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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Spinalanästhesien
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 Betreff des Beitrags: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 30.05.16, 20:51 
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Interessierter

Registriert: 30.05.16, 20:05
Beiträge: 8
Guten Abend

Ich habe eine Frage betreffend der Spinalanästhesie.
Ich bin 29 Jahre alt hatte bis jetzt 7 Knieoperationen, jedes Mal in Spinalanästhesie ausser die 2. OP in Vollnarkose.
Nun steht mir nochmals eine Knie OP bevor, ev. auch 2i. Dieses Mal müsste aber Spongiosa aus dem Beckenkamm entnommen werden.

1. ist die Spongiosaentnahme in Spinalanästhesie möglich? Ist das sehr schmerzhaft?
2. entstehen durch die vielen Spinalanästhesien Vernarbungen und eine Vollnarkose wäre sinnvoller?
3. ist die Position beim Stechen vom Anästhesisten abhängig? Bis jetzt hatte ich auf der Seiten liegend, im sitzen mit Beinen übers Bett hängend und sitzend mit den Beinen gestreckt. Ist die Position wählbar?
4. es hat mir schon 2x einen elektrisierenden Strom durchs Bein gegeben, an was liegt das?
5. bei der 4. OP hatte ich das Gefühl, dass ich die Hände des Chirurgen am Fuss spüre (KAS), jedoch hne Schmerzen, war trotzdem unangenehm. Hatte ich zu wenig Lokalanästhetikum?

Fall es zu viele Fragen sind, wäre ich um die Beantwortung von Frage 1 und 2 dankbar.

Danke
Ela


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 31.05.16, 09:29 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

theoretisch ist eine Spongiosaentnahme in Spinalanästhesie denkbar. Je nach Operateur habe ich den Eingriff aber mal in Rückenlage, mal in Seitenlage erlebt. In Seitenlage käme eine Spinale nicht in Frage.

Nach wiederholten SPAs können Vernarbungen auftreten. Sinnvoll wäre es, nicht immer auf der selben Höhe zu stechen, sondern ggf. mal eine Etage höher. Das ist aber manchmal bei anatomischen Besonderheiten nicht möglich (ggf. liegen in alten Narkoseprotokollen Vorbefunde über frustrane Punktionsversuche auf bestimmten Höhen vor).

Die Position des Patienten bei einer SPA ist zum einen von den Präferenzen des Anästhesisten abhängig, zum anderen auch ein bisschen von der Anatomie und der Mitarbeit des Patienten. Sprechen Sie "Ihren" Anästhesisten einfach darauf an, ob Ihre "Lieblingsposition" auch für Ihn praktikabel ist.

Bei den rückenmarknahen Regionalanästhesien sieht man nicht, wo sich die Spitze des Trokars gerade befindet (bei den peripheren ist das per Ultraschall verfolgbar). Eine Reizung der Nervenfasern, die von der Wirbelsäule bis in die Beine verlaufen, kann Missempfindungen bis hin zu einschießenden Schmerzen verursachen. Zu vergleichen ist das etwa mit dem gestoßenen Ellenbogen, der bis in den kleinen Finger schmerzt.

Eine Regionalanästhesie schaltet die Motorik, das Schmerz- und das Temperaturempfinden aus. Nicht aber das Empfinden von Druck / Zug. Vielleicht haben Sie mal einen TV-Bericht über eine Kaiserschnittentbindung gesehen. Man sagt den werdenden Müttern da auch, dass Sie merken werden, dass am Bauch gearbeitet wird, oder es zu einem Zeitpunkt mal kräftig drückt. Das ist normal so. Sie sollten sich aber melden, wenn Sie Schmerzen / Missempfindungen verspüren.
Dass Sie zu wenig Lokalanästhetikum bekommen haben, scheint mir daher - aus der Ferne - eher unwahrscheinlich.

Alles Gute für die bevorstehende OP und melden Sie sich bei weiteren Frage.
Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 01.06.16, 20:45 
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Interessierter

Registriert: 30.05.16, 20:05
Beiträge: 8
Hallo Anästhesieschwester

Besten Dank für Ihre schnelle und sehr ausführliche Antwort!

Wissen Sie auch wie es mit dem Femoraliskatheter gehandhabt wird? Ab welcher Schmerzgrenze werden diese bei einer Knieop gelegt?
Wenn ich noch was fragen darf, bei der einen Spinalen hatte ich ca. 10min nach der Injektion plötzlich Mühe mit atmen, sprich ich hatte ein Druckgefühl auf der Brust. Ich spürte meine Lunge nicht mehr richtig :roll: . An was könnte das liegen? Ist das Lokalanästhetikum ev. hochgewandert? (Frage nur aus reiner Neugierde) :D
Was geben Sie Ihren Patienten für Beruhigungsmittel während der OP? Dieses Mal würde ich dies gerne in Anspruch nehmen. :wink:

Das wars nun.... :lachen: danke :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 02.06.16, 04:35 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

Schmerzen werden ja von jedem anders empfunden, von daher ist das kein guter Maßstab. Eine Knie-OP ist sowohl mit SPA als auch mit einem Femoraliskatheter denkbar. Dieser kann aber aufgrund seiner Lage nur Schmerzempfindungen an der Vorderseite des Knies ausschalten. Deshalb sollte er in Kombination mit einem distalen Ischiadicuskatheter angewendet werden.

Was Sie da bei einer anderen OP erlebt haben, war ein sog. Aufsteigen der SPA. Das Lokalanästhetikum kann - vor allem in Flach- oder Kopftieflagerung - kopfwärts "aufsteigen". Das hat den Effekt, dass dann auch Nervenfasern weiter oben,betäubt werden können. Mit Folgen wie erschwerter Atmung, Schwierigkeiten zu schlucken, eingeschränkte Beweglichkeit der Arme,... Durch Tieflagerung der Beine sind die Beschwerden in der Regel schnell rückläufig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 02.06.16, 04:42 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo nochmal,

ob / welche Beruhigungsmittel verwendet werden, ist ganz unterschiedlich. Bei Arthroskopien sind vor allem jüngere Patienten oft interessiert, am Monitor zuzuschauen. Viele wollen auch einfach nur Musik hören (wird aber nicht in allen Kliniken angeboten.
An Medikamenten kommen primär Benzodiazepine zum Einsatz, ggf. zusammen mit einem niedrig dosierten Opiat.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 21.07.16, 14:18 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 18.10.11, 13:38
Beiträge: 210
Hallo

ich bin zwar kein Fachmann (Frau), aber ich hatte sehr viele OP's an den unteren Extremitäten in Spinalanästhesie. Beckenspanentnahme wurde ebenfalls unter dieser Anästhesie gemacht, ebenso das Einbauen meiner beiden Hüft-TEP's (beide in Seitenlage). Alles lief Anästhesiemässig tip-top!!

Lg cecile.verne

_________________
16 orthopädische Operationen und eine Schädeloperation....


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 30.08.16, 18:48 
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DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Zitat:
In Seitenlage käme eine Spinale nicht in Frage.


Da muss ich widersprechen: Selbstverständlich ist eine Spinalanästhesie in Seitenlage problemlos möglich!
Man sollte vorher mit dem Anästhesisten über die konkrete Lagerung sprechen und dann gemeinsam entscheiden, ob man in einer bestimmten Position auch mal 60, 90 oder 120 min. liegen kann/will.

A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 31.08.16, 16:11 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo Dr. Flaccus,

ich habe das noch nie erlebt - aber man lernt ja nie aus.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 31.08.16, 17:19 
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DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Hallo,

wir operieren bei uns alle Hüft-Endoprothesen in Seitenlage - ein großer Anteil davon wird in Spinalanästhesie operiert -> wir kommen so auf 60 bis 80 pro Jahr.

Dazu kommen noch diverse OP´s in Bauchlage, z.B. für Abzesse.

Alles eine Frage der Übung - und wie gesagt: Mit dem Patienten die Details ausführlich besprechen :-)

A. Flccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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 Betreff des Beitrags: Re: Spinalanästhesien
BeitragVerfasst: 01.09.16, 11:51 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 27.12.06, 00:51
Beiträge: 3413
hallo,

in dem KH wo ich operiert wurde werden pro Jahr ca. 1200 Hüft und Knieteps eingesetzt.
Meine erste Hüft war in Seitenlage, die Zweite in Rückenlage, beide mit Spinalanästhesie,
für mich nicht unangenehm.


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