Narkose und Drogen

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xxala
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Narkose und Drogen

Beitrag von xxala » 05.03.11, 15:09

wie sehen sie die gefahr eines selten nichtangegebenen Drogenmissbrauches MDMA Speed Koks nicht mehr wie einmal im Monat, bei einer Vollnarkose Operation (vor der op 4-5 wochen kein konsum).
Besteht überhaupt gefahr ? und wen ja wodurch?

Dr. A. Flaccus
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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 05.03.11, 15:32

Guten Tag,

grundsätzlich ist bei einem:

- seltenen und
- länger zurückliegenden

Konsum der von Ihnen genannten Drogen keine akute Gefährdung während der Narkose zu erwarten.

Allerdings ist der Körper ja durchaus an die regemäßige Verarbeitung von "Giften" gewöhnt und es kann daher eine höhere Dosis an Narkosemitteln erforderlich sein. So besteht also ein erhöhtes Risiko der Unterdosierung und damit die Gefahr der "Wachheit" während einer Operation ("Awareness").

Wann das bei wem zutrifft, kann man nur im Einzellfall beurteilen. Hier spielen noch andere Faktoren eine Rolle.
Von daher ist es sinnvoll, den Narkosearzt vorher zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von xxala » 05.03.11, 15:45

Wachheit, aber sowas sieht doch der arzt wenn man wach wird oder ? und dann gibt er einfach nach ?

also ist es eher sehr unwarscheinlich, die gleiche gefahr wird bei regelmäßigen alkohol konsum auch sein?

und bei derartigen geringen kosnum, wie bei mir erwähnt wird es denke ich zu keiner wachheit kommen, da es ja wirklich selten ist und schon verarbeitet ist.

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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von Barca » 05.03.11, 15:59

Wenn der Arzt vorher über den zurückliegenden Konsum informiert ist, wird er die Dosierung der Narkosemittel entsprechend daran anpassen, um das Risiko einer Awareness so gering zu halten, wie es bei allen Operationen ist.

Die Dauer, die der letzte Konsum zurückliegt ist sicherlich schon recht lange, dennoch ist eine bereits stattgehabte Toleranzentwicklung nicht auszuschließen. Im Sinne Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie dem Arzt also gegenüber total offen sein. Das sehr geringe Risiko einer Awareness besteht immer, und im Rahmen der modernen Überwachungsmöglichkeiten fällt sie auch immer früher auf, sodass dann entsprechend nachdosiert werden kann. Besser ist es aber dennoch, dies bereits vorher in sein Dosierschema einzuplanen, das geht aber nur, wenn der Anästhesist von dem Konsum weiß, der eigentlich im Rahmen der OP-Vorbereitung genau deswegen erfragt wird.

Viele Grüße
Barca
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Informationen aus dem Internet dienen generell nur der ersten Orientierung, sind persönliche Meinungsäußerungen und können einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von xxala » 05.03.11, 16:08

Zur Tolleranzentwicklung, also ich denke doch nicht das bei so einem konsummuster eine Tolleranzentwirklung entsteht.
bei z.b Täglichen konsum braucht man von den Drogen immer mehr das ist klar.
Denoch bei so einem erwähnten Konsummuster bleibt die Drogendosierung gleich. Da sich ja nicht wirklich eine Tolleranz entwickelt.

Natürlich weiß es der Arzt ist es für ihn leichter, ich denke denoch das sowas sehr viele patienten verheimlichen.
Bei einem derartigen kosum also nicht exxesiv ist aber auch die doesierung denke ich gleich wie beim Normalpatienten?

- Auch wie sie erwähnt haben erkennt der arzt,, das wachwerden eigentlich´´

Das heißt eigentlich ist es solange dieses Konsummuster besteht, fast nicht erwähnens wert. ? :christmas
`besser ist es natürlich immer !

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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 05.03.11, 16:16

Na ja..aber wenn er das "Wachwerden" erkennt, kann es möglicherweise ja schon zu spät sein. :(

In der modernen Anästhesie kommt das zwar selten vor, aber es kommt vor.
Und der Konsum von Drogen erhöht das Risiko.
Nikotinkonsum ist ebenfalls ein Faktor.
Alkohol kommt als zusätzlicher Stoff ebenfalls dazu: "Drogen" nur alle vier Wochen und was ist mit der "Droge" Alkohol? (Täglich, wöchentlich? wievel?)

Die Empfehlung lautet: Mit dem Narkosearzt offen (und vertraulich!) über den Konsum sprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von xxala » 05.03.11, 16:29

Alkoholkonsum sieht wöchentlich aus.
(Wochenende).
Wenn andere stoffe, ,,drogen´´ nun wirklich nur alle 4 wochen benützt werden.
Alkohol usw wird angegeben nur der Drogenkonsum nicht, ist dies doch bei einem manchmal konsum nicht wirklich problematisch?

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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 05.03.11, 16:46

Die Empfehlung lautet: Mit dem Narkosearzt offen (und vertraulich!) über den Konsum sprechen.


Gemeint ist damit der ganze Konsum aller Drogen.

Nicht nur die Frequenz (wöchentlich) ist wichtig, sondern auch die Menge, die dann konsumiert wird. Viele kleine Puzzleteile ergeben für den Arzt das das Gesamtbild zur Einschätzung des Risikos.

Also:
Die Empfehlung lautet: Mit dem Narkosearzt offen (und vertraulich!) über den Konsum sprechen.
Zuletzt geändert von Dr. A. Flaccus am 05.03.11, 17:35, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Schreibfehler
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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von xxala » 05.03.11, 17:46

Natürlich ist das besser, jedoch würde ich nun nochmal etwas wissen.
Durch meine aufgezählen substanzen pasiert was ? was für die Narkose eventuell schlecht wäre?
`soweit ich dies nun verstanden habe geht es um die gewöhnunh solcher ,,Gifte´´ und den dadurch eventuell höheren gebrauch von Narkotikum richtig ?
- setzt das Narkotikum aber nicht an ganz andere Rezeptoren wie die Drogen?
und sie sagten im ersten post.
bei größerer pause (die wo ich angegeben habe) und wenigem konsum, besteht erstmals kein höheres risiko.
was ist der unterschied zwischen, alkohol und eventuell MDMA oder Speed ?

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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 05.03.11, 18:03

Ganz einfach formuliert:

Fast alle Drogen werden in der Leber abgebaut.
Damit wird die Stoffwechselleistung der Leber quasi "trainiert".

Das führt dann u.a. auch zu einem schnelleren Abbau von Narkosemitteln, die normalerweise "länger" im Blut bleiben.
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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von xxala » 05.03.11, 18:06

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Ganz einfach formuliert:

Fast alle Drogen werden in der Leber abgebaut.
Damit wird die Stoffwechselleistung der Leber quasi "trainiert".

Das führt dann u.a. auch zu einem schnelleren Abbau von Narkosemitteln, die normalerweise "länger" im Blut bleiben.


Das heißt, Alkohol ist da kein bischen besser?
legale Medikamente usw können auch die Leber ,,trainieren´´ und so schneller das Narkosemittel abbauen.
im endeffekt sind keine Suchtstoffe gut, aber nun auch nicht wirklich was mit dem der Arzt nicht umgehen kann.
bzw es wirklich gefärhrlich wird solange man kein ,,junky´´ ist.

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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 05.03.11, 18:13

Das heißt, Alkohol ist da kein bischen besser?

Ja - das heißt es.
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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von tricolor » 06.03.11, 02:10

Ich frag mich grad, wieso es soooo ein erhebliches Problem ist, seinem Anästhesisten zu sagen, dass man koks und speed nimmt. Mal abgesehen davon, dass der Anästhesist der Schweigepflicht unterliegt ist man ja erwachsen genug zum koksen, dann sollte man auch erwachsen genug sein, sich e sichere Narkose zu gönnen.

Für Speed und Koks gibt es im Fall so eine Art ReboundGedächtnis, und ich denke es ist schon von Vorteil wenn man weiss warum Sie möglicherweise etwas stürmisch am Narkoseende erwachen.
Und betreffs Koks sollen ja Koronarspasmen nicht so selten sein.

tricolor

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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 06.03.11, 14:17

...was tricolor meint:

"Reboundphänomen" - Symptome, die durch Drogen verursacht werden, können wiederkehren, auch ohne erneute Drogeneinnahme.
"Koronarspasmen" - krampfartiges Zusammenziehen der Herzkranzgefäße, die Symptome ähneln einem Herzinfarkt

Gruß
A. Flaccus
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Re: Narkose und Drogen

Beitrag von xxala » 10.03.11, 20:21

Sowas kann aber doch nicht nach z.b einem einmalligen Konsum der mindenstens 4 wochen zurückliegt von (Spped oder sonstiges)

hervorgerufen werden?

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