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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Multifokallinsen
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 Betreff des Beitrags: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 21.12.11, 18:56 
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Nach langer Zeit hatte ich mich entschlossen, auf die Brille zu verzichten.
Nach eingehenden Untersuchungen und Beratungen habe ich mich für Multifokallinsen entschieden.
Die OP's waren Ende Oktober und Anfang November. Die Kurzsichtigkeit ist gut behoben.

Allerdings habe ich Probleme mit den Blendungen und dem Nahsichtbereich. Es hieß, man braucht danach eventuell eine Lesebrille zur Unterstützung. Wenn das mal so funktionieren würde.

Ohne Lesebrille kann ich zwar lesen, habe aber um und über den Buchstaben Schatten. Das ist unglaublich nervig und anstrengend. Auch mit einer vorerst Billiglesebrille sehe ich nicht sehr gut.

Dazu kommen die Blendungen. Alles was irgendwie mit Licht und Glanz zu tun hat, wirft Kränze. Sogar eine Nähnadel. Jede Form von Digitalanzeige usw.

So kann ich gar keine Feinarbeiten erledigen - zumal ich viel mit glänzenden Materialien arbeite.

Hat jemand damit Erfahrungen oder kann mir einen Rat geben. Die nächste Untersuchung findet im Januar statt - bei der letzten war der Operateur etwas ratlos.

Liebe Grüße
Aenne

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 21.12.11, 19:11 
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Sprechen Sie mit dem Operateur. Das Sehen mit Multifokallinsen muss teilweise erst "erlernt" werden. Glares (Blendungsempfindung) und Halos ("Lichthöfe" um Lichtquellen, teilweise auch um reflektierende Kanten) sind typische Phänomene bei Multifokallinsen. Es muss geprüft werden, ob die Zielrefraktion von 0 exakt erreicht wurde, ob es noch einen Rest-Sehfehler gibt, ob die Linse gut zentriert ist, ob eventuell die Hülle, die von der eigenen Linse übriggeblieben ist, eine leichte Trübung hat (sog. Nachstar). In der ersten Zeit nach der OP kann sich die Linse im Kapselsack auch noch ein wenig bewegen.

Den Einzelfall kann man von hier nicht beurteilen, weil man weder das Auge sieht noch die Linse kennt, die implantiert wurde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 11:49 
Zunächst: Ich bin Augenoptiker und kann zu medizinischen Problematiken im Zusammenhang mit IOL nichts sagen.

Aber zur technischen Seite kann ich etwas sagen.

Den Symptomen nach wurde Ihnen eine diffraktive Linse eingesetzt, die bekanntermaßen sehr oft sehr schlecht angenommen wird. Mein Kenntnisstand dazu ist der, dass Ärzte diese Linsen nicht gerne empfehlen. Es gab schon Fälle, da musste man die Multifokallinsen wieder entfernen, da die Umstände unerträglich gewesen seien.

Diese Linse besteht aus ringförmig um das Zentrum angeordneten winzigen Prismen, die die starke Blendung und die Halos hervorrufen und bei Lichtquellen in der Dunkelheit Farbsäume verursachen.
Auch multifokale Kontaktlinsen sind derart aufgebaut und werden nur sehr bedingt angenommen.
Ich empfehle diese Linsen nicht, was nicht heißt, dass es nicht auch Leute gibt, die sie gut vertragen.

Es wurde für "apodisierte" Linsen kräftig die Werbetrommel gerührt, die angeblich die Nachteile minimieren sollen. Doch auch bei diesen Linsen ist die Stufe an der Basis der Prismen noch hundertmal größer als eine Wellenlänge und MUSS Blendung verursachen. Darüber hinaus lassen sich mit diesen Linsen bestimmte Restsehfehler nicht vermeiden und sie reduzieren sie Sehleistung. Da die Kanten an der Basis der Prismen möglichst klein ausfallen sollen, wird meist auch nur eine knappe Unterstützung beim Lesen angeboten, was die Aussage erklärt, dass es sein könne, dass man eine Lesebrille zusätzlich benötige.

Übrigens kann von stufenlosem Stärkenübergang keine Rede sein. Auch diese Linsen bieten nur Stärkenstufen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 14:26 
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Vieles davon ist ja auch der Grund, warum Augenärzte in der Regel von Multifokal-IOL abraten. Sicher, der eine oder andere kommt gut damit zurecht...


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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 15:50 
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Dann stelle ich mir wirklich die Frage, warum mir in der Augenklinik nicht davon abgeraten wurde.
Denn schließlich sind die Kosten für eine derartige OP nicht gerade günstig.
Ich gehe mal davon aus, daß es dafür auch eine gewisse Garantiezeit bzw. Gewährleistung gibt.
Nur, ob mir damit auch geholfen ist.
Jedenfalls habe ich nicht so viel Geld bezahlt, um jetzt schlechter zu sehen als mit Brille.

Liebe Grüße
Änne

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 16:04 
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Beiträge: 4692
Aenne hat geschrieben:
Dann stelle ich mir wirklich die Frage, warum mir in der Augenklinik nicht davon abgeraten wurde.
Im Rahmen der Aufklärung sollte Ihnen ausführlich erklärt worden sein, zu welchen Phänomenen es vorübergehend, aber auch endgültig kommen kann.

Man kann beim Thema Multifokallinsen geteilter Meinung sein. Eines ist aber klar: es muss eine genaue Patientenauswahl erfolgen.

Zitat:
Ich gehe mal davon aus, daß es dafür auch eine gewisse Garantiezeit bzw. Gewährleistung gibt.
Die gibt es, allerdings muss erst einmal geprüft werden, warum Sie diese störenden Seheindrücke haben und ob diese auf eine mangelhafte Linse zurückgehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 17:42 
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Das Aufklärungsgespräch mit mir geführt und ich habe auch nochmals die Unterlagen durchgelesen. Möglicherweise gibt es Komplikationen, die nicht vorhersehbar sind.
Über die Blendungen bin ich informiert worden, allerdings nicht darüber, daß ich diese auch tagsüber wahrnehmen werde und das ich schräge Strahlen an allen Leuchtkörpern sehe und daß alles, was glitzert auch blendet, darüber bin ich nicht informiert worden.
Von Schatten um bzw. über Buchstaben - eine Art Doppelsichtigkeit, wurde auch nicht gesprochen. Möglicherweise tritt das auch eher selten auf.

Liebe Grüße
Änne

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 18:36 
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Die schrägen Linien, die von punktförmigen Lichtquellen ausgehen, sind Lichtbrechungen durch Kapselfalten und kurz nach der OP sehr häufig. Sie kommen daher, dass die Kunstlinse etwas klainer ist als die eigene Linse. Der von der Linse übriggebliebene Kapselsack zieht sich um die Kunstlinse zusammen und wirft dabei oft Falten, die genau senkrecht zu den von Ihnen beschriebenen Linien verlaufen.

Nach einigen Wochen ist die Kapsel stramm und der Spuk normalerweise vorbei. Wenn nicht, kann man die Kapsel mit YAG-Laser teilweise wegschießen, mit dem gleichen Resultat.

Bei einer Multifokallinse fallen tatsächlich mehrere Bilder auf die Netzhaut. Das Gehirn lernt normalerweise, das Bild zu nutzen, das ihm am besten passt. Das ist das, was ich mit Lernen meinte. Also: erst einmal abwarten. Es hätte auch keinen Sinn, sofort einzugreifen.

Wie alt sind Sie und wann war die OP?

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 18:42 
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Die schrägen Linien habe ich allerdings an dem Auge, daß zuletzt operiert wurde viel stärker.

Die Op's waren am 24.10. und 3.11. und ich bin 58 J.

Ich bin auch eher bereit abzuwarten, als mich erneuten Eingriffen zu unterziehen.

Danke für die Erklärungen.

Liebe Grüße
Änne

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 18:47 
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Aenne hat geschrieben:
Die schrägen Linien habe ich allerdings an dem Auge, daß zuletzt operiert wurde viel stärker.
Das kann einmal damit zusammenhängen, dass es eben kürzer her ist (und die Kapsel sich noch nicht geglättet hat), oder dass die Kapsel einfach etwas größer ist.

Zitat:
Die Op's waren am 24.10. und 3.11.
...also schon etwas her und nicht mehr ganz frisch.

Ich habe damals als junger Assistent die ersten Multifokallinsen in Studien sehen können. Etwa die Hälfte der Patienten war glücklich. Die modernen Linsen versprechen, insbesondere im Bereich Glare und Halo besser zu sein und auch die Nachtfahrtauglichkeit nicht einzuschränken.

An Ihrer Stelle würde ich bis zum nächsten Termin abwarten - dass Sie unglücklich sind kann ich verstehen. Sollte sich bis Januar nichts verändert haben ist geneue Ursachensuche angesagt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 19:46 
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Nun hoffe ich nicht, daß ich zu der anderen - nicht so glücklichen Hälfte - gehöre.
Erst einmal Danke.

Liebe Grüße
Änne

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 22.12.11, 22:35 
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Hallo Änne,

Sie sollten sich wirklich noch ein bißchen Zeit geben. Das mit den Blendungen wird viel besser.
Bei mir war es jedenfalls so.

Ich habe jetzt seit 4 Jahren Multifokallinsen und bin sehr zufrieden. Allerdings konnte ich sofort die kleinste Schrift lesen (ohne irgendwelche Schatten) und sehe in der Ferne genauo wie früher mit Brille.

Das einzige Negative für mich ist, dass ich zwischen 60cm und 1m nicht so scharf sehe. Damit habe ich mich allerdings gut arrangiert und trage nur ganz ganz selten für diesen Bereich eine "Computerbrille".

Angie


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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 27.12.11, 20:44 
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Hallo Angie,
danke für die Anwort.
Der von Ihnen angesprochene Bereich 60-100 cm ist bei mir auch unscharf.
Kleinste Schrift lesen, das war mir vorher nur ohne Brille möglich. Jetzt mit den Linsen geht das gar nicht
Mit Nachbesserungen möchte ich natürlich auch noch warten, da ich überhaupt nicht weiß, was danach passiert. Allerdings ist die Gewährleistung ja nicht unendlich und bevor die "Garantiezeit" abläuft, möchte ich schon noch richtig sehen können.

Liebe Grüße
Änne

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 28.12.11, 01:07 
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Beiträge: 4692
Aenne hat geschrieben:
Kleinste Schrift lesen, das war mir vorher nur ohne Brille möglich. Jetzt mit den Linsen geht das gar nicht
Das ist klar und muss Ihnen vor der OP bereits gesagt worden sein: die Nahzone von Multifokallinsen besteht aus einer Addition zwischen 3 und 4 Dioptrien. Das führt dazu, dass Sie mit Multifokallinsen (wenn alles klappt) in einer Entfernung von 30-40 Zentimetern scharf sehen, allerdings nicht "kleinste Schrift". Das war Ihnen vor der OP nur möglich, weil Sie wahrscheinlich mäßig oder stärker kurzsichtig waren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Multifokallinsen
BeitragVerfasst: 28.12.11, 21:33 
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Beiträge: 77
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Humungus hat geschrieben:
Das ist klar und muss Ihnen vor der OP bereits gesagt worden sein: die Nahzone von Multifokallinsen besteht aus einer Addition zwischen 3 und 4 Dioptrien. Das führt dazu, dass Sie mit Multifokallinsen (wenn alles klappt) in einer Entfernung von 30-40 Zentimetern scharf sehen, allerdings nicht "kleinste Schrift". Das war Ihnen vor der OP nur möglich, weil Sie wahrscheinlich mäßig oder stärker kurzsichtig waren.


Darüber bin ich augefklärt worden und auch darüber, daß ich eventuell für die kleine Schrift etc. ein Brille brauche.
Damit kann ich auch leben. Nur ist es nicht an dem. Ich sehe mit den neuen Linsen auch den Bereich von 30-40 cm nicht scharf und so hatte ich mir das nun wirklich nicht gedacht.

Liebe Grüße
Aenne

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