als wie mit der Monofokallinse und der bestmöglichen Brillenkorrektur. Und heißt auch: wenn es Hinweise für eine andere optische (z.Bsp. Hornhautnarben oder Hornhautendothelschäden) oder funktionelle Schäden (z.Bsp. Makulaveränderungen) gibt, sollte man sich nicht für eine Multifokallinse entscheiden.

Wer bestmögliche Sicht möchte, sollte sich eine asphärische Monofokallinse einsetzen lassen und sich nach Stabilisierung der Refraktion (normal etwa 6-8 Wochen nach der Operation) eine gute Brille vom Augenarzt und örtlichen Optikermeister anpassen lassen.

Und um unsachlichen Kommentaren vorzubeugen: Ich kenne viele zufriedene Multifokal-Patienten - und auch unzufriedene. Leider haben die Zufriedenen für immer den Nachteil, dass sie keinen Vergleich haben, wie gut sie sehen könnten, da auch mit der besten Brille die artbedingte Kontrastminderung einer Multifokallinse nicht aufgehoben werden kann.

Ein lesenswerter Artikel ist übrigens zu diesem Thema vor 4 Jahren von einem Nichtaugenarzt im Fachorgan der deutschsprachigen Augenärzte erschienen:

Kirschfeld K (2011) Sehen mit bi- und multifokalen Intraokularlinsen. Ophthalmologe 108:1139–1144


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 20.07.15, 07:44 
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Danke für diesen schönen Beitrag :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 21.07.15, 15:51 
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Ja, vielen Dank - auch wenn der Beitrag natürlich sehr ernüchternd ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 21.07.15, 16:23 
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Beiträge: 2258
banjogit hat geschrieben:
Ja, vielen Dank - auch wenn der Beitrag natürlich sehr ernüchternd ist.

Aber genau das beugt falschen Hoffnungen und postoperativen Enttäuschungen vor!


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 21.07.15, 23:28 
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hmmm.

Vielleicht gibts jetzt aufgrund meines Beitrages ein kleines Missverständnis.

Ich persönlich lehne Multifokallinsen nicht ab. Ich würde mich sehr freuen, wenn meine Patienten und die Leser meines Beitrages versuchen, einen rationalen Zugang zum Thema zu finden. Einfach klar umschreiben, was man von der Operation erwartet, was man von der Multifokallinse erwartet und dann rausfinden ob diese Erwartungen überhaupt vom operativen Verfahren und von der geplanten Linse erfüllt erden können ?

Multifokallinsen werden nämlich von den Menschen gut vertragen, deren präoperativen Erwartungen dem entspricht, was eine Multifokallinse leisten kann. ZIEMLICH EGAL ob sie nun differenziert sind oder nicht.

Wenn nur endlich alle Kollegen und alle Multifokallinsenaspiranten und die Hersteller und die Medien und die operationsbeobachtenden Angehörigen, Freunde und Bekannten aufhören würden, den Erfolg einer Multifokallinse an der kompletten Brillenlosigkeit zu messen. ...aber aus diversen Gründen muss ich darauf wohl noch seehr lange warten.

... und, muss ich noch loswerden: wem nützt des eigentlich, wenn hier in Foren von versauten OPs gesprochen wird, wenn eventuell "nur" Erwartungen nicht erfüllt wurden ? Das ist ziemlich respektlos !
ich kann den Ärger und den Trotz der darin steckt schon verstehen, aber es ist es nicht auch projizierter Ärger der seinen Ursprung im Ankläger selber hat ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 22.07.15, 01:13 
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Augenoperateur hat geschrieben:
... und, muss ich noch loswerden: wem nützt des eigentlich, wenn hier in Foren von versauten OPs gesprochen wird, wenn eventuell "nur" Erwartungen nicht erfüllt wurden ? Das ist ziemlich respektlos !
ich kann den Ärger und den Trotz der darin steckt schon verstehen, aber es ist es nicht auch projizierter Ärger der seinen Ursprung im Ankläger selber hat ?


Jetzt wird es abenteuerlich bzw. philosophisch und ich kann nicht mehr recht folgen. Sie schreiben immer noch über das Gucken durch das menschliche Auge mit Hilfe einer Brille?

Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 22.07.15, 08:53 
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Aber ist es denn nicht auch so, dass die Vorteile, die ein stark Kurzsichtiger durch den refraktiven Linsentausch erhält, den genannten Nachteilen dieser Methode letztlich überwiegen?
Jemand, der von Kindesbeinen an oder zumindest seit dem Jugendalter mit 8 Dioptrien und mehr auf der Nase rum läuft wird es wohl kaum fassen können, dass er ohne Brille wieder so scharf sehen kann. Eine Brille in dieser Stärke kann doch immer nur einen Kompriss und lediglich eine "Sehhilfe" darstellen, ebenfalls mit den verbundenen Nachteilen (eingeschränktes Blickfeld, Unschärfen am Gläserrand, Sichtverzerrungen bei Blickbewegung, Gewicht -> Druckstellen auf Nase und hinter Ohren, Rutschen beim Schwitzen). Wenn diese Nachteile beseitigt sind, könnte ich mir vorstellen, dass man die Nachteile einer Multifokallinse gerne in Kauf nimmt, zumindest bei der o.g. großen Fehlsichtigkeit. Ein Mensch mit nur wenig Dioptrien mag vielleicht anders denken, und höhere Ansprüche setzen. Denn seine Fehlsichtigkeit konnte ja auch vorher schon sehr gut mit einer Brille ausgegichen werden. Der andere hingegen wird vermutlich heilfroh sein, seinen Glasboden endlich aus dem Gesicht bekommen zu haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 22.07.15, 15:28 
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Beiträge: 2258
Die Vorteile überwiegen nur dann, wenn der Kurzsichtige sich im Klaren darüber ist, dass das Sehen eben nicht perfekt sein wird. Sie KÖNNEN überwiegen, müssen aber nicht. Das ist eben eine Frage des Anspruchs... Ich persönlich würde mit einer multifokalen IOL nicht glücklich, auch wenn es schön wäre, die Brille los zu werden :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 22.07.15, 17:23 
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Danke für die Einschätzung.

Also ich weiß zumindest ziemlich sicher, dass ich mit meiner jetzigen Brille auch nicht perfekt sehe, und das vermutlich die letzten 20 Jahren schon nicht getan habe (bin kurzsichtig - links 8 Dioptiren, rechts 9,5 dazu beidseitig Hornhautverkrümmung von ca. jew. 1,25 Dioptrien). Bei mir wäre jetzt langsam eine Gleitsichtbrille fällig, aber die stellt doch auch bloß einen Kompromiss dar?

Nun gut, ich habe Bekannte, die mittlerweile vor kurzem den Schritt zu einer Trifokallinse gewagt haben und werde weiter beobachten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 24.07.15, 08:15 
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Registriert: 19.07.15, 16:27
Beiträge: 5
banjogit hat geschrieben:
Danke für die Einschätzung.

Also ich weiß zumindest ziemlich sicher, dass ich mit meiner jetzigen Brille auch nicht perfekt sehe, und das vermutlich die letzten 20 Jahren schon nicht getan habe (bin kurzsichtig - links 8 Dioptiren, rechts 9,5 dazu beidseitig Hornhautverkrümmung von ca. jew. 1,25 Dioptrien). Bei mir wäre jetzt langsam eine Gleitsichtbrille fällig, aber die stellt doch auch bloß einen Kompromiss dar?

Nun gut, ich habe Bekannte, die mittlerweile vor kurzem den Schritt zu einer Trifokallinse gewagt haben und werde weiter beobachten.


Die Sicht mit einer (gut angepassten und sitzenden !) Gleitsichtbrille (mit einer monofokalen Linse oder mit der noch klaren, eigenen Linse) ist mit der Sicht durch eine multifokale Intraokularlinse nicht vergleichbar.

Bei 8-9dpt Fehlsichtigkeit müssen Sie bei der Implantation jeglicher Linsen mit einer deutlich höheren Abweichung von der Zielrefraktion (geplante "Brillenwerte" in die Ferne - sprich bei multifokalen Intraokularlinsen = 0) rechnen, als ein Normalsichtiger.
Selbstverständlich ist es heute mit vertretbarem (aber wiederum zusätzlichem) Risiko möglich, Restkorrekturen nach dem Linsentausch noch mit dem Laser an der Hornhaut durchzuführen. Ich bin der Meinung, dass die zusätzlichen Kosten einer solchen "Nachkorrektur" schon beim Aufklärungsgespräch für den ersten Eingriff genannt werden sollten. Und es muss in meinen Augen darüber aufgeklärt werden, dass auch die Laserverfahren keine Garantie für eine komplett korrektionsfreie beste Sicht in die Ferne bieten (insbesondere wenn störende +0,5dpt "weggelasert" werden sollen...)

Die Schwierigkeit beim Vergleich mit anderen besteht darin, dass man leider aus der "Zufriedenheit" anderer aus vielerlei Gründen nicht auf die eigene Zufriedenheit hoffen kann. Lesen Sie bitte, was in dem Artikel, den ich empfohlen habe, über "Zufriedenheit" geschrieben wird.

Bitte beachten Sie auch, dass Sie als Kurzsichtiger bei einem refraktiven Linsentausch zudem ein deutlich höheres Risiko für eine Netzhautablösung und selbstverständlich auch die üblichen Risiken (Endophthalmitis, Zystoides Makulaödem, Nachstar...) für eine Kataraktoperation mit abwägen müssen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 24.07.15, 08:23 
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Christianes Herz hat geschrieben:
Augenoperateur hat geschrieben:
... und, muss ich noch loswerden: wem nützt des eigentlich, wenn hier in Foren von versauten OPs gesprochen wird, wenn eventuell "nur" Erwartungen nicht erfüllt wurden ? Das ist ziemlich respektlos !
ich kann den Ärger und den Trotz der darin steckt schon verstehen, aber es ist es nicht auch projizierter Ärger der seinen Ursprung im Ankläger selber hat ?


Jetzt wird es abenteuerlich bzw. philosophisch und ich kann nicht mehr recht folgen. Sie schreiben immer noch über das Gucken durch das menschliche Auge mit Hilfe einer Brille?

Frdl. Grüße
Christiane


Nein, nein - ich bin kein Abenteurer ;) jedenfalls nicht hier.

Die Unterhaltung hier dreht sich nicht nur um das "Gucken durch das menschliche ..." sondern auch um das Gucken mit Multifokallinsen.

Ich habe einen Beitrag geschrieben, weil ich dem mythisch begründeten "Entscheiden" für eine Multifokallinse und den daraus resultierenden Unzufriedenheiten entgegenwirken will.

Ich glaube, dass Menschen die an die Multifokallinse und den damit verbundenen Eingriff erfüllbare Erwartungen haben, hinterher eher eine Chance haben, zufrieden mit ihrer Entscheidung zu sein.

Das bei der Beschäftigung mit dem Thema auch "Denken" notwendig ist, möchte ich nicht abstreiten. Aber Philosoph muss man nicht sein ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 25.07.15, 00:22 
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Augenoperateur hat geschrieben:
Ich glaube, dass Menschen die an die Multifokallinse und den damit verbundenen Eingriff erfüllbare Erwartungen haben, hinterher eher eine Chance haben, zufrieden mit ihrer Entscheidung zu sein.

Mein Beitrag war nicht so zickig gemeint, wie er rüberkommen könnte. War nicht "böse" gemeint.
:wink:
Frdl. Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 26.07.15, 01:35 
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Registriert: 28.06.15, 16:33
Beiträge: 7
Augenoperateur hat geschrieben:
...
Ein lesenswerter Artikel ist übrigens zu diesem Thema vor 4 Jahren von einem Nichtaugenarzt im Fachorgan der deutschsprachigen Augenärzte erschienen:

Kirschfeld K (2011) Sehen mit bi- und multifokalen Intraokularlinsen. Ophthalmologe 108:1139–1144


Ich habe den Artikel im Netz gefunden, aber noch nicht gelesen.
Allerdings stammt er aus einem Buch das vier Jahre alt ist. Kann es sein, dass sich mittlerweile in der Linsentechnologie etwas geändert bzw. verbessert hat?
Oder haben seitdem keine Verbesserungen stattgefunden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 26.07.15, 15:34 
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Registriert: 19.07.15, 16:27
Beiträge: 5
banjogit hat geschrieben:
Augenoperateur hat geschrieben:
...
Ein lesenswerter Artikel ist übrigens zu diesem Thema vor 4 Jahren von einem Nichtaugenarzt im Fachorgan der deutschsprachigen Augenärzte erschienen:

Kirschfeld K (2011) Sehen mit bi- und multifokalen Intraokularlinsen. Ophthalmologe 108:1139–1144


Ich habe den Artikel im Netz gefunden, aber noch nicht gelesen.
Allerdings stammt er aus einem Buch das vier Jahre alt ist. Kann es sein, dass sich mittlerweile in der Linsentechnologie etwas geändert bzw. verbessert hat?
Oder haben seitdem keine Verbesserungen stattgefunden?


Es handelt sich um ein prinzipielles Problem.Stellen Sie sich einen Fotoapparat vor, auf dessen Chip bzw. Film gleichzeitig das Bild eines Gegenstands einmal durch ein fernfokussiertes Objektiv und ein nahfokussiertes (30-40cm) abgebildet wird. Und diese Bilder sind - analog zu den verfügbaren multifokal Linsen- sogar noch nicht mal streng fokussiert. Daraus ergibt sich prinzipiell Abbildungsfehler, die zum Teil von der Netzhaut (z. Bsp. in gewissem Maß kontrastverstärkend) abgemildert werden. Die nutzbare transmittierte Lichtmenge pro Abbildungsebene wird immer reduziert.

Die "Verbesserung" der "trifokalen" Intraokularlinse besteht darin, noch einen zusätzlichen "Fokus" im sogenannten Intermediärbereich (60-80cm) zu bieten. Mit den entsprechenden zusätzlichen Nachteilen.

Der von mir empfohlene Beitrag ist fast uneingeschränkt aktuell. Ein weiterer Link dazu:

http://www.zeit.de/2012/08/M-Ophtamologie

(... Ophthalmologie ist falsch geschrieben. Macht nix. )

Und wiederum: ich bin kein Gegner von Multifokallinsen. Ich bin ein Liebhaber zufriedener Patienten.


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