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medizin-forum.de • Thema anzeigen - 16 stündige Narkose um den Magen auszupumpen?
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BeitragVerfasst: 11.07.17, 21:20 
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Registriert: 11.07.17, 20:41
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Ich bin ziemlich entsetzt und verwirrt über ein Erlebnis im Krankenhaus. Ich beschreibe mal die Situation:
Hatte letzte Woche ein Pilzgericht probiert (ein Löffel voll) das komisch schmeckte, hauptsächlich Schirmlinge, Apotheke hatte gemeint, die seien harmlos. Ein Nachbar hatte vorher gemeint, der eine andersartige Pilz sei völlig ok und ihn in meiner Gegenwart roh probiert. Ich hatte dann aber nochmal einen von der Wiese geholt und im Internet mit Bildern verglichen, war dann sicher, dass es ein weißer Knollenblätterpilz war und bin mit den Pilzen und dem Nachbarn ins Krankenhaus gefahren.
Um 16.00 hatte ich in der Notaufnahme die Situation geschildert, etwa 1 Stunde nach dem Verzehr. Man hat dann telefoniert und Pilzproben zur Kontrolle geschickt. Sicherheitshalber wollte man vom Schlimmsten ausgehen, mir den Magen auspumpen und Kohle geben und sagte mir, das würde maximal so 1,5 Stunden dauern. Das wurde auch meinen Verwandten gesagt. Gegen 17.30 Uhr kam ich auf die Intensivstation, es ging mir gut, keine Beschwerden. Ich wurde dann in Narkose gelegt in dem Glauben, nach 2 Stunden wieder aufzuwachen. Als ich aufwachte bzw. die Narkose wohl nachließ, war es dann morgens um 9.00 Uhr. Der Pfleger meinte, ich hätte "16 Stunden im Wachkoma" verbracht. Es war alles extrem unangenehm, ich habe noch immer massive Halsschmerzen von den Tuben und Röhren etc. Um 18 Uhr hatte man erfahren, dass der eine Pilz keine Knollenblätterpilz war, gegen 20 Uhr, dass auch die andere Sorte nur leicht toxisch war - beides Schirmlinge, die Brechdurchfall hätten auslösen können. Also nichts Ernstes. Übelkeit hatte ich nach der Narkose ja auch.

Meine Frage nun: Wie erklärt man sich die 16-stündige Narkose und die Gabe von insgesamt 500 Gramm Aktivkohle? Ist es anzunehmen, dass die gesamte Menge an Narkosemittel auf einmal intravenös gegeben wurde? Dann würde ich es verstehen - man hatte ja Verdacht auf sehr giftigen Pilz und Lebensgefahr. Aber würde man auch 500 Gramm Kohle auf einmal verabreichen? 2,5 Stunden nach Narkotisierung wusste man doch, dass die Pilze relativ harmlos waren, und hätte eigentlich das Koma (?) unterbrechen können und mich vor allem von den Schläuchen befreien können. Der Magen war ja dann sowieso leer, auch die Gesamtmenge Kohle wäre dann ja nicht mehr nötig gewesen?

Mir kam das alles sehr komisch vor. Ich bin dann 2 Stunden nach dem Aufwachen mit meiner Schwester nach Hause gefahren, weil es auch psychisch sehr belastend auf der Intensivstation war.

Ich wäre für ganz offene und deutliche Antworten dankbar. Ich bin dankbar, dass es nichts Ernstes war, werde nie wieder gesammelte Pilze essen und bewundere Ärzte im Allgemeinen für das, was Sie für die Menschen tun. Aber was ich erlebt habe, hat mich doch geschockt. Man sagt doch einem Patienten nicht, dass in zwei Stunden alles vorbei ist und legt in für 16 Stunden in Narkose? Die hätten mich wohl noch tagelang dort behalten, wenn ich nicht gegangen wäre. Die drei Ärzte, die mich nach dem Aufwachen ansprachen, konnte ich nicht befragen, da ich die Röhren noch im Hals hatte und keinen Ton sagen konnte. Das empfand ich auch als sehr befremdlich.

Dankeschön im Voraus für hilfreiche Antworten.


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BeitragVerfasst: 12.07.17, 17:35 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2034
Hallo MariJan68,


dass Sie die ganze Geschichte beunruhigt kann ich gut verstehen.
Abere wie soll ich - oder jemand anderes - aus Ihren Angaben mehr wissen, als Sie mitteilen?
Wann wurden welche Medikamente zur Narkose/zur Sedierung gegeben? Was wurde sonst in diese Zeit gemacht?
Fragen Sie in dem Krankenhaus nach. Es muss ein Narkoseprotokoll geben. Es muss ein Überwachungsprotokoll der Intensivstation geben. All das sind Unterlagen, die man Ihnen aushändigen muss. (Ggf. gegen Erstattung der Kopie-Kosten). Mit diesen Unterlagen können sie einen Arzt Ihre Vertrauens aufsuchen und mit ihm darüber sprechen.
Über das www könnte ich allenfalls Spekulationen verbreiten. Das ist nicht seriös und werde ich deshalb auch nicht tun.
Gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
----------------------
Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!
_________________
aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon/Dr.U.Stosberg-Lindert
http://www.schmerzkreis.net


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