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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Narkose bei älterer Person
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 Betreff des Beitrags: Narkose bei älterer Person
BeitragVerfasst: 08.02.17, 10:15 
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Interessierter

Registriert: 18.11.16, 15:39
Beiträge: 7
Hallo,

ich hätte eine Frage zu einer Narkose bei einer älteren Person (82 Jahre) und zwar liegt dort der Fall vor, dass eine Herzschwäche vorliegt, die nicht richtig medikamentös eingestellt ist, da die Person sich bisher weigerte die Tabletten (Betablocker) zu nehmen und durch die Erkrankung ( Mastddarmvorfall) über einen längeren Zeitraum wohl auch ein gravierender Eisenmangel vorliegt.

Der Mastddarmvorfall wird nun vermutlich operativ versorgt werden müssen und nun daher meine Frage:

Wie gefährlich wäre hier eine Vollnarkose und wäre hier eine PDA empfehlenswerter (OP durch den Anus) ?

Muss der Eisenmangel vor der OP behoben werden, oder erst danach?

Ich mach mir ziemliche Sorgen, dass dieser an sich ja "harmlose" Eingriff zu großen Komplikationen führen wird :(

Lieben Dank für Ihre Hilfe!


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkose bei älterer Person
BeitragVerfasst: 11.02.17, 13:53 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2034
Hallo Sugarlea83,

natürlich ist es nicht ideal, wenn eine behandlungsbedürftige Erkrankung bewußt nicht behandelt wird. Welches Risiko dies für eine geplante Narkose mit sich bringt, kann im Grunde ein Anästhesist beurteilen, der konkrete Informationen sowohl zu der geplanten Op wie zu der Begleiterkrankung - incl. Untersuchung des Patienten und weitere Zusatzuntersuchungen hat.
Konkret würde ich vorschlagen, dass sich der Patient frühzeitig! in der Anästhesieambulanz vorstellt, die die Narkose für den Eingriff durchführen soll. Dann kann man dort schauen, eventuell erforderliche weitere Untersuchungen veranlassen und ggf. auch auf den Beginn einer Behandlung vor der Anästhesie hinwirken.
Grundsätzlich ist das Risiko immer größer, wenn eine Anästhesie notfallmäßig bei einem Patienten durchgeführt werden muss mit einer nicht oder schlecht behandelten Begleiterkrankung. Dann hat man meist keine Zeit mehr, die Voraussetzungen noch zu verbessern.
Gute Besserung wünsche der Patientin/dem Patienten; Ihr/Ihm und Ihnen alles Gute
MfG W.Gahbler
----------------------

Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme,
die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt
verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur
Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen
Arzt Ihres Vertrauens!
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aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon/Dr.U.Stosberg-Lindert
http://www.schmerzkreis.net


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkose bei älterer Person
BeitragVerfasst: 13.02.17, 11:36 
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Interessierter

Registriert: 18.11.16, 15:39
Beiträge: 7
Vielen lieben Dank für Ihre Antwort! Ich werde das so weitergeben. Zum Glück ist das ja keine Notfallnarkose, sondern geplant. Ihre Antwort beruhigt mich ein wenig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkose bei älterer Person
BeitragVerfasst: 08.12.17, 10:48 
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Interessierter

Registriert: 18.08.13, 12:15
Beiträge: 8
Sehr geehrter Herr Dr. Gahbler,

vielleicht möchten Sie mir bitte noch einmal beim selben Fall einen Rat geben?

Der Fall ist immer noch aktuell. Gestern erst konnte sich meine Großmutter dazu durchringen ( sehr hohes Schamgefühl) sich bei einem Spezialisten ( Beckenboden, Proktologie und Viszeralchirurg) vorzustellen. Diagnose nun sicher : kompletter Enddarmvorfall. Der Darm soll im Januar operativ versorgt werden ( STARR OP, transanal), Dauer etwa 30 Min, danach 4-5 Tage stationärer Aufenthalt...

Jetzt immer noch die selbe Befürchtung von mir. Die Vollnarkose. Leider hab ich das Gespräch mit dem Narkosearzt erst Mitte Januar und ich werde irre ( sie gleich mit vor Angst) so lange zu warten mit meinen Fragen. Wie hoch ist das Risiko für eine Vollnarkose bei älteren, sonst gesunden Personen? ( EKG völlig in Ordnung, selbst der Arzt war begeistert was er da gesehen hat, Top Blutwerte, keine Entzündungszeichen, Leber, Niere, HB, Zucker, Blutdruck (120/80!) - alles super. Nimmt auch keine Medikamente für irgendwas) und für dieses gefürchtete Delir nach einer OP?

Im Januar, vor dem Anästesiegespräch kommen nochmal Blutbildkontrolle, EKG und Lufu -Test, denn das letzte EKG und Blutwerte wurden für eine OP des grauen Stars vor zwei Wochen durchgeführt, die ja ohne Narkose stattfinden wird...

Der Arzt gestern sprach auch von einer "milden" Vollnarkose. Was ist darunter zu verstehen?
Ich hab immer so Angst vor dieser Narkose bei einer vergleichsweise "harmlosen" OP in ihrem Alter. Die letzte Vollnarkose hatte sie vor 12 Jahren, dabei wurde ein Oberschenkelhalsbruch versorgt. Diese Narkose hat sie problemlos vertragen und war danach auch schnell wieder fit. Allerdings war sie da halt auch allgemein noch viel fitter und belastbarer...

Danke für Ihre Hilfe!


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkose bei älterer Person
BeitragVerfasst: 08.12.17, 21:11 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2034
Hallo SugarLea,

"irre werden" ist sicher nicht hilfreich; weder für Ihre Großmutter noch für Sie.
Zitat:
Wie hoch ist das Risiko für eine Vollnarkose bei älteren, sonst gesunden Personen?
Diese Frage vermag ich nicht mit einer Zahl zu beantworden. Das (numerische) Alter allein sagt sehr wenig über ein Risiko. Wenn eine ältere Person sowohl körperlich wie geistig noch recht leistungsfähig ist, ist eine Narkose auch bei über 80jährigen nicht unbedingt gefährlicher als bei 20 Jahre jüngeren Menschen.
Ich denke, Sie und Ihre Großmutter können darauf vertrauen, dass Narkosen auch bei über 80jährigen Menschen heute nicht allein wegen des Alters ein Risiko darstellen. Aktuelle Voruntersuchungen sind zweifelsohne wichtig, um sich eine genaueres Bild zu machen. Wenn dann vor dem Eingriff noch eine Untersuchung und ein Aufklärungsgespräch mit einem Anästhesisten stattfindet, möchte ich meinen, dass alles sorgfältig vorbereitet ist.
Wir sagen nicht unbegründet, dass der Weg mit Auto in die Praxis oder ins Krankenhaus weitaus gefährlicher ist, als eine Narkose. Aber ein gewisses Risiko kann man nie ausschließen.
Es gibt aber auch gute Untersuchungen, die belegen, dass große Angst oder gar Panik vor einem Eingriff und/oder einer Narkose den Verlauf negativ beeinflussen können. Die Patienten, die über die Op hinaus planen und wissen, wass sie danach schon alles vorhaben, haben hinterher die geringsten Komplikationen. Sie könnten Ihrer Großmutter damit helfen, weiter zu schauen und nicht starr vor Angst wie das Kaninchen auf die Schlange zu schauen.
Ihrer Großmutter wünsche ich alles Gute für die geplante Op.
MfG W.Gahbler
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 Betreff des Beitrags: Re: Narkose bei älterer Person
BeitragVerfasst: 09.12.17, 18:30 
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Interessierter

Registriert: 18.08.13, 12:15
Beiträge: 8
Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe! :)

Natürlich lass ich mir meiner Oma gegenüber meine eigene Unsicherheit nur bedingt anmerken. Ich bin nach Außen hin schon eher die Mutmachende, die, die eher positive Aspekte vorträgt. Sie hätte sich ohne mein Zutun nicht mal mehr für eine OP entschieden. Zu Hause, wenn ich dann wieder alleine bin, mache ich mir halt schon Gedanken und suche nach Informationen und Tips, um ihr die Tage bis zur OP und die Tage danach so angenehm wie möglich zu gestalten.

Sie hat halt ehrlich große Angst und erzählt das jeden Tag aufs Neue, dass sie am liebsten alles absagen würde weil sie so Angst hat vor der Narkose. Bei der letzten wäre ihr danach so seltsam gewesen...

Die letzten Wochen wirkt sie sehr zerstreut und planlos, ruhelos. Fragt alles 100 Mal nach, kann sich auf einmal Termine nicht mehr merken, vergisst ihr sonst wichtige Geburtstage, obwohl man noch den Tag davor darüber gesprochen hat. Sie schiebt das auf eine Folge des Stresses und die damit verbundenen zahlreichen schlaflosen Nächte (die ganzen Untersuchungen, die Angst vor der OP - nächste Woche wird noch der graue Star operiert, macht ihr natürlich auch Sorgen etc..) und meint, das sei danach wieder besser. Mir allerdings, macht so was insgeheim echte Sorgen in Bezug auf den Eingriff und die Narkose...:cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkose bei älterer Person
BeitragVerfasst: 14.12.17, 21:51 
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Interessierter

Registriert: 18.08.13, 12:15
Beiträge: 8
Ein kleines Update:

Gestern hatte sie eine kleine "Narkose" in Form einer Analognarkose (Propofol/schnellabbauendes Opiat) zur Operation des grauen Stars. Die Narkoseärztin war super nett und hat ihr gleich ein Beruhigungsmittel gespritzt, damit sie mit den Nerven gar nicht erst so hochfahren kann. Sie hat mir versprochen, dass ich sie im selben Zustand wieder mitnehmen werde, wie ich sie gebracht habe und genau so war es. :)

Meine Oma hat das super weggesteckt, war danach sofort wieder wach und fit. Gab zumindest bei dieser Narkose keinerlei Probleme oder Zwischenfälle. Nach einer halben Stunde Wartezeit in der Praxis durfte ich sie gleich wieder mitnehmen und man hat echt den ganzen Tag nichts gemerkt davon, dass überhaupt was gemacht wurde.

Ich nehme das jetzt mal als gutes Zeichen für die bevorstehende Allgemeinnarkose im Januar :weihnachten:


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