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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Spinalanästhesie
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 Betreff des Beitrags: Spinalanästhesie
BeitragVerfasst: 22.11.16, 20:24 
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DMF-Mitglied

Registriert: 23.01.10, 12:58
Beiträge: 55
Hallo,

ich hatte vorige Woche eine kleine Operation (Ausschabung). Im vorbereitenden Anästhesiegespräch habe ich nach der besten Anästhesiemethode für diesen Eingriff gefragt, und der Anästhesist sagte, es würde eine Maskenanästhesie gemacht werden. So steht es auch im Protokoll des Gespräches. Während des Gespräches habe ich erwähnt, dass ich keine Spinalanästhesie möchte wegen Angst vor Lähmung, und der Arzt sagte, das machen wir auch nicht. Dass ich diese Anästhesie nicht wünsche steht aber nicht im Protokoll.

Zu Beginn der Narkose erhielt ich eine Maske, dann weiß ich nichts mehr. Als ich aus der Narkose aufgewacht bin (so ungefähr 30 Minuten nach Ende der OP), ging es mir eigentlich ganz gut, ich hatte nur so ein seltsames Kribbeln in den Beinen, so ein Gefühl, als gehörten die Beine nicht zu mir.
Eine Stunde später auf der Station (die OP wurde stationär gemacht, weil ich zu Hause alleine bin) wollte ich zur Toilette gehen. Als ich die Füße auf den Boden setzte, knickten mir die Beine komplett weg. Ich konnte mich aber am Bett festhalten. Ich klingelte dann nach der Schwester, aber als sie nicht kam, wollte ich wieder zur Toilette gehen. Das ging aber nicht. Die Beine gehorchten nicht. Erst als die Schwester endlich kam und mich unterhakte, konnte ich mit großen Schwierigkeiten zur Toilette kommen. Obwohl ich starken Drang verspürte, kam praktisch kein Urin. Fünf Stunden später ging ich mit der Schwester wieder zur Toilette, das Gehen war schon etwas besser, aber Urin kam nur tröpfchenweise.

Am nächsten Tag wurde ich entlassen. Mir fiel auf, dass mir beim Gehen sehr schwindelig war und dass ich immer noch unsicher gehe. Außerdem macht das Wasserlassen weiterhin Probleme. Ich muss ordentlich auf die Blase drücken, bevor überhaupt Urin kommt.

Nun kamen heute der Operations- und der Narkosekurzbericht. Ich hatte darum gebeten, mir die zuzuschicken, eine Kopie hat mein Hausarzt bekommen.
Und zu meinem Riesenschreck stand in der Rubrik 'Narkoseart': SPINALANÄSTHESIE. Mein Hausarzt, den ich anrief, hatte ja denselben Bericht bekommen und wunderte sich über die Narkoseart. Ich habe versucht, den Narkosearzt telefonisch zu erreichen, aber das war nicht möglich.

Jetzt bin ich völlig verwirrt und habe mehrere Fragen:

- Darf ein Arzt eine Narkose durchführen, die in dieser Art nicht mit dem Patienten besprochen und auch nicht dokumentiert wurde und die sogar vom Patienten abgelehnt wurde?
- Warum habe ich während der Spinalanästhesie geschlafen und davon nichts mitbekommen? Das macht man doch sonst am wachen Patienten.
- Hätte man mir nicht sagen müssen, dass ich eine Spinalanästhesie hatte, um mich richtig zu verhalten, z. B. mit erhöhtem Oberkörper liegen, auf keinen Fall das Bett verlassen, nicht zu stark pressen beim Versuch Wasser zu lassen etc. etc.?
- Wie lange dauern die Gehprobleme nach einer Spinalanästhesie? Die OP ist jetzt 5 Tage her.
- Wie lange dauern die Blasenprobleme nach einer Spinalanästhesie?
- Was kann ich tun, damit sich die Gehprobleme bessern? ich schwanke immer noch und gehe sehr unsicher.

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand antworten könnte.

Gruß,
Asti


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesie
BeitragVerfasst: 23.11.16, 14:25 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2028
Hallo Asti,

ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen: zunächst hatte beim Lesen Ihres Berichtet Zweifel, ob dass denn so sein könne.
Die Symptome, die Sie nach der Op beschreiben, sprechen ganz sicher für eine Spinalanästhesie. Und wenn dies auch in dem Anästhesiebericht so genannt wird, dann muss man davon ausgehen, dass eine Spinalanästhesie durchgeführt wurde.
Wenn Sie sich mit solch einem Anästhesieverfahren nicht Einverstanden erklärt haben, liegt keine Zustimmung zu dem Verfahren vor. Einen Eingriff ohne ausdrückliche Zustimmung durchzuführen, ist - von Notfällen abgesehen - eine Körperverletzung. Das ist juristisch ganz eindeutig. In diesem Fall muss auch der Arzt nachweisen, dass der Patient dem Verfahren zugestimmt hat. Kein Patient muss beweisen, dass er etwas bgelehnt hat.
Einen Harnverhalt nach einer Spinalanästhesie sieht man nicht so selten. Das möchte ich als typische Komplikation bezeichnen, denn nach einer Allgmeinanästhesie tritt dies nicht ein. Die Schwäche in den Beinen hingegen müsste aus meiner Erfahrung mit Ende der betäubenden Wirkung auch aufhören. Jedenfalls finde ich es nicht typisch, wenn jemand nach 5 Tagen noch nicht vollständige Gewalt über seine Beine hat. Man kann mittels neurologischer Untersuchungen hier sicher weitere Informationen bzw. eine klarere Diagnose erhalten.
Eine jurische Bewertung des Vorgehens obliegt mir nicht. Natürlich steht es Ihnen frei, sich hier - dann aber fachkompetent durch einen Juristen - beraten zu lassen.
Gute Besserung und alles Gute wünsche ich Ihnen
MfG W.Gahbler
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Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme,
die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt
verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhängig davon persönlich zur
Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine Ärztin oder einen
Arzt Ihres Vertrauens!
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aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben/R.Simon/Dr.U.Stosberg-Lindert
http://www.schmerzkreis.net


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesie
BeitragVerfasst: 23.11.16, 16:56 
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DMF-Mitglied

Registriert: 23.01.10, 12:58
Beiträge: 55
Sehr geehrter Herr Dr. Gahbler,

vielen Dank für Ihre Antwort. Sie bestätigen meine Meinung, dass es sich hier um eine Körperverletzung handelt, weil ich einer Spinalanästhesie nicht zugestimmt habe.

Ich denke, hier in diesem großen Krankenhaus weiß oft die eine Hand nicht, was die andere tut. Jeden Tag werden hier ca. 50 - 60 Operationen durchgeführt in 12 Operationssälen. Im Vorbereitungsraum ging es zu wie in einem Taubenschlag.
Vielleicht wird erst am Morgen der Operation ein bestimmter Anästhesist einem bestimmten Operateur zugeteilt, und der Anästhesist hat in der Hektik gar keine Zeit gehabt, das Protokoll zu lesen und einfach eine Narkose ausgewählt, mit der er am meisten Erfahrung hat.
Ich kann das nicht beurteilen, ich weiß nur, dass im Vorbereitungsraum eine große Hektik herrschte.

Ich habe mir heute einen Termin bei einem Neurologen geholt, leider erst in 3 Wochen.
Die Blasenprobleme werden besser, aber das Gehen ist immer noch unsicher.
Ich werde mich auf jeden Fall juristisch beraten lassen.

Gruß,
Asti


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesie
BeitragVerfasst: 24.11.16, 09:14 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 07.06.15, 23:01
Beiträge: 116
hallo :)
irgendwas verstehe ich an der sache nicht...
zur vorgeschichte, ich hatte 2 geplante spinale (sectio) und 1 kurze vollnarkose (ausschabung)
bei einer ausschabung (bitte korrigieren sie mich herr gabler wenn ich unsinn rede) wenn eine vollnarkose oder wie auch immer etwas vorgenommen wird, dass man schläft, ist doch keine spinalanästhesie mehr nötig??? welchen sinn soll das erfüllen??? dann müssten sie ja, nachdem sie "weggepennt" sind, noch im rücken gestochen worden sein? das erscheint mir grade bei einem so kleinen eingriff wie einer ausschabung völlig unsinnig. der ablauf wirkt auf mich völlig unrealistisch. zudem sie ja vorher bereits per maske schlafen gelegt wurden.
ich erinnere mich, dass bei mir propofol verwendet wurde und dann noch ein tubus gelegt wurde. das ganze dauerte wohl ca 10-15 minuten, danach wurde ich wieder aufgeweckt.
also so ganz verstehe ich die sache nicht

(sollte wirklich eine spinale gemacht worden sein, bei beiden bei mir hatte ich das taubheitsgefühl in den beinen ca noch 2-4 stunden, danach war es weg, probleme beim harnverhalten waren keine da, hatte aber auch 24 stunden einen katheter)


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesie
BeitragVerfasst: 24.11.16, 11:15 
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DMF-Mitglied

Registriert: 23.01.10, 12:58
Beiträge: 55
Hallo, Sanna,

ich verstehe das Ganze ja auch nicht! Deswegen habe ich ja auch hier gepostet.

Ich vereinbare eine Maskenanästhesie, lehne eine spinale ab, bekomme vor der OP eine Maske aufs Gesicht, wache auf mit Problemen in den Beinen und der Blase und lese dann im OP-Bericht, dass ich eine Spinalanästhesie hatte.
Ich weiß überhaupt nicht, wie das gemacht wurde, denn man kann doch eine Spinalanästhesie nur am sitzenden Patienten machen und nicht an einem schon schlafenden.

Ich habe gestern nochmal mit der Anästhesieabteilung gesprochen, aber da ist immer nur die Sekretärin, und der Anästhesist hat keine Zeit zurückzurufen.
Ich kann mir das Ganze nur erklären mit der Hektik im Vorbereitungsraum. Da lagen, jeweils durch einen Vorhang getrennt, mindestens 12 - 15 Personen, die auf ihre Anästhesisten warteten. Der Anästhesist, der zu mir kam, fragte nur nach Namen, Geburtstag und der Art des Eingriffs. Dann setzte er mir die Maske auf.
Es wundert mich nur, dass ich in all dem Durcheinander beim richtigen Operateur gelandet bin und er die richtige OP gemacht hat.

Ich habe mit dem Vetter einer Freundin gesprochen, der Rechtsanwalt ist. Er will schriftlich Informationen einholen vom Krankenhaus. Als Patient erfährt man ja nichts.

Meine Blasenprobleme sind vorbei, und das Gehen ist jetzt schon fast wieder so wie vorher. Warum das so lange gedauert hat weiß ich nicht. Vielleicht haben die zu viel Narkosemittel gespritzt?

Ich werde weiter berichten.

Gruß,
Asti


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesie
BeitragVerfasst: 24.11.16, 16:53 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 15:24
Beiträge: 2028
Hallo Asti,

auch mir fällt es schwer, den Ablauf genau zu verstehen. Das wollte ich mit dem ersten Satz zum Ausdruck bringen.
Bei einem schlafenden erwachsenen Patienten eine Spinalanästhesie durchzuführen, so etwas habe ich im Laufe meiner Tätigkeit nie gemacht. Und ich kann mir eigentlich auch keine Situation vorstellen, wo ich solch ein Verfahren vorschlagen würde.
Aber da ich den wirklichen Ablauf nicht kenne, kann ich auch kaum etwas dazu sagen.


MfG W.Gahbler
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