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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Narkosversagen
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 Betreff des Beitrags: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 27.02.16, 15:37 
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Interessierter

Registriert: 27.02.16, 15:22
Beiträge: 10
Hallo.

Ich habe folgendes Problem ich bin während der Narkose aufgewacht da das Narkosegas auf grund von Sinkender Sauerstoffsättigung abgedreht wurde.

Da ich Muskelrelaxanzien bekam konnte ich mich nicht bewegen, spürte aber Schmerzen.
Jetzt glaubt mir keiner.


Kennt sich jemand mit Narkoseprotokollen und den Medikamenten aus und kann mich etwas aufklären?


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 27.02.16, 17:51 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

eine sog. Awareness sollte sich - selbst wenn sie als solche nicht gesehen wurde - doch anhand von Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz bzw. anhand des BIS-Monitorings (wenn durchgeführt, nicht obligat) im Narkoseprotokoll nachvollziehen lassen.

Auch wenn ein solches Vorkommnis selten ist heutzutage - gänzlich auszuschließen ist es nicht.
Wichtig ist, dass Sie Ihre Erfahrungen bei weiteren Narkosevorgesprächen schildern. Man wird dann die Narkose entsprechend tiefer halten und lieber Nebenwirkungen, wie. z.B. einen niedrigen Blutdruck in Kauf nehmen bzw. medikamentös gegensteuern.

Eine Awareness lässt sich - sollte sie vorkommmen - gut durch Beruhigung des Patienten, ansonsten absolute Ruhe im Saal und durch Gabe eines Benzodiazepins managen. Später darauf angesprochen, können sich die Patienten im Normalfall dann nicht an die Situation erinnern. Aber da müssen die Teams halt entsprechend sensibilisiert sein.

Noch eine Frage: Was war leztendlich die Ursache für den Sättigungsabfall bzw. wie weit ging der Wert runter?


Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 27.02.16, 20:02 
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Interessierter

Registriert: 27.02.16, 15:22
Beiträge: 10
Ich glaub ich muss dazu etwas ausholen. Es war bei mir eine Not Sectio notwendig
Die Narkose wurde mit Thiopental eingeleitet und sollte mit einer Gasmischung von 50/50 erhalten werden Da aber die Sauerstoffwerte abgefallen sind (ich vermute aufgrund einer Atemdepression hervorgerufen durch Thiopental) wurde die Sauerstoff zufuhr auf 100% erhöht um mein Kind nicht zu gefährden. Nachdem mein Sohn auf der Welt war wurde aber vergessen das Narkosegas wieder zu zuschalten

Ich weiß nicht ob Awarenees hier wirklich der richtige Begriff ist. Der Narkosearzt gibt seinen Fehler zu und hat sich bereits bei mir in aller Form entschuldigt. Der Klinikleiter jedoch behauptet jetzt es ist nicht möglich das ich Schmerzen empfand da ich ja Schmerzmittel bekommen habe (nur denke ich kein Schmerzmittel der welt kann einen Wachen Patienten so beeinflussen das er eine Bauchhöhlen eröffnung nicht spürt.

Ich denke mir auch und hoffe das ich richtig liege das bei erhöhtem Streß für den Organismus sprich erwachen und Schmerzen sowohl Narkotika als auch Schmerzmittel schneller Verstoffwechselt werden und durch die körper eigene ausschüttung von Adrenalin die Dosen sowieso höher sein müssten. soweit ich weiß besteht bei thiopental ja auch das risiko auf eine Hyperalgesie dadurch könnten auch die schmerzmittel nicht mehr ausreichend gewesen sein. ich finde auch das ich von anfang an eine recht hohe herzfrequenz hatte das würde sich auch mit meinen erinnerungen decken.

Ich versuch mal noch Fotos vom Narkoseprotokol hochzuladen


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 27.02.16, 21:29 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

im Rahmen einer (Not-)Sectio werden Opiate erst nach Durchtrennung der Nabelschnur gegeben. Man will ja, dass das Kind schnauft.
Welche Medikamente wurden denn vor, welche nach der Abnabelung gegeben? Ein eingescanntes Narkoseprotokoll wäre hilfreich, allerdings sollten Sie Ihren Namen, die Namen der Klinik und des Teams sowie das OP-Datum schwärzen, um Rückschlüsse zu vermeiden.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 27.02.16, 21:56 
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Interessierter

Registriert: 27.02.16, 15:22
Beiträge: 10
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Bild


Das sind jetzt die Bilder von der Narkose.
An das hab ich selbst noch gar nicht gedacht das man opiate erst nach abnabelung gibt.

Mein kind kam um 15:27 zur Welt da wurde bereits Thiopental und Fentanyl gegeben


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 10:38 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

Thiopental ist das Einleitungsmedikament. Ohne das - keine OP.
Dass das Fentanyl um die selbe Uhrzeit gegeben wurde wie der Entbindungszeitpunkt ist (15.27), passt.
Ebenso passt im Rahmen einer Not-Sectio (nicht bloß "dringliche" Sectio), dass um 15.24 das Thiopental gespritzt wurde. Dieses hat eine Anschlagzeit von nur 20-60 sec.
Es wäre interessant zu wissen, wann Sie wachgeworden sind. Sie schrieben von einem Einbruch der Sauerstoffsättigung in diesem Zusammenhang. Leider ist die Sättigung für mich auf dem Protokoll aufgrund der schlechten Darstellung nicht zu differenzieren.
(Es geht nichts über handgeschriebene Protokolle, auf denen keine undifferenzierbaren Linien, sondern noch Werte vermerkt sind).

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 11:05 
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Interessierter

Registriert: 27.02.16, 15:22
Beiträge: 10
leider habe ich keine genauen Werte und diese Protokolle.
Ich kann leider nicht genau sagen wann ich erwacht bin. Jedoch so viel zuerst hatte ich panik da ich nicht atmen konnte diese angst wich dann plötzlich durch einen enorm brennden Schmerz im Unterleib ich hatte das Gefühl ich werde gerade aufgeschnitten, dann war extrem viel bewegung in meinem bauch geruckel gezerre. Ich fühlte an meiner Rechten hand einen Oberschenkel dann hörte ich die Ärzte immer wieder reden einiges Recht klar anderes relativ weit entfernt. Auf alle fälle decken sich meine Erinnerungen mit den Gesprächen der ärzte.

Bild


Da sieht man das ganze etwas besser


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 12:53 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Vielen Dank, das Blatt im Ganzen lässt nun etwas genauere Schlüsse zu.
Die innere Skala auf der rechten Seite stellt offensichtlich die Sauerstoffsättigung dar. Schaut man sich die Ausgangssättigung an, so lag diese zu Anästhesiebeginn bei etwa 96%. Für eine Präoxygenierung, also Sauerstoffgabe über mehrere Minuten bis möglichst 100%, ist im Falle einer Not-Sectio keine Zeit.
Ob und wann die Narkosegas-Konzentration in der Einatemluft reduziert bzw. die Sauerstoffkonzentration erhöht wurde, ist allerdings nicht erkennbar. Gibt es vielleicht noch ein Blatt mit den Beatmungsdaten?

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 13:18 
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Interessierter

Registriert: 27.02.16, 15:22
Beiträge: 10
So hab grad mit dem Arzt nochmal geredet. im 15:23 wurde die Naekose eingeleitet. Um 15:26 sind die Sauersroffwerte auf 87% abgefallen um mein Kind nicht zu gefährden wurde 100% Sauerstoff zugeführt.



Lt. Klinik war die Nakotisierung von mir durch die erfolgte Gabe von Thiopental gewährleistet. auch wurde Sevofluran verabreicht so dass das lachgas nur als weitere sicherheit diente. daher war anscheinend davon auszugehen das sich an meinem narkosezustand nichts ändert.

um 15:27 kam dann mein kind. Dann wurde eben das Fentanyl und Esmeron gegeben.
Um 15:40 merkte er einen leichten Anstieg der Herzfrequenz. Daraufhin wurde die Schmerzmedikation erhöht. Nach nichtmal einer Minute Da die Herzfrequenz aber neuerlich anstieg Merkte er endlich das das Narkosegas aus war. Das war um 15:46. Da bekam ich dann Ketanest und Dormicum


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 17:01 
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DMF-Moderator

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Dann sind ja jetzt alle Unklarheiten beseitigt.
Wie gesagt, sprechen Sie die Situation bei zukünftigen Narkosevorgesprächen an.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 17:03 
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Beiträge: 10
Nein es sind eben keine unklarheiten geklärt. Nach wie vor bin ich der Meinung das ich aufgrund der abgedrehzen narkose aufgewacht bin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 20:57 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 2261
Hallo,

Ja, schon klar. Aber da können wir hier im Forum nicht weiterhelfen. Wenn Sie meinen, dadurch (bleibenden) Schaden genommen zu haben, wäre es ratsam, dass Sie sich an einen Fachanwalt für Medizinrecht wenden.
Etwas anderes kann ich Ihnen nicht raten.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 28.02.16, 21:18 
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Interessierter

Registriert: 27.02.16, 15:22
Beiträge: 10
das habe ich schon getan aber aus anderem Grund. mich würde nzr trotzdem interessieren was andere dazu sagen.
bzgl der Meinung ich konnte keine Schmerzen fühlen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 29.02.16, 09:40 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

aus Ihren Angaben lässt sich folgendes herauslesen: Sie hatten VOR Abnabelung des Kindes einen Abfall der Sauerstoffsättigung. Um das ungeborene Kind nicht zu gefährden, wurde das Narkosegas abgestellt und die Sauerstoffkonzentration in der Inspirationsluft auf 100% erhöht. Ein übliches Vorgehen.
In diesem Zusammenhang sind Sie laut eigenen Angaben wachgeworden.
Vor der Narkoseeinleitung hatten Sie Stress (erhöhter Blutdruck, hohe Herzfrequenz). Der Blutdruck zeigt die typischen Veränderungen nach der Einleitung, allerdings bleibt die Herzfrequenz hoch bzw. steigt nochmals weiter an. Hier hätte man aufmerksam werden können, allerdings wissen wir nicht, warum die Not-Sectio durchgeführt wurde - ich unterstelle jetzt mal, dass die Gründe bei Ihnen lagen, denn eine Herzfrequenz von 130-150 der Mutter ist auch für das Kind auf die Dauer nicht gut.
Bei einer Not-Sectio ist die Anästhesie noch mit der Fixierung des Tubus beschäftigt, während das Kind schon auf die Welt geholt wird. Und diese Sicherung des Atemwegs steht primär an erster Stelle, weil davon das Leben der Mutter wie auch das des Kindes abhängen. Nicht ausreichend Sauerstoff für die Mutter kann schwere Schäden beim Kind bis hin zum Tod nach sich ziehen (bei der Mutter ebenso).
NACH Abnabelung des Kindes wurde Fentanyl gegeben. Dass Sie "Geruckel" und "Gezerre" gemerkt haben, spricht für eine Awareness VOR der Entbindung - danach wird nicht mehr geruckelt und gezerrt.
Somit würde ich aus der Ferne, anhand Ihrer Angaben, unterstellen, dass Sie "Recht" haben. Was der Anwalt und schließlich die Klinik daraus machen, bleibt abzuwarten.

Gruß
Die Anästhesieschwester


Edit: Versuchen Sie, sich auch noch das "Beatmungsprotokoll" zu beschaffen. Ohne den Verlauf der Beatmungs- und Gaseinstellungen ist ein Narkoseprotokoll nicht vollständig.


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 Betreff des Beitrags: Re: Narkosversagen
BeitragVerfasst: 29.02.16, 09:47 
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Interessierter

Registriert: 27.02.16, 15:22
Beiträge: 10
Danke für die Antwort.

Eine NotSectio war nötig da die kindlichen Herztöne abgefallen sind.


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