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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Handgelenk OP,örtliche- oder Plexusanästhesie?
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BeitragVerfasst: 09.06.16, 10:00 
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Registriert: 09.06.16, 09:39
Beiträge: 2
Hallo,

bei mir wurde am linken Handgelenk eine Sehnenscheidenenge der Strecksehnenfächer festgestellt.
Es steht nun eine ambulante OP an.
Warum muss der ganze Arm betäubt werden? Ist da nicht eine örtliche Betäubung ausreichend?
Ich hatte vor zwei Jahren eine ambulante OP an der Schläfe in der Praxis meiner Hautärztin (Entfernung einer gutartigen Hautveränderung). Diese OP dauerte 20 Minuten und wurde unter örtl. Betäubung vorgenommen. Danach bin ich mit dem Auto nach Hause gefahren.

Und bei dieser nun anstehenden OP die nur 10 Minuten dauern soll, muss jetzt ein solcher Aufwand betrieben werden?


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BeitragVerfasst: 09.06.16, 11:48 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

in der Hand bzw. am Handgelenk verlaufen eine Vielzahl kleiner und kleinster Strukturen - Muskeln, Sehnen, Gefäße, Nerven - die bei einer OP in Mitleidenschaft gezogen werden können. Das Risiko dafür ist deutlich erhöht, wenn der Patient den Arm wegzieht, weil er z.B. Schmerzen oder Missempfindungen verspürt.
Im Gegensatz zu einer Lokalanästhesie, die nur die Haut betäubt, muss man bei der jetzt für Sie anstehenden OP viel mehr in die Tiefe gehen und die Nerven als solche betäuben. Das ist mit einer axillären Plexusanästhesie möglich. Dazu wird ein Lokalanästhetikum oder eine Kombination aus zwei Wirkstoffen in die Nähe des Nervengeflechts im Bereich der Achsel gespritzt. Die Nerven werden in ihrem Verlauf von der Achsel bis in die Hand / Finger betäubt. Das Ergebnis ist eine Blockade des Temperatur- und Schmerzempfindens und der Motorik. Was nicht aufgehoben wird, ist die Empfindung von Druck / Zug. Sie werden also ggf. merken, dass "etwas am Arm gemacht wird", wie z.B. ihn in die für die OP nötige Lage zu bringen. Falls doch Schmerzen / Missempfindungen auftreten sollten, geben Sie direkt Bescheid. Man kann Ihnen dann bei Bedarf zusätzlich ein Schmerzmittel geben. Ein erneutes Aufspritzen wird eher nicht möglich sein, weil bei einem so kurzen Eingriff wahrscheinlich kein Plexuskatheter eingelegt werden wird.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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BeitragVerfasst: 09.06.16, 15:25 
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Registriert: 09.06.16, 09:39
Beiträge: 2
Danke für die schnelle Antwort!

Zwei Fragen habe ich noch:
Wird man bei einer OP mit Armplexusanästhesie wie bei einer Vollnarkose an Überwachungsmonitore angeschlossen?
Kann ich nach der OP gleich nach Hause, oder muss ich noch in der Klinik bzw. Praxis bleiben?

Gruß, Isadorina


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BeitragVerfasst: 09.06.16, 16:54 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

bei einer Leitungs- oder Regionalanästhesie werden wie bei einer Vollnarkose auch die Herztätigkeit, der Blutdruck, die Sauerstoffsättigung und ggf. über die EKG-Elektroden die Atemfrequenz überwacht (die sieht man aber auch, wenn man den Patienten beobachtet :wink: ).
Ich kenne es so, dass die Patiente in der Klinik bleiben, bis die Wirkung der Lokalanästhetika deutlich nachlässt und keine Schmerzen bestehen, die eine intravenöse Behandlung nötig machen. Aber das wird ggf. in anderen Kliniken anders gehandhabt. Was Sie sicher nicht dürfen werden, ist selbst ein Fahrzeug steuern. Auch wenn Sie keine zusätzlichen Medikamente erhalten haben.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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