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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Refraktiver Linsentausch
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 Betreff des Beitrags: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 18.05.14, 20:33 
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Ich bin 51 Jahre und trug seit dem 10.Lebensjahr eine Fernbrille. Da nun auch noch die entsprechende Altersfehlsichtigkeit hinzu kam, war ich gezwungen mir noch eine Lesebrille zu zulegen. Der ständige Brillenwechsel nervte mich derart, dass ich mich mit dem Thema "Augenlasern" beschäftigte. Zuvor versuchte ich es mit einer Gleitsichtbrille. ich kam damit jedoch überhaupt nicht zurecht. Mir war stets übel.
Wie gesagt, deshalb schaute ich was "lasertechnisch" machbar ist. Bei einer in Leipzig ortsansässigen Augenklinik, welche auf die Korrektur von Fehlsichtigkeiten per Laser spezialisiert ist lies ich mich beraten. Nach entsprechender Untersuchung erhielt ich von dem dort tätigen Arzt die Info, dass auf Grund meines "fortgeschrittenen Alters" eine Laserbehandlung nicht mehr möglich sei. Es käme jedoch der refraktive Linsentausch in Betracht. Nachdem ich hörte, dass es die Möglichkeit gäbe, sämtliche Fehlsichtigkeiten mit einer sogenannten Trifokallinse zu korrigieren, entschied ich mich nach reiflicher Überlegung und vielen Stunden Recherche im WWW. zu dem Schritt des Linsentausches und ließ mir im Januar diesen Jahres im Abstand von vier Tagen die besagten Trifokallinsen einsetzen.
Es sind nun 5 Monate vergangen seit der OP und ich bin zu tiefste enttäuscht mit dem Ergebnis. Lediglich in der Ferne hat sich etwas getan. Beim rechten Auge habe ich ca. 95 % Schärfeleistung zurück erlangt. Bei dem linken Auge fehlt eine Dreiviertel Dioptrie zu 100 %.
Die Nahsehfähigkeit ist jedoch ein Witz. Von einem scharfen Sehen kann bei Weitem nicht die Rede sein.
Ich würde jedem davon abraten sich diese Linsen (Zeiss Lisa AT) einsetzen zu lassen. Ich sehe jetzt in der Nähe schlechter als vor der OP und habe mir nun erst einmal die Notbrille (+2,5 Dioptrien) im Drogeriemarkt geholt.
Hinzu kommen die recht starken störenden Halos (Lichthöfe) beim Fahren mit dem Auto in der Nacht. ich glaube daran gewöhne ich mich nie.
Letztendlich bereue ich den Schritt des Linsentausches an sich nicht jedoch die Wahl der Linsen. Ich glaube Monofokallinsen zur alleinigen Korrektur der Fernsicht hätten sicherlich genügt und für die Nähe hätte ich mir Leiber eine gute Lesebrille zugelegt. Ich bin, auf Grund meiner Erfahrungen der Meinung, dass der ganze Zinnober mit den Trifokallinsen stets nur ein Kompromiss ist und niemals die volle Sehefähigkeit in allen Schärfebereichen erreichbar ist.
Meine Frage hierzu ist nun, ist ein erneuter Linsentausch möglich? Also Trifokallinse raus und Monofokallinse dafür rein. Oder ist das Risiko zu groß?


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 18.05.14, 22:11 
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Beiträge: 4690
Frettchen112 hat geschrieben:
Meine Frage hierzu ist nun, ist ein erneuter Linsentausch möglich? Also Trifokallinse raus und Monofokallinse dafür rein. Oder ist das Risiko zu groß?
Als erstes: es tut mir leid, dass Sie nicht zufrieden sind. Über die Vor- und Nachteile von Multifokallinsen wurde und wird noch immer rege diskutiert, unter anderem hier: viewtopic.php?f=17&t=123814

Ein Linsenaustausch ist möglich, aber er ist nicht ganz einfach. Zwei Dinge erschweren ihn (zusätzlich zu den "normalen" Risken einer Operation):
1. Zwar wächst die Linse an sich nicht ein, aber sie liegt im Kapselsack, der von der eigenen Linse noch übrig ist. DIe Blätter des Kapselsacks verkleben miteinander, abhängig von vielen Faktoren. Die wichtigsten sind die Zeit, die seit der Katarakt-OP vergangen ist und die Größe der Kapsulorhexis.

Um es anschaulich zu machen, stellen Sie sich vor, dass Sie einen Luftballon mit einer gelartigen Masse im Auge haben. Das ist Ihre eigene Linse. Bei der Katarakt-OP reißt man ein kleines, rundes Loch in die Vorderfläche des Ballons und saugt dadurch den Inhalt des Ballons ab. Dann schiebt man die Kunstlinse in den Ballon. Je größer das Loch ist, umso weniger Fläche bleibt der vorderen Schicht, um sich an die hintere Schicht des Ballons zu legen (ich hoffe, das ist einigermaßen verständlich). Eine möglichst große Kapsulorhexis (das "Lochreißen") ist also günstig, um die Verklebung, in der die Kunstlinse sitzt, zu minimieren. Andererseits aber möchte man ja, dass die "richtige" Kunstlinse stabil im Ballon sitzt, darum macht man dieses Loch ungerne sehr groß, insbesondere bei Multifokallinsen, damit diese nicht verkippen und das Ergebnis schlecht ist.

Bei dem Linsenaustausch versucht man die Verklebungen mit einem gelartigen Material zu lösen, die Linse zu mobilisieren und dann wieder aus der Kapsel herauszuholen. Sind die Verklebungen nicht zu stark, kann die Linse befreit werden, und die nächste Linse kann wieder in den Kapselsack. Sind die Verklebungen zu stark, muss man die "Beinchen" der Linse eventuell abschneiden, und dann kann die neue Linse nicht mehr an den optimalen Ort. Die Zeiss AT Lisa ist, wie ich es sehe, eine sogenannte Schiffchenlinse, sie hat also keine Beinchen zur Verankerung, sondern besteht aus einer durchgehenden Fläche. Das ist in Hinsicht auf die Verklebungen eher günstig, weil die Kapselblätter die Beinchen nicht "durchwachsen" können wie bei einer klassischen Linse.

Ob nun die Verklebungen sehr stark sind oder nicht kann man manchmal schon vor der OP erkennen, manchmal aber auch erst während der OP, so dass man erst dann entscheiden kann, was man macht.

Das zweite Problem ist, dass die "alte" Linse ja wieder aus dem Auge herausmuss. Bei der heutigen Kleinschnitttechnik ist der Schnitt meist nur halb so groß wie die Linse. Sie wird deshalb gerollt ins Auge gepflanzt und rollt sich dann wieder auf. Ähnlich einer Zeitung, die man in einen Briefkastenschlitz steckt. Um so eine Linse wieder aus dem Auge zu kriegen, kann man
a. die Linse im Auge zusammenrollen und dann herausziehen, was technisch sehr schwierig ist und einen Klasse-Operateur braucht (es geht aber)
b. den Schnitt einfach breiter machen und die Linse dann im Ganzen herausziehen (was man sehr ungern macht)
c. die Linse im Auge zerschneiden und dann in Stücken "entbinden".

Je nach Situation im OP und Operateur wird das meist erst während der OP entschieden.

Sie sehen also: keine ganz einfache Sache. Aber möglich ist es. Je nachdem, wie sehr Sie unter der aktuellen Situation leiden, müssen Sie das in Zusammenarbeit mit dem Operateur entscheiden.

WENN Sie sich ein Operationsvideo ansehen können und wollen (das ist nicht jedermanns Fall), sehen Sie hier ein Beispiel: https://www.youtube.com/watch?v=J4yEetKqqR8 (man sieht sehr schön die Lösung der Verklebungen mit dem Gel, der Operateur entschied sich für das Zerschneiden der Linse)

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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 20.05.14, 17:32 
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Registriert: 18.05.14, 19:59
Beiträge: 6
Ich bedanke mich recht herzlich für die umfangreichen Infos zu meinem Problem und habe nun natürlich Bedenken, den Linsentausch vornehmen zu lassen. Ich möchte und muß ja noch ein paar Jährchen arbeiten und gutes Sehen ist auch in meinem Job äußerst wichtig.
Eins wäre jedoch für mich sicher: Nämlich, dass ich es nicht bei dem Operateur machen lasse, welcher mir die Linsen eingesetzt hat. Wenn ich an die vollmundigen "Versprechungen" vor der OP denke und nun das Endergebnis "sehe", bin ich einfach nur entsetzt und enttäuscht und fühle mich einfach nur abgezockt. Mit den 5000,-€ hätte ich mit meiner Frau lieber eine Karibikreise machen sollen und hätte nach wie vor eine gut eingestellte Brille auf der Nase gehabt mit der ich hervorragend gesehen habe.
Bei der Abschlussuntersuchung wurde, wie bereits erwähnt, festgestellt, dass bei dem linken Auge nach wie vor eine Abweichung von einer dreiviertel Dioptrie vorliegt (bei der Fernsicht). Die will mit der Operateur noch weglasern....für weitere 700,- Euro. Hätte es sich nicht gehört, dass diese Korrektur unentgeltlich erfolgt? So nach dem Motto: Meine Hand für mein Produkt...und wenn ich es versaut habe bringe ich es gratis in Ordnung?
Zu mal die Nahsehfähigkeit kein Deut besser ist als vorher und ich doch sooooo tolle Trifokallinsen eingesetzt bekommen habe. O-Ton des Arztes: Das sind die Besten die es zur Zeit auf dem Markt gibt.
Ich muss sagen ich habe total das Vertrauen in diesen Arzt verloren. Haben denn alle nur noch die Euro-Zeichen in den Augen?
Man arbeitet hart für sein Geld und hat nach so einer Aktion hat man das Gefühl es nur zum Fenster hinaus geworfen zu haben.
Alles in allem muss ich bezüglich jener Entscheidung sehr überlegen ob ich noch mal so viel Geld in die Hand nehmen werde um die Linsen zu tauschen, mal ganz abgesehen von dem nicht unerheblichen Risiko, dass etwas schief geht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 25.05.14, 21:09 
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Registriert: 14.01.14, 14:38
Beiträge: 7
Hallo
Ich habe nach Katarakt OP nun torische intraokular Linsen. Das rechte Auge für die Ferne und das linke für den mittleren Bereich. Zum lesen eine Lesebrille. Mit dem Ergebnis bin ich überhaupt nicht zufrieden. Habe heute Nachmittag mein Problem in das medizin-forum.de gestellt. Mehr siehe oben unter " nach Katarakt OP torische...."

Lieben Gruss
Electral


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 20.10.14, 19:02 
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Registriert: 20.10.14, 18:53
Beiträge: 2
Hallo,

ich leide nach dem Einsetzen von Trifokallinsen vor knapp einem Monat unter ähnlichen Symptomen wie Sie und überlege ernsthaft einen Linsentausch. Deshalb möchte ich mich erkundigen: Haben Sie den Linsentausch durchführen lassen? Hat es geklappt und sind Sie mit den Monofokallinsen zufrieden? Oder, falls Sie noch die Trifokallinsen haben, haben sich die negativen Begleiterscheinungen wie schlechtes Kontrastsehen und massive Ringe um Autoscheinwerfer und ähnliche Lichtquellen deutlich gebessert? Eine Antwort würde mir sehr bei meiner Entscheidung helfen.

Herzliche Grüße,
mariusf


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 16.02.15, 10:46 
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Registriert: 16.02.15, 10:19
Beiträge: 1
Ich bin 52 Jahre und hatte vor dem Linsentausch folgende Werte: rechts -3,5 Cyl.-2,75 110°, links -3,25 Cyl. -3,0 70°.Bei der Voruntersuchung wurde ich über die Vor und Nachteile der torischen multifokalen IOLs aufgeklärt und es wurde auch darauf aufmerksam gemacht, daß eine 100 prozentige Zielrefraktion bei meinen Ausgangswerten eher unwahrscheinlich ist, das aber mit nachlasern korregiert werden kann.
Am 11. und 12.02.2015 wurde je ein Auge operiert und am 13.02. bei der Nachuntersuchung stellte man 100% Visius objektiv und auch mittels Zahlentafel auf beiden Augen fest. Das Sehen in der Nähe und im Intermediärbereich stellte sich schon 2 Tage später ein. Soweit ein perfektes Ergebnis.
Die OP erfolgte in herkömmlicher Weise (ohne Lasereinsatz). Schmerzen oder andere Beeinträchtigungen gab es auch postoperativ nicht.
Fazit: meiner Meinung nach ist neben den persönlichen Voraussetzungen entscheidend, das das Team intensive Erfahrungen mit dem Vermessen der Linsen hat und das der Operateur führend auf dem Gebiet ist .
Nachteil: die Farbwiedergabe geht leicht ins blaue (bei weniger Licht) was aber nach einigen Tagen nicht mehr stört, da die Farben nicht verfälscht werden. Nachts haben alle Lichtquellen Höfe. Das soll sich aber noch bessern.
Wer aus beruflichen Gründen viel nachts Auto fahren muss oder eine erhöhte Neigung zu tränenden Augen hat (das verstärkt die Halos) sollte sich das gut überlegen, aber ansonsten kann ich die OP bei entsprechenden Voraussetzungen wirklich weiterempfehlen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 16.02.15, 12:06 
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Registriert: 10.09.07, 13:30
Beiträge: 4690
Seitdem es MIOLs gibt, wird darüber diskutiert, für wen sie geeignet sind. Es stellte sich schnell heraus, dass sie eben wegen ihrer Nachteile nicht jeden zufriedenstellen. Heute ist die nahezu übereinstimmende Meinung, dass man sich die Patienten vor der OP gut ansehen muss und genau überlegt, ob die Patienten die nötigen Voraussetzungen mitbringen, um mit den Schattenseiten leben zu können und trotzdem zufrieden zu sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 16.02.15, 13:15 
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Registriert: 20.10.14, 18:53
Beiträge: 2
Für mich war die Zeit mit den Trifokallinsen ein einziger Alptraum. Anscheinend gibt es Augen, bei denen die negativen Begleiterscheinungen wesentlich stärker sind als bei anderen. Die Halos waren nachts der reinste Horror, und tagsüber habe ich durch die 30-fache Brechung nur sehr schlecht gesehen. Es war schon irgendwie auch scharf, aber es fehlten die Kontraste. Ich bin bei Freizeit, Arbeit, in allen Bereichen nicht damit zurechtgekommen. Also habe ich mich für einen Linsentausch entschieden (auch da ich Berichte gelesen habe, wo es nach vier Jahren immer noch schwere Sehbeeinträchtigungen gab). Nun ist das Leben wieder lebenswert, auch wenn nicht alles hundertprozentig stimmt (Blendeffekte sind auch mit den asphärischen Monofokallinsen noch da, allerdings wesentlich erträglicher, auch ist es in der Dämmerung subjektiv immer noch etwas dunkler als vor der ersten Operation) Dennoch: Ich sehe wieder zufriedenstellend, komme im Alltag gut zurecht und kann auch Spaziergänge wieder genießen. Ich darf nur nicht daran denken, dass ich das Ganze auch ohne zusätzlichen OP-Stress und Kosten hätte haben können. Eine solche Zweit-OP ist nicht ohne Risiken, auch jetzt kann ich mir noch nicht hundertprozentig sicher sein, dass sich bei den Schrumpfungsprozessen des Linsensäckchens dasselbige nicht verdreht, obwohl beide Augen innerhalb von drei Monaten nachoperiert wurden (scheint aber alles gut zu gehen). Die Augen tränen und brennen jetzt übrigens wesentlich weniger als mit den Trifokallinsen, ich vermute, dass das anstrengende Sehen dazu geführt hatte.
Fazit: Ich kann nach meinen Erfahrungen von Trifokallinsen nur schärfstens abraten (ich konnte in einem kleinen Bereich ohne Brille lesen, wenn das Licht gut war, wenn das Licht schlecht war, half auch eine Lesebrille nicht viel, jetzt geht es wieder mit Lesebrille einwandfrei, am PC sehe ich jetzt auch ohne Brille besser als mit den Trifokallinsen, obwohl diese doch einen Intermediärbereich haben, und in der Ferne ist es jetzt weit besser). Für alle Unentschlossenen noch folgende Überlegung: Es werden seit einigen Jahren auch Zweilinsensysteme angeboten. Ist es da nicht besser, sich erst einmal Monofokallinsen einsetzen zu lassen (asphärische Blaulichtfilterlinsen) und in einigen Jahren, wenn die Entwicklung der Vorderkammerlinsen noch etwas weiter vorangeschritten ist, zusätzliche Vorderkammer-Multifokallinsen, die sich im negativen Fall wesentlich einfacher und risikoärmer wieder entfernen lassen? Auf jeden Fall sollte man, bevor man sich für Trifokalhinterkammerlinsen entscheidet, sich die Zeit nehmen und sie als Kontaktlinsen einmal ausprobieren (da merken die meisten schon, nach dem, was ich gehört habe, das diese Systeme Riesennachteile haben).
mariusf


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 16.02.15, 14:08 
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Beiträge: 55
Humungus hat geschrieben:
Heute ist die nahezu übereinstimmende Meinung, dass man sich die Patienten vor der OP gut ansehen muss und genau überlegt, ob die Patienten die nötigen Voraussetzungen mitbringen, um mit den Schattenseiten leben zu können und trotzdem zufrieden zu sein.

Dem stimme ich voll zu und ich würde mir wünschen, dass alle Ärzte, auch diejenigen, die von solchen Eingriffen leben, das so sehen.

Ich denke aber, die Patienten haben auch eine Verantwortung für sich selbst. Man kann sich ja durchaus im Vorwege über die möglicherweise auftretenden Komplikationen und die wahrscheinlich auftretenden negativen Begleiterscheinungen informieren - einfach nur zu denken, die Halos werden mich schon nicht sonderlich stören, wenn ich nur die Brille los bin, und auf Lesen bei schlechtem Licht kann ich auch verzichten, ist doch ziemlich leichtfertig. Ich denke, man muss schon fest entschlossen sein, zumindest ein qualitativ minderwertiges Sehen in Kauf zu nehmen dafür, dass man die Chance hat - wenn alles optimal läuft! - die Brille los zu sein.

Ich finde es gut, dass sich hier beide Seiten äußern, Zufriedene und Unzufriedene, und sich somit jeder Unentschlossene überlegen kann, ob die Freude über die Normalsichtigkeit (wenn es denn klappt!) für ihn persönlich alle Nachteile wettmachen würde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 21.04.15, 16:51 
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Registriert: 18.05.14, 19:59
Beiträge: 6
Nun ist es über ein Jahr her und ich sitze, trotz der tollen Super-Trifokallinsen, wieder mit Brille vor dem Computer. Wenn es möglich wäre würde ich mir meine eigenen natürlichen Linsen wieder wünschen und generell sämtliche Unschärfen mit einer vernünftigen Brille korrigieren, sowohl für die Ferne als auch für die Nähe. Preis-Leistung stehen auf einem Fall im Verhältnis. Ich bin zu tiefste enttäuscht und bereue den vollmundigen Versprechungen des Arztes und der Werbung über diese Linsen geglaubt zu haben.
Das linke Auge hat in der Ferne wiederum in der Schärfe nachgelassen, obwohl es nach dem Einsetzen der Trifokallinse noch einmal nachgelasert wurde. Ich glaube irgendwas ist hier schief gelaufen und ich kann jedem, der sich auf freiwilliger Basis diese Linsen einsetzen lassen will nur raten, sich dies ganz genau zu überlegen. Es gibt genug Alternativen um scharfes Sehen zu gewährleisten, welche dazu noch kostengünstiger sind. Das Ziel generell auf eine Brille verzichten zu können wird wahrscheinlich von den wenigsten Patienten erreicht. Oder, gibt es Beispiele?


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 21.04.15, 18:05 
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Registriert: 04.02.05, 00:03
Beiträge: 2216
Sicher gibt es Menschen, die mit einer Trifokal-IOL total glücklich und brillenunabhängig (nicht brillenfrei, das ist ein himmelweiter Unterschied!!!) sind.
Der Trick bei jeglicher refraktiver Korrektur besteht darin herauszufinden, wofür der jeweilige Patient sein Sehen braucht und welche Ansprüche er stellt. Es gibt viele Menschen, die mit einer nicht ganz ausreichenden Brille herumlaufen, vielleicht 80% sehen und damit glücklich sind. Die brauchen kein 100%iges Sehen in ihrem Alltag und wenn sie es doch mal brauchen sollten und die Trifokalllinse das nicht hergibt, dann nehmen sie halt eine schwache Brille zur Hand. Den Rest der Zeit kommen sie ohne klar und sind zufrieden.
Und dann gibt es Menschen, bei denen das Bild einfach immer in allen Entfernungen 100% scharf und deutlich sein muss. Die spüren minimalste Veränderungen der Brillenwerte und fühlen sich schon gestört, wenn ein Stäubchen auf der Brille klebt (nicht falsch verstehen... ich bin selbst so jemand). Denen würde ich nie und nimmer zu einer Trifokal-IOL raten. Die werden einfach nicht glücklich. Auch dann nicht, wenn die OP perfekt läuft. Denn eine Bifokal/Trifokal/Multifokal-IOL ist und bleibt immer nur ein Kompromiss für alle Entfernungen.
Und eines sollte man besonders herausstellen: Eine solche IOL macht lediglich brillenunabhängig, aber man wird niemals ganz ohne Brille auskommen können. Eben weil die IOL ein Kompromiss ist. Von möglichen Abbildungsfehlern, Kontrastverlusten etc. mal ganz abgesehen.
Ein guter refraktiver Chirurg wird also nicht vollmundig versprechen und mit Werbematerialien wedeln sondern ganz klar und deutlich Vor- und Nachteile erklären. Tut ein refraktiver Chirurg das nicht, sollte man sich lieber eine zweite Meinung anhören... Finde ich zumindest...


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 22.04.15, 08:46 
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Beiträge: 6
Toller Beitrag von Dir, Feuerblick, aber genau diese Worte hätte ich von meinem Augenchirurg erwartet. Dann hätte ich mir sicherlich die OP erspart (im wahrsten Sinne das Wortes). Ein Zurück gibt es nun nicht mehr und nun erwarte ich konstruktive Hilfe von dem Chirurgen. Da Geld hat er ja auch genommen und steht für mein dafür halten nicht im Verhältnis zur versprochenen Leistung. Sicherlich hat ist er seiner Pflicht nachgekommen und hat auch erwähnt, dass es für nichts eine Garantie gibt, aber die Bemerkung ist im Verhältnis zu den versprochenen Leistungen eher sehr sehr knapp ausgefallen.
Ich ärgere mich natürlich auch darüber mich nicht noch mehr im Internet über die ganze Sache und die dabei eventuell entstehenden Risiken informiert zu haben. Andererseits denke ich aber auch, dass es immer Leute geben wird welche mit dem Ergebnis nach der OP zufrieden sind und Welche es eben nicht sind. Ein Restrisiko bleibt immer.
Ich bin auch so ein Mensch welcher eigentlich die 100 % Sehfähigkeit gern hätte. Zu mal dies ja auch mittels Brillen möglich war. Genervt hat mich eben nur die Tauscherei entsprechenden Brillen für die Ferne und für die Nähe. Mit einer Gleitsichtbrille bin ich nicht klar gekommen und hatte das Gefühl in einem Karussell zu sitzen. Also war kam mir die Sache mit den Trifokallinsen wie gerufen und dachte blauäugig alles Probleme des unscharfen Sehens mit einem mal lösen zu können. Pustekuchen...
Sicherlich, ich kann nun ohne Brille Auto fahren, aber dann hört die große Freiheit schon wieder auf (80 -90 % Schärfe auf dem rechten Auge und 70 % auf dem Linken). Lesen und schreiben ohne Brille ist nur mit sehr großer Anstrengung möglich und ist eher belastend als angenehm. Zu mal auch hier eine Schärfendiskrepanz zwischen dem rechten und dem linken Auge besteht. Wo ist da der technischen Fortschritt der Super Linsen von Zeiss (LISA)???
Ich habe nun wiederum, nun ein knappes halbes Jahr nach dem Touch-up (Nachlasern des linken Auges) erhebliche Unschärfe festgestellt welche nach Aussage einer Fielmann-Mitarbeiterin auch nicht durch eine Brille korrigiert werden könne. Für mich irgendwie unverständlich, da ich immer der Meinung war, dass unscharfes Sehen stets mittels einer entsprechenden Linse vor dem Auge (also Brille) korrigiert werden könne. Ich hoffe hierzu diverse Aufklärung von meinem Augenchirurgen zu erhalten, bei welchem ich in naher Zukunft einen Termin habe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 22.04.15, 09:04 
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Registriert: 04.02.05, 00:03
Beiträge: 2216
Ich persönlich würde an Ihrer Stelle eine zweite Meinung einholen... Denn offensichtlich ist das Vertrauensverhältnis zum vorherigen Chirurgen nicht das beste.
Und informieren (lassen) muss sich am Ende jeder Patient selbst, denn ER entscheidet, was gemacht wird. Gerade wer einmal auf die Nase gefallen ist, sollte beim zweiten Versuch nicht den Fehler machen, sich ausschließlich vom gleichen Arzt beraten zu lassen. Sollte man bei refraktiven Eingriffen eigentlich sowieso nicht. Zumindest nicht, wenn das zu erwartende Ergebnis in den wundervollsten Farben beschrieben wird und Hinweise auf mögliche Probleme und Einschränkungen fehlen.
Beim Kauf einer Waschmaschine schaut man sich ja auch in mehreren Läden um... Komischerweise tun das bei refraktiven Eingriffen die allerwenigsten Menschen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 28.06.15, 16:36 
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Beiträge: 7
Wie ging denn diese Geschichte dann weiter? Können Sie noch berichten?


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 Betreff des Beitrags: Re: Refraktiver Linsentausch
BeitragVerfasst: 06.07.15, 06:23 
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Registriert: 18.05.14, 19:59
Beiträge: 6
Man glaubt es kaum, aber die Geschichte nahm ein glückliches Ende. An beiden Augen wurde eine Kapselfibrose festgetellt, welche den Durchblick stark einschränkte. Diese wurde entfernt durch einen Laserschnitt im Kapselsack und seither habe ich eine Sehschärfe die berauschend ist. Sowohl in der Ferne als auch beim Lesen. Einzig der im Auge noch befindliche und umherschwimmende Kapselsackmüll stört mich hier und da noch etwas. Ich bin aber nun dennoch begeistert und hätte nicht gedacht, dass sich meine Odyssee mit dem Linsentausch so ein glückliches Ende nimmt.


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